Regina Scheer

 4.2 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor von Machandel, 'Wir sind die Liebermanns' und weiteren Büchern.

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Machandel

Machandel

 (32)
Erschienen am 12.12.2016
'Wir sind die Liebermanns'

'Wir sind die Liebermanns'

 (5)
Erschienen am 14.02.2008
AHAWAH. Das vergessene Haus

AHAWAH. Das vergessene Haus

 (1)
Erschienen am 01.08.1993
Gott wohnt im Wedding

Gott wohnt im Wedding

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Erschienen am 25.03.2019
Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky

 (0)
Erschienen am 01.09.2012
Gott wohnt im Wedding

Gott wohnt im Wedding

 (0)
Erschienen am 25.03.2019
Gott wohnt im Wedding

Gott wohnt im Wedding

 (0)
Erschienen am 25.03.2019

Neue Rezensionen zu Regina Scheer

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Monalisa73s avatar

Rezension zu "Machandel" von Regina Scheer

Ein mecklenburger Dorf am Ende des Zweiten Weltkrieges, am Ende der DDR und heute
Monalisa73vor einem Jahr



Dieses Buch erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern die Geschichte eines Dorfes in Mecklenburg und deren Menschen, die dort lebten, hinzukamen am Ende des zweiten Weltkrieges und nach dem Krieg.

Auch erfahren wir ein Teil der DDR Geschichte und wie sie zu Ende ging. Vor allem wie es den Menschen erging. Es wird auch nicht aus einer Sichtweise erzählt, sondern es kommen verschiedene Personen zu Wort. Und trotzdem scheint es eine komplette Geschichte zu sein, die Fäden werden immer wieder geschickt miteinander verbunden.

Die Autorin Regina Scheer hat es meisterhaft verstanden, die Menschen in ihrer „Sprache“ zu Wort kommen zu lassen. Man bekommt ein Gefühl davon, was in den Menschen vorging, egal in welcher Lage sie sich gerade befanden.

Gut gefallen hat mir, dass im Buch viel politisches Hintergrundwissen durch die Erzählungen miteinfließen.

 

Machandel hat mich persönlich sehr aufgewühlt und bewegt, da ich selbst ein Teil der DDR Geschichte miterlebte und meine Großeltern zu den vielen tausend Flüchtlingen gehörten, die nach Mecklenburg kamen. Auch das bespitzeln der Stasi war in unserer Familie an der Tagesordnung.

 

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Ritjas avatar

Rezension zu "Machandel" von Regina Scheer

Große Familiengeschichte
Ritjavor einem Jahr

Was für ein großartiger Roman. Ich habe ihn gern gelesen. Ab und an musste ich ihn beiseite legen und darüber nachdenken. Die vielen verschiedenen Erzählperspektiven, die verschiedenen Zeiten und die verschiedenen Staatsformen machen dieses Buch interessant und bringen dem Leser die deutsche Geschichte so nah. Wer keine Lust auf Sachbücher hat, sollte dieses Buch lesen. Regina Scheer hat Figuren geschaffen, die beeindrucken, aufwühlen und aufregen. Man ist mittendrin und fühlt und denkt und erlebt mit. Vieles erkannte ich wieder, einiges war mir neu und manches konnte ich nicht so richtig nachvollziehen, weil ich es anders erlebt habe, aber genau das machte das Buch für mich spannend. Es gibt am Ende des Buches ein Personenregister. Dieses sollte man (aus meiner Sicht) vorab schon einmal lesen, dann kann man die Figuren besser auseinanderhalten. Die Sprünge sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit gehören sie einfach zur Geschichte. Ein sehr gutes Buch, welches zum Nachdenken anregt und Geschichte greifbar macht.

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leseleas avatar

Rezension zu "Machandel" von Regina Scheer

"Alles, was geschehen kann, ist auch in Machandel geschehen." (S. 196)
leseleavor einem Jahr

DDR, 1985: An einem Sommertag begleitet Clara ihren älteren Bruder Jan in das kleine mecklenburgische Dorf Machandel. Jan ist gekommen, um sich von dem Ort, an dem er aufgewachsen ist, zu verabschieden: Als verurteilter Staatsfeind, der im sozialistischen Staat keine Zukunft mehr für sich sieht, nimmt er die Möglichkeit der Ausreise wahr und begibt sich auf die andere Seite der Grenze. Während Jan geht, findet Clara in Machandel einem Ort zum Bleiben: Gemeinsam mit ihrem Mann Michael renoviert sie einen alten Katen und genießt hier mit ihrer Familie Momente der Ruhe und des Innehaltens – fernab vom politischen Berlin und der Aufregung der Bürgerbewegungen. Doch schnell erkennt Clara, dass die Stille in Machandel nicht frei von dem giftigen Schweigen ist, das sie nur allzu gut aus ihrer Familie und ihrem Freundeskreis kennt. Denn auch das idyllische Dorf hat in den letzten Jahrzehnten mit Verrat, Leid und geplatzten Träumen zu kämpfen gehabt und die dunklen Schatten der Vergangenheit ragen tiefer in Claras Leben hinein, als sie zu Beginn vermuten kann…

Es ist nicht weniger als die deutsche Zeitgeschichte seit den 1930er Jahren auf ostdeutschem Boden, die Regina Scheer in ihrem ambitionierten Debütroman Machandel zum Thema macht. Rund um das gleichnamige fiktive Dorf in der tiefsten Provinz Mecklenburgs gruppiert sie die Schicksale von KZ-Häftlingen und Ostarbeitern, von überzeugten Kommunisten und egoistischen Opportunisten, von Flüchtlingen aus der alten Heimat und Rotarmisten, von Bürgerrechtlern und Träumern einer anderen DDR, von einfachen Dorfbewohner, die von der Bodenreform profitierten und nach der Wende ihre Landstriche veröden sahen. Dies tut sie, indem sie neben Hauptfigur Clara, die die einzelnen Erzählstränge rückblickend zusammenführt, verschiedene Figuren aus den oben aufgezählten Gruppe zu Wort kommen lässt: die Weißrussin Natalja, Claras Vater Hans, den Oppositionellen Herbert und die Städterin Emma. Sie alle haben ihre ganz eigene Verbindung zu Machandel und zur DDR; das Nebeneinanderstellen ihrer Schicksale verdeutlicht nicht nur den Alltag im einstigen ostdeutschen Staat, sondern bezeugt auch die verschiedenen Träume und Hoffnungen, die am Anfang und am Ende der „Deutschen Demokratischen Republik“ standen.

Diese Zusammenfassung lässt an ein unheimlich dichtes und faktenreiches Buch denken – und als solches kann Machandel auch definitiv bezeichnet werden. Unzählige Namen und Orte, Ereignisse und Begebenheiten werden erwähnt und angedeutet – manchmal in einer ungemein anstrengenden Fülle – und machen eigene Recherchen während der Lektüre unabdingbar. Ganze Epochen werden manchmal auf wenigen Seiten skizziert und nacherzählt und lassen beim Leser das Gefühl zurück, sich auf einem wilden Ritt durch die deutsche Geschichte zu befinden. Tatsächlich will Scheer hier manchmal einfach zu viel: alles berichten, keinen vergessen, jeglichen Zusammenhang aufdecken, kein Schicksal unbeachtet lassen. Vor allem zu Beginn fällt es als Leser schwer hinter den historischen Fakten die eigentliche Geschichte zu finden und die Distanz zu den Figuren über die Daten hinweg zu überwinden. Doch die anfänglichen Mühen und das Durchbeißen durch die verschiedenen Informationen wird schnell belohnt, denn Machandel ist nicht nur ein ungemein lehrreiches Buch, sondern auch ein sehr atmosphärischer, berührender und spannender Roman. Man wird eingezogen in dieses einsame Dorf, in seine Geschichte und die seiner Bewohner, in die Natur, die es umgibt und die Legenden, die mit ihm verbunden sind. Nach 470 Seiten weiß man dann, dass man einen tollen historischen Schmöker in der Hand hatte, der hier und da zwar nicht frei von Schwächen ist, der einem insgesamt aber viele tolle Lesestunden bereitet. 4,5 Sterne!

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