Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch

von Regina Schleheck 
4,8 Sterne bei12 Bewertungen
Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch
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KyraCades avatar

Gut aufbereitet

RitaLeseviels avatar

Ein für mich sehr lesenswertes Buch, welches mich oft nachdenklich stimmte und auch erschreckte.

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Inhaltsangabe zu "Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch"

Langenberg, 1966. Der Fall Bartsch erschütterte die Nachkriegs-BRD wie kein anderes Kapitalverbrechen. Jürgen Bartsch, der nach einer Kindheit voller Kälte und Missbrauch zu einem sadistischen Soziopathen wurde, lockt Kinder von Kirmesplätzen in Essen und Umgebung, um sie zu quälen, zu missbrauchen und zu ermorden. Bei der Jagd nach dem Kirmesmörder gerät eine ganze Region in Panik. Als Jürgen Bartsch schließlich gefasst wird, fordern die Menschen Vergeltung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839219393
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:244 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:03.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    KruemelGizmos avatar
    KruemelGizmovor einem Jahr
    Rezension zu Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch

    In den 60er Jahren erschütterte der Fall des Kirmesmörders Bartsch ganz Deutschland. Die Kindheit von Jürgen Bartsch war von Kälte und Missbrauch gezeichnet, und er entwickelt sich zu einem sadistischen Soziopathen, der schon mit 15 Jahren anfängt zu quälen, zu missbrauchen und zu morden. Von da an verschwinden immer wieder Kinder von Kirmesplätzen in Essen und der Umgebung.

    Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch von Regina Schleheck gehört zu der Reihe Wahre Verbrechen des Gmeiner-Verlags.

    Aus der Sicht verschiedener Protagonisten, die Jürgen Bartsch teilweise von der Kindheit an begleitet oder gekannt haben wird ein Großteil der Geschichte erzählt. So erlebt man als Leser aus deren Perspektive, die lieblose und isolierte Kindheit bei seinen Adoptiveltern mit, die mich schon das ein oder andere Mal schockiert zurückließ. Auch die Internatszeit und die anschließende Berichterstattung wurden aus der Sicht dieser Protagonisten geschildert und gaben für mich die Empfindungen der Menschen gut wieder. Auch wird dadurch der damalige Zeitgeist für mich gekonnt eingefangen.

    Alles in allem ist diese Geschichte wirklich keine leichte Kost und ging mir mit mancher Beschreibung der Geschehnisse wirklich stark an meine Grenzen. Auch wenn man vorher schon weiß was diesen Kindern widerfahren ist und man dadurch glaubt vorbereitet zu sein, machte dies die Schilderungen aus Sicht der gequälten Kinder meiner Meinung nach aber nicht leichter zu ertragen. So musst ich das Buch doch schon mal kurz beiseitelegen und durchatmen, bevor ich weiter lesen konnte. Daher ist es für zartbesaitete Leser meiner Ansicht nach nicht geeignet.

    Mein Fazit:

    Ein Buch was unter die Haut geht, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!

    Kommentare: 8
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    KyraCades avatar
    KyraCadevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut aufbereitet
    Gute Aufbereitung eines wahren Verbrechens

    Im Nachkriegsdeutschland verschwinden immer wieder Kinder von Kirmesplätzen. Während das Land versucht, wieder auf die Beine zu kommen, hat Jürgen Bartsch, Adoptivsohn aus reichem Hause, andere Dinge im Kopf, als die Arbeit oder gar die Übernahme der väterlichen Metzgerei. Er fällt immer wieder negativ auf – und wird schließlich als Entführer und Mörder entlarvt.

    Regina Schleheck hat sich mit der Geschichte von Jürgen Bartsch beschäftigt. Diese bereitet sie ganz geschickt auf, so dass alles andere als eine trockene Abhandlung der Ereignisse entstanden ist. Sie erzählt, wie der kleine Jürgen von seiner Mutter im Krankenhaus zurückgelassen wurde, der Vater ist unbekannt, das Kind fasziniert die Schwestern, die es sofort ins Herz geschlossen haben. Auch die kinderlose Metzgersgattin ist ganz vernarrt in den Buben und adoptiert ihn schließlich. Aus der Sicht einer Schwesternschülerin, die später in das Haus der Bartschs kommt, um sich um den Jungen zu kümmern – was die neue Mutter zu verhindern weiß -, aus Sicht von Schulkameraden, den Opfern und sogar eines Geistlichen wird der Fall geschildert. Dadurch bekommt man verschiedene Perspektiven geboten, die die Spannung steigern und einen umfassenden Einblick in das Leben Jürgens geben. Man erlebt ihn von außen, wie er auf andere wirkt, wie die Menschen auf ihn reagieren, auch diejenigen, die ihn gar nicht kennen und nur von den schrecklichen Verbrechen aus der Zeitung etwas wissen.

    Man schwankt ein bisschen zwischen Mitgefühl und Abneigung, zumindest in den ersten Lebensjahren des Kindes, das sozial abgeschottet wurde. Die Gründe hierfür sind wenig bekannt, weshalb man nur spekulieren kann. Aber ein Weg ist vorgezeichnet. Dass Bartsch später Probleme haben wird, Anschluss und Freunde oder sogar eine Frau zu finden, ist wenig verwunderlich, darf er doch in seiner Kindheit keinen Kontakt zu Gleichaltrigen haben und auch nur ganz spärlich zu Fremden. Der Fall Jürgen Bartsch – und das wird während der Lektüre deutlich – hat Deutschland in mehrerlei Hinsicht geprägt. Die Rechtssprechung wurde natürlich tangiert, aber auch die Psychologie. Man interessierte sich plötzlich viel stärker für die Vergangenheit und das Seelenleben der Täter, man wollte wissen, warum Menschen zu Untaten fähig sind. Sogar Therapien sind daraus erarbeitet worden.

    Der Kirmesmörder Jürgen Bartsch ist ein mitreißendes und zugleich schockierendes Buch. Wenn man sich immer wieder bewusst macht, dass es sich hierbei um einen wahren Fall handelt und nicht um reine Fiktion, wird das Grauen auf eine andere Ebene gehoben. Man kann nicht mehr einfach abschalten und das Buch weglegen, wenn es zu viel wird. Eine gelungene Aufarbeitung eines erschütternden Falls.

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    RitaLeseviels avatar
    RitaLesevielvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein für mich sehr lesenswertes Buch, welches mich oft nachdenklich stimmte und auch erschreckte.
    Der Soziopath mit dem Bubengesicht.


    In den 1960er Jahren verschwanden immer wieder Jungs in der Region Essen von Kirmesplätzen. Der Täter - Jürgen Bartsch. Er lockte die meist 12-14jährigen Jungs unter Vorwänden in einen alten Stollen, wo er sich an ihnen verging, sie quälte und tötete.

    Eine wahre Geschichte, der sich Regina Schleheck in ihrem ersten Roman angenommen hat. Bücher über Jürgen Bartsch uns seine Taten gibt es schon mehr als genug - Tatsachenberichte, Analysen, Betrachtungen. Sich dem Thema aus Warte von eventuell beteiligten Personen, auf rein fiktionaler Ebene anzunehmen, ist neu. In ihrem biografischen Kriminalroman erzählt Regina Schleheck die damaligen Geschehnisse aus dem Blickwinkel mehrerer Beteiligter. Unter anderem kommen  Bartschs Opfer zu Wort. Des Weiteren schlüpft Regina Schleheck in die Erzählrolle von Personen, welche im Grunde keine Position im näheren Umfeld von Jürgen Bartsch einnahmen, sondern die Ereignisse durch die Zeitung oder Hörensagen wahrnahmen.

    Die dabei von Regina Schleheck eingenommenen Erzählpositionen sind messerscharf skizziert. Man entwickelt schnell Ablehnung oder auch Verständnis für die einzelnen Personen. Die Gefühlsregungen sind klar und eindringlich beschrieben und im Fall von Jürgen Bartschs Opfern mehr als erschreckend. Wie in ihren sonstigen Kurzgeschichten hat sich Regina Schleheck sprachlich tief auf die entsprechenden Charaktere  eingelassen. Ganz klar sind die verbalen Grenzen von Kindern und derer einer einfachen Arbeiterin getrennt, was den Leser noch nachdrücklicher in die Geschichte eindringen lässt.

    Die Hintergründe, warum wurde aus dem Adoptivkind Jürgen Bartsch ein gefährlicher Soziopath und Mörder, werden in diesem Buch natürlich ebenfalls beleuchtet. Die der Autorin zur Verfügung stehenden Quellen, wurden hierbei in meinen Augen sehr gut genutzt. Man entwickelt eine Form von Verständnis für den Täter, was den Leser aber auch in einen persönlichen Interessenskonflikt bringt, spätestens dann, wenn sich Bartsch den Jungs „widmet“.

    Leseempfehlung: Nichts für sehr zartbesaitete  Leser, aber in jedem Fall ein hoch spannendes Buch mit viel Empathie und Einfühlungsvermögen geschrieben. Also ein hochverdientes JA.

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    AnjaScs avatar
    AnjaScvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich war von dem Buch so gefesselt, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Es hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt.
    Wahre Verbrechen, was könnte spannender sein?


    Den meisten ist der Mörder Jürgen Bartsch ein Begriff. Ein junger Mann, der im Alter von 15 Jahren angefangen hat, zu quälen und zu morden - aber warum?


    Was nicht allen bekannt ist, sind die Fakten, aus welchen Verhältnissen er stammt und unter welchen Bedingungen er aufgewachsen ist.
    Diesen Teil seiner Kindheit und frühen Jugend beleuchtet Regina Schleheck und lässt tatsächlich für das Kind und Jugendlichen Mitgefühl aufkommen.


    Was aus dem gepeinigten und misshandelten Jungen wurde, ist von Anfang an klar aber es ändert nichts an den Gefühlen, die dieser biografische Roman auslöst.


    Wir Leser erleben hautnah mit, was Bekannte, Schulkameraden oder auch sein Kindermädchen fühlen oder erlebt haben mit Jürgen Bartsch. Wir erfahren Dinge über seine Adoptiveltern, die uns wirklich scharf Luft holen lassen.


    Die Sprache des Buches empfinde ich als sehr angenehm und stimmig zur Geschichte.
    Die Charaktere, die aus verschiedenen Sichtweisen das Leben von Jürgen Bartsch schildern, sind alle auf die ein oder andere Weise mit ihm persönlich bekannt und haben einen Stück seines Weges begleitet und sind gut dargestellt. Man bekommt auch ein Gespür für diese Menschen.


    Ich habe mich immer wieder gefragt, warum hat niemand was gesagt?
    Wieso hat es soweit kommen müssen?
    Könnte ich damit leben, eventuell eine Teilschuld an den Ereignissen zu haben, weil ich weggesehen oder geschwiegen habe?


    Neben diesem Thema, greift Regina Schleheck scheinbar nebenher Dinge auf, die das Nachkriegsdeutschland betreffen: Gedankengut, Einstellungen der Menschen, die ersten Einwanderer, das Wunder von Bern, das wirtschaftliche aufstrebende Ruhrgebiet, die Tatsache, dass Männer ihren Frauen erlauben mussten, wenn sie arbeiten wollten, den §175 und §218. 
    Karriere als Frau, Selbstbestimmung der Frau und offene Homosexualität, Dinge die für uns selbstverständlich sind, aber nicht immer waren.


    Regina Schleheck hat mich teilweise auf eine Reise in meine Kindheit mitgenommen. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und einige Redewendungen und Wörter, die in diesem Buch verwendet werden hatte ich seit Jahren nicht mehr gehört.


    Fazit:

    Als ich die Vorstellung zu dem Buch gemacht und begonnen habe zu lesen, war mir bewusst auf was ich mich einlasse, aber mit dieser Achterbahn der Gefühle habe ich nicht gerechnet.


    Regina Schleheck hat die Geschichte von Jürgen Bartsch geschickt verpackt und mehr als treffend beschrieben. Das Buch ist hart und grausam aber auch lehrreich. Der Spagat zwischen Roman und Biografie ist ihr absolut geglückt.


    Ich war von dem Buch so gefesselt, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.


    Warnung: Auf Grund der Gräueltaten, die Jürgen Bartsch verübt hat, ist dieses Buch sicherlich nicht für die zarten Seelen unter uns geeignet - allen anderen lege ich dieses Buch ans Herz!

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    AndreaRheins avatar
    AndreaRheinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Einmal angefangen, konnte ich das Bauch kaum aus der Hand legen
    Nichts für Zartbesaitete


    Der Kirmesmörder trieb sich um, als ich selbst noch in den Kinderschuhen steckte. Ich habe ihn durch Regina Schleheck's Roman erst kennen gelernt. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
    Wie ein Puzzle setzen sich die verschiedenen Perspektiven von Menschen, die den Kirmesmörder J. Bartsch umgaben, zu einem Bild zusammen. Dabei tauchen wir nicht nur in die kranke Psyche des jungen Mannes, sondern auch in die Gesellschaft ein, die einen solchen Mann (u.a.) erst hervorgebracht hat. Toll, wie die Autorin uns mitnimmt auf diese Entdeckungsreise in die Vergangenheit, in die deutsche Nachkriegsgesellschaft, in eine Serie unglaublich brutaler Verbrechen und in die Psyche dieses Täters. Stellenweise musste ich die brutalsten Stellen überlesen, denn dieses Buch ist nichts fur Zartbesaitete

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wirklich gut geschrieben, gekonnt in Szene gesetzt und emotional doch auch sachlich, hinterfragend, alles noch einmal aufgreifend
    Wahres Verbrechen gekonnt literarisch verarbeitet

    Jürgen Bartsch und das Jahr 1966 - ein Kapitelverbrechen erschüttert das Land. Bartsch wurde bekannt als sadistischer Soziopath. Er ist außerdem bekannt als der Kirmesmörder. Lockte zahlreiche Kinder von Kirmesplätzen und missbrauchte und ermordete sie. Das passierte in Essen und Umgebung.

     

    Wozu ein Mensch fähig sein kann ....

    Rache- und Vergeltungsgedanken unter dem Volk ...

     

    Bartsch wuchs - nachdem seine Mutter ihn ausgesetzt hatte - ein kaltes liebloses Leben in der Isolationshaft seiner Adoptiveltern. Gewalt und Missbrauch waren bei ihm zu Hause an der Tagesordnung.

     

    Die Autorin hat sich der Geschichte dieses Menschen und seiner Taten literarisch gewidmet und geht in Kapiteln, die sich den gepeinigten Kindern widmen auf diese ein. Diese Verbrechen, die Bartsch begangen hat, werden in dem mir vorliegenden Buch noch einmal lebendig. Regina Schleheck hat sich damit auseinander gesetzt und die Geschichte dieses Vielfachmörders literarisch in eine Art Krimi verpackt - der in der Reihe "Wahre Verbrechen" im Gmeiner Verlag heraus gekommen ist.

     

    Leseprobe:
    ========

    Auf dem Rummelplatz in Velbert. Der elfjährige Uwe Kahlweiß werde vermisst, hieß es. Die Zufallsaufnahme eines Amateurs zeigte ihn in Begleitung eines Unbekannten, mit dem er offensichtlich zuletzt zusammen gewesen sein musste. Der die beiden gefilmt hatte, kannte den Jungen entfernt und hatte sich deswegen gleich gemeldet, als die Suchaufrufe durch die Medien gingen. ....

     

    Wirklich gut geschrieben, gekonnt in Szene gesetzt und emotional doch auch sachlich, hinterfragend, alles noch einmal aufgreifend und nachdenklich machend. Man kann sich in die Kinder hinein versetzen, sehr bildhaft schreibt die Autorin, was ihnen widerfahren ist, wie sie fühlten und was den Täter wohl antrieb.

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    Brigitte_Ponss avatar
    Brigitte_Ponsvor 2 Jahren
    Ungewöhnlich im Aufbau, stimmig in Erzählton und Sprache

    Regina Schleheck ist mit dem Buch „Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch“ ein faszinierendes Zeitdokument gelungen, das viel mehr als nur den „Fall Bartsch“ behandelt. Sie hält die Folgen der Nachkriegszeit, die Atmosphäre und typische Denkweise der 60er Jahre fest – schlägt mit vielen angerissenen Hinweisen zu unterschiedlichsten Ereignissen einen Bogen, der das Geschehen im geschichtlichen Kontext positioniert und vieles verständlich werden lässt, ohne direkt mit dem Finger darauf zu zeigen. Jede Erzählstimme bringt ihre ganz eigene Lebensgeschichte und daraus resultierende Sicht auf den Fall mit. Sehr beeindruckend mit welcher Selbstverständlichkeit alltägliche Gewalt, Vorurteile und der Fortbestand nationalsozialistisch geprägten Gedankenguts geschildert werden, oft wertungsfrei und lapidar: „Das war eben so“. Die Herangehensweise, die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Perspektiven jeweils sehr subjektiv und Ausschnittsweise erzählen zu lassen, gibt dem Buch eine ganz besondere Note -  an die man sich zugegebenermaßen gewöhnen, und auf die man sich einlassen (wollen) muss. Persönlich hätte ich mir ein Nachwort gewünscht, das ein wenig Aufschluss darüber gibt, wie viel Fiktion und Realität in diesem „biografischen“ Roman steckt – inwieweit die Protagonisten, die Regina Schleheck erzählen lässt, auf realen Menschen und ihren Aussagen oder Erinnerungen basieren. Der Mensch Jürgen Bartsch erhält eine greifbare Kontur als „Monster“ und zugleich als tragische Gestalt, ohne eine eigene Stimme zu haben. Alles in allem: lesenswert!

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    mordsbuchs avatar
    mordsbuchvor 2 Jahren
    Die Realität ist grausamer als jeder Thriller!


    Buchinfo
    Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch - Regina Schleheck
    Broschiert - 244 Seiten - ISBN-13: 978-3839219393
    Verlag: Gmeiner-Verlag - Veröffentlichung: 03. August 2016
    EUR 12,99
    Kurzbeschreibung
    Langenberg, 1966. Der Fall Bartsch erschütterte die Nachkriegs-BRD wie kein anderes Kapitalverbrechen. Jürgen Bartsch, der nach einer Kindheit voller Kälte und Missbrauch zu einem sadistischen Soziopathen wurde, lockt Kinder von Kirmesplätzen in Essen und Umgebung, um sie zu quälen, zu missbrauchen und zu ermorden. Bei der Jagd nach dem Kirmesmörder gerät eine ganze Region in Panik. Als Jürgen Bartsch schließlich gefasst wird, fordern die Menschen Vergeltung.
    Bewertung
    Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch von Regina Schleheck ist eines der ersten Bücher, die in der neuen Reihe “Wahre Verbrechen“ im Gmeiner Verlag erschienen sind.
    Als allererstes möchte ich ein großes Lob an die Autorin aussprechen. Für dieses Buch wurde super recherchiert und der Umgang, mit diesem doch heiklem Thema, ist super.
    Zur Zeit von Jürgen Bartsch war ich noch nicht geboren, aber da ich mich schon seit meiner Jugend mit wahren Verbrechen, Serienmördern, etc. beschäftige, war mir der Fall natürlich bekannt. Aber ich muss sagen, dass ich doch jede Menge neuer Infos durch das Buch bekommen habe und zum Fall Bartsch ist das eins der besten Bücher, das ich bis jetzt gelesen habe.
    Fazit: Die Realität ist grausamer als jeder Thriller! Super Buch zu einem erschreckenden Fall. Hierfür gebe ich gerne meine Leseempfehlung!

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    IngridSchmitzs avatar
    IngridSchmitzvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nachdenklich machender Biografischer Kriminalroman von Regina Schleheck. Das Leben des brutalen Kindermörders wird neu beleuchtet. Klasse.
    Erschütternd gut!

    Habe gerade das Buch zugeschlagen. Bin tief beeindruckt, wie die Autorin Regina Schleheck mit diesem schwierigen Thema umgegangen ist. Schonungslos hat sie die Perversitäten und Gewalttaten an den Kindern beschrieben, was kaum auszuhalten ist, aber sein muss, um die "Bestie" nicht zu verherrlichen. Es darf nichts unter den Teppich gekehrt werden. Wie gefährlich Letzteres sein kann, erfahren die Leser in den Passagen der einzelnen Erzähler, die mittelbar oder unmittelbar Jürgen Bartsch durchs Leben begleiteten. Immer tiefer gerät man in den Strudel seiner Vergangenheit, der Verwicklungen und Verleumdungen. Fast hat man Mitleid mit Jürgen Bartsch, ist doch der höllisch Quälende auch ein höllisch Gequälter. Er selbst soll beantragt haben, durch einen operativen Eingriff im Gehirn, von seiner Triebhaftigkeit und der Lust am Morden befreit werden zu wollen. Das wurde ihm verwehrt. So entschied er sich zu einer Kastration, die ... aber ich will nicht vorweg greifen, auch wenn es allgemein bekannt sein dürfte.

    Obwohl ich damals alle Berichterstattungen als Zeitzeugin verfolgt habe, erfuhr ich viel Neues und Wissenswertes rund um den "Fall Jürgen Bartsch". Die verschrobenen Denkweisen mit ihren Vorurteilen, besonders was die Homosexualität angeht - ließen mich mehrmals nicken. Ja, so hatte ich es als Kind und Jugendliche auch oft von den "Alten" gehört, wenn ein Mann sich "so seltsam weibisch" benahm. Aber auch die Alten waren manchmal Opfer ihrer Eltern gewesen, bei denen es die Prügelstrafe gab. Ist noch gar nicht so lange her.
    Alles in allem ein nachdenklich machender "Biografischer Kriminalroman" mit viel Zeitgeschichte.Lesenswert.

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    Waloganvor 2 Jahren

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