Regina Schleheck Klappe zu - Balg tot

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Inhaltsangabe zu „Klappe zu - Balg tot“ von Regina Schleheck

Überschrift über einer historischen Babyklappe (Torno) am Hamburger Findel- und Waisenhaus: Auf dass der Kindermord nicht künftig werd verübet, Der von tyrannscher Hand der Mutter oft geschicht, Die gleichsam Molochs Wuth ihr Kindlein übergiebet, Ist dieser Torno hier auf ewig aufgericht. ANNO 1709. Die Titelgeschichte Klappe zu Balg tot nimmt das Thema auf, schildert Facetten der Grausamkeit, die auch den anderen Geschichten von Regina Schleheck zugrunde liegen. Sie erzählen vom Bösen, dem Bitterbösen, das einen knallhart, aber auch schon mal auf leisen Sohlen beschleicht und das nicht nur jeden treffen kann, sondern dessen Keim in jedem von uns steckt. Wenn nicht gelegentlich ein Augenzwinkern hinter diesen gesammelten Gemeinheiten aufblitzte, müsste vor den Nachwirkungen ernstlich gewarnt werden.

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  • Dem Volk nicht nur aufs Maul geschaut

    Klappe zu - Balg tot
    RitaLeseviel

    RitaLeseviel

    24. April 2013 um 06:08

    „Bitterböse Kurzgeschichten“ lautet die Unterschrift auf Regina Schlehecks Buch „Klappe zu - Balg tot“. Um genau zu sein sind es 24 Kurzgeschichten, die sich fantasiereich um die Themen Kinder und Beziehungen ranken. Der Buchtitel lässt schon ahnen, dass der Leser hier nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst wird. In dem 139 Seiten umfassenden Band erzählt die Autorin von missverstandenen und misshandelten Frauen und Männern, von unschuldigen und schuldigen Kindern, von erotisierenden Schokoladen Weihnachtsmännern, von Glückskindern und seltsamen Taxifahrern und vielen kruden Zeitgenossen mehr. Was sich in der Aufzählung noch trocken anhört, wird dem Leser ein ums andere Mal vielleicht den Mund offen stehen, das Gesicht vor Ekel verziehen oder die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Regina Schleheck schreibt klar und direkt und wählt in ihren Geschichten eine nachdrückliche und erklärungsfreie Sprache. Dass dabei Worte wie ficken, Eier oder ineinandervervögelt fallen, sei hier nur am Rande erwähnt. Denn manchmal ist es auch nur ein einfaches „Knack“, was die Situation im Text unterstreicht oder den Leser kurz innehalten lässt. Mit ihrer Art zu schreiben erzeugt Regina Schleheck zweifelsfrei nicht nur Bilder im Kopf des Lesers „Meine Finger erwärmten sich und mit ihnen die Weihnachtsmänner. Das Stanniol knisterte, die Leiber wölbten sich, blähten sich wollüstig meiner Hand entgegen …“, sondern zieht ihn in einen Sumpf der Gefühle und Vorahnungen. „Warum da keine Haare seien, hatte ich wissen wollen, als er meine Hand in seinen Schritt führte.“ Man muss annehmen, dass Regina Schleheck eine besonders aufmerksame Zeitungsleserin ist. Die Geschichten scheinen zunächst weit ab der Realität, entwickeln schnell eine Eigendynamik, so dass am Ende des Textes ein Rest von „das habe ich doch schon mal so ähnlich gelesen oder gehört“ bleibt. Letztendlich schaut sie dem Volk aufs Maul, unter die Bettdecke und in die wirre Gedankenwelt hinein, legt hier und da noch eine kleine Schüppe mehr drauf und hinterlässt mehr als nur ein Stirnrunzeln. Auf den Punkt gebracht - mir hat das Lesen der Kurzgeschichten ausgesprochen gut gefallen. Sie fallen meines Erachtens aus dem üblichen Rahmen, unterhalten nicht ausschließlich, sondern regen auch zu Nachdenken und zeitweise zum Verständnis an. Hier wird nicht mit ungewöhnlichen Auflösungen kokettiert, sondern das tatsächliche Grauen der Welt vor Augen geführt. Leseempfehlung? Zweifelsfrei – ja! Für wen? Für alle, die glauben vorurteilsfrei durch die Welt zu gehen – sie werden hier eines besseren belehrt. Für Leser die eine direkte, teilweise unverfrorene Schreibweise zu schätzen wissen.

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  • bitterböse Geschichten zum Nachdenken!

    Klappe zu - Balg tot
    J-B-Wind

    J-B-Wind

    15. April 2013 um 15:22

    In diesem schmalen Bändchen geben sich Regina Schlehecks beste, zum Teil bereits veröffentlichte Kurzkrimis der letzten Jahre ein Stelldichein. Fast alle Geschichten erzählen vom vermeintlich schwachen Geschlecht, das hier Stärke beweist. Aber auch die Männer kommen hier weder als Täter noch als Opfer zu kurz. Einige der Kurzkrimis erzeugen Gänsehaut und klingen noch lange nach, andere wiederum bringen die Leser trotz Morbidität zum Schmunzeln. Diese buntgemischte Auswahl trägt dazu bei, dass sich hier kein schaler Nachgeschmack oder Langeweile einstellen kann. Alles in allem ein kurzweiliges Lesevergnügen zum Lachen, Träumen, Ärgern,Fürchten, Weinen und Nachdenken. Nicht nur für Fans ein Genuss!

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  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    Annette Eickert

    Annette Eickert

    28. October 2012 um 19:49

    Das Buch ist eine Sammlung bitterböser Kurzgeschichten, die vielleicht auf einen sensiblen Menschen erschütternd wirken können. Doch mit dem Gedanken … so spielt das Leben … kann man dieses Buch mit Genuss verschlingen. Die Autorin schildert Altagssituationen mit Pepp und unverblümten Worten, die mich oft auf zum Schmunzeln oder auch zum Kopfschütteln brachten. Je nach Geschichte und Situation habe ich mit den Hauptprotagonisten mitgefiebert oder mich einfach nur tierisch über ihre Naivität aufgeregt. Ohne genau auf die einzelnen Kurzgeschichten einzugehen, denn die müsst ihr einfach selbst lesen, kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Der legere Schreibstil und die versteckten Ironien sind ein gelungener Mix für ein paar tolle Lesestunden. Abwechslungsreich und unterhaltsam.

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  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    Jare

    Jare

    11. August 2012 um 18:20

    Geschichten, die die menschliche Psyche spiegeln! Mit "Klappe zu - Balg tot" legt die in Wuppertal geborene Autorin Regina Schleheck eine Kurzgeschichtensammlung vor, die nunmehr im Cenarius-Verlag eine neue Heimat gefunden hat. Insgesamt 24 Geschichten hat die Autorin verfasst, die auf dem Cover mit dem Attribut "bitterböse" Versehen werden. Und tatsächlich gelingt es Regina Schleheck viele Aspekte der menschlichen Psyche in ihren Geschichten darzustellen. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Die Menschen werden so dargestellt, wie sie sind - ungeschminkt und mit allen Stärken und Schwächen. Sehr gut schafft die Autorin es, in die Haut ihrer Figuren zu schlüpfen. Egal ob besorgte Mutter ("Mein Frank"), rachedurstiger Krankenpfleger ("Mauer-Schau") oder verlassene Ehefrau ("Ich kann ja auch gehen") - Regina Schleheck findet für jede Figur den richtigen Ton. Dabei nutzt sie die Stärken der Kurzgeschichte aus. Handlungen werden angerissen und sprachlich so verdichtet, dass die kurzen Episoden nachhaltig wirken. Man kann schmunzeln, ist schockiert oder nachdenklich. Es sind die alltäglichen Situationen, die die Autorin erfasst und die die Geschichten für den Leser greifbar, vorstellbar und nachvollziehbar machen. Auch sprachlich bietet Regina Schleheck ein breites Spektrum an: Mal obszön ("Martins Lingam"), mal berichtend ("Sophokles ist tot"), mal kindlich-naiv ("Überlebenstechnik"). Immer wieder gelingt es ihr, jeder Geschichte eine eigene Nuance zu geben. Fazit: "Klappe zu - Balg tot" ist eine ausgezeichnete Sammlung von Kurzgeschichten, die sehr gut zeigt, welche Kraft und welche Intensität in dieser heute leider vernachlässigten Form der Literatur steckt. Regina Schleheck spielt in ihren Geschichten mit den Abgründen der menschlichen Psyche, ohne diese plakativ auszunutzen. Eine interessante und lesenswerte Sammlung, die nicht nur für Krimifans interessant sein dürfte.

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  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    Asmodi

    Asmodi

    Regina Schleheck ist böse. Bitterböse. Hundsgemein. Hinterfotzig. Morbid. Derb. Brutal. Grausam. Sadistisch geradezu! Und viel Hoffnung für die Welt scheint die Dame auch nicht zu haben. Jedenfalls kann man diesen Eindruck bekommen, wenn man ihren Erzählband „Klappe zu, Balg tot“ als Maßstab für ihre Persönlichkeit nimmt. Heftig geht es zu in diesem Buch. So heftig, dass es einem oft den Magen zusammenzieht. Beim Nachdenken über die Storys (und nachdenken tut man im Anschluss an die Lektüre, das ist mal sicher!) fällt einem dann aber auf, dass man selbst der Böse ist und hundsgemein und hinterfotzig und so weiter. Zu sehr identifiziert man sich mit den Protagonisten, deren Psyche ebenso feinfühlig wie messerscharf skizziert wird – seien sie nun Täter oder Opfer (häufig sind sie auch beides zugleich). Man kann sich nicht bloß in die Figuren hineinversetzen, man muss sich überdies eingestehen, in der entsprechenden Lage ganz ähnlich zu fühlen beziehungsweise zu handeln. Allzu Menschliches kommt in den einzelnen Storys zur Sprache: Abhängigkeit, Vertrauensbruch, Rache (na klar!), Entladungen lang aufgestauter Wut, Fleischeslust ... Missbrauch ist ein großes Thema. Es handelt es bei den Begebenheiten nicht um Alltagsbeobachtungen, aber erschreckenderweise oft um Geschichten aus dem Alltag. Situationen, die ein jeder kennt und so oder so ähnlich schon mal erlebt hat. Und von denen beim Lesen offenbar wird, dass man sie auch in einem ganz anderen Licht sehen kann. Mal kommt das Böse, das Übel, das Schlimme als düsteres Drama, mal als kohlpechrabenschwarze Komödie daher. Tabus gibt es für die Autorin nicht. Rohe Gewalt paart sich mit sardonischer Eloquenz. Und doch, hin und wieder strahlt tatsächlich warmer Humor von der kritischen Masse ab, schimmert eine gewisse Schelmerei durch das Dickicht der Fiesheiten. Man braucht als Leser also nicht befürchten, dass man nach der letzten Seite völlig fertig und emotional zertrümmert zurückgelassen wird. Übrigens, wussten Sie schon, wie nah Moral und Mord zusammenliegen? Nein? Na dann schieben Sie mal das a und das l in Moral ganz eng aneinander.

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    Mumpitz

    Mumpitz

    08. November 2011 um 09:12
  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    RiaKlug

    RiaKlug

    02. June 2011 um 14:04

    Besonders dick ist dieses Buch mit seinen 120 Seiten nicht. Aber die Morphologie der Druckerschwärze auf den Seiten ist von herausragender Güte. Sprachlich teilweise wirklich brilliant, inhaltlich eine Menge unterschwellige Gemeinheiten, Abgründe, Verzweiflungen. Regina Schleheck ist mutig, sie schreckt anscheinend vor nichts zurück. Aber all das ist nie aufdringlich mit dem Holzhammer plattgeklopft, sondern gleichsam mit dem Florett fein ziseliert. Ein gelungenes Buch - auch wenn nicht jede Geschichte unbedingt als Krimi durchgeht.

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  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    TheSaint

    TheSaint

    03. April 2010 um 18:01

    Ohhh jaaaa... rabenschwarz, gallig, stockfinster, politisch inkorrekt, teuflisch amüsant,.... Endlich ein Buch, welches mit Themen lustvoll spielt, die sonst nur mit Glacéhandschuhen - wenn überhaupt - angefasst werden. Die titelgebende Kurzgeschichte "Klappe zu - Balg tot" über ein ausgesetztes Neugeborenes ist brillant und neben der Kurzgeschichte über Hitler's Zeugung mit dem Titel "Letzte Minute - Letztes Stündlein" eine meiner ganz großen Favoriten dieses Buches! Überhaupt überraschen beinahe alle der 24 Kurzgeschichten mit einer fantastischen Pointe. Ein lesenswertes Buch, welches Themen wie Religion, Kindesmißbrauch, Behinderte, Beziehungen oder Vergangenheitsbewältigung mit einem giftigen Blick behandelt.

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  • Rezension zu "Klappe zu - Balg tot" von Regina Schleheck

    Klappe zu - Balg tot
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    04. January 2010 um 07:51

    Die Autorin Regina Schleheck serviert in ihrer Geschichtensammlung KLAPPE ZU – BALG TOT, 24 Kurz- bis Minigeschichten, die nur schwer zu kategorisieren sind. Minidramen? Schwarze Komödien? Alltagsbeobachtungen? Sie schreibt vom vermeintlich Alltäglichen. Ihr Protagonisten sind einfach, zu großen Teilen sogar einfältig gestrickt und manchmal lebensgefährlich in ihrer Einfältigkeit. Der Untertitel BITTERBÖSE GESCHICHTEN ist durchaus keine leere Versprechung. Was sollte reizen, KLAPPE ZU – BALG TOT zu lesen, wenn es hier um einfache, alltägliche und dabei sogar böse Dinge geht? Vielleicht das Talent der Autorin, treffsicher und pointiert zu (be)schreiben. Regina Schleheck faselt nicht. Kein Wort zuviel findet sich in ihren Sätzen. Unverblümt geht es zur Sache. Auch gerne mal sexuell („Wenn ich nachts wach wurde, weil sein Schwanz sanft aus meine Möse geploppt war, dann genügte ein leichtes Ruckeln mit dem Gesäß, und schon erhob er sich wieder und drang in mich ein, ohne dass sein Besitzer davon etwas mitbekam.“ MARTINS LINGAM) ohne allerdings pornografisch zu werden. Die Autoren dringt ein, wie mit einem Skalpell. Sowohl in ihre Figuren, wie auch in ihre Leser. Zunächst unbemerkt schmerzlos, dann klinisch sezierend, nur, um die Klinge mit dem letzten Satz in der Wunde umzudrehen. Vielleicht auch die unbedingte Nachvollziehbarkeit der Handlungen. Die Autorin pflanzt die innersten Regungen ihrer Protagonisten förmlich in den Leser ein. Das Gären der Wut bis hin zum unversöhnlichen Ende (WEGGEGANGEN – PLATZ VERGANGEN), die Hoffnung, gefolgt von Enttäuschung und Entsetzen (SONNE AUF DER HOTELTAPETE). Unerfüllte Träume und Hoffnungen zerplatzen in KLAPPE ZU – BALG TOT an der brutalen Wirklichkeit, an unerfüllten Erwartungen und an den ungeschriebenen Regeln der Gesellschaft. Ganz sicher aber die teilweise Doppeldeutigkeit einiger Geschichten, die – bei aller Knappheit – nicht locker lassen und erst beim nochmaligen Drängen durch die Gehirnwindungen ihre volle Komplexität und Kraft entfalten (KLAPPE ZU – BALG TOT). Die bewusste Einfachheit tut ihr übriges, Regina Schlehecks Geschichten ungefiltert direkt ins Gehirn vordringen zu lassen. Eine mindestens schwarzhumorige Ader sollte man bei der Lektüre mitbringen. Laden einige der Stories durchaus zum Schmunzeln ein (WENN DER POSTBOTE ZWEIMAL KLINGELT) bleibt doch öfter das sich ankündigende Lachen im Halse stecken (SCHWEINIGELEIEN). Einigen Beiträgen merkt man bereits früh das unausweichlich böse Ende an, dass nicht durch ein befreiendes Lachen oder durch die Tatsache, das der Betroffene eine Wahl hatte, abgeschwächt wird (LAMM GOTTES). Diese haben nichts mehr von schwarzen Humoresken oder doppeldeutigen Gleichnissen sondern sind unversöhnliche, grobkörnige Momentaufnahmen, wie die Fotos unschuldiger Kriegsopfer.

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