Regina Schneider

 3,9 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Aldidente, Homemade und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Regina Schneider

Regina Schneider, die bekannte Foodexpertin, Journalistin und Bestseller-Autorin (Aldidente 1,6 Mio. Auflage), hat zahlreiche Kochbücher veröffentlicht, arbeitet für überregionale Zeitungen und Zeitschriften und ist Herausgeberin von Gastro-Führern.

Neue Bücher

Cover des Buches Augenstern (ISBN: 9783293209206)

Augenstern

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Erscheint am 13.09.2021 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Regina Schneider

Cover des Buches Tochter der Träume (ISBN: 9783426283059)

Tochter der Träume

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Erschienen am 02.11.2009
Cover des Buches MUTIG (ISBN: 9783959672535)

MUTIG

 (57)
Erschienen am 03.04.2018
Cover des Buches Das Geheimnis meines Mannes (ISBN: 9783404171484)

Das Geheimnis meines Mannes

 (50)
Erschienen am 14.11.2014
Cover des Buches Die Liebe seines Lebens (ISBN: 9783734105296)

Die Liebe seines Lebens

 (15)
Erschienen am 19.02.2018
Cover des Buches Schattenfalter (ISBN: 9783404154142)

Schattenfalter

 (14)
Erschienen am 01.01.2005
Cover des Buches Der neue Klassenkampf (ISBN: 9783550081446)

Der neue Klassenkampf

 (7)
Erschienen am 21.12.2015
Cover des Buches Irrwitziges Irland (ISBN: 9783492402958)

Irrwitziges Irland

 (6)
Erschienen am 01.02.2009
Cover des Buches Rund um den Annapurna (ISBN: 9783492401203)

Rund um den Annapurna

 (6)
Erschienen am 01.01.2000

Neue Rezensionen zu Regina Schneider

Cover des Buches Augenstern (ISBN: 9783293005570)A

Rezension zu "Augenstern" von Shahriar Mandanipur

Maktub. Es steht geschrieben.
Almut_Scheller_Mahmoudvor einem Jahr



Allein der Prolog ist faszinierend und ist das Entrée in eine andere Welt. Ist eine Konfrontation mit einer anderen Wahrnehmung von Gut und Böse.
Im Islam existieren neben dem Erzengel Gabriel (Dschibril), dem Überlieferer des Quran, und Israfil, dem Verkünder des Endes der Welt, die sog. Schreiber-Engel, Raqib und Atid, die jeden Menschen durch sein Leben begleiten und alles notieren, was er denkt und tut. Der gute Engel sitzt auf der rechten Schulter, der böse auf der linken. Ihre Aufzeichnungen werden beim Jüngsten Gericht gegeneinander abgewogen und entscheiden, ob der Gläubige im Paradies oder in der Hölle landet.


Die Engel beschreiben jeweils aus ihrer Sichtweise das Leben Amir Yaminis: auf drei Ebenen – das ausschweifende Leben des jungen Mannes, seine direkten Kriegserfahrungen im iranisch- irakischen Krieg von 1980-1988 und die Zeit danach: auf der Suche nach sich selbst und seinen verloren gegangenen Erinnerungen. Also das „wilde freie Leben“, die Fronterlebnisse und das Hier und Jetzt im Zuhause, durchsetzt mit Amirs eigenem Narrativ.


Er hat nicht nur einen Arm verloren, den linken, sondern auch seine große Liebe. Denn er kann sich weder erinnern, wann wie und wo er den Arm verlor noch an den Namen des Mädchens, das Mädchen, das er liebte, seinen „Augenstern". Er will sein Leben zurück, ohne diese Lücken im Kopf, er muss seinen Arm finden und den goldenen Reif daran, Beweis dafür, dass es „Augenstern“ wirklich gab und nicht nur ein Traumgespinst ist. Doch er erinnert sich im Reigen der eroberten Frauen noch nicht mal an ihr Gesicht, ihren Namen....


Nach den Wirren des Krieges war er in einer Irrenanstalt gelandet, wo ihn seine Mutter und seine Schwester Reyhaneh nach fünf langen Jahren durch Glück und Beziehungen fanden. Er kehrte nach Hause zurück, in das Anwesen seines großbürgerlichen Vaters Agha Hadschi. Eines Vaters, zu dem er nie eine Sohn-Vater-Beziehung aufbauen konnte. 



Er sieht aus dem Fenster seinen verrosteten Alfa Romeo und viele Episoden seines Lebens, das eines Schwerenöters und Müßiggängers der persischen Upper class zu Schah-Zeiten fließen an ihm vorbei. In der Dunkelkammer seines Gedächtnisses blitzen seine mannigfaltigen Eroberungen auf. Viele Passagen besingen fast orphisch die erotischen Momente, beatifzieren den Sexus. Und diese erotische Trunkenheit und die des Arak klingen wie ein Sirenengesang. Der Roman stellt das freie Leben der Schah-Zeit dem Leben in der Islamischen Republik gegenüber. Letztendlich aber sind beide ein Sinnbild für Heuchelei. Die vermeintliche Freiheit der Zeit vor Khomeini war ja nur eine Freiheit für die Reichen und Schönen und in vieler Hinsicht geprägt durch oberflächliche Exzesse. Für die einfachen Menschen gab es diese Freiheit nicht. Und die Religiosität der Islamischen Republik wird bestimmt von Anpassung an mittelalterliche Regeln, durch Unterdrückung von Menschen, von ihren Wünschen und Sehnsüchten. In beiden Systemen gab und gibt es Geheimdienste, die vor nichts zurückschrecken, seien es Folter oder Hinrichtungen.


Mehr als Amirs Erlebnisse an der Front und die Beschreibung der geopferten Menschenleben als Kanonenfutter hat mich die Szenerie der orgiastischen Wolllust seines Auspeitschers beeindruckt und die darin angesprochenen Motive eines Folterers. Es gab übrigens einen berühmten persischen Auspeitscher: König Xerxes, der das Meer am Hellespont mit 300 Peitschenhieben strafte, da es gewagt hatte, zwei Brücken zu zerstören.


Nach erfolglosem Suchen und Streifen durch Teheran, meist von Reyhaneh unterstützend begleitet, begibt sich Amin mit Sergeant Pourpirar auf die irrwitzige Suche, seinen linken Arm zu finden. Er muss sich mit eigenen Augen überzeugen, ob der goldene Verlobungsring, den er mit „Augenstern“ für sie beide gekauft hatte, wirklich existierte oder nur ein kafkaesker Streich seines angeschlagenen Gedächtnisses war. Die beiden finden den Arm und den goldenen Ring, Amir findet Hanna, zumindest die Erinnerung an sie, an sie, die so ganz anders war als seine vorherigen Gespielinnen. Und die sich ihm entzog, weil sie von einer politischen Mission erfüllt war.






Politisches vermischt sich mit Erotischem, wobei mich die Erotika irgendwann langweilten, zudem es eine männliche Erotik ist, die ich als Leserin nur bedingt nachvollziehen kann. Aber vielleicht ist gerade diese Überbetonung der männlichen Libido ein gekonnt eingesetztes Stilmittel, um die Welt des prallen Lebens, der Grausamkeit und der Sinnlosigkeit eines Krieges und die Welt der Traumata miteinander auszusöhnen.


Wundervoll poetische, fast sinnliche Naturbeschreibungen runden diese seltsamen Schreiber- Engel-Berichte ab. Oftmals jedoch verwirrend, vielleicht zu vielschichtig in seinen erzählerischen Ebenen? Aber hilfreich, um die Zerrissenheit Irans und seiner Menschen zu verstehen?
Ein lesenswertes Buch, das mich nachdenklich zurück lässt


Ist Amir ein Kandidat für das Paradies oder für die Hölle, wenn er vor dem Jüngsten Gericht stehen wird?


Und was die Schreiber-Engel wohl über einen selbst aufschreiben?


Maktub.



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Cover des Buches Das Geheimnis meines Mannes (ISBN: 9783404171484)vormis avatar

Rezension zu "Das Geheimnis meines Mannes" von Liane Moriarty

Tolle Idee
vormivor einem Jahr

"Nur im Fall meines Todes zu öffnen", steht auf dem Brief, den Cecilias Mann an sie geschrieben hat. Ihr Mann ist nicht tot. Doch was hat er ihr zu sagen? Als sie John-Paul auf den Brief anspricht, verstrickt er sich in Lügen. Ein Grund mehr, den Brief zu lesen. Was sie darin erfährt, lässt ihr bisheriges Leben in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wie gut kennt sie ihren Mann eigentlich? Und wie weit darf man gehen, um seine Familie zu schützen? Inhaltsangabe auf amazon


Eine echt herrliche, fiese, gemeine Geschichte! Voll von überraschenden Drehungen und Wendungen - herrlich und wie schon in den "Tausend kleine Lügen" hat Liane Moriarty hier die Beziehungen von 3 Vorstadtmüttern unter die Lupe genommen. Verbunden in der gemeinsamen Schule, 2 haben ihre Grundschüler da und die 3. etwas ältere arbeitet dort. Sämtliche Beziehungen, die es an dieser Schule gibt. Die Mütter untereinander, zu den Kindern, Lehrern und Ehepartnern. Eine tolle Gesellschaftsstudie, sehr zu empfehlen.



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Cover des Buches Augenstern (ISBN: 9783293005570)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Augenstern" von Shahriar Mandanipur

Poetische Epos, das zu Tränen rührt
aus-erlesenvor einem Jahr

Nichts ist mehr wie es einmal war. Damals als er in den Krieg zog, den Krieg gegen Irak. Er, Amir, auf iranischer Seite. Der Irak unter der Führung eines gewissen Saddam Hussein wird vom Westen mit Waffen unterstützt, um dem neuen Gottesstaat Iran den Garaus zu machen … was seit einem Jahrhundert immer wieder und fortwährend geschieht, aber niemals endgültig zu Erfolg führt. Die iranische Bevölkerung wurde Jahrtausende von einem Schah mit Folter und Bespitzelung unterdrückt. Jetzt hält eine Schar religiöser Führer das Land mit Folter und Bespitzelung im Schwitzkasten. Doch Amir zieht mit Begeisterung in den Kampf.

Momentan muss er nicht mehr an der Front kämpfen. Ein Arm fehlt ihm, genauso die Erinnerung an das, was einmal war. Reyhaneh ist an seiner Seite. Sie liebt ihn, doch die Zweifel an seiner Aufrichtigkeit nagen an ihr. Auf seinen Schultern – und darin liegt die Einzigartigkeit dieses Romans – leben, schreiben, lasten zwei Engel. Einer links, einer rechts. Sie notieren alles aus seinem Leben. Das haben sie auch schon vor dem Krieg getan. Ihre Niederschriften sind Amirs Gedächtnis. Doch die Engel spielen ihm immer wieder einen Streich. Da ist hinter einem dichten Schleier, der nur vage Andeutungen durchlässt diese Frau. Ein wildes Ding. Sie nimmt sich, was sie braucht. Auch von Amir. Er kann es ihr nicht geben. 

Viel klarer sind dagegen die Kriegserinnerungen. Granaten, di in zerfetzten Körpern stecken und ihre Arbeit nicht verrichten, dennoch ihr Ziel erreichten. Widerwärtiger Gestank und poetische Träume lassen in Amir zwei Herzen schlagen. Nicht immer im Gleichklang. 

Und zwischendrin das, was selbst Europäer immer wieder von einer fremden Welt schwärmen lässt. Die Basare des Landes. Das funkelnde Gold. Für Amir hat es eine tiefere Bedeutung. Das Gold, das so strahlend und funkelnd das Gesicht der geheimnisvollen Frau erleuchten lässt. 

Shariar Mandanipur schafft eine geheimnisvolle Welt, die so real ist, dass man sich in ihr heimisch fühlt. So greifbar die Gedanken Amirs sind, so unnahbar sind im Gegenzug seine Erinnerungslücken. Man fiebert mit dem Protagonisten mit und wünscht ihm so sehr, dass seine Welt wieder in die richtigen Bahnen gelenkt wird, obwohl man weiß, dass dies mit großen Opfern verbunden ist. Liebesgeschichte vs. Kriegstrauma? Oberflächlich gesehen, ja! Doch hinter der Fassade des Bösen wartet ein Zaubergarten mit duftenden Blüten und wohlschmeckenden Früchten, die dem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. 


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