Reginald Hill , Annette Hahn (Übers.) Das Dorf der verschwundenen Kinder

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Inhaltsangabe zu „Das Dorf der verschwundenen Kinder“ von Reginald Hill

Dendale, eine kleine Ortschaft im englischen Yorkshire. Die Umsiedelung der Bewohner ins nahegelegene Danby steht bevor, denn das Dorf muss einem großen Stausee weichen, der die Gegend mit Trinkwasser versorgen soll. Mitten in den Vorbereitungen verschwinden in kurzen Abständen drei junge Mädchen spurlos. Die kleine Betsy Allgood wird angegriffen, ihr jedoch gelingt die Flucht. Auf ihre Aussage hin wird Benny Lightfoot, ein kauziger junger Außenseiter, der mit seiner Großmutter ein altes Gehöft bewohnt, festgenommen. Nach einem Verhör setzt man ihn mangels Beweisen wieder auf freien Fuß. Fünfzehn Jahre später hat man sich in Danby längst eingelebt -- die schreckliche Vergangenheit scheint vergessen. Da kehrt die junge Lorraine Dacre von einem morgendlichen Spaziergang nicht wieder zurück, ihr Hund wird schwer misshandelt aufgefunden. Detective Superintendent Andy Dalziel und seine Mannschaft machen sich mit äußerst gemischten Gefühlen an die Arbeit, denn gerade Dalziel mußte vor Jahren als Sündenbock für die nicht aufgeklärten Fälle der verschwundenen Kinder herhalten. Und wieder tappen die Beamten im Dunkeln, wäre da nicht der aufgesprühte Satz auf einer Eisenbahnbrücke: "Benny ist wieder da!"

Von Beginn an gelingt Reginald Hill der Aufbau einer von namenlosem Unbehagen geprägten Spannung, deren Intensität mit dem Gang der Handlung bis zum überraschenden Ende stetig wächst. Selbst in scheinbar belanglosen Dialogen und Landschaftsbeschreibungen lässt der Autor keine Entspannung zu, ist eine untergründige Bedrohung stets präsent, ohne dass deren eigentliche Ursache erkennbar wird. Mit großer Geduld legt Hill dem Leser die Psyche seiner Figuren offen. Nicht nur seine Helden Dalziel, Pascoe und Wield, sondern auch die kleinsten Nebenfiguren sind von größter Glaubwürdigkeit und unspektakulärer Originalität gekennzeichnet. Hill beherrscht nicht nur seinen Plot, sondern vermag ungewöhnlich scharfe Blicke hinter menschliche Masken und Fassaden zu werfen, wo sich nicht selten ein unbekanntes, ein erschreckendes Antlitz verbirgt.

Mit diesem großartigen neuen Buch hat der vielfach ausgezeichnete Autor seinen Ruf als einer der besten Kriminalautoren der Gegenwart untermauert. Man darf hoffen, bald mehr von ihm in deutscher Sprache lesen zu können. --Ulrich Deurer

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  • BENNY IST WIEDER DA!

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    Rheinzwitter

    11. October 2015 um 16:56

    BENNY IST WIEDER DA! Das verkündet über Nacht ein Graffito in leuchtendroten Buchstaben an einer Brückenmauer in Danby, einer Ortschaft in Yorkshire, in der am selben Tag ein Kind vermisst wird. Das Graffito wird von der Polizei schon bald in Zusammenhang mit dem vermissten Kind vermutet, denn die Worte "Benny ist wieder da!" beschwören bei alteingesessenen Einwohnern schmerzliche Erinnerungen herauf: das Verschwinden dreier Mädchen fünfzehn Jahre zuvor, drei Kinder, die jener Benny entführt haben soll aus einem Nachbarort namens Dandale. Benny verschwand kurz nach den Mädchen, die Verbrechen blieben unaufgeklärt. Dandale musste einem Stausee weichen, die Ortschaft wurde eingegebnet und überflutet, aber ein extrem heißer Sommer legt nun dort die Ruinen vergangener Tatorte ebenso bloß wie das erneute Verschwinden eines Kindes die offenen Wunden der Hinterbliebenden, die, zwar umgesiedelt aber immer noch verwurzelt in der Vergangenheit, von Neuem mit dem mutmaßlichen Entführer konfrontiert werden, angekündigt von einem Menetekel in blutroten Worten. Dieser 1997 erschienene Roman ist – wenn man die Novelle One Smal Step mitzählt – bereits der 16. Band um das ungleiche Polizistengespann Dalziel ("Dii-ell" ausgesprochen) und Pascoe, das 1970 in Eine Gasse für den Tod ihren ersten Auftritt hatte, bis die Reihe mit dem 23. Band The midnight fugue (noch keine deutsche Übersetzung) eingestellt werden musste aufgrund des Ablebens von Reginald Hill 2012. Für mich war Das Dorf der verschwundenen Kinder die Premiere mit Dalziel und Pascoe, und als Quereinsteiger hatte ich die Befürchtung, mich nur schwer in dem Beziehungsgeflecht gewachsener Charaktere zurechtzufinden; Befürchtung unbegründet, ich fand schnell hinein in die Geschichte, weil sie alleinstehend funktioniert und Hill nur vereinzelt Verweise auf frühere Erlebnisse einflicht, deren Verständnis sich aus dem Zusammenhang ergibt ohne aufdringlich zu wirken. Wer recherchiert, erfährt über Hill, dass er sich in 40 Jahren den Respekt seiner Kollegen und eine treue Fangemeinde erschrieben hat mit Geschichten, die als vielschichtig gelten, einfühlsam und gesellschaftskritisch. Nun, mag alles sein – aber zumindest dieser Band hat mich nicht überzeugt. Ja – der Roman ist sprachlich gelungen, schon das erste Kapitel in Form eines Protokolls ist eine geschickte Einführung der in der Vergangenheit angesiedelten Ereignisse, die zum Ausgangspunkt der Ermittlungen werden. Das Protokoll aus der Sicht eines Kindes spiegelt Sprache und Erfahrungswelt überzeugend wider. Ja – das Geplänkel zwischen dem Studierten Pascoe und seinem der Arbeiterklasse entstammenden Chef Dalziel sind einsichtsreich und witzig, auch die Charakterisierung der übrigen Stammfiguren ist überzeugend. Nein – ansprechender Stil allein reicht nicht, handlungsarme Passagen kurzweilig durchzustehen, Passagen, die von Stimmungsmalerei und Innenansichten gesäumt werden, die aber in der Wiederholung an Kraft verlieren und ebenso wie die ewige Selbstbeschau der Protagonisten die Handlung nicht voranbringen. Es wird zu viel erklärt und zu wenig gezeigt. Nein – die Motive der Figuren sind in ihrer Konsequenz nicht schlüssig. So glaubhaft Hill den eigenwilligen Personen über Sprachduktus und Gebaren Kontur verleiht, so eingeschränkt kann er die Gefühlswelt von Kindern und Frauen nachempfinden. Sauer aufgestoßen ist mir vor allem die Darstellung einer jungen, karrieretüchtigen Polizistin und ihrer aufkeimenden Schwäche für einen in die Jahre gekommenen prolligen Vorstadtcasanova, denn nichts macht plausibel, warum sich eine moderne selbstbewusste Frau zu einem solchen Schmierlappen hingezogen fühlen könnte – da meine ich eher das angejahrte Frauenbild des ältlichen Autors dahinter zu verorten. So manchem Kritiker ist die Bewertung Meisterwerk aus der Feder gerutscht, aber ich kann mich dem in meinem Fazit nicht anschließen. Selbst mit kürzendem Lektorat bliebe nur ein gediegener, stilistisch souveräner Kriminalroman englischer Machart, mehr nicht. Nach der Lektüre musste ich mich erst einmal literarisch erden – meine Wahl fiel auf Ken Bruens Jack Taylor fliegt raus: sprachlich der Gegenpol durch minimalistisch-clevere Schreibe, die es versteht, mit einem von mir geschätzten Stilmittel die Phantasie zu befeuern, nämlich durch die Kunst der Auslassung.

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  • Das Dorf der verschwundenen Kinder

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    Siko71

    16. April 2015 um 08:16

    In der Grafschaft Yorkshire verschwindet ein siebenjähriges Mädchen, daß reißt in den Bewohner des kleinen Dorfes Danby eine große Wunde auf. Vor fünfzehn Jahren verschwanden drei kleine Mädchen, ihre Leichen wurden nie gefunden. Das war in dem Jahr, als das Dorf Dendale einem Stausee weichen mußte. Bei den Ermittlungen zum aktuellen Fall, werden alte Ereignisse zu Tage gebracht, die selbst ein Stausee nicht immer verbergen kann. Spannend und mit unerwartetem Ausgang der Ermittlungen.

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  • Rezension zu "Das Dorf der verschwundenen Kinder" von Reginald Hill

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    smutcop

    26. December 2012 um 15:59

    Hintergründiger, englischer,, kalter Thrill, der einem beim Lesen unmerklich frösteln läßt. Typische Sache a la Minette Walters.. In Dendale verschwinden Kinder und werden nie gefunden. Kurz darauf muß das Dorf einem Stausee weichen und die Einwohner ziehen nach Danby... Jahre später, alle sind älter, einige tot... aber nicht alle.. wieder verschwinden Kinder, wieder tappt man im Dunkeln, wieder ist Andy Dalziel, diesmal als Superintendent dabei und wieder beginnt ihm der Fall schwer zu schaffen zu machen. Subtiler englischer Grusel mit den typischen Typen und dem englischem Wetter.. nur mit Decke lesen!!

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  • Rezension zu "Das Dorf der verschwundenen Kinder" von Reginald Hill

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    Xirxe

    23. June 2011 um 11:34

    Das kleine Dorf Dendale (bzw. das, was davon übriggeblieben ist), untergegangen in den Fluten eines Stausees zusammen mit dem Rätsel über drei verschwundene kleine Mädchen, taucht nach 15 Jahren nach einer langen Hitzeperiode wieder empor. Und mit ihm auch der damals verdächtige Benny? Graffity im benachbarten Ort Danby, wo die meisten der Bewohner Dendales nun leben, behaupten dies zumindest. Und als erneut ein kleines Mädchen verschwindet, scheint die Lage klar: Benny ist wieder da! Superintendent Andrew Dalziel, der bereits mit dem Fall vor 15 Jahren beschäftigt war, macht seine damalige Erfolglosigkeit noch immer sehr zu schaffen ebenso wie vielen anderen seiner Kollegen. Es beginnt ein erneutes Hinterfragen der damaligen Vorgänge und scheinbar verheilte Wunden werden durch die neuen Untersuchungen wieder aufgerissen. Mit seinem unnachahmlichen Charme ('Ich denke, George...hat sein Gehirn über den Gesundheitsdienst bekommen, und jetzt wird's vom Immunsystem abgestoßen.') treibt Dalziel die Ermittlungen voran, um diese Fälle endlich zu klären. Ein überaus fesselnder Krimi, der bemerkenswert unblutig daherkommt. Obwohl keinerlei Gewaltexzesse oder konkrete Bedrohungen beschrieben werden, steigt die düstere und angespannte Stimmung spürbar an. Hill gelingt es, den Druck und die Belastung, unter dem die Beamten wie auch die betroffenen Familien stehen, ebenso überzeugend darzustellen wie er bei Leserinnen und Lesern die Spannung erhöht, indem er sie auf die unterschiedlichsten Fährten führt. Als ob dies nicht schon mehr als genug wäre für eine gute Unterhaltung, lässt er seine Figuren über die wahren Werte des Lebens philosophieren und zeigt so ganz nebenbei, wie Menschen mit dem Verlust ihrer Heimat umgehen. All dies ist zudem noch in einem guten, leicht lesbaren und immer wieder auch amüsantem Stil verfasst, so dass man dieses Buch mit Fug und Recht als einen rundum gelungenenen Krimi bezeichnen kann.

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  • Rezension zu "Das Dorf der verschwundenen Kinder" von Reginald Hill

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    Malibu

    20. July 2009 um 19:28

    In Dendale gehen die Vorbereitungen zur Umsiedlung nach Danby voran. Doch mittendrin verschwinden drei junge Mädchen. Eine vierte, Betsy Allgood, kann noch entwischen als sie angegriffen wird. Ein Verdächtiger, Benny Lightfoot, wird festgenommen aber wieder freigelassen, da sie zu wenig Beweise gegen ihn haben. Nach 15 Jahren verschwindet wieder ein Mädchen. Detective Superintendet Dalziel und seine Truppe versuchen den Fall aufzuklären, den sie mit denen vor 15 Jahren verbinden... Das Buch an sich war nicht schlecht, doch war es die ganze Zeit über langatmig. Meines Erachtens kommt es erst ab ca. Seite 250 in Schwung. Dennoch ein gutes Thema für eine gute Geschichte, wenn sie denn etwas spannender erzählt wird und nicht so langatmig.

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  • Rezension zu "Das Dorf der verschwundenen Kinder" von Reginald Hill

    Das Dorf der verschwundenen Kinder

    deee

    09. July 2007 um 23:22

    von diana

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