Regine Kölpin Die Lebenspflückerin

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Inhaltsangabe zu „Die Lebenspflückerin“ von Regine Kölpin

Ostfriesland im Jahr 1545 – Das Land ist zerstritten und es drängen immer mehr Glaubensflüchtlinge aus Holland ins Land. Zu dieser Zeit muss die Hebamme Hiske Aalken aus dem benachbarten Jever fliehen, da sie dort als 'Toversche', als Hexe, angeklagt ist. Sie flieht in die Herrlichkeit Gödens und wird gleich bei ihrer Ankunft mit der bestialischen Ermordung des Cornelius von Ascheburg konfrontiert. Und sie stößt auch auf eine Gruppe von Menschen, die in einer Wagenburg rund um das Schloss Gödens lebt. Die Menschen halten heimliche nächtliche Treffen ab und sind verschlossen und geheimnisvoll. Ein Junge schleicht völlig verwildert und keiner Artikulation mächtig um das Lager herum. Als Hiske sich seiner annimmt, macht sie sich damit nicht gerade neue Freunde. Schließlich erreicht der charismatische Arzt Jan Valkensteyn aus Amsterdam die Herrlichkeit Gödens, und plötzlich stößt Hiske in ihrem Kräutergarten auf eine Leiche. Und unversehens hängt wieder der Vorwurf der Hexerei in der Luft, und was das für Hiske bedeutet, weiß sie nur zu gut …

Seit langem eine Krimigeschichte, die ich mehr als spannend fand

— Suhani
Suhani

Etwas düster und langatmig ...

— alkitabbi
alkitabbi

bedrückende Atmosphäre um eine Religionsgemeinschaft

— detlef_knut
detlef_knut

Packender Histo-Krimi. :) Toll gestaltet Charaktere und Hiske ist mir wirklich sympathisch. Ich werde die Reihe weiter verfolgen.

— lille12
lille12

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  • Hebamme Hiske Aalken

    Die Lebenspflückerin
    Suhani

    Suhani

    10. August 2016 um 22:43

    Eigentlich lese ich nicht gerne Krimis, obwohl ich den einen oder anderen doch schon mal gelesen habe. Denn irgendwie finde ich Krimis immer langweilig, weil man gleich zu Anfang schon den Täter zu "sehen" bekommt, oder ich (bis her zumindest) spätestens nach der 1. Hälfte schon weiß wer der Täter ist. Hier war ich aber aus einem anderen Grund neugierig, denn es ist ein so genannter Regional-Krimi und spielt da wo ich die Ortschaften kenne und auch schon war, weil ich in dort in der Nähe wohne. Also hab ich ihn einfach mal angefangen um zu "sehen" wie die Geschichte mit den Ortschaften umgeht. Sehr schnell war ich aber schon in der Geschichte drin und es war seit langem mal kein Krimi von dem ich gelangweilt worden bin. Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in Ostfriesland in der Herrlichkeit Gödens wo gerade die Häuptlingsfrau Hebrich von Knyphausen vom Schloß Gödens dabei ist mit Einheimischen und vielen Zuwanderer aus Jever und Glaubensflüchtlinge aus Holland eine neue Heimat für alle zu schaffen.  Der Beginn und Aufbau von Neustadtgödens.  Eine Gemeinde die fest zusammen hält und eine neue, freie Glaubensgemeinschaft aufbauen will. Dort hin ist auch die Hebamme Hiske Aalken geflüchtet, die in Jever als "Toversche" (Hexe) verfolgt und verurteilt wurde. Als sie dort ankommt, passiert gleich ein bestialischer Mord, der für große Unruhe im Lager rund um die Gödenser Burg sorgt. Da sind fremde Zuwanderer, deren Ruf ihnen voraus eilt, natürlich gleich im Fokus, was Hiske nun gar nicht zu gute kommt. Sie bekommt aber doch eine Unterkunft und schnell wird sie auch zu Hilfe geholt, wenn eine Geburt bevorsteht und so kommt Hiske in der Herrlichkeit erst einmal zur Ruhe, wenn die Bewohner sie auch noch mit Argwohn beobachten. Als dann aber auch noch eine weitere Leiche, noch dazu in ihrem Kräutergarten,  gefunden wird, zieht sich der Kreis aus Mißtrauen und Verurteilung immer enger um Hiske. Als der Arzt aus Amsterdamm, Jan Valkensteyn, in Gödens eintrifft, findet sie in ihm Unterstützung und es wird alles dran gesetzt, den wahren Mörder zu finden und Hiske damit ein für alle mal zu entlasten. Also schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch, immer auf der Hut nicht wieder als Hexe verurteilt zu werden. Irgendwann findet sie den "Wortsammler", ein total verwahrloster Junge, der im Moor lebt und sich ab und an zur Burg schleicht. Schnell gerät auch dieses unheimliche "Ungeheuer" in den Fokus der Leute und wird gejagdt. Aber ihn zu fassen gelingt ihnen nicht. Nur Hiske nähert sich langsam diesem Jungen, in dem sie ihm an versteckten Stellen Nahrung hinstellt und versucht ihn näher kennen zu lernen. Ganz langsam läßt der Wortsammler Hiske an sich ran, immer wieder zur Flucht ins Moor bereit, wenn der Mob ihn wieder verfolgt. Ganz langsam kommt Hiske hinter das Geheimnis des Wortsammlers und steht mit Hilfe von Jan Valkensteyn für ihn ein. Was ist der Wortsammler für ein Junge und wieso lebt er in dem Alter allein im Moor? Wer hat die Morde begangen und warum? In wie weit ist die Gemeinschaft der Täufer darin verwickelt? Und wer ist die Lebenspflückerin? Diese und noch einige andere Fragen werden nach und nach beantwortet und ist wirklich ein spannender Krimi, aber nicht im herrkömmlichen Sinn, wie man Krimis eben kennt. Hier gibt es kein polizeiliches Ermittlerteam, die sich in Büros die Köpfe zermartern und mit irgendwelchen Analysen versuchen ein Täterprofil zu erstellen. Eben keine langweilige Polizeiarbeit. Hier ist es die feste Gemeinschafft, die zwar alle zusammen halten, in denen es aber auch immer wieder welche gibt, die sich verdächtig machen und von anderen verteidigt werden, oder eben anklagend schief angeschaut werden. Hier gibt es nur die kleine Gemeinschaft, die sich aus dem Umland und zugereisten Holländern zusammensetzt und irgendwie muss man zwar zusammen halten, aber man ist sich auch genauso fremd und muss seinen Nachbarn erst einmal ab- und einschätzen. Hier hat man vor her den Täter noch nicht "gesehen" und sieht nur soviel, wie die Einwohner selbst. Die ganze Geschichte ist wirklich gut aufgebaut und erzählt, so das man (ich) nicht schon weit vorher den Täter "kannte". Mir blieb nichts anderes übrig, als den Leuten zu folgen und mit zu rätseln.  Mehr als einmal hatte ich auch den falschen "Täter" im Visier, aber nie den richtigen. Das Ganze fügt sich in die historische Geschichte nahtlos ein, so das man nebenbei auch noch viel um die regionale Geschichte von Gödens, Neustadtgödens und den angrenzenden Ortschaften erfährt und wie sie aus welchen Gründen entstanden sind. Für jemanden, der die Ecke hier in Ostfriesland nicht kennt und sich auch nicht für interessiert, der mag sich vielleicht wenn, dann nur für die Todesfälle und deren Aufklärung interessieren, aber dann ist die Geschichte wohl nur noch halb so interessant als wenn man sie im Ganzen liest, denn die Mordfälle sind mit dem Leben der Bewohner verbunden und verstrickt, wie die Lebenden miteinander. Mein Fazit: Seit langem eine Krimigeschichte, die ich mehr als spannend fand und mich in keinster Weise gelangweilt hat. Eine die es geschafft hat, das ich mehrfach in die falsche Richtung gesehen habe und auf deren zweiter Teil ich sehr gespannt bin, um zu erfahren wie es mit der Hebamme Hiske und auch dem Aufbau der neuen Lebensgemeinschaft der Ortschaft weiter geht.

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  • bedrückende Atmosphäre um eine Religionsgemeinschaft

    Die Lebenspflückerin
    detlef_knut

    detlef_knut

    09. July 2016 um 17:43

    Mit dem Roman bringt Regine Kölpin die Leser in das Ostfriesland des 16. Jahrhunderts. Ein Jahrhundert, das geprägt war vom Kampf der Religionen. Die Reformer bekamen immer mehr Zuspruch, doch die Katholiken versuchten mit allen Mitteln, ihre Machtpositionen auszubauen und zu halten. Am Rande dessen entstanden neue und besondere Religionsgemeinschaften, die ihren eigenen Weg gehen wollten. In Ostfriesland fanden sie Ländereien und Wohlgesinnte, die ihnen ein Leben in ihrem Glauben und Frieden versprachen. Ostfriesland war Zufluchtsort vieler Glaubensflüchtlinge besonders aus Holland. Der Roman zeigt aber, dass es nicht immer ruhig zuging in diesen Gemeinschaften. Als Hiske Aalken, die in Jever als Hexe vor dem Tribunal stand und in letzter Minute fliehen konnte, in der "Herrlichkeit Gödens" ankommt, ist gerade ein Mord geschehen. Das Opfer war ein Anführer einer Gruppe von Täufern. Sofort wird klar, dass es um Macht innerhalb der Gemeinschaft geht, und dass Hiske für so manchen eine willkommene Täterin wäre. Aber auch der große Junge, von der Erscheinung her beinahe ein Erwachsener, aber nach Alter ein Kind, wird als Täter ins Spiel gebracht. Nur mit Mühe und dank der Menschen, die erkennen, dass Hiskes Kenntnisse als Hebamme und Heilerin unverzichtbar für die Gemeinschaft sind, kann sich Hiske den Anschuldigungen erwehren. Bis schließlich ein weiterer Mord geschieht ... Kölpin hat in diesem Roman eine bedrückende Atmosphäre um eine Religionsgemeinschaft aufgebaut und bringt das Geschehen der damaligen Zustände in einer spannenden Geschichte näher. Schnell erkennt nicht nur die Protagonistin, sondern auch der Leser, dass eine Gemeinschaft so gut wie jede andere ist, wenn es um die Macht und den Anspruch der Führung darinnen geht. Nach umfangreicher Recherche hat die Autorin mit viel Akribie die Zustände beschrieben und reale Personen mit fiktiven Figuren in eine Handlung verstrickt, bei der man auf das Ende hin miträtselt und darauf neugierig bleibt. Doch als Erzählung angelegt, bleiben viele Aktionen, Handlungen und Dialoge etwas auf der Strecke. Ich hätte mir etwas mehr Lebhaftigkeit gewünscht. Der Spannung haben diese erzählenden Strecken allerdings nicht geschadet. Der erste Band gibt der Trilogie um die Hebamme Hiske Aalken einen angemessenen Auftakt und erhält eine unbedingte Leseempfehlung. (Zur Info: Band 2 "Der Meerkristall", Band 3 "Das Signum der Täufer") © Detlef Knut, Düsseldorf 2016

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  • Spannend! :)

    Die Lebenspflückerin
    lille12

    lille12

    31. January 2016 um 18:25

    Inhalt: Hebamme Hiske Aalken flieht in die Herrlichkeit Gödens, da sie in ihrer Heimatstadt der Hexerei angeklagt ist. Bereits zu ihrer Ankunft geschieht ein grausamer Mord, und es bleibt nicht der einzige. Ein verwilderter Junge schleicht in der Herrlichkeit umher, die Menschen verhalten sich alle eigenartig. Wer ist für die Morde verantwortlich? Hiske begibt sich auf die Suche nach der Antwort...   Cover: Ich persönlich mag das Cover jetzt nicht ganz so sehr, es hat für mich aber auch nicht die extreme Bedeutung, dass ich dafür Punkte abziehen würde.   Meinung und Fazit: Spannend bis zum Schluss und darüber hinaus schreibt Autorin Regine Kölpin über das Leben der Hebamme Hiske. Ich habe den Roman schnell durchgelesen, auf meinem Kindle Paperwhite.  Es hat Spaß gemacht, in die Welt um 1545 einzutauchen. Die Autorin vermischt dabei sehr gekonnt Wirklichkeit und Fiktion.  Zwar eine kurze Rezension, dennoch eine Empfehlung! 5 von 5 Sternen!

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  • Endlich mal ein historischer Krimi in der heimischen Region!

    Die Lebenspflückerin
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. April 2013 um 07:08

    Auf das Buch bin ich durch meine Kollegin aufmerksam geworden. Kurzerhand habe ich es mir von ihr ausgeliehen und durchgeschmökert.    Nachdem meine Vorschreiberin den Inhalt schon so schön wiedergegeben hat, gehe ich nur kurz darauf ein: Hiske Aalken, eine Hebamme, muss 1545 aus Jever fliehen, da sie dort bereits zum zweiten Mal der Hexerei bezichtigt wurde und nun verklagt werden sollte. Sie macht sich auf den beschwerlichen Weg in die Herrlichkeit Gödens, wo sie schließlich Asyl und eine neue Unterkunft findet. Allerdings überschattet ein Mord am Lokator von Ascheburg ihr Eintreffen und schon bald wird gemunkelt, dass sie, die Toversche (Hexe) Hiske, Schuld daran hätte.    Das Buch hat mir rundherum sehr gut gefallen. Die Darstellung der damaligen Zeit, als es den Jadebusen noch nicht gab und das Schwarze Brack eingedeicht werden sollte, ließ mich problemlos in die Vergangenheit eintauchen. Die Autorin schaffte es, die Orte des Geschehens vor meinen Augen auferstehen zu lassen, ohne sich dabei in unnötige Details zu verlieren. Besonders gut hat mir der Aspekt gefallen, dass hier historische Tatsachen unverändert eingewebt wurden, die mir bislang unbekannt waren und so zum persönlichen Nachforschen anregen. Ich denke, ich werde mal einen kriminalistischen Rundgang durch Jever mit der Autorin machen! 

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  • Hebamme Hiske Aalkens Einstand

    Die Lebenspflückerin
    J-B-Wind

    J-B-Wind

    14. April 2013 um 17:43

          Zuerst muss ich gestehen, dass ich selten historische Romane lese. Da es sich bei der Lebenspflückerin aber um einen historischen Kriminalroman handelt, konnte ich es mir nicht verkneifen, den neuen Roman von Regine Kölpin zu lesen. Vor allem, weil ich alle ihre Krimis bisher gelesen habe und noch nie enttäuscht worden bin. Auch vom vorliegenden Roman wurde ich positiv überrascht. Der Roman spielt um 1545 in Ostfriesland in der Herrlichkeit Gödens, in der zu der Zeit der Grundstein für die Siedlung Neustadtgödens gelegt wird. Hier haben sich zwei, in Teilen Ostfrieslands verfolgte Glaubensgruppen, (Mennoniten und Täufer), zu einer (friedlichen) Gemeinschaft zusammengeschlossen. Es handelt sich um die Geschichte der (fiktiven) Hebamme Hiske Aalken, zu der sich Regine Kölpin allerdings von einer wahren Geschichte inspirieren ließ. 1545 gab es im Ort Herrlichkeit Gödens tatsächlich eine Frau, die als Zauberin angeklagt worden war und wieder frei gesprochen wurde.   Die Protagonistin Hiske sucht Zuflucht in der Herrlichkeit Gödens, da sie in ihrer Heimat Jever bereits zum zweiten Mal als Toversche(Zauberin) angeklagt wurde. Hinrich Krechting, dem sie von Anfang an die Wahrheit erzählt, gewährt ihr Asyl in der Siedlung, die einem Flüchtlingslager gleicht. Viele Menschen leben teils in Stallungen oder Baracken, unter hygienisch schlechten Bedingungen. Die Witwe Adele Stausand bietet ihr eine bescheidene Kammer in ihrem Haus an. Schnell verbreitet sich die Kunde ihrer Ankunft und bald hilft Hiske ersten Frauen in der Siedlung ihre Babys zur Welt zu bringen. Das alles geschieht sehr zum Missfallen von Bader Dudernixen, der meint von Hiske würde »Böses« ausgehen und sie wäre verantwortlich für den Tod des Lokators Cornelius Aschenburg. Dass dieser bereits vor Hiskes Ankunft ermordet wurde, scheint nicht von Bedeutung. Schon bald nach ihrer Ankunft lernt Hiske einen Jungen kennen, der von der Gemeinschaft ausgestoßen und stigmatisiert lebt. Niemand scheint etwas mit dem Knaben zu tun haben wollen. Es wird gesagt, er wäre verrückt. Hiske erkennt als erste, dass es sich um ein Kind handelt, das aufgrund massiver Vernachlässigung geistig zurückgeblieben ist. Sie freundet sich mit ihm an, gibt ihm zu essen, lehrt ihm Worte und lässt ihn in ihrer Kammer schlafen. Sie nennt den namenlosen Jungen »Wortsammler«, da er die neuen Worte aufsaugt, wie ein Schwamm. Zu der selben Zeit trifft der charismatische Arzt Jan Valkensteyn aus Amsterdam, zusammen mit dem Mönch Garbrand, der heimliche Gefühle für Jan hegt, in der Siedlung ein, der einen geheimnisvollen Brief übergeben soll. Eine von Hiskes Patientinnen, Tyde von Aschenburg, die Ehefrau des bestialisch ermordeten Lokators, wird kurz nach der Ankunft des Arztes, tot in Hiskes Kräutergarten aufgefunden. Hiske gerät somit noch mehr in Verdacht mit den Morden zu tun zu haben. Die Dorfbewohner suchen krampfhaft einen Schuldigen und so findet sich Hiske zusammen mit dem Jungen im Kerker der Burg wieder. Doch es gibt Menschen in der Siedlung, die wissen, dass die Beiden unschuldig sind…   In gewohnter Manier flicht Regine Kölpin einen plausiblen Plot mit starken Figuren, diesmal mit einem historischen Hintergrund. Geschichtlich wahre Begebenheiten und fantasievolle Fiktion vermischen sich zu einer spannenden Geschichte. In diesem Roman verknüpft sie geschickt fiktive Charaktere mit damals tatsächlich lebenden Personen. Der Roman selbst wird von mehreren Erzählperspektiven getragen, wobei besonders die Interaktion zwischen den Bewohnern der Siedlung interessant ist. Vor allem die geheimnisvolle Geschichte des behinderten Jungen animiert dazu weiterlesen zu wollen. Mit »Die Lebenspflückerin« ist Regine Kölpin wieder ein spannender, atmosphärisch dichter und perfekt recherchierter Roman gelungen, den man, kaum begonnen, erst nach dem Lesen von Seite 300 aus der Hand legen kann. Der Leser taucht in eine andere, längst vergangene Welt ein, die ob der wunderbaren Beschreibungen derart lebendig wird, dass man sich ihr nicht mehr entziehen kann und will. Umso mehr freut man sich, wenn man in der Danksagung erfährt, dass es sich bei der Lebenspflückerin um den Auftakt einer Trilogie handelt. Ich kann es kaum erwarten, das weitere Leben der Protagonisten zu verfolgen und freue mich schon auf den zweiten Teil der mörderischen Historiensaga.   Für geschichtlich Interessierte hat Regine Kölpin einen kurzen Überblick über die geschichtliche Situation in Ostfriesland 1545 verfasst und ein Glossar zusammengestellt, indem wichtige Begriffe aus dem 16. Jahrhundert erklärt werden, sowie eine Personenliste, die sich am Ende des Buches finden.   Wer nach dem Roman noch nicht genug von Hebamme Hiske Aalken hat, dem möchte ich die historische Stadtführung durch Jever ans Herz legen. Unter dem Titel »Jever ganz mörderisch« lässt die Autorin Regine Kölpin, die hierzu sogar ein historisches Kostüm trägt, das Jahr 1542 wieder aufleben, inszeniert als Vorgeschichte für den Roman den Leidensweg ihrer Heldin Hiske Aalken und führt sie an gruselige historische Schauplätze. Die Krimi-Führungen finden drei- bis viermal im Monat um 20 Uhr statt. Die Dunkelheit sorgt für einen zusätzlichen Kick. Termine, Preise und Fotos finden Sie auf der Homepage der Autorin.   Fazit: »Die Lebenspflückerin« ist mitreißende, spannende, sehr lesenswerte Krimikost, die ein dunkles Kapitel der Geschichte wieder lebendig werden lässt. Nicht nur für Fans von historischen Romanen!           

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