Diese kurze Geschichte (das Buch hat nur 61 Seiten) erzählt vor allem vom Leben auf dem Lande. Vom Sterben der kleinen Bauern, vom Überhandnehmen der Monokulturen, vom Unwillen des Einzelnen, sich in Kooperativen zusammenzutun, um ihren Hof als Einkuftsquelle zu retten. Sie erzählt von den Menschen, ihrem Stolz, ihrer guten Küche, ihrer Art zu leben. Und mitten darin findet die junge Amerikanerin Ernestine die ersten Spuren zu ihrem Ursprung, der in einem der beiden Orte Sand zu finden sein muss.
Frau Kress-Fricke hat im Auftrag der beiden Ortschaften eine Geschichte erzählt, die mir sprachlich eine Spur zu bemüht und zu gestelzt wirkt, die aber letztendlich wohl genau das erzählt, was man sich von der Autorin gewünscht hat. Nämlich, dass die Menschen überall letztendlich die gleichen sind, die selben Träume haben und die selben Probleme, und dass Grenzen nur ein imaginärer Strich auf der Landkarte sind.
Im Vorwort schreiben die Bürgermeister der beiden Gemeinden: "Dies ist ein Buch für Sander, die ihren eigenen und den anderen Ort Sand kennen lernen wollen, aus der Sicht einer begabten Schriftstellerin, die vor Ort war - und in wunderbaren Bildern und Metaphern schaut, was andere nicht gleich sehen und bemerken können."
Rezension zu "Die Kuh auf dem Dach" von Regine Kress-Fricke





