Reine-Marie Paris

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Reine-Marie ParisCamille Claudel, 1864-1943
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Camille Claudel, 1864-1943
Camille Claudel, 1864-1943
 (2)
Erschienen am 01.07.1991

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Rezension zu "Camille Claudel, 1864-1943" von Reine-Marie Paris

Camille Claudel - sie war ihrer Zeit weit voraus und scheiterte
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Camille Claudel (1864-1943)/Reine-Marie Paris

Die Autorin ist die Enkelin von Camille Claudels Bruder Paul und hat Zugang zu Familiendokumenten und Briefen ihrer berühmten Großtante, die nahezu dreißig Jahre ihres Lebens in einer Irrenanstalt verbrachte.

Zu Beginn erzählt Reine-Marie Paris in knapp hundert Seiten die Lebensgeschichte Camilles, die immer mit der Person Auguste Rodins eng verknüpft ist. Sie lässt uns die wenigen erhaltenen Briefe von und an Camille lesen. Diese Schriftstücke sind als Faksimiles abgedruckt.

Camille scheint von ihrer Mutter nicht wirklich geliebt worden zu sein, da sie statt des heiß ersehnten Sohnes „nur“ ein Mädchen war. Die Mutter, traumatisiert vom Tod ihres erstgeborenen Sohnes lehnt das Mädchen, das schon recht bald einen eigenwilligen Lebensweg einschlagen sollte, durchwegs ab. Die Konkurrenz durch die jüngere Schwester, die den Vorstellungen der Mutter voll und ganz entspricht, scheinen die junge Camille nun gänzlich zu irritieren.

Der Vater unterstützt Camille bei ihrem künstlerischen Werdegang. Er finanziert den Privatlehrer, kauft Material und lässt das junge Mädchen nach Paris ziehen. Eine sehr gewagte und unübliche Vorgangsweise zu dieser Zeit.

Camille wird in Zukunft ihrem ebenfalls künstlerisch veranlagten, jüngeren Bruder Paul, mehr vertrauen als jedem anderen.

Vielleicht sind die Vorboten zu Camilles Wahnvorstellungen schon in ihrer Kindheit gelegt worden? Wir werden es niemals gänzlich erfahren.

Die Autorin ist bemüht, die vielen Ungereimtheiten bei der Einweisung in die Anstalt aufzuklären. Sie gibt Hinweise auf die rechtliche Situation.
In weiterer Folge öffnet sie die Krankenakte Camilles für uns Leser. Wir können die monatlichen Eintragungen und Briefe an und von den behandelnden Ärzten nachlesen.

Reine-Marie Paris beschäftigt sich auch mit der Frage, ob Camille nicht im Schoße der Familie besser aufgehoben wäre. Doch auf Grund der mütterlichen Reserviertheit und des fortgeschrittenen Alters von der Witwe Louise Claudel, schien dies nicht möglich.

Eine Vielzahl von Abbildungen der Werke Camille Claudels und Familienfotos runden diese Biographie ab.

Die sehr sachliche Sprache ohne Anklage gegen die Familie oder Auguste Rodin hat mir sehr gut gefallen.

Ich habe zuvor Barbara Krauses Romanbiographie „Camille Claudel“ gelesen, um mich mit dem Leben und Schaffen der Künstlerin vertraut zu machen. Die beiden Bücher ergänzen sich recht gut.

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