Reiner Stach

 4,7 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor*in von Kafka, Kafka und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Reiner Stach, geb. 1951, studierte in Frankfurt a. M. Germanistik, Philosophie und Mathematik. Nach seiner Tätigkeit als Wissenschaftslektor für mehrere Verlage arbeitete er ab Mitte der neunziger Jahre an einer dreibändigen Biographie über Franz Kafka, die mittlerweile international als Standard-Biographie anerkannt ist. Auszeichnungen: Sonderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis (2008), Bayerischer Buchpreis (2015), Joseph-Breitbach-Preis (2016). Veröffentlichungen u. a.: Franz Kafka: »Du bist die Aufgabe«. Aphorismen (Hg. und kommentiert, 2019); Kafka. Die frühen Jahre (2014); Ist das Kafka? 99 Fundstücke (2012); Kafka. Die Jahre der Erkenntnis (2008); Kafka. Die Jahre der Entscheidungen (2002).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Reiner Stach

Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596183203)

Kafka

 (14)
Erschienen am 08.12.2010
Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596161874)

Kafka

 (13)
Erschienen am 01.10.2004
Cover des Buches Kafka - Die frühen Jahre (ISBN: 9783596031405)

Kafka - Die frühen Jahre

 (10)
Erschienen am 26.10.2016
Cover des Buches Ist das Kafka? (ISBN: 9783596191062)

Ist das Kafka?

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Erschienen am 19.06.2013
Cover des Buches Die Kafka-Biographie in drei Bänden (ISBN: 9783596709694)

Die Kafka-Biographie in drei Bänden

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Erschienen am 24.10.2023
Cover des Buches Kafka von Tag zu Tag (ISBN: 9783596709588)

Kafka von Tag zu Tag

 (0)
Erschienen am 24.01.2024
Cover des Buches Kafkas Geheimnis. Eine Einführung (ISBN: 9783942864268)

Kafkas Geheimnis. Eine Einführung

 (1)
Erschienen am 13.11.2012

Neue Rezensionen zu Reiner Stach

Cover des Buches Der Process (ISBN: 9783835335271)
L

Rezension zu "Der Process" von Franz Kafka

Eine tolle, umfassende Ausgabe für eine intensive Kafka-Lektüre
Lustaufbuchvor 2 Monaten

»Jemand musste Josef K. verläumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.«

Mit diesem weltberühmten ersten Satz, welcher den Leser gleich zu Beginn mitten ins Geschehen katapultiert, beginnt „Der Process“ von Franz Kafka. Josef K., Prokurist einer Bank, wird, ohne über die Hintergründe informiert zu werden, am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet. Doch diese Verhaftung ist keine im gewöhnlichen Sinn, denn „[d]as Verfahren ist nämlich im allgemeinen nicht nur vor der Öffentlichkeit geheim, sondern auch vor dem Angeklagten.“

K. sucht, da die Verhaftung seinem bisherigen Leben grundsätzlich nicht im Wege steht, Hilfe, um herauszufinden, weswegen er angeklagt wurde und gerät in die Fänge der Bürokratie. Mysteriöse Zwischenfälle streifen K. und sein Verfahren scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben, welches allgegenwärtig über ihn schwebt.

Doch zu viel soll über den Inhalt gar nicht verraten werden; man muss den Roman selbst gelesen haben, um in dessen faszinierenden Kuriosum regelrecht zu versinken. 

Diese tolle, vom bedeutendsten Kafka-Forscher Reiner Stach, kommentierte Ausgabe bietet neben dem ausführlichen Kommentar, welcher ein intensives close reading ermöglicht, zusätzlich noch Informationen zur Entstehung, Überlieferung und Rezeption. Mit dieser Ausgabe ist eine eingehende Beschäftigung mit einem immer noch aktuellen Klassiker gewährleistet! 

Ganz egal, ob man Kafkas Roman zum ersten oder wiederholten Male liest, diese Ausgabe gewährt einen nützlichen Gesamtüberblick, um sich den Text verständlicher erschließen zu können.


Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596183203)
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Rezension zu "Kafka" von Reiner Stach

Kafka ist tot - lang lebe Kafka!!!
kingofmusicvor 7 Jahren

Schluss. Aus. Ende. „Ruhe in Frieden!“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich letzte Nacht den (chronologisch) dritten Band von Reiner Stachs monumentaler Kafka-Biografie zugeklappt habe und mir bewusst wurde, dass ein Kapitel in meinem (Lebens-)Buch zu Ende ist (nämlich die umfangreichste Biografie zu einem meiner wichtigsten Autoren gelesen zu haben) und ein neues begonnen hat: mit all dem Hintergrundwissen, dass Reiner Stach uns mitgeliefert hat, alles nur verfügbare Material von, über und mit Franz Kafka zu lesen und immer wieder nachzuschlagen, in welchen (Lebens-)Phasen einzelne Werke entstanden sind, die metaphorischen Hintergründe zu erkunden und ihn „zu meinem“ Kafka zu machen. Jeder der sich mit Kafka beschäftigt, wird einen anderen Kafka „in sich“ entdecken, ihn anders wahrnehmen, ihn (weiterhin) als merkwürdigen und nicht weiter beachtenswerten Spinner abtun, der zu Unrecht wie ein Heiliger behandelt wird oder (wie in meinem Fall) die Leidenschaft für Kafka vertiefen, alles in sich aufsaugen, was verfügbar ist und so Stück für Stück einem großen Literaten (noch) näher zu kommen. Auch wenn mir bewusst ist, dass es ein unmögliches Ding ist, Kafka jemals komplett zu verstehen.

In „Die Jahre der Erkenntnis“ begleiten wir Franz Kafka durch die Jahre 1916 bis zu seinem viel zu frühen Tod 1924. Wir erleben Kafka, wie er immer wieder versucht, Beziehungen zu Frauen aufzubauen (die intensivste und glücklichste ist die mit Dora Diamant, mit der er bis zu seinem Tod zusammen ist), wie er sich auf der einen Seite als Schriftsteller entwickelt, auf der anderen Seite jedoch auch als solcher stagniert und sich stur und starr gegen die eigene (zweifellos) vorhandene Genialität stellt.
Wir begleiten die Umstände, die zum Roman „Der Schloss“ führten, lernen ihn und seine veränderte (religiöse) Sichtweise und Einstellung kennen, die sich zum Teil auch in seinem literarischen Oeuvre widerspiegelt (z. B. in den Aphorismen, die er bei seiner Schwester Ottla auf dem Land in Zürau geschrieben hat) und der Leser erkennt, dass Kafka nichts „offen“ beschreibt, sondern nur mit (für Außenstehende) schwer zu verstehenden Metaphern und stets wiederkehrenden Bildmotiven (so durchzieht beispielsweise eine Tür einen Großteil seiner Texte) arbeitet. Wenn Kafka schreibt bzw. geschrieben hat, dann stets mit dem klaren Gedanken daran, nichts Offensichtliches zu kreieren *g*.

Neben der schriftstellerischen Arbeit von Kafka erhalten wir dank Reiner Stach aber auch zahlreiches und (mal mehr, mal weniger) hilfreiches Hintergrundwissen über die Zustände in Prag, Berlin und Wien während und nach dem 1. Weltkrieg, über die zunehmende Judenfeindlichkeit und auch das deutsche Buchhandels- und Verlagswesen wird wieder ausführlich in den Kontext gestellt. Das ist einer der großen Pluspunkte dieser Monumental-Biografie, dass Reiner Stach eben nicht nur das Leben der Person Kafka betrachtet, sondern dem Leser das „Rundum-Sorglos“-Paket präsentiert – auch wenn es manchmal etwas arg „schwafelig“ und der ein oder andere Absatz somit auch langweilig wird. Aber da sei jetzt großzügig drüber hinweggeschaut :-).

Zum Leben und Leiden Kafkas gehört aber auch die Beschäftigung mit seiner Lungentuberkulose und auch hier belässt es Reiner Stach nicht nur bei den nüchternen Fakten, sondern bringt einem die Krankheit und den Umgang Kafkas mit der selbigen einfühlsam näher. Kafka begegnet der Tuberkulose teilweise mit Galgenhumor, lehnt zunächst auch alle (oder viele) gut gemeinten Ratschläge ab, etwas dagegen zu tun, muss aber doch irgendwann anerkennen, dass sie seinen Körper „auffrisst“ und ihn schwächt und dürfte mit nur Mitte 30 zu den jüngsten Pensionären aller Zeiten gehören. Trotzdem schreibt er kurz vor seinem Tod mit „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ einen seiner (für mich) schönsten Texte.

Tja, was bleibt mir jetzt, nach monatelanger Lektüre von „Die Jahre der Erkenntnis“ als Schlusswort für diese Rezension? Eigentlich nur mein Dank an Reiner Stach für die fulminante Arbeit an und mit dieser Biografie und der Erkenntnis, dass ich Franz Kafka ein ganzes Stück nähergekommen bin, auch wenn es wahrscheinlich eines weiteren (parallelen) Lebens bedarf, um auch die letzte (richtige) Erkenntnis über ihn zu erlangen. Danke auch an Max Brod, dass er den letzten Willen von Kafka nicht erfüllt hat, alles von, über und mit ihm zu vernichten!

Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596161874)
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Rezension zu "Kafka" von Reiner Stach

Kafka ist eine (Lebens-)Aufgabe
kingofmusicvor 8 Jahren

„Kafka war eine Aufgabe, eine Prüfung, […].“ (S. 338)

Diesen einleitenden Worten kann und muss (nach meiner Auffassung) jeder, der sich ernsthaft mit Franz Kafka und seinem (literarischen) Vermächtnis beschäftigt, uneingeschränkt zustimmen.

Ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen dieses zweiten (respektive ersten) Bandes von Reiner Stach´s Mammut-Biografie über Franz Kafka etwas schwer getan habe – noch schwerer als mit „Die frühen Jahre“ (dem chronologisch ersten, jedoch zuletzt veröffentlichten Band).

Warum das so ist, will ich hier (kurz) erläutern *g*: Zum einen liegt es an der regelrecht ausschweifenden Erzählweise von Reiner Stach, die es dem geneigten Leser, der sich z. B. eher nicht für die politischen Verhältnisse in jenen Jahren interessiert (wobei ich mich von diesem Desinteresse ausdrücklich ausschließe!!!), nicht gerade leicht macht „am Ball“ zu bleiben und dazu verführt, in dem ein oder anderen Kapitel „quer“ zu lesen – was an und für sich schade ist, da man so wahrscheinlich die ein oder andere (wichtige) Information über- bzw. gar nicht liest.

Zum anderen lag ein Schwerpunkt der Biografie auf dem (sehr schwierigen) Verhältnis zwischen Franz Kafka und Felice Bauer, dessen „Scheitern“ ich bereits lange bevor uns Reiner Stach davon erzählt hat, habe kommen sehen und dessen Verlauf bis auf das kleinste Detail wie eine Orange vor dem Auge des Lesers ausgepresst wurde. Irgendwann hat mich das ewige Hin und Her und „Ja/Nein/Vielleicht“ regelrecht gelangweilt und „aggressiv“ gemacht. Klar, das Verhältnis Kafka/Bauer gehört zu seinem Leben dazu wie die Tatsache, dass Franz Kafka Zeit seines Lebens ein potenzieller Selbstmörder war, aber wenn ich als Leser zum drölfzigsten Mal lese, wie schlecht sich Kafka gegenüber Felice selbst in seinem „Heiratsantrag“ und auch später zeichnet, kann ich irgendwann nur noch müde gähnend vor mich hin lesen, den Kopf schütteln und mit meinen Gedanken dazu einzuschlafen.

Auf der anderen Seite (um jetzt zum positiven Teil dieser Rezension zu kommen *g*) glänzt „Die Jahre der Entscheidungen“ wiederum mit (hilfreichen) Hintergrundinformationen über das (literarische) Schaffen von Franz Kafka, welches ich nach der Lektüre dieser Biografie mit anderen Augen lesen und deuten werde. Was nicht bedeutet, dass ich Kafka je in seiner Gänze verstehen werde *g*. Wer das jemals schaffen sollte, hat in meinen Augen den Nobelpreis verdient ha ha ha. Aber zumindest hat der Leser jetzt schwarz auf weiß vor Augen, dass Kafka viel mit Bildern gearbeitet hat und er weiß, welche real existierende Person hinter der ein oder anderen literarischen Figur von Kafka steckt.

Und ebenso gibt es wieder spannende Blicke in die (deutschsprachige) Literaturszene, die jüdische Kultur, das kulturelle Leben im Allgemeinen sowie erhellende Hintergründe zum Ausbruch des 1. Weltkrieges. Vermengt mit einigen lustigen Anekdoten aus dem Leben Franz Kafkas und den neu gewonnenen Erkenntnissen über ihn, bleibt am Schluss ein alles in Allem gutklassiger zweiter Teil, der es schafft, die Neugier auf den dritten Band aufrecht zu erhalten bzw. zu verstärken.

Gespräche aus der Community

Hallo ihr Freunde des gepflegten Wortwahnsinns *g*.

Es ist mal wieder so weit: die dritte und alles entscheidende Leserunde von Reiner Stachs monumentaler Franz Kafka-Biografie steht an.

Achtung: jeder liest mit seinem eigenen Exemplar mit - es gibt kein Buch zu gewinnen :-).

Diesmal widmen wir uns dem Zeitraum 1916-1924, Kafka´s in dieser Zeit entstandenen literarischen Output und seinem viel zu frühen Tod. Was hätte noch entstehen können, wenn er länger gelebt hätte? Ich mag es mir gar nicht vorstellen.

So bleibt uns nur, uns dem (unweigerlichen) Ende zu nähern, an das literarisch Gute zu glauben und ich wünsche uns eine (ebenso wie es die beiden vorangegangenen Leserunden waren!!! An dieser Stelle noch ein großes DANKE an meine (bisherigen) Mitleserinnen - ihr seid GROSSARTIG!!!) schöne (Lese-)Zeit mit vielen anregenden Gedanken, tollen Diskussionen und viel Spaß!!! Und allen "Neumitlesern und Followern" natürlich ein "Welcome" und genauso viel Spaß!!!

Der King

80 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  kingofmusicvor 7 Jahren
Ich leg euch hier mal ein Link hin zu Veranstaltungen des Literarischen Vereins Minden: http://www.literarischer-verein-minden.de/literarischer_verein_minden_veranstaltungen.html Ich werde wohl zumindest versuchen zu der Lesung am 4. Oktober zu fahren, da Minden von uns aus nur etwa ´ne halbe Stunde entfernt ist.

Hallo ihr lieben,

auf geht´s in die zweite Runde der Kafka-Biografie von Reiner Stach die da heißt "Die Jahre der Entscheidungen" :-)

Ich freue mich auf eine weitere, von konstruktiven und netten Beiträgen geprägte Leserunde. Und wer uns wieder still und heimlich folgen mag, darf das gerne tun *lol*

Also: auf geht´s!

300 Beiträge

Hallo ihr lieben,

die gute Wanda (wandablue) und ich wollen uns dem Phänomen Franz Kafka nähern und haben uns dafür ein ambitioniertes Projekt ausgedacht: wir wollen die KOMPLETTE 3-bändige Franz Kafka-Biografie von Reiner Stach lesen, um am Ende entweder völlig entnervt und depressiv den Kafka in die Ecke zu schmeißen und nie wieder anzurühren oder aber auf die Knie fallen und diesem großartigen Literaten danken und bis in alle Ewigkeit huldigen *g*

Die Leserunde ist allerdings auch für alle anderen hier offen und wir freuen uns über jeden Mitleser bzw. Mitleserin.

Ich habe als Unterthemen jeweils die Kapitel genommen; so kann man besser über die einzelnen Abschnitte diskutieren, philosophieren und was weiß ich noch alles :-)

Der Chronologie halber fangen wir mit "Die frühen Jahre" an; danach folgen "Die Jahre der Entscheidung" und anschließend "Die Jahre der Erkenntnis".

Also, wer Lust hat mehr über Franz Kafka zu erfahren: nur Mut - Wanda und ich freuen uns auf euch!!! Die Leserunde ist ab sofort eröffnet :-)

283 Beiträge
kingofmusics avatar
Letzter Beitrag von  kingofmusicvor 8 Jahren
Dem kann ich mich anschließen. Ich erhalte den 2. Band Anfang Juli aus der Unibib - dann werde ich die LR erstellen und dann geht´s los :-)

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