Reinhard Haller Das ganz normale Böse

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Inhaltsangabe zu „Das ganz normale Böse“ von Reinhard Haller

«Ein Mörder lauert in jedem Menschen.» Reinhard Haller Was macht aus Menschen Mörder? Das ist die Frage, der -Reinhard Haller, einer der renommiertesten Gerichtspsychiater Europas, nachgeht. Er hat mit mehr als 300 Mördern gesprochen, sie nach ihren Motiven befragt und ihre Persönlichkeiten analysiert. Er berichtet von Taten, die uns den Atem stocken lassen, und zeigt uns, was Täter zu ihren Taten treibt. Seine spektakulärsten Fälle waren der Frauenmörder Jack Unterweger, Bombenattentäter Franz Fuchs und Inzesttäter Josef Fritzl. Das Böse, das zum menschlichen Dasein gehört wie das Gute, begegnet uns in der Wut des Streitenden und in der Rache des Gekränkten, im Affekt des Eifersüchtigen und im eiskalten Vernichtungsplan des Fanatikers. Wir erkennen es in zwischen-menschlichen Konflikten oder Familiendramen, in Folter und Kriegsgräueln, im gefühllosen Sexualmord und bei hemmungslosen Gewaltverbrechen. Es lauert hinter der biederen Fassade von Jedermännern - und es steckt in jedem von uns. «Das Buch geht unter die Haut. Es liest sich wie ein schauriger Krimi.» Wiener Zeitung

Sehr informativ mit einigen Fällen, die sich ereignet haben. Für jeden Bürger interessant.

— WriteReadPassion

Lohnt sich! Nicht nur für Krimiautoren. Spannende Einblicke in die menschliche Seele.

— MellaDumont

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  • Rezension zu "Das ganz normale Böse" von Reinhard Haller

    Das ganz normale Böse

    nana_what_else

    11. February 2012 um 14:17

    "So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element." Als ich in der Buchhandlung zu "Das ganz normale Böse" von Reinhar Haller griff, jagte mir der Titel schon eine leichte Gänsehaut über den Rücken. Da das Buch aus dem Hause ECOWIN kommt, und dieser Verlag ein absoluter Garant für hervorragend recherchierte, interessante und qualitativ hochwertige Sachbücher ist,war für mich bald klar: Dieses Buch zieht in mein Bücherregal ein. Wer aus seiner Schulzeit trockene, unliebsame, unhandliche (und deshalb meist ungelesene) Sachbücher kennt, und daher diese eher meidet, sollte diese Einstellung nochmals überdenken. Denn mit "Das ganz normale Böse" durfte ich eines der besten Bücher meines Lebens lesen! "Gerade weil das Böse so bedrückend und bedrohlich, so unbegreiflich und schwer beschreibbar, so weit weit weg und doch jedem so nah ist, übt es eine starke Faszination aus. Dies hat nicht nur mit Sensationsgier zu tun, sondern mit dem Wunsch, möglichst alle Seiten des Menschen kennenzulernen, den Blick auf jene Seite der Seele, die man als deren Abgründe bezeichnet, zu werfen, und dem dem Unbeschreiblichen ein Gesicht, einen Namen zu geben.. " Aufbau: Der Autor beginnt mit dem Versuch einer Erklärung: "Was ist das Böse?" Wie lässt es sich definieren, wie festhalten und vermessen (Wie böse ist das Böse?), wie kann man darüber urteilen? Auf verständliche Weise erklärt er aus psychologischer und medizinischer Sicht den Unterschied von bösen und kranken Taten, und dass man jemanden erst als böse bezeichnen kann, wenn er Böses tut (und nicht bereits beim Gedanken an Böses- im Gegenteil: Böse Gedanken wirken psychereinigend und sorgen für ein Frust-Ventil, das tatsächlich böse Taten verhindert). Dann geht der Autor auf die verschiedenen Arten von Tätern ein wobei er unterscheidet zwischen Tätern, die aufgrund von Psychosezuständen (Paranoia, Minderwertigkeitskomplexe, traumatisierende Erlebnisse in der Kindheit,..) Straftaten verüben, und jenen die unentschuldbare Taten in vollem Bewusstsein und mit BÖSEM Willen begehen. Plant der Mörder seine Tat Monate im Voraus, oder handelt er im Affekt - als willenloses Opfer seiner überbordenden Emotionen? Dann wird auf die verschiedenen Arten von Motiven eingegangen, wobei Reinahrd Haller nicht nur dutzende sondern hunderte Beispiele von Gewaltverbrechen (überwiegend grausame Morde) anführt. Eifersucht. Wahnideen. Motivloses Handeln. Ödipus-Komplexe. Ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Sexualität. Kindheitserlebnisse, die nie verarbeitet wurden. Schweigen in der Partnerschaft. Spaß am Töten. Menschen handeln aus den unterschiedlichsten Motiven böse, und als Leser stellt man sich nicht nur einmal die Frage: Wer ist der Täter und wer das Opfer? Wenn ein Sohn, der jahrlang zusehen muss, wie seine Mutter vom Vater gedemütigt und misshandelt wird, zur Waffe greift und den Vater erschießt, ist dies - auch wenn Selbstjustiz zu keiner Zeit eine Lösung ist - für den Leser (zumindest für mich) in einer gewissen Weise nachvollziehbar. Wenn eine Mutter ihrem Neugeborenen über 8 Monate mit Zigaretten Verbrennungen zuführt, dieses halb verhungern lässt und irgendwann gemeinsam mit ihrem Partner erschlägt - möchte man als Leser, diesen Monstern gern selbst die Handschellen umlegen. Dies zeigt, dass böse Taten nicht gleich böse Taten sind. Wir sind Produkte unserer Umwelt, unserer Erziehung, der Art wie "Sozialisation" an uns herangetragen wurde. Aber sind wir auch Sklaven unserer Gene? Ist es einigen Menschen vorherbestimmt Mörder und Verbrecher zu werden? Gibt es ein Verbrecher-Gen? Ausführlich recherchiert dokumentiert Reinhard Haller die verschiedensten Forschungsergebnisse unterschiedlicher Studien. Eine Chromosomenanomalie (XYY-Chromosom) trägt beispielsweise dazu bei, dass gewisse Hormone, nicht richtig abgebaut werden, was zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft führt. Auch Anomalien beziehungsweise Läsionen des Frontalhirns (präfrontaler Cortex), das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, lassen Rückschlüsse darüber zu, ob jemand aufgrund anatomischer Deffekte widerrechtlich handelt.. Die Rechtslage ist sich in vielen Fällen uneinig über die Handhabung. Beispielsweise gelten explodierende Emotionen, als Ursache für eine Straftat oft als mildernde Umstände: da der Täter nicht mehr Herr seiner selbst war. Doch die Einschätzung von psychisch kranken Menschen erscheint oft als überaus schwer.. Denn der Mensch hat IMMER eine WAHL. Schreibstil: Der Autor bietet einen wunderbaren Überblick über die philosophische und psychologische Auffassung vom Bösen, arbeitet mit konkreten Beispielen (von Jack Unterweger, über Ted Bundy, über Edmund Kemper, Fritz Haarmann bis hin zu den aktuellen Fällen wie die Amokläufe in Skandinavien und den USA, den Kriegsgräueln der NS-Zeit, den Albinomassakern ,.. bleibt nichts unerwähnt) zur Veranschaulichung von Motiven, Krankheitssymptomen und Arten der Ausführung von Verbrechen. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft, man braucht definitiv an mancher Stelle einen guten Magen. Doch gerade die philosophischen Überlegungen, die Ausführungen darüber, was und wer böse ist, zeigen das unglaubliche sprachliche Vermögen des Autors. Fachbegriffe werden verwendet, doch sofort erläutert und erklärt. (Aha-Effekte und viel zu lernen hält dieses Buch definitiv parat!) Universitätsprofessor Haller, der Psychiater und Psychotherabeut ist, stellt nicht nur sein umfassendes Wissen geballt und gut verständlich zur Verfügung, sondern schafft es durch das gesamte Buch einen roten Faden zu ziehen, der an Spannung und Information nie nachlässt. (Es gibt viele kluge Hirne auf der Welt, doch viele schaffen es nicht ihr Wissen klar und verständlich zu vermitteln. Herr Haller hat mich -als kompletten Laien in diesem Gebiet- jedoch zu fesseln gewusst und es geschafft komplexeste Sachverhalte verständlich zu schildern, ohne in eine kindliche Zweisilbensprache zu verfallen! Mein größtes Kompliment!) Besonders hat mir auch gefallen, dass jedes Kapitel mit sprechenden Namen versehen und mit ausgewählten Zitaten eingeleitet wurde! Gestaltung: Ein wunderschön gebundenes Buch, dessen Cover die Thematik zu 100% trifft. Eine idyllische Landschaft, ein friedliches Fleckchen Wiese in der ein Mann liegt. (Allerdings) Mit dem Gesicht nach unten. Fazit: Eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Selbst bei den besten Büchern, gibt es oft die ein oder andere Kleinigkeit zu bemängeln, doch nicht ind iesem Fall. Selbst eine hartnäckige Suche nach Mängeln an diesem Buch würde meiner Meinung nach erfolglos bleiben. Man lernt selten so viel über den Menschen, seine triebhafte Natur, seine Gefühlswelt, seine Art zu denken - und letztlich auch über sich selbst. Dieses Buch erhält 5 von 5 Sternchen, gäbe es einen sechsten, hätte es auch diesen verdient! Reinhard Haller ECOWIN Verlag 2009 219 Seiten PS: Hier ein Auszug aus dem Buch, aus dem Kapitel über Paranoia. Für eine Bloggerin, die sich in letzter Zeit seeeehr intensiv mit dieser Thematik "auseinandergesetzt" hat: "Wahnhaft zu empfinden und zu denken heißt, Dinge ohne jeglichen Anlass miteinander in Beziehung setzen. [...] Die wahnhafte Idee kann vom Betroffenen nicht korrigiert werden, selbst wenn sie klare Widersprüche zur objektiven Realität aufweist und mit dem Urteil gesunder Mitmenschen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Charakteristisch am Wahn ist die unerschütterliche Überzeugung, an der ohne ausreichende Begründung festgehalten wird. Der Wahnkranke weiß, dass es so und nicht anders ist. Seine Begründung lautet: "Es ist so, es gibt überhaupt keinen Zweifel." Für dieses Buch KANN nur ein düsterer Soundtrack passen.. mein Lieblingsrequiem, das Gänsehaut garantiert :) Der Teil "Libera Me" aus dem Dies Irae des Requiems von Giuseppe Verdi, speigelt meiner Meinung nach sehr gut die Stimmung, die der Inhalt dieses Buches verbreitet.. ;)

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  • Rezension zu "Das ganz normale Böse" von Reinhard Haller

    Das ganz normale Böse

    WildRose

    19. May 2011 um 16:37

    Von diesem Buch habe ich mir mehr erhofft. irgendwie fehlt mir der rote Faden und es ist viel zu kurz für ein solch komplexes und vielschichtiges Thema wie das Böse im Menschen. Vor allem die "Skala des Bösen" fand ich recht schwammig. Zu dem Thema gibt es wohl noch bessere, ausführlichere Bücher.

  • Rezension zu "Das ganz normale Böse" von Reinhard Haller

    Das ganz normale Böse

    Ines_Mueller

    23. May 2010 um 10:41

    In seinem Buch "Das ganz normale Böse" versucht Reinhard Haller zu analysieren warum manche Menschen, besonders die, die eigentlich ganz "normal" sind, einen Mord begehen. An sowohl unbekannten als auch bekannten Beispielen, wie die zahlreichen Amokläufen an Schulen, erläutert er deren Motiv und durch welche psychischen Störungen es überhaupt erst dazu kommen konnte. Seine Devise lautet: Jeder Mensch kann unter bestimmten Umständen zum Mörder werden, egal wie behütet er aufgewachen ist!...... Reinhard Haller gibt uns einen guten Einblick in die Mörder, indem er am Anfang jedes Kapitels einen Mord schildert und auch Zitate von den Mördern verwendet. Diese Morde sind zum größten Teil einfach nur erschreckend und abgrundtief böse, sodass man am Ende der Lektüre immer noch schockiert ist. Sein Schreibstil ist einfach nur klasse. Er ist anspruchsvoll, aber nicht so sehr, dass es schwer wäre ihm zu folgen. Außerdem kann er sehr gut erklären und verwendet dabei auch psychologische Begriffe, die einen noch besseren Einblick in die Psychologie ermöglichen. Fazit: Ein großartiges Buch, dass zugleich erschreckend und auch interessant ist. Besonders gut ist es für diejenigen geeignet, die schon immer mal wissen wollten, warum Menschen Morde begehen.

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