Reinhard Kaiser

 4,1 Sterne bei 1.801 Bewertungen
Autor von Königskinder, Warum der Schnee weiß ist und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Reinhard Kaiser

Reinhard Kaiser lebt und arbeitet als Autor und Übersetzer in Frankfurt am Main. Er schrieb eigene Sachbücher und Romane und entdeckte für Deutschland u.a. Nancy Mitford und Vivant Denon wieder. In spektakulären Ausgaben bringt er den Deutschen das Werk Grimmelshausens wieder näher. Zuletzt hat er aus Rétif de la Bretonnes Vielbändern »Monsieur Nicolas« und »Die Nächte von Paris« kluge Auswahlen getroffen und diese übersetzt – und sie damit erstmals in all ihrer literarischen Größe einem deutschen Publikum zugänglichgemacht.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Reinhard Kaiser

Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)

Die Glasglocke

 (363)
Erschienen am 21.01.2013
Cover des Buches Großmama packt aus (ISBN: 9783455650815)

Großmama packt aus

 (221)
Erschienen am 12.10.2015
Cover des Buches Atemübungen (ISBN: 9783036959450)

Atemübungen

 (31)
Erschienen am 30.08.2016
Cover des Buches Englische Liebschaften (ISBN: 9783548288772)

Englische Liebschaften

 (21)
Erschienen am 18.11.2016
Cover des Buches Lieben (ISBN: 9783455811902)

Lieben

 (21)
Erschienen am 22.07.2013
Cover des Buches Der Doktor braucht ein Heim (ISBN: 9783455811865)

Der Doktor braucht ein Heim

 (16)
Erschienen am 22.07.2013
Cover des Buches Das Leiden anderer betrachten (ISBN: 9783596164806)

Das Leiden anderer betrachten

 (13)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Liebe unter kaltem Himmel (ISBN: 9783548612164)

Liebe unter kaltem Himmel

 (11)
Erschienen am 16.06.2014

Neue Rezensionen zu Reinhard Kaiser

Cover des Buches Tod einer Untröstlichen (ISBN: 9783596186624)EmmaWinters avatar

Rezension zu "Tod einer Untröstlichen" von David Rieff

Vom Umgang mit der Wahrheit
EmmaWintervor 11 Tagen

David Rieff, der Sohn von Susan Sontag, beschreibt die letzten Monate ihres Lebens, vom Verdacht im März 2004, dass die Krebserkrankungen zurück sei, bis zu ihrem Tode im Dezember desselben Jahres. Bereits zweimal hatte sie eine scheinbar tödlich verlaufende Krebserkrankung überstanden und wollte sich auch mit den schlechten Prognosen ihrer Leukämie nicht einfach abfinden.

Ihr Sohn schildert eindringlich, wie sie zwischen Hoffen, Verdrängen und Einsicht schwankt. Indem die Leser direkt angesprochen werden, verstärkt sich diese Eindringlichkeit. Immer wieder schreibt er, dass sie sich verzweifelt an die Hoffnung klammerte, dass mit einer radikalen, schmerzhaften Behandlung eine Chance auf Handlung  bestünde. Dass sie ohne diese (falsche) Hoffnung aufgegeben hätte. Aber ist es richtig, falsche Hoffnungen zu unterstützen? Diese Frage stellt sich Rieff oft in seinem Text. Er philosophiert über den Tod:

"Wenn Stephen Timer [einer von Sontags Ärzten] imstande gewesen wäre, das Leben meiner Mutter zu retten, hätte sie sich dann damit abgefunden, später an etwas anderem zu sterben? Werden wir anderen uns damit abfinden, wenn wir an der Reihe sind?" (S. 150) 

Sontag sprach sich in ihrem bekannt Essay "Krankheit als Metapher", den sie 1977 nach ihrer ersten Krebserkrankung veröffentliche, gegen die Verwendung von Krebs als Metapher für ein bestimmtes Verhalten der Patientinnen aus, das ursächlich für die Krankheit sein sollte. Sie machte Mut, sich zu informieren, sich an weitere Ärzte zu wenden, die Krankheit Krebs beim Namen zu nennen. Und sie schrieb, dass die Verwendung von Kriegsmethaphern bei der Bekämpfung dieser Erkrankung nichts zu suchen habe. 

Sontag schrieb ihre erste Genesung von einem metastasierten Brustkrebs ihrer guten Informiertheit zu, die sie dazu bewog, eine bestimmte Behandlung bei bestimmten Ärzten und eine bestimmte Nachbehandlung durchzuführen. Daher war für sie dieses Wissen um ihre Krankheit auch in 2004 unbedingt notwendig. Sie erlag der Annahme, dass eine Information eine Veränderung bewirken würde. (S. 57) "Wonach suchte meine Mutter? Antwort: Nach dem, worauf Verurteilte immer hoffen - auf Strafmilderung, Aufschub." (ebd.)

Es geht in großen Teilen um die Frage, wie weit es einer Patientin nützt, ihr Hoffnungen zu machen, die so minimal sind, dass sie praktisch nicht existieren. Sie zu bestärken, obwohl sie selbst weiß, dass es dieses Mal keine Chance auf Heilung geben wird und dass weitere Behandlungen unsagbar schmerzhaft sein werden. Rieff nennt sich selbst an einer Stelle "Komplize[n] der Illusion" (S. 135)

Es ist einerseits ein sehr persönlicher Einblick in das Verhältnis von Mutter und Sohn, aber vor allem geht es um diese allumfassende Unsicherheit. Dazu kommt die Nennung der verschiedenen Ärzte, Kliniken, Behandlungen und trügerischer Informationsbroschüren. Ich weiß nicht, ob es dieses Buch wirklich gebraucht hätte. Vielleicht war es für Daniel Rieff wichtig, um mit dem Sterben und dem Tod seiner Mutter umgehen (nicht aber abschließen) zu können. "Vor allem fühle ich mich schuldig. Es ist die 'Grundhaltung' dessen, der weiterlebt." (S. 158)

160 Seiten, übersetzt von Reinhard Kaiser.







Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)Kazutos avatar

Rezension zu "Die Glasglocke" von Sylvia Plath

Absolut empfehlenswert.
Kazutovor 3 Monaten

Erfrischend, nachdenklich und abwechslungsreich!

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)buecherblondine_blondie4bookss avatar

Rezension zu "Die Glasglocke" von Sylvia Plath

Die Welt, ein böser Traum... - The world, a bad dream...
buecherblondine_blondie4booksvor 7 Monaten

German version/English version below:

 

Ich habe das Buch zum ersten Mal vor zirka 10 Jahren gelesen, als ich die englische Originalausgabe von einem amerikanischen Freund geschenkt bekam. Damals hörte ich zum ersten Mal von Sylvia Plath – dennoch las ich das Buch, ohne mich näher über die Autorin zu informieren. So wusste ich nicht, dass Sylvia sich tatsächlich 1963 das Leben genommen hat, nur zirka vier Wochen nach Erscheinen ihres ersten und einzigen Romans.  

Mittlerweile habe ich das Werk zum vierten Mal gelesen und bin überrascht darüber, dass mir jedes Mal andere Dinge auffallen, ich mich an andere Zitate erinnere, das Buch anders wahrnehme... Noch immer fasziniert mich der geradlinige, distanzierte Schreibstils Plaths, als handle es sich nicht um eine stark autobiografische Erzählung, als habe die Hauptfigur, Esther Greenwood, rein gar nichts mit ihr gemein.  

New York, Juni 1953:

Die Rosenbergs werden auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Die 19-jährige Esther Greenwood befindet sich zur gleichen Zeit in NY, genauer gesagt in New York City. Von ihr wird erwartet, die schönste Zeit ihres Lebens zu haben – doch die junge Frau empfindet sich als „still und leer“. Statt enthusiastisch Zeitungsartikel für die Modezeitschrift zu verfassen, deren Ausschreibung sie gewonnen hat, und dabei mindestens so gut gekleidet wie gelaunt von Party zu Party zu eilen, hadert Esther mit ihrem Dasein. Ihr wird plötzlich klar, dass sich die Zeit auf dem College dem Ende zu neigt und sie eine Entscheidung darüber treffen muss, was sie künftig mit ihrem Leben anfangen will. Hausfrau und Mutter werden? Oder doch lieber eine gefeierte Schriftstellerin, wie ihre Gönnerin, Philomena Guinea? Oder wie wäre es mit Maisfarmerin, irgendwo im Mittleren Western, wie eine ihrer Mitstreiterinnen? 

Kurze Zeit später, nach der Rückkehr in ihren Heimatort in Massachusetts, versucht der Teenager, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Esther findet sich schließlich in einer Anstalt wieder, wo man ihr mit Insulin, Fruchtsaft und Elektroschocks zu helfen versucht. Doch für die junge Frau scheint es kein Entrinnen aus der Glasglocke zu geben, die Welt selbst ist für sie der böse Traum, aus dem es kein Erwachen gibt...


I read the book for the first time about 10 years ago, when I received an original English copy as a gift from an American friend. At that time, I heard about Sylvia Plath for the first time - but I read the book without knowing more about the author. So I was unaware that Sylvia actually took her own life in 1963, only about four weeks after the publication of her first and only novel. 

Having read her novel now for the fourth time, I am surprised that each time I notice different things, remember different quotes, perceive the book differently... I am still fascinated by Plath's straightforward, detached writing style, as if the story was not strongly autobiographical, as if the main character, Esther Greenwood, had nothing at all in common with her.

New York, 1953:

The Rosenbergs are being executed on the electric chair. 19-year-old Esther Greenwood happens to be in NY at the same time, in New York City to be precise. She is expected to have the time of her life - but the young woman finds herself "silent and empty".  

Instead of enthusiastically writing newspaper articles for the fashion magazine whose writing completion she has won, rushing from party to party, her dresses at least as good as her spirits, Esther is at odds with her existence. She suddenly realizes that her time at college is coming to an end. She has to make decisions about her future life. What should she do?. Become a housewife and mother? Or rather a celebrated writer, like her patron, Philomena Guinea? How about becoming a corn farmer, somewhere in the Midwest, like one of her combatants? 

A short time later, after returning to her hometown in Massachusetts, the teenager tries to take her own life using sleeping pills. Esther eventually finds herself in a mental hospital where they try to help her with insulin, fruit juice and electric shocks. But for the young woman there seems to be no escape from the glass bell jar, the world itself, for her, is the bad dream from which there is no awakening...

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 2.980 Bibliotheken

von 333 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks