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Antek

vor 2 Jahren

(59)

Reinhard Kleindl hat mich mit seinem hervorragenden Krimi von der ersten Seite an gefesselt und erst ganz am Ende wieder aus den Fängen gelassen. Absolute Leseempfehlung.

Es geht emotional fesselnd los. Wer hofft nicht, dass die Hochzeit zum schönsten Tag im Leben wird?  So natürlich auch Familie Egger, dass an diesem Tag aber die Familientragödie weiter geht, damit haben sie auf keinen Fall gerechnet. Während sich nämlich die Feiergemeinde in der Kirche befindet, entfacht in ihrem Bauernhaus Feuer und die Großmutter, die alleine das Bett hüten musste, kommt dabei ums Leben. Relativ schnell steht fest, dass es sich wohl um Brandstiftung handeln muss. Der Chef der Mordkommission Baumgartner ist spurlos verschwunden und deshalb übernimmt übergangsweise Wolf die Leitung. Hat der engagierte Ermittler, dem es zweifelsohne an Führungskompetenz mangelt, eine Chance den Fall aufzuklären? Dies scheint nicht den Anschein zu haben, dann aber taucht Baumgartner plötzlich wieder auf und bringt frischen Wind in die komplexen Ermittlungen.

Dieser Krimi ist derart komplex, emotional aufreibend und spannend, dass er sich deutlich von vielen Krimis abhebt, zweifelsohne ein Krimihighlight für mich dieses Jahr.

Emotional aufreibend war es für mich vor allem deshalb, weil Familie Egger vom Schicksal wahrlich verprügelt wird. Außerdem hat Baumgartner auch nicht ohne Grund gefehlt und seine teils desolate Verfassung, zumindest was das Private betrifft, ist mir auch nah gegangen. Komplex ist der Fall mit Sicherheit. hier wird nämlich gekonnt mit zahlreichen Handlungssträngen gespielt. Die Bauernfamilie Egger,  ein Zuhälter und eine Eskortdame, Angestellte einer Telefongesellschaft,  alle haben hier ein Wörtchen mitzureden. Die Spannungen bei der Mordkommission machen das Ganze natürlich auch nicht leichter. Ich war wirklich viel am Grübeln und Rätseln und vor allem habe ich nach passenden Verbindungen gesucht. Das Finale konnte mich dann auch noch einmal überraschen.

Reinhard Keindl wagt sich an Themen wie Ausländerhass, Rechtsradikale oder Vorratsdatensicherung, wirklich heiße Eisen, an die sich nicht viele Autoren wagen. Er setzt diese Themen meiner Meinung nach hier sehr gut um. Es gibt z.B. zwar einen rechten Ermittler, der bekommt aber eindeutig seine Grenzen aufgezeigt. Das Schindluder, das mit Handykontaktdaten getrieben wird, kommt auch aufs Tablett und rüttelt damit hoffentlich den einen oder anderen Leser auf. Hier wird wirklich Gesellschaftskritik auf ganz hohem Niveau betrieben.

Die Charaktere sind toll dargestellt und die spannende Mischung gibt diesem Krimi noch die nötige Würze. Baumgartner ist mir recht schnell ans Herz gewachsen. Seine kleinen Ecken und Kanten, sowie seine Problemchen machen ihn menschlich. Als super Ermittler macht ihm so schnell keiner etwas vor. Er versteht sich sehr gut darauf auch noch so kleine Fitzelchen an Beweisen richtig zu deuten. Der engagierte Kollege Wolf, der zu gen Chef wäre aber wegen seiner mangelnden Führungskompetenzen und seiner rechten Anschauungen einfach nicht ins Team passt, sorgt für Zunder unter den Ermittlern gerade auch am Anfang, als Baumgartner noch komplett fehlt. Die Familie Egger hat mir sofort leid getan. Wobei die Mutter Fredericke äußerst gekonnt in Szene gesetzt wird, anfangs kaum zu durchschauen lüftet sich nach und nach der Nebel um ihr wahres Ich. Anna die Escortdame hat mir auch viele Rätsel aufgegeben, wird sie verfolgt oder ist sie krank?

Alles in allem ein Krimi, der mich absolut begeistert hat und sein 5 Sterne mehr als redlich verdient.

Autor: Reinhard Kleindl
Buch: Baumgartner und die Brandstifter

Baerbel82

vor 2 Jahren

Schöne, emotionale Rezi;-)

clary999

vor 2 Jahren

Klingt richtig gut! Das Buch kommt auf meine WL! Tolle Rezi :)

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