Reinhard Kleist

 4.2 Sterne bei 82 Bewertungen
Autor von CASH - I see a darkness, Der Traum von Olympia und weiteren Büchern.
Autorenbild von Reinhard Kleist (©Anja Jung)

Lebenslauf von Reinhard Kleist

Kunst, die vielfach ausgezeichnet wurde: Reinhard Kleist, geboren 1970 in Hürth bei Köln, studierte Grafik und Design in Münster und lebt und arbeitet seit 1996 in Berlin, wo er sich heute mit den Comic-Zeichnern Fil, Mawil, Andreas Michalke und Naomi Fearn ein Atelier teilt. Er veröffentlichte zahlreiche Comics, unter anderem bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt, Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf Reinhard Kleist Illustrationen für Bücher und Plattencover. Darüber hinaus war er als Artdirector für Trickfilme tätig. Reinhard Kleist wurde für seine Comics bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Max und Moritz-Preis für »Lovecraft« (Ehapa) und für »Cash – I see a darkness«. Für »Cash« erhielt er zudem den PENG!-Preis sowie den Sondermann-Preis und war mit dem Band sowohl für den »Eisner-Award« als auch für den »Harvey-Award« nominiert. Mit »Der Boxer« gewann der Berliner Künstler den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie »Sachbuch«. Vor der Biografie des jüdischen Boxers schuf Reinhard Kleist die Comic-Biografie »Castro« und brachte im Vorfeld dazu das Reisetagebuch »Havanna – eine kubanische Reise« heraus.

Alle Bücher von Reinhard Kleist

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Cover des Buches Der Traum von Olympia9783551736390

Der Traum von Olympia

 (14)
Erschienen am 27.01.2015
Cover des Buches Castro9783551713810

Castro

 (11)
Erschienen am 30.05.2016
Cover des Buches Nick Cave9783551764669

Nick Cave

 (9)
Erschienen am 29.08.2017
Cover des Buches Der Boxer9783551786975

Der Boxer

 (7)
Erschienen am 29.05.2012
Cover des Buches Cash9783866158757

Cash

 (3)
Erschienen am 12.03.2011
Cover des Buches Havanna9783551734341

Havanna

 (3)
Erschienen am 30.10.2008
Cover des Buches Berliner Mythen9783551728159

Berliner Mythen

 (3)
Erschienen am 26.04.2016
Cover des Buches Berlinoir9783551751089

Berlinoir

 (2)
Erschienen am 03.09.2013

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Neue Rezensionen zu Reinhard Kleist

Neu

Rezension zu "Knock Out! (Graphic Novel)" von Reinhard Kleist

Ausdrucksstark und intensiv
Kapitel94vor 24 Tagen

Als ich mit Knock Out! begann, kannte ich die Geschichte von Emile Griffith nicht, was schade ist, da der Fall eigentlich von großer Bedeutung ist. Emile arbeitete in einer Hutfabrik und hatte großen Spaß daran, neue Kollektionen zu entwerfen, als ihn sein Chef – ein ehemaliger Amateur-Boxer – mit dem Ring bekannt macht. Er nahm Emile mit zum Training, ließ ihn ein paar Schläge üben und erkannte schnell, dass er sehr talentiert war. Emile war vom Boxen allerdings nicht so begeistert: Er wollte niemandem weh tun und verstand nicht, wie es Leuten Spaß machen konnte, sich gegenseitig zu verletzen. Doch seinem Chef zuliebe ließ er sich darauf ein und erkannte bald selbst, dass er außergewöhnlich gut war.


Er nahm an vielen Wettkämpfen und Meisterschaften teil, die er so gut wie alle gewann. Seine Siege halfen ihm außerdem bei seinem Job in der Hutfabrik – immer mehr Menschen kauften seine Kollektionen. Doch dann begegnete er Benny Paret und alles wurde anders. Bei ihrem ersten Kampf musste sich Paret geschlagen geben. Zutiefst in seinem Ego verletzt begann er, Griffith mit homophoben Beleidigungen außer Gefecht zu setzen. Und sein Plan zeigte Wirkung: Den zweiten Kampf gewann Paret. Doch die Beschimpfungen hörten nicht auf. Immer wieder nutzte Paret die Gelegenheit, Emile emotional zu schwächen. Bei ihrem dritten Kampf eskalierte dann alles: Emile zwang Benny Paret in eine Ecke und schlug immer wieder auf ihn ein. Seine Verletzungen waren so stark, dass er ins Koma fiel und wenige Tage später starb und Griffiths Leben änderte sich schlagartig – der ehemals gut gelaunte, beliebte Hutdesigner und talentierte Boxer wird zum Mörder und nicht nur seine Karriere droht zu zerbrechen.


Die Graphic Novel von Reinhard Kleist ist durchgehend in schwarz-weiß gehalten, was zum einen die Intensität der Geschichte unterstreicht, zum anderen aber auch zeigt, dass Emiles Leben genau das war: schwarz-weiß. Entweder Boxer in der Sportler- und Macho-Welt oder homosexueller Hutdesigner – vereinen konnte er seine beiden Leben nicht. In beeindruckenden Bildern zeigt Reinhard Kleist die Verwirrung und Unentschlossenheit Emiles, indem er sie teilweise vor dem Auge miteinander verschwimmen lässt. Die Pinselstriche sind in ernsten, energiegeladenen Situationen präzise und deutlich, in Momenten in denen Emile über sein Doppelleben und seine Handlungen nachdenkt sind sie ungenauer. Dies führt vor allem auch dazu, dass man als Leser eine viel engere Bindung zur Geschichte aufbauen kann und die Gefühle von Emile in sich aufsaugt. Das Vorsatz ist im Vergleich zum Rest der Graphic Novel farblich gestaltet: Zu Beginn in rot, man begleitet Emile in den Ring und bereitet sich auf den Kampf vor. Am Ende in blau, Emile sitzt verzweifelt auf einer Bank, geschockt, welche Konsequenzen der Sport und die Medien, die ihn umgeben, haben können. Rot und Blau – die Farbe der Wut, Gefahr und Dynamik vs. die Farbe der Ruhe, Kälte und Lüge. Ein Sport, zwei Emotionen. Ein Mann, zwei Leben.

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Rezension zu "Der Traum von Olympia" von Reinhard Kleist

Portrait einer somalischen Läuferin
Orishavor 6 Monaten

Samia will nur eines: Ihr Land noch einmal bei den Olympischen Spielen vertreten. Doch das ist einfacher gesagt, als getan: denn sie lebt in Somalia - dem ostafrikanischen Land, welches seit Jahrzehnten in einem Bürgerkrieg steckt, wo Gewalt alltäglich ist und Frauen eine bestimmte Rolle einzunehmen haben. Sport ist dabei nicht gern gesehen. Also entschließt sich Samia die Flucht nach vorne zu wagen und landet, nach eine Odyssee, am Mittelmeer, wo sie hoffnungsvoll ein Boot gen Europa besteigt.

Reinhard Kleist's biographisches Graphic Novel erzählt von Samia Yusuf Omar, einer somalischen Leichtathletin, die 2008 ihr Land bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten durfte. Angespornt von dieser Ehre, will sie es noch einmal wissen und visiert London als nächsten Austragungsort der Spiele an. Doch wie so viele, kann sie nicht einfach ins nächste Flugzeug steigen und sich vor Ort trainieren lassen: es fehlt an Geld, an Kontakten, an entsprechendem Sponsoring. Nicht mal die Nahrung, die eine Leistungssportlerin zu sich nehmen müsste, steht ihr zur Verfügung. All dieses schildert Kleist eindrucksvoll in diesem graphischen Büchlein. 

Eine wahre Geschichte, die anregen soll - wie Kleist im Vorwort schreibt - sich mit der Flüchtlingspolitik Europas, dem Massengrab "Mittelmeer" und die ausweglosen Lebensgeschichten jenseits des Meeres auseinander zu setzen. Ein nobles Ziel, das für mich aber nur bedingt aufgeht. Denn trotz der eindringlichen Bilder, trotz der wahren Geschichte, kann Kleist sein Anliegen nicht ganz transportieren. Zu abstrakt, eine fehlende Vorgeschichte Samias - man wird in die Ereignisse reingeschmissen - große Rückblicke sind nicht enthalten - sind zwei Punkte, die mir fehlten. Es bleibt eine reine "Nacherzählung", die gut gelungen ist - aber eben die emotionale Seite - für mich - nicht überliefern kann. 

Kurzum: Ein gutes Porträt der somalischen Sportlerin, dem es leider an emotionaler Tiefe fehlt.

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M

Rezension zu "Der Traum von Olympia" von Reinhard Kleist

Der Traum
m_b_659vor 6 Monaten

Ich fande das Buch so unglaublich und auch traurig Samia hatte  ein Traum  und sie kann es nicht mehr ausführen und  das macht mich sehr traurig da wir alle ein Traum haben und auch dafür Kämpfen wie Samia aber sie dafür mit ihrem Leben bezahlen musste 

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Reinhard Kleist wurde am 11. Februar 1970 in Hürth (Deutschland) geboren.

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