Reinhard Marx

 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Das Kapital, Kirche (über)lebt und weiteren Büchern.
Reinhard Marx

Lebenslauf von Reinhard Marx

Reinhard Marx ist Erzbischof von München und Freising und wurde am 21.09.1953 in Geseke geboren. Nach seinem Abitur im Jahre 1972, studierte er katholische Theologie in Paderborn und Paris. Zum Priester wurde Marx durch den Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt 1979 geweiht. Er war zunächst als Vikar in Arolsen und promovierte dann 1988 zum Doktor der Theologie. Am 21. Juni 1993 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Kaplan Seiner Heiligkeit. Seit 1996 ist er außerordentlichen Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät in Paderborn. Im gleichen Jahr wurde er auch zum Bischof geweiht. Als Wahlspruch seines Bischoftums wählte er „subi spiritus domini ibi libertas („Wo der Geist des Herrn herrscht, dort ist Freiheit“) aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther. Dies beschreibt den Hauptfokus seines Denkens und die zentrale Auseinandersetzung mit der menschlichen Würde. Für ihn darf die Rolle der Kirche nicht die eines moralische Wächters sein, sondern vielmehr die Güte Gottes verbreiten. Neben seiner Bischhofswürde hat Marx auch diverse Veröffentlichungen verfasst. Darunter auch „Christliche Sozialethik“ und „Gerechtigkeit ist möglich. Zwischenrufe zur Lage des Sozialstaats.“ Für sein neuestes Werk „Das Kapital. Eine Streitschrift.“ hat er jetzt den Wirtschaftsbuchpreis des Internationalen Buchpreises CORINE 2009 gewonnen.

Alle Bücher von Reinhard Marx

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Das Kapital

Das Kapital

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Erschienen am 01.06.2010
Kirche (über)lebt

Kirche (über)lebt

 (2)
Erschienen am 31.08.2015
glaube!

glaube!

 (1)
Erschienen am 16.09.2013
Christ sein heißt politisch sein

Christ sein heißt politisch sein

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Erschienen am 01.09.2011
Handbuch zur Qualifikationsrichtlinie

Handbuch zur Qualifikationsrichtlinie

 (0)
Erschienen am 05.05.2009
Ausländer- und Asylrecht

Ausländer- und Asylrecht

 (0)
Erschienen am 12.03.2008

Neue Rezensionen zu Reinhard Marx

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Rezension zu "Kirche (über)lebt" von Reinhard Marx

Ein kraftvoller Appell für eine glaubwürdige und zukunftsorientierte Kirche
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



In seinem neuen Buch präsentiert der Münchner Kardinal und enge Berater von Papst Franziskus, Reinhard Marx ein Plädoyer für die Erneuerung der katholischen Kirche. Keiner oberflächlichen Anpassung an die Moderne redet er das Wort, sondern einer geistlichen Offensive und einer radikalen Öffnung zur Welt.  Das Buch ist, obwohl es wohl in sehr kurzer Zeit geschrieben worden, alles andere als oberflächlich. Es ist eine tiefgehende Analyse der schwierigen gegenwärtigen Situation der Kirche und ein kraftvoller Appell für eine glaubwürdige und zukunftsorientierte Kirche
Die globalisierte Welt und die kulturell vielfältige Gesellschaft brauchen „ das Evangelium und die Kirche als kritische Wegbegleiterin, die sich nicht zurückzieht und sich nur an der Vergangenheit orientiert“. All denen, die dadurch die Substanz gefährdet sehen, sagt er: „Das Alter und die Autorität einer Institution schützen weder vor dem Niedergang noch reichen sie aus als Quelle der Erneuerung. Wer darauf baut, sollte sich eher bemühen, die Kirche zum Weltkulturerbe zu erklären.“ Kirche als Institution sei kein Selbstzweck. Sie sei eine Gemeinschaft, die sich auf die ganze Welt hin richtet, auf alle Menschen. Ihre Aufgabe: diesen Menschen die befreiende Botschaft des Glaubens nahe zu bringen.

Diplomatisch sehr geschickt versucht er durch seine Formulierungen möglichst viele Kritiker mit ins Boot zu nehmen und die Laien zu stärken:
„Der Weg der Erneuerung kann nur in einem neuen Miteinander, im Hören auf das Evangelium und in einer verstärkten, synodalen Suchbewegung gefunden werden.“
Er plädiert für eine größere Dezentralisierung, mehr Eigenständigkeit der Ortskirchen (die keine Filialkirchen Roms seien), bessere Verwaltungen und moderne Personalführung. „Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal hat uns da aufgerüttelt und sensibel gemacht für eine ordentliche, stringente Personalverwaltung und Personalführung.“

Alles in allem glaubt Marx fest daran, dass seine Kirche lebt und auch „über“ lebt. Die Familiensynode im Oktober wird zeigen, wie groß die Unterstützung des Klerus in den Fragen ist, die Marx so sehr umtreiben.

Ein wichtiges Buch, das ich als evangelischer Theologe mit großen Interesse und viel Zustimmung gelesen habe.


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Rezension zu "glaube!" von Reinhard Marx

Einladung zum Glauben
WinfriedStanzickvor 5 Jahren

Die Karriere des Münchener Erzbischofs Reinhard Marx ist steil. bislang aber von keinen Irritationen a la Mixa oder Tebartz van Elst überschattet. Ganz im Gegenteil. Seit 2008 ist er Erzbischof von München. 2010 wurde er zum Kardinal ernannt und 2013 nach der Wahl von Franziskus I. von diesem in eine achtköpfige Kardinalsgruppe  zur Beratung des Papstes bei der Leitung der Weltkirche berufen.

 

Schon in früheren Publikationen dieses aufgeklärten und eher zurückhaltenden Kirchenmannes wurde deutlich, dass der Gedanke der Freiheit und die Vereinbarkeit von Glauben und Vernunft im religiösen Denken von Reinhard Marx eine zentrale Rolle spielt.

 

So nimmt es auch nicht wunder, dass er in der hier vorliegenden, für jedermann absolut verständlichen kleinen Schrift mit dem Titel „glaube!“ den Philosophen Jürgen Habermas, der schon mit Josef Ratzinger über diese Fragen diskutiert hatte, aus dessen Buch „Zwischen  Naturalismus und Religion“ zustimmend und dann weiterführend zitiert:

„Religiöse Überlieferungen leisten bis heute die Artikulation eines Bewusstseins von dem, was fehlt. Sie halten die Sensibilität für Versagtes wach. Sie bewahren die Dimensionen unseres gesellschaftlichen und persönlichen Zusammenlebens, in denen noch die Fortschritte der kulturellen und gesellschaftlichen Rationalisierung abgründige Zerstörungen angerichtet haben, vor dem Vergessen. Warum  sollten sie nicht immer noch verschlüsselte semantische Potentiale enthalten, die, wenn sie nur in begründende Rede verwandelt und ihres profanen Wahrheitsgehaltes entbunden würden, eine inspirierende Kraft entfalten können?“

 

In einer sehr persönlichen Weise lädt Reinhard Marx seine Leser in dieser Schrift ein, sich auf den Glauben einzulassen, gerade indem er seinen Unglauben, seine Zweifel und seine Bedanken zulässt. Marx zeigt, dass schon bei den Jüngern Jesu der Unglaube ein zentrales Element ihres Glaubens war. Deswegen aber, oder wie ich hinzufügen möchte, wegen des Skandals um einen einzelnen narzisstisch gestörten Bischofs, ganz vom Glauben zu lassen,  entfernt mich von einer großen Kraft und  spirituellen Quelle. Ohne die mein Leben weniger reich, weniger wertvoll und weniger erfüllt wäre.

 

 

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Rezension zu "Das Kapital" von Reinhard Marx

Rezension zu "Das Kapital" von Reinhard Marx
Sophia!vor 8 Jahren

Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, liefert mit diesem Werk eine längst überfällige Kritik am Kapitalismus und somit an der gesamten Gesellschaft.
Wie der Untertitel "Ein Plädoyer für den Menschen" schon andeutet, geht es ihm in erster Linie um eine Neuorientierung an unverzichtbaren Werten. Der soziale Zusammenhalt soll eine wichtigere Rolle spielen, ebenso christliche Werte und moralische Tugenden. Nur so kann eine dauerhafte Gerechtigkeit gewährleistet werden.
Eine Gerechtigkeit, die alle Menschen umfasst und niemanden ausgrenzt.
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Das Ideal wäre eine Globale Soziale Marktwirtschaft, in der die Milleniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen erfüllt werden würden.
Eine Vorstellung, die weit von der Realität entfernt ist.
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Marx kritisiert aufs heftigste die Proftigier, Habgier und Rücksichtslosigkeit vieler Manager und Politiker, sowie alle Zustände, die das Wohl der Allgemeinheit aus den Augen verlieren.
Doch die Schuld lastet nicht nur auf den Schultern der Manager, sondern auf Vater Staat, der es so weit hat kommen lassen! Wo ist hier die Hilfe? Die Unterstützung? Die Regelung?
Ein idealer Staat, der die Bürger unterstützen und schützen soll, existiert in dieser Form schon lange nicht mehr. Eine bittere Realität... Statt Erleichterungen gibt es immer nur noch größere Belastungen und darunter leiden müssen in erster Linie die Schwachen, die Randgruppen.
Ein Skandal, ein Wort das Marx oft verwendet hat, ist meiner Meinung vielmehr das aktuelle Gesundheitssystem. Es schreit zum Himmel! Gesundheit ist doch das erste Recht aller Menschen und nur ein gesunder Mensch ist "kapitalistisch" wertvoll. So schwer zu verstehen ist das doch nicht.
Gesundheit wird zu einer Mangelware, der Zufall entscheidet ja fast schon über Leben und Tod und es kann nicht sein, dass (realer Fall) eine alleinerziehende Mutter höllische Schmerzensqualen aushalten muss, weil sie eine Rechnung von 3.000 Euro nicht bezahlen kann. Hier wäre erst einmal eine staatliche Regulierung und Kontrolle der Arzneimittelpreise erforderlich, DRINGEND!
Wenn Gesundheit gerecht für alle Menschen erhalten bleiben kann, dann sollte eine Umstrukturierung des Arbeitsmarktes erfolgen und schließlich die Familienpolitik, die dringend einer Erneuerung bedarf.
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Kinder sind das größte Geschenk und können nicht genug geschätzt werden!!!
Wer sich liebevoll um seine Kinder kümmert, erfüllt eine bessere Aufgabe, als der reichste Manager.
Kinder sind die beste Investition nicht nur in unsere Gesellschaft, sondern in unsere Zukunft. Wer das nicht erkennt, dem ist nicht mehr helfen!
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Ich kann bei dieser Rezension nicht sachlich bleiben, ich rege mich zu sehr über die Missstände auf, die nicht behoben werden! Alles ist zu kurzsichtig, es wird nicht weit genug gedacht. Was morgen ist, spielt keine Rolle. Was aus den Menschen wird, spielt keine Rolle. Jeder ist sich selbst der Nächste! Na dann, gute Nacht liebe Kinder.
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Fazit: Guter Text, der konkrete Missstände kritisiert! Hoffentlich geschieht ein Wunder und die Verantwortlichen wachen endlich auf! Der Wert des Lebens ist höher als jedes Kapital!

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Reinhard Marx wurde am 20. September 1953 in Geseke (Deutschland) geboren.

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