Reinhard Radke Serengeti

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Inhaltsangabe zu „Serengeti“ von Reinhard Radke

Die Serengeti – eine großartige, unberührte Landschaft – erstreckt sich viele hundert Kilometer vom Kraterhochland Tansanias bis an die nördlichen Ausläufer des Schutzgebietes in Kenia. Sie ist die Bühne, auf der sich seit Jahrtausenden ein dramatisches Naturschauspiel ereignet: die 'Great Migration', die große Wanderung der Gnus. Der renommierte Tierfilmer und Zoologe Reinhard Radke hat einen eindrucksvollen Kinofilm gedreht, der im Herbst in die Kinos kommt. Während der Film durch die Kraft der Bilder den Zuschauer in seinen Bann zieht, bietet das Buch zusätzlich zu den schönsten Aufnahmen eine faszinierende Schilderung der biologischen und ökologischen Zusammenhänge und zeichnet ein mitreißendes Porträt des Nationalparks und seiner Bewohner.
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  • Sirinket - das weite Land

    Serengeti
    R_Manthey

    R_Manthey

    28. June 2015 um 16:58

    Als der Autor dieses Buches 13 Jahre alt war, kam er zum ersten Mal mit dem Buch "Serengeti darf nicht sterben" von Bernhard Grzimek in Kontakt. Offenbar ließ ihn die einmal geweckte Begeisterung nie wieder los, denn nun drehte er selbst einen Kinofilm über diesen berühmten afrikanischen Nationalpark und legt parallel zu dessen Veröffentlichung diesen lehrreich kommentierten Bildband vor. Gleich am Anfang treffen wir auf ein Bild, das die Faszination der Serengeti nicht besser verdeutlichen könnte: ein weiter flacher Landstrich, Grasland bis zum Horizont und für das europäische Auge unvorstellbar viele Gnus, die dort weiden. Bereits 1929 wurde ein Teil dieser Grasländer unter Schutz gestellt. Zwei Jahrzehnte später kam es zu einer Vergrößerung dieser Schutzzone und zu erheblichen Jagdverboten. Die Gnus, deren Bestand über die Zeit heftig schwankte, streifen heute im Rhythmus der Regenzeiten zu Hunderttausenden auf der Suche nach Nahrung und Wasser durch ein Gebiet von über 25.000 Quadratkilometern, oft auch über die Grenzen des Nationalparks hinaus. Im Buch gibt es zahlreiche Fotos dieser beeindruckenden Herden und ihrer Wanderungen. Radkes Werk besteht im Wesentlichen aus Bildern, die durch kurze, aber sehr informative Texteinschübe abgelöst werden. Bei der Beschreibung des Nationalparks folgt der Autor der Geografie von Süden nach Norden. Dabei beginnt er mit dem Kraterhochland von Tansania mit seinen über 3000 Meter hohen und teilweise noch aktiven Vulkanen. Anschließend stellt er uns die Masai vor, deren Stammesgebiet unterhalb der Vulkane liegt. Die Masai nennen das Gebiet, in denen ihre Weiden liegen, Sirinket, was so viel wie "weiter, offener Platz" bedeutet. Die Europäer machten dann daraus "Serengeti". In dieser durch vulkanische Mineralien fruchtbar gewordenen Grasssavanne dominieren die Gnus. Dort leben aber auch - neben den wenigen Raubkatzen - noch zahlreiche andere Tierarten, die uns der Autor in vielen Fotos und Erklärungen nahe bringt. Weiter in Richtung Norden findet man dann ein Gebiet, das aus dichtem Gestrüpp besteht und eine völlig andere Welt beherbergt als die weitläufige Grassavanne. Das ist das Herz der Serengeti, in dem Elefantenherden, Antilopen und natürlich auch die verschiedenen Großkatzen leben. Doch auch die Gnus müssen auf ihrer Wanderung hier hindurch. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit den Wasseradern der Serengeti. Hier zeigt der Autor, dass es komplizierte Konflikte rund um den Nationalpark gibt. Neben einer geplanten Asphaltstraße, die den Park durchschneiden würde, aber den Fischern auf der einen Seite einen riesigen Umweg zu ihren Märkten auf der anderen Seite ersparen würde, existiert eine weitere Bedrohung. Auf der Suche nach Ackerland holzen kenianische Bauern die Mau-Wälder außerhalb des Parks ab, in denen der Mara-Fluss entspringt. Er führt deswegen weniger Wasser und trocknet nun auch gelegentlich aus, was zu erheblichen Konsequenzen für die Tierwelt in der Serengeti führt. Im Weiteren lernen wir die dunklen Galeriewälder um den Grumeti-Fluss mit ihren Bewohnern kennen. Das Buch endet mit einer Vorstellung der mehr durch einen Zufall zum Nationalpark gekommenen nördlichen Gebiete, die einen Endpunkt der Gnu-Wanderungen bilden. Abschließend wird uns noch einmal die Gilde der Raubtiere in der Serengeti vorgestellt. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann hätte ich mir nicht nur eine Übersichtskarte am Anfang gewünscht, sondern auch eine bildliche geografische Einordnung der einzelnen Gebiete im Text. Fazit. Ein gelungener, didaktisch klug angelegter und sehr informativer Bildband mit vielen eindrucksvollen Fotos. Das Buch ist zwar zusammen mit dem Film entstanden, setzt ihn aber nicht voraus.

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