Reinhard Trinkler

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Falco.

Lebenslauf von Reinhard Trinkler

Reinhard Trinkler, geboren 1987, lebt als Maler und Illustrator in Niederösterreich. Er zeichnete u. a. Comic-Hefte zu »Kottan ermittelt«, wöchentliche »Kottan«-Comicstrips im »Wiener Bezirksblatt«, hatte Ausstellungen seiner Porträts in Wiener Theatergalerien, arbeitete mit Heidi Baratta und Paulus Manker zusammen. Zuletzt bei Amalthea erschienen: »Der Blöde und der Gscheite. Die besten Doppelconférencen« (2014), »Der Herr Karl« (mit Christian Qualtinger, 2014), »Sisi. Die unsterbliche Kaiserin« (mit Christian Qualtinger, 2016), »Die Habsburger. Das etwas andere Ausmalbuch« (2016) und »Falco. Die Legende lebt« (2017)

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Reinhard Trinkler

Cover des Buches Falco (ISBN: 9783990500781)

Falco

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Erschienen am 31.01.2017
Cover des Buches Der Bankert vom Naschmarkt (ISBN: 9783990501030)

Der Bankert vom Naschmarkt

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Erschienen am 01.09.2017
Cover des Buches Sisi (ISBN: 9783990500330)

Sisi

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Erschienen am 04.04.2016
Cover des Buches Kottan ermittelt: Die Einteilung (ISBN: 9783902676658)

Kottan ermittelt: Die Einteilung

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Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Der Talisman (ISBN: 9783902494757)

Der Talisman

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Erschienen am 05.02.2015
Cover des Buches Kottan ermittelt: So long, Kottan (ISBN: 9783902676597)

Kottan ermittelt: So long, Kottan

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Erschienen am 15.11.2010
Cover des Buches Heinz Fischer und die Zweite Republik (ISBN: 9783800076550)

Heinz Fischer und die Zweite Republik

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Erschienen am 12.10.2016

Neue Rezensionen zu Reinhard Trinkler

Cover des Buches Der Bankert vom Naschmarkt (ISBN: 9783990501030)A

Rezension zu "Der Bankert vom Naschmarkt" von Gerhard Loibelsberger

Bildgewaltiger k.u.k. Monarchie-Krimi
awogflivor 4 Jahren

Im Jahr 1911 wird auf dem  Wiener Naschmarkt,  einer auch noch heute sehr beliebten Sehenswürdigkeit, ein erfrorenes Baby gefunden. k.u.k. Polizeiinspector Joseph Maria Nechyba, ein korpulenter Genussmensch, wird mit dem Fall betraut und klärt mit viel Herz und Hirn dieses und andere Verbrechen auf.

Gerhard Loibelsberger, der mit der Figur des Inspectors schon eine erfolgreiche Reihe von klassischen Krimis im Gmeiner-Verlag entwickelt hat, ist mit dieser innovativen Graphic Novel, gezeichnet von Reinhard Trinkler, ein wundervoller Einblick in das historische Wien gelungen. Fernab vom Kitsch der Sisi-Filme wird das wahre Wien zur Zeit von Kaiser Franz Josef geschildert.

Die stimmungsvollen Bilder von Trinkler lassen die Zeit vor dem ersten Weltkrieg sehr authentisch wiederauferstehen. Im Milieu des sechsten und siebten Wiener Gemeindebezirks mit seinen mondänen Jugendstilhäusern auf der einen Seite der Wienzeile und den Arbeiterquartieren auf der anderen Seite des Naschmarktes werden die Archetypen dieser Zeit großartig aber mitunter auch sehr uncharmant bis unbarmherzig skizziert: Die Marketenderin Roserl, der man bis zum Gaumenzapferl in den schreienden Schlund sehen darf, als sie das erfrorene Baby findet, das überhebliche Ehepaar von Odenthal, denen die Bosheit und der Sadismus, mit dem es ihrem Personal begegnet, am Gesicht abzulesen ist, der Bandlkramer Giulio, dem man seine Alkoholsucht auf den ersten Blick durch die blutunterlaufenen Augen ansehen kann ... Das ist zwar nicht hübsch aber grandios; die Armut der dienenden Unterschicht im Gegensatz zu den Hochwohlgeborenen wird gekonnt in Szene gesetzt. Lediglich Inspector Nechyba, seine geliebte Ehefrau Aurelia und der Kaiser Franz Josef sind in dieser Geschichte sehr wohlwollend gezeichnet. Leider hat mich diese grafische Überstilisierung, die mich im Rahmen der Figurenentwicklung so begeistert, bei der Darstellung der Gebäude ein bisschen gestört – hätte ich doch glatt das Polizeihauptquartier im zweiten Bezirk, die Rossauerkaserne, an der ich mindestens einmal wöchentlich vorbeifahre, nicht erkannt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Der eigens von Loibelsberger für die Graphic Novel entwickelte Kriminalfall ist - obwohl kurz - dennoch sehr spannend. Im Stakkato kann der Leser spannendes Mörderraten spielen, denn der Verdächtigen, die das Baby scheinbar kurz in ihrer Obhut hatten, gibt es unzählige. Auch die Auflösung der Kindestötung ist sehr gut entwickelt. Lediglich das Motiv für den zweiten Mord erschloss sich mir einfach nicht so richtig.

Fazit: Ein guter Krimi - grandios grafisch in Szene gesetzt – sehr innovativ. In dieser Qualität ist es ein herrliches Vergnügen, in das Genre der Graphic Novel einzutauchen.

* Vielleicht sollte ich auch noch den österreichischen Dialektausdruck Bankert im Titel dieser Graphic Novel näher erklären: Bankert ist eine altmodische abfällige Bezeichnung für ein uneheliches Kind, das quasi auf einer Bank gezeugt wurde.

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Cover des Buches Falco (ISBN: 9783990500781)I

Rezension zu "Falco" von Reinhard Trinkler

Er war Superstar, er war so populär…
Igelmanu66vor 5 Jahren

»Ich als Wiener soll eine Nummer über Mozart singen? Ich arbeite ja nicht fürs österreichische Fremdenverkehrsamt.« »Dort kannst du arbeiten, wenn du den Song nicht machst. Wir brauchen einen neuen Hit.«

 

„Rock me Amadeus“ gehört wohl zu der Sorte von Liedern, die einen weltweit enorm hohen Bekanntheitsgrad haben. Noch heute hält der 1985 erschienene Song einen Rekord: Kein anderer deutschsprachiger Titel stand je an der Spitze der US-Charts. Der Künstler dahinter wäre am 19. Februar 2017 sechzig Jahre alt geworden…

 

Diese Biographie in Form einer Graphic Novel erzählt das Leben von Johann Hölzel, aus dem die weltweit bekannte Kunstfigur Falco wurde. Alle wichtigen Stationen seines Lebens werden aufgeführt, sehr schön wird gezeigt, wie aus dem hochmusikalischen Kind ein sensibler Künstler wurde, der sich nach Weltruhm sehnte. Einige Bereiche wurden aber leider nur mit gerade mal 1-2 Bildern erwähnt, da hätte ich mir manchmal intensivere Einblicke gewünscht.

Falcos Weg war von enormen Höhen gekennzeichnet, aber auch von wiederkehrenden Abstürzen. Misserfolge oder privater Kummer warfen ihn regelmäßig völlig aus der Bahn, die Drogen taten ein Übriges. Geradezu klassisch auch das Problem, das häufig auf einen Riesenerfolg folgt: Alles wird an diesem Megaseller gemessen, der Wunsch nach einer künstlerischen Weiterentwicklung oder einem noch größeren Erfolg scheint schwierig bis unmöglich.

Am 6. Februar 1998 endete Falcos irdisches Dasein durch einen Autounfall und sein unsterbliches als Kultfigur und Besitzer eines zur Pilgerstätte gewordenen Ehrengrabs auf dem Wiener Zentralfriedhof begann.

 

Die Graphic Novel zeigt sich schrill und facettenreich wie Falcos Leben. Verschiedene Stile wechseln bei den Zeichnungen ab, manche sind schwarzweiß, andere grellbunt, manche aufwändig und detailreich, andere stark vereinfacht. Ich bin kein Kunstkenner, kann nur sagen, ob mir ein Bild gefällt oder nicht. Das war bei den sehr unterschiedlichen Stilrichtungen beinahe zwangsläufig nicht der Fall. Ich spekuliere, dass dieser Abwechslungsreichtum ein Stilmittel sein sollte, um die gleichfalls sehr verschiedenen Seiten des Mannes zu zeigen, der ständig zwischen dem Menschen Johann Hölzel und der Kunstfigur Falco schwankte.

 

Fazit: Ein schrilles Leben dargestellt in ausdrucksstarken Bildern. Für Fans ein Muss.

 

»Weisst du, eigentlich ist mein Leben jetzt vorbei. Mehr als eine Nummer 1 in Amerika kann ich nicht erreichen – und noch einmal eine Nummer 1, das schaffe ich nicht.«

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Cover des Buches Falco (ISBN: 9783990500781)A

Rezension zu "Falco" von Reinhard Trinkler

Hello - Vienna Calling
awogflivor 5 Jahren

Heute wäre Hansi Hölzl aka FALCO 60 Jahre alt geworden. Weiters jährte sich sein Todestag am 6. Februar zum neunzehnten Mal. Bei uns in Österreich wurde aus diesem Grund gleich der ganze Monat zum Gedenken an den Popstar ausgerufen – Vernissagen in Wien, Gedenkfeiern, Dokumentationen, Filmportraits etc… feiern derzeit fröhliche Urständ. Der Autor Reinhard Trinkler hat sich zu diesem Anlass etwas ganz besonderes dazu einfallen lassen: die Falco Biografie als Graphic Novel. Nun stellt sich die Frage: War das eine gute oder eine schlechte Idee?

Eines muss ich bei dieser Rezension gleich vorwegschicken, damit Ihr meine Beurteilungen auch gleich im richtigen Licht interpretieren könnt: Erstens kenne ich mich im Genre Graphic Novel nicht so gut aus, ich kann also die Zeichnungen nicht ganz so gut beurteilen, wie es für Profis nötig wäre, sondern nur feststellen, ob sie mir gefallen oder nicht. Zweitens ICH BIN EIN FAN – und nicht so ein lascher „Falco war schon sehr gut – Fan“ der den Künstler erst nach den Hitparadenerfolgen vom Kommissar oder Rock me Amadeus entdeckte, sondern ein richtig leidenschaftlicher seit den 80er Jahren. Seitdem der Falke bei einem Drahdiwaberl-Konzert für den Stefan Weber, der sich in jedem Song in ein neues Outfit warf und dafür einen Pausenfüller brauchte, „Ganz Wien“ sang, war es um mich geschehen. Insofern könnte es natürlich sein, dass die schwarze Ray-Ban Brille, die ich mir immer aufsetze, wenn es um Falco geht, mich etwas meiner ansonsten gut ausgeprägten Kritikfähigkeit beraubt.

Aber wie gefällt mir nun die Biografie im Comic Style? Ich liebe sie!!! Die wichtigsten Stationen Falcos, sowohl beruflich als auch privat, sind erstens vollständig vorhanden und zudem wundervoll beschrieben bzw. gezeichnet. Wer glaubt, die gefühlsduseligen Szenen mit seiner Mutter, seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter wären zur rührselig übertrieben, dem sei gesagt, das arrogante Arschloch existierte vor allem als Rolle, um der feinen koksenden Wiener Gesellschaft und der Musikindustrie der 80er Jahre einen grauslichen Zerrspiegel vorzuhalten. Wenn ich mir denke, wie viele „Falco-Typen“ damals im Wiener Bermudadreieck durch die Lokale gezogen sind, so war es absolut notwendig, dass endlich einer kam, um diese Szene durch Überspitzung einer unsympathischen Prototypfigur – auch Wiener Schnösel genannt – mal ordentlich zu verarschen. Privat war Falco meist ganz anders und wohnte ja auch lange nicht in Wien sondern mit seiner Familie bei mir in der Nähe auf dem Land in Gars am Kamp.

Zeichnerisch und inhaltlich sehr innovativ gefällt mir am Comic von Reinhard Trinkler am besten, dass einige der wichtigsten Lieder als Zeichnungen verewigt sind, und teilweise mehrere Strophen der Songs als Text in die Grafik einfließen. Der Zeichenstil ist wie bei vielen modernen Grafischen Novellen ein bisschen wie ein Wimmelbild angelegt, sodass der Leser auch beim erneuten Lesen noch etwas Neues entdecken kann. Für eine komplette Biografie fehlen natürlich einige Hintergrundinformationen, aber das kann ja auch gar nicht der Anspruch dieser grafischen Ausdrucksform sein. Auf jeden Fall wurden die wichtigsten und wesentlichsten Meilensteine grandios dargestellt. Wer nun interessiert ist, und Falco auch abseits seines Images näher kennenlernen will, dem empfehle ich die sehr gute und relativ aktuelle Filmdokumentation von  bei Dolezal&Rossacher   über das Wesen von Falco. Seit dieser Woche gibt es eine grandiose brandneue Doku von Rudi Dolezal – Die ulitmative Doku zum 60. Geburtstag, die tatsächlich neue Fakten zu den letzten Jahren und zum Tod des Musikers ausgegraben hat (Ausstrahlung Deutschland: 19.2. Kabel 1 20:15).

Fazit: Für einen Falco-Fan das absolute Must-Have zum Jubiläum, für Liebhaber des Genres Graphic Novel aber auch nicht schlecht.

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