Reinhold Neven Du Mont

 3.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Villa, Der Maskensammler und weiteren Büchern.

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Reinhold Neven Du MontDie Villa
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Die Villa
Die Villa
 (3)
Erschienen am 01.04.2011
Reinhold Neven Du MontDer Maskensammler
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Der Maskensammler
Der Maskensammler
 (1)
Erschienen am 25.08.2011
Reinhold Neven Du MontGebrauchsanweisung für Köln
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Gebrauchsanweisung für Köln
Gebrauchsanweisung für Köln
 (1)
Erschienen am 01.10.2004
Reinhold Neven Du MontMit Büchern und Autoren
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Mit Büchern und Autoren
Mit Büchern und Autoren
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Erschienen am 10.03.2016

Neue Rezensionen zu Reinhold Neven Du Mont

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PaulTemples avatar

Rezension zu "Die Villa" von Reinhold Neven Du Mont

Rezension zu "Die Villa" von Reinhold Neven DuMont
PaulTemplevor 7 Jahren

Der 21jährige Student Robert verbringt im Rahmen seiner Semesterferien drei Monate im Sommer 1952 bei den Lauterbachs, einer vermeintlich wohlhabenden Familie mit Villenbesitz. Beim Aufräumen der Bibliothek stößt er auf Tagebücher der ehemaligen Hausherrin und stößt mitten hinein in ein Familiengebilde, das von Neid, Betrug und Eifersucht geprägt ist.
Ich fühlte mich beim Lesen unweigerlich an die Schriftstellerfamilie Mann erinnert. Sehr schön geschrieben, mit Wortwitz und einer großen Portion deutscher Geschichte von den 1920ern bis hin zu den Wirtschaftswunderjahren. Empfehlenswert!

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Rezension zu "Der Maskensammler" von Reinhold Neven Du Mont

Rezension zu "Der Maskensammler" von Reinhold Neven DuMont
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Während ihm bei seinem letzten sehr erfolgreichen Roman „Die Villa“ das dort beschriebene Milieu genau bekannt gewesen sei, habe er für seinen neuen hier vorliegenden Roman sich mit umfangreichen Recherchen in eine völlig neue und unbekannte Materie einarbeiten müssen, schreibt der Autor von „Der Maskensammler“.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich sein ganzes Leben nicht wirklich in der Welt zurechtfindet. Er heißt Bernhard, ist achtundzwanzig Jahre alt und studiert im sechzehnten Semester Ethnologie. Sein Vater, von dem er finanziell abhängig ist, kritisiert bei jeder Gelegenheit seine Unfähigkeit, die Verantwortung für seine Zukunft zu übernehmen und stellt ihm schließlich ein Ultimatum: Entweder Bernhard findet sich bereit, etwas Vernünftiges, nämlich eine Banklehre, zu machen, oder er streicht ihm die monatlichen Zuwendungen. Zwölf Stunden hat Bernhard Zeit, sich zu entscheiden. Stimmt er zu, bekommt er aus dem Erbe 100.000 Mark, lehnt er ab, geht er für immer leer aus. Nach einer heftigen Auseinandersetzung erklärt sich Bernhard mit dem väterlichen Vorschlag einverstanden. Als ihm der befreundete Bankier, wo er auch die Lehre machen soll, den Scheck überreicht, nötigt er diesen, die Lehre erst sechs Wochen später beginnen zu lassen. Bernhard nutzt diese Zeit und plant seine Flucht aus Deutschland. Er will nach Südostasien um die dortige Kultur zu studieren, hauptsächlich aber will er dem Vater entfliehen. Nachdem er unter etwas schwierigen Bedingungen von den Nazibehörden seine Papiere bekommen hat, schifft sich Bernhard von Riederer Ende August 1939 in Rotterdam ein. Um ihn herum beginnt ein grausamer Krieg, doch Bernhard nimmt davon keine Kenntnis. An Bord der „Sindaro“, einem Frachtschiff, das auch einige Dutzend Passagiere mitgenommen hat, lernt er Dr. Ulrich Holzer kennen, ein Mann jüdischer Abstammung, der im weiteren Verlauf des Romans noch mehrfach eine Rolle spielen wird. Von ihm erfährt Bernhard die Geschichte seines Vaters. Als Professor der Germanistik an der Kölner Universität hatte Egon von Riederer an der Bücherverbrennung im Mai 1933 nicht teilgenommen. Er hatte sich zu von den Nazis verfemten Schriftstellern bekannt und war entlassen worden.

Nach den ruhigen Wochen auf dem Schiff erschreckt Bernhard in Batavia das Chaos der großen, fremden Stadt. Weil das Schiff erst repariert werden muss, suchen sich Ulrich Holzer und Bernhard ein Hotel, in dem sie sich aber nicht sicher fühlen. Auf Vermittlung eines Zoll- und Polizeibeamten, einer Mischung aus Schutzengel und Bewacher, finden sie schließlich eine bessere Unterkunft. In einem Café lernt Bernhard Antje kennen lernt, eine Holländerin, die in Batavia ihre javanesische Mutter besucht. Was er nie für möglich gehalten hätte, er verliebt sich in sie und zusammen besuchen sie eine Dukun, eine Art Wahrsagerin, die ihm sagt, er solle „in dieser Frau zum Mann werden.“ Zusammen ziehen sie aufs Land. Bernhard ist glücklich wie nie zuvor in seinem Leben und vielleicht auch nicht danach. Während Holzer bald mit dem Schiff abfährt, bringt Antje immer wieder einen Freund mit ins Haus.
Als Bernhard endlich begreift, was die beiden miteinander treiben, flüchtet er aus dem Haus und beschließt, nach Hause zurückzukehren, auch deshalb, weil sein Vater erkrankt ist. Kurz vor seiner Abreise teilt ihm Antje mit, dass sie von ihm schwanger ist.
Nach Hause zurückgekehrt, tobt um ihn herum ein Krieg, den er kaum wahrnimmt. Er bezieht das elterliche Haus Diana wieder und Kathrin, die Tochter der Hausmeisterin seines Vaters, unterstützt ihn im Haushalt. Die aus Java mitgebrachten Masken und Schattenspielfiguren hängt er im Wohnzimmer an die Stelle der väterlichen Jagdtrophäen. Mit jedem Jahr mehr lebt er mit und in diesen Masken, die für ihn und mit ihm sprechen. Irgendwann zeugt er mit Kathrin ein Kind. Diese Ursula wird schon bald die zweite Hauptfigur dieses Romans und Reinhold Neven Du Mont wandert mit ihr durch die frühe Geschichte der Bundesrepublik bis zur Studentenbewegung, die Ursula als Studentin in München erlebt. Das, was ihr sonderlicher Vater sein ganzes Leben lang bis zu seinem tragischen Ende nicht schaffen wird, ihr gelingt es: sie findet, nach einigen sehr schmerzhaften Erfahrungen in ihr eigenes Leben hinein und ihre Identität als eine Frau, die Frauen liebt.
Neven Du Mont, verliert aber, indem er Ursula folgt, Bernhard nie ganz aus dem Blick, ein seltsamer Mann, dem er aber mit jeder Seite näher kommt und den er, bei aller Lebensfremdheit, doch als einen beeindruckenden und letztendlich liebesfähigen Menschen darstellt, der in seiner Identität irgendwann mit seinen Masken verschmilzt. Auch Ulrich Holzer taucht mehrfach in der Handlung wieder auf, und verhilft Bernhard zu einem Auftrag, bei dem er seine Expertise für Masken einsetzen kann.
Bernhard selbst ist mir im Gegensatz zu seinem Schöpfer eher fremd geblieben. Dafür hat mich die Figur der Ursula sehr beschäftigt und bewegt, die nicht nur ihr eigenes Leben auf die Reihe bekommt, sondern der am Ende des Buches noch so etwas gelingt wie ein erfolgreiche Familienrekonstruktion.
Ein spannender und bewegender Roman, der seinen Leser nicht nur mit ganz besonderen Protagonisten vertraut macht, sondern ihn auch mitnimmt auf eine Reise durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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