Eine verzweifelte Mutter erscheint in der Gendamerie von Le Lavandou und meldet, dass ihre vierjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn aus ihrem Auto verschwunden sind, als sie kurz etwas im Supermarkt besorgen wollte. Eine sofort eingesetzte Suchaktion bringt keinen Erfolg, und kurz darauf gibt es eine Lösegeldforderung.
Der neunte Band der Reihe macht es den Ermittler:innen nicht leicht, Fälle, bei denen Kinder betroffen sind, sind immer besonders bedrückend, auch für die Leser:innen, zumindest mir geht es so. Der Protagonist der Reihe, der Gerichtsmediziner Leon Ritter, hofft daher auch, außer für DNA-Spuren und ähnlichem, möglichst nicht einbezogen werden zu müssen.
Es gibt einige Erschwernisse, dafür aber eine ganze Reihe Verdächtiger, die nach und nach aber wieder von der Liste gestrichen werden müssen. Es vergeht Tag für Tag und die Ermittlung tritt größtenteils auf der Stelle. Es gibt zwar Ereignisse, die mit dem Fall zu tun haben, aber nicht alle bringen das Team weiter. Die Zeit drängt, man will die Kinder schließlich lebend finden. Wahrscheinlich wäre hier schon weniger mehr gewesen.
Lesen lässt sich das alles gar nicht so schlecht, aber hin und wieder hatte ich doch das Gefühl von Unstimmigkeit, was auch bis zum Ende für mich nicht aufgelöst wird. Gestört hat mich das völlig unnötige und aufgesetzt wirkende „Prickeln“ zwischen Leons Lebensgefährtin und stellvertretender Leiterin der Gendarmerie, Isabelle Morell, und ihrem ehemaligen Geliebten, der als Staatsanwalt der Ermittlergruppe zugeordnet wird. Auch der Showdown war für mich zu viel des Guten. Die Auflösung an sich kann ich aber schon nachvollziehen, ich hatte tatsächlich schon selbst in diese Richtung gedacht, man hätte aber auch weniger spektakulär zum Schluss kommen können.
Leider ist das nicht der erste Band der Reihe, der mir nicht mehr so gut gefallen hat, mir gibt es hier zu viele Unstimmigkeiten, und ich denke, man hätte hier auf das Pseudoproblem Isabelles gut verzichten können, dann lieber weniger Privates. Schade, die Reihe hat deutlich bessere Bände zu bieten.
Remy Eyssen
Lebenslauf
Spannendes aus der Provence: Remy Eyssen ist 1955 in Frankfurt am Main geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung arbeitete er als Redakteur für die Münchner Abendzeitung und veröffentlichte Artikel in unterschiedlichen Magazinen und Zeitungen.
Anfang der Neunziger Jahre begann er, auch Drehbücher zu schreiben. Dabei handelte es sich zumeist um Skripte für Krimi- und Thrillerserien wie „Ein Fall für zwei“ oder „Die Rosenheim-Cops“.
Die dabei gesammelte Erfahrung wendet er heute beim Schreiben seiner Kriminalromane an. 2015 erschien sein Debüt, „Tödlicher Lavendel“, das den Auftakt zu einer Serie um den Rechtsmediziner Leon Ritter darstellt, die in der Provence spielt.
Alle Bücher von Remy Eyssen
Dunkles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 6)
Verhängnisvolles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 7)
Mörderisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 5)
Gefährlicher Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 3)
Das Grab unter Zedern (Ein-Leon-Ritter-Krimi 4)
Schwarzer Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 2)
Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
Tödlicher Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 1)
Neue Rezensionen zu Remy Eyssen
Die Mutter von Lucas und Louisa meldet ihre beiden kleinen Kinder bei der Polizei als vermisst. Offensichtlich handelt es sich um einen Entführungsfall. Der Gerichtsmediziner Leon Ritter und seine Partnerin Capitaine Isabelle Morell von der Gendarmerie La Lavandou nehmen mit ihren Kollegen die Ermittlungen auf.
Ich muss gestehen, dass ich von diesem Buch mehr erwartet habe. Der Spannungsbogen wird zwar sehr hoch gehalten, aber ansonsten hatte ich so meine Mühe beim Lesen. Vor allem haben mich die unendlich vielen kurzen Kapitel (90 Kapitel auf 525 Seiten) gestört. Ebenfalls fand ich die vielen Nebenschauplätze, wie z. Bsp. den italienischen Fahrer des Transporters mit den Imitaten großer Labels oder den Kapitän der Fähre, total unnötig.
Den größtenteils sachlichen Schreibstil fand ich sehr gut, außer wenn der Autor plötzlich kitschig klingende Sätze eingestreut hat. Das passt irgendwie nicht zum Thema, immerhin handelt es sich um eine Kindesentführung. Die Ortsbeschreibungen haben mir gut gefallen, da ich die Gegend kenne. Auch die Personenbeschreibungen der wichtigsten Protagonisten sind schlüssig.
Der Schluss ist allerdings meiner Meinung nach übertrieben dramatisch.
Alles in allem kann ich dieses Buch nur bedingt empfehlen, deshalb auch nur die drei ***
Als eine junge Mutter bei der stellvertretenden Polizeichefin Isabelle Morell in der Wache ihre beiden Kinder als vermisst meldet, wird sofort mit einer fieberhaften Suche begonnen. Nur ganz kurz hatte sie die Kleinen im Auto gelassen und als sie wieder zurück war, fehlte von den Kindern jede Spur. Auch Leon Ritter, der Rechtsmediziner und Isabelles Lebensgefährte wird mit einbezogen. Vielleicht sind in der Umgebung irgendwelche Spuren des Geschwisterpaares zu finden. Die Eltern sind verzweifelt, doch sie schaffen es nicht, sich gegenseitig zu unterstützen. Und immer mehr kommt der Verdacht auf, dass Lucas und Louisa möglicherweise auch entführt wurden.
Bereits zum neunten Mal nimmt Leon Ritter, der einst aus Deutschland in die Provence kam, an den Ermittlungen zu einem verzwickten Fall Teil. Mit Isabelle führt er eine gefestigte Beziehung. Doch bald wird Isabelles Tochter ausziehen, um zu studieren. Wie wird es dann wohl werden?. Allerdings hat nun die Suche nach den verschwundenen Kindern die oberste Priorität. Es ist allen klar: mit sieben und vier Jahren sind die Geschwister viel zu jung, um lange alleine überleben zu können. Die Zeit drängt außerordentlich und es geht nicht richtig voran. Es ist wie verhext.
Was diese Reihe sehr lesenswert macht, ist zum einen das Setting in einer schönen Landschaft mit etwas speziellen und liebenswerten Bewohnern und zum anderen das Team aus Isabelle und Leon. Als Paar haben sie erfrischend normale Probleme und bei der Herangehensweise an die Fälle ergänzen sie sich gut. Wenn man sich mit Kindern als Opfer etwas schwer tut, verlangt einem dieser Fall schon einiges ab. Natürlich hofft man, dass die Kinder lebend gefunden werden. Aber da hat der Autor einige Kniffe eingebaut, die es einem nicht leicht machen, mitzuraten. Auch die Ermittler haben es schwer. Verschiedene Sackgassen müssen sie durchschreiten, bis sich endlich auftut, was wirklich geschehen ist. Nach dem spannenden Finale denkt man, es ist vielleicht nicht ganz der beste Band der Reihe, aber das liegt, wie vorher erwähnt auch an einem selbst.
3,5 Sterne
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