Tödlicher Lavendel

von Remy Eyssen 
4,0 Sterne bei49 Bewertungen
Tödlicher Lavendel
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Positiv (40):
martina_turbanischs avatar

Spannender Plot, angenehmer Schreibstil und eine Postkartenidylle als Setting - was will man mehr :-)

Kritisch (3):

Eine unsympathische Hauptfigur und wenig Spannung

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Inhaltsangabe zu "Tödlicher Lavendel"

Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein Mädchenmörder geht in der Provence um. Zwei weitere Mädchen sterben, und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen einen perfiden Mörder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Als plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell entführt wird, wird es heiß in Lavandou, sehr heiß sogar. Und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548286990
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:08.04.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    martina_turbanischs avatar
    martina_turbanischvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Plot, angenehmer Schreibstil und eine Postkartenidylle als Setting - was will man mehr :-)
    Postkartenmotive wohin das Auge blickt…

    Nach persönlichen Schicksalsschlägen hat der Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter beschlossen, seinen Arbeitsplatz aus dem kalten Frankfurt an die sonnige provenzalische Mittelmeerküste zu verlegen. Kaum in seiner neuen Heimat, dem Örtchen Lavandou, angekommen, startet er dort seine Arbeit mit einem toten Mädchen. Der Polizeichef möchte den Tod des Kindes als tragischen Unfall abheften, aber Dr. Leon Ritter ist anderer Meinung. Dann verschwindet ein weiteres Mädchen, das ein paar Tage später tot aufgefunden wird und bald darauf wird auf einmal auch die Tochter seiner Kollegin von der örtlichen Polizei vermisst.

    Dr. Leon Ritter hatte nicht das geringste Interesse am postkartenschönen Ausblick auf die Côte d’Azur. Er krallte sich mit beiden Händen in die Sitzlehnen und sehnte den Moment herbei, wenn die Maschine endlich landen würde. Tödlicher Lavendel, S. 10

    Mein Eindruck:

    Postkartenmotive wohin das Auge blickt…

    Böser Einstieg

    Im Einstieg wird man gleich mit dem ersten Opfer konfrontiert, was mich dann schon ein bisschen geschockt hat. Als Mutter ist man da gleich in der richtigen “Lynch-Stimmung” wenn man das Leiden, die Angst und die Hoffnungslosigkeit eines Kindes so hautnah mitliest. Ein bisschen hat dieser Anfang ja dann doch von einem Thriller und zieht mich mitten ins Geschehen. Aber das ist sicherlich auch der Zweck dieses Einstiegs - denn danach geht es erst mal ein bisschen gemächlicher weiter :-)

    Typisch

    Dr. Leon Ritter wird sich mit seiner deutschen Gründlichkeit und Pünktlichkeit noch ein bisschen wundern. In Südfrankreich ticken die Uhren etwas anders, wobei die Sorgen des Bürgermeisters um das Image der Stadt nicht unbedingt typisch französisch sind. Das gibt es so in der Art in allen typischen Urlaubsregionen. Der Weinkonsum scheint mir da schon eher sehr französisch zu sein - gelegentlich fühlte ich mich schon leicht beschwipst, obwohl ich gar nichts getrunken hatte :-)

    Ausgewogen

    Ansonsten werden natürlich erst einmal eine Reihe Personen vorgestellt, die sicher auch in den nächsten Bänden ihren Platz haben. Das Verhaltnis  Personenvorstellung - Krimihandlung - Landschaftsbeschreibung fand ich gut gelungen und Remy Eyssen Schreibstil habe ich als sehr angenehm und gut lesbar empfunden. Das Ende fand ich ein bisschen sehr überzogen oder zu sehr konstruiert - das, was ich als Leser ein Kapitel vorher als Ende empfunden habe, wäre vollkommen ausreichend gewesen.

    Mein Fazit:

    Tödlicher Lavendel ist der Beginn einer neuen Krimireihe und damit ein sehr gelungener Startschuss. Spannender Plot, angenehmer Schreibstil und eine Postkartenidylle als Setting - was will man mehr :-)

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine unsympathische Hauptfigur und wenig Spannung
    Leon Ritter ist absolut nicht mein Fall

    1. Die Handlung

    Dieses Buch habe ich frühzeitig abgebrochen. Das lag an mehreren Punkten. Zum einen an der Handlung selbst. Ich konnte mich kaum in die Handlung einfinden. Es kam mir sehr abgehakt und träge vor. Es fehlt der Schwung zu Beginn.

    Und genau das brauche ich. Spannung ab der ersten Seite. Das Buch muss mich mitreißen. Das war hier nicht der Fall. Mich fesselte die Handlung nicht.

    Dementsprechend habe ich sehr früh abgebrochen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Verlangen mehr über den Inhalt erfahren zu wollen.

    2. Die Protagonisten

    Die beiden Hauptfiguren waren für mich Leon Ritter und Isabelle Morell.

    Leon Ritter war mir direkt unsympathisch. Ich hatte das Gefühl die ganze Welt dreht sich um ihn und alle haben sich nur um ihn zu kümmern. Das kam bei mir nur negativ an.

    Isabelle Morell dagegen hat das typische Problem das sie sich als Frau in der Männerwelt durchsetzen muss. Das tat sie allerdings auf sehr seltsame Weise. Ich hab es ihr einfach nicht geglaubt.

    Das war eines der Hauptprobleme bei diesem Buch. Das mir die beiden wichtigsten Charaktere total unsympathisch waren. Da fällt es dann schwer sich auf das Buch einzulassen.

    3. Die Handlungsorte

    Die Handlungsorte in der Provence und dem Städtchen Lavandou waren schön beschrieben, da gibt es nichts zu meckern.

    4. Sonstiges

    Durch die Probleme mit der Handlung und den Figuren kam mir der Schreibstil zusätzlich ziemlich träge vor. Schon die ersten Seiten lasen sich sehr langsam.

    Die kurzen Kapitel haben mir dagegen gefallen. Das liest sich immer sehr gut.

    Das Cover finde ich passend gestaltet und sehr hübsch.

    Schriftart, Schriftgröße und auch die Papierqualität gehen in Ordnung.

    5. Das Fazit

    1/5 Punkten

    Das Buch konnte mich leider gar nicht begeistern. Vor allem die beiden Hauptfiguren waren mir total unsympathisch, sodass es mir sehr schwer fiel, dort Freude am Lesen zu haben.

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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Viel südfranzösisches Flair. Spannend, aber nicht ganz überzeugende Auflösung.
    Serienmörder in der Provence


    Der Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter freut sich auf einen beschaulichen Job in Südfrankreich – auch, um über den Tod seiner Frau hinwegzukommen, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er mietet sich im Haus der Polizistin Isabelle Morell  im Dorf Le Lavandou ein. 
    Doch dort geht ein unheimlicher Serienmörder um, der kleine, blonde Mädchen tötet. Ritter muss bald erkennen, dass in Südfrankreich die Uhren anders ticken als in Deutschland und dass man sich vor allem nicht mit den örtlichen Prominenten anlegen soll. 
    Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als plötzlich Isabelles fünfzehnjährige Tochter Lilou verschwindet. 

    Tödlicher Lavendel ist der Auftakt einer bisher dreibändigen Reihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter, den es von Deutschland nach Südfrankreich verschlägt. Mit der Sprache hat er keine Probleme, da er Halbfranzose ist, allerdings tut er sich ein wenig schwer mit den örtlichen Hierarchien und der etwas anderen Auffassung von Polizeiarbeit. 
    Er wirkt authentisch und sympathisch, bis auf zwei seltsame Ausrutscher. Die rasche Affäre mit der Künstlerin passt nicht ganz zu ihm und dann noch diese merkwürdige „übernatürliche“ Komponente, als das erste Mordopfer auf dem Seziertisch plötzlich „lebendig“ wird. Da denkt man an einen Gerichtsmediziner mit übersinnlichen Fähigkeiten, von denen aber später nicht mehr die Rede ist.
    Isabelle bleibt mir ein wenig zu sehr im Hintergrund, Lilou ist eine aufgeweckte Fünfzehnjährige mit den für ihr Alter typischen Problemen.
    Die skurrilen Kunden von Leons Stammcafé schließt man ins Herz und Isabelles unsympathischer, geltungsbedürftiger Vorgesetzter hätte einen Tritt verdient – genau wie die anderen Vertreter der Obrigkeit.
    Grundsätzlich fand die Geschichte anschaulich geschrieben, die Hintergrundinfos gerade noch richtig dosiert eingefügt. Die Landschaft Südfrankreichs und ihre Bewohner werden vor dem Auge des Lesers lebendig, dazu die Hitze, die Gefahr der Waldbrände, die Probleme, die der Tourismus - oder das Ausbleiben der Urlauber – verursachen, die Kompetenzstreitigkeiten bei der Polizei, die allerdings dazu führen, dass die Zuständigen teilweise sehr kurzsichtig und unlogisch agieren und reagieren.
    Es macht z.B. niemanden stutzig, dass Lilou eigentlich zu alt für das Beuteschema des Täters sein müsste. 
    Die Auflösung war mir zu unstimmig, vor allem was die Motivation des Täters betrifft - auch nicht glaubwürdig, dass Leon nicht schon viel früher Verdacht schöpft. 
    Aufgefallen sind mir doch einige Schreibfehler, sogar einmal eine Namensverwechslung.

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    talishas avatar
    talishavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Überzeugender Gerichtsmedizin-Krimi aus Le Lavandou! Fesselnd und humorvoll, denn Leon beschränkt sich nicht nur auf die Pathologie...
    Bonjour Leon Ritter!

    Schon lange liegt der Krimi auf meinem SuB. Viel zu lange, wie sich beim Lesen herausstellte.

    Der deutsche Arzt Leon Ritter wechselte vor einigen Jahren in die Pathologie weil er keine Angehörigen mehr betrügen wollte: ihnen sagen, dass es für die Angehörigen Hoffnung gibt, obwohl es nicht so war. Er liebt seinen Beruf als Gerichtsmediziner und verlässt Deutschland um in Frankreich eine Stelle in der Klinik Saint Sulpice anzunehmen. Er kommt eine Woche zu früh - weder ist seine Wohnung bereit noch sein Chef vor Ort. Monique, die Krankenhaus-Sekretärin verhilft ihm zu einem Gästezimmer in Le Lavandou, im Haus von der stellvertretenden Polizeichefin Isabelle Morell und ihrer 15jährigen Tochter Lilou. Doch anstatt eine Woche Ferien, auf die sich Leon schnell eingestellt hat, bekommen er und Isabelle Arbeit. Ein kleines Mädchen wird vermisst und bald tot aufgefunden. Die Behörden vor Ort, der Bürgermeister Daniel Nortier wie auch Polizeichef Thierry Zerna, möchten den Fall vertuschen, damit ihr Dorffest wie geplant durchgeführt werden kann. Aber Leon lässt diese Vertuschung nicht zu, seine Ergebnisse sprechen für sich, womit er die Wut von Zerna auf sich zieht.

    Leon hat es also nicht so leicht an seiner neuen Stelle. Der cholerische Polizeichef Zerna lässt sich nicht reinreden; Didier Masclau, Isabelles Assistent, ist ein prolliger Beamte mit vielen Vorurteilen und vorschnellen Handlungen, die er nur zu gerne kundtut. Immerhin ist Sous-Lieutenant Moma Kadir der besonnenste auf dem Revier. Aus Toulon wird Kommissarin Patricia Lapierre hinzugerufen, was für etliche Schlagabtausche mit Zerna führt. Sobald die zwei sich nichts mehr zu sagen haben, trumpft Leon mit seinen Ergebnissen auf. Er lässt sich nicht einschüchtern und arbeitet genau; sein ruhiger Assistent Olivier Rybaud hilft ihm dabei. Doch auch von aussen droht immer wieder Ärger: Fotograf Tony und die JournalistinBrigitte Menez vom Var-Matin stören die Ermittlungen immer wieder.

    In Le Lavandou freundet sich Leon mit den Boulespielern des Ortes an: mit RechtsanwaltGerard le Blanc, mit der 83jährigen Kettenraucherin Veronique und mit dem kauzigen Rollstuhlfahrer Jean-Claude. Während und nach ihren Spielen werden sie im Café Chez Miou von Jeremy und Yolande verköstigt. Diese Kontakte sind ihm auch für seine Arbeit wertvoll, den von ihnen bekommt er immer wieder Einblicke oder Informationen über frühere Geschehnisse oder auffällige Mitbürger.

    Die Vorstellung aller Beteiligten dieser Krimireihe wurde in diesem ersten Band gut in die Handlung integriert. Ich flog von Zeile zu Zeile, auch wenn ich Kindermordfälle an sich nicht mag. Im Gegensatz zu anderen Krimiserien spielen sich viele Szenen in der Pathologie ab. Wer sich CSI, Bones, Rizzoli & Isles und Konsorten gewohnt ist, kennt das ja schon, trotzdem fand ich die Beschreibungen, wie Leon sich auf seine ureigene Spurensuche macht, sehr interessant. Er beschränkt sich aber nicht nur auf seine Erkenntnisse in der Pathologie, er ermittelt auch draussen erfolgreich, was vor allem bei Zerna negativ aufstösst. 

    Die Krimihandlung an sich ist schlüssig und fesselnd, trotz der dramatischen Geschichte gibt es auch humorvolle Szenen, zum Beispiel wenn Leon mit Jean-Claude diskutiert. 

    Das zu-lange-auf-dem-SuB-liegen hat einen Vorteil: ich konnte direkt nach der letzten Zeile zum zweiten Band greifen! 

    Fazit: Ganz selten vergebe ich Krimis 5 Punkte, doch dieser Erstling hat mich derart gut unterhalten und überzeugt, so dass er die maximale Punktzahl bekommt!  5 Punkte.

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    Felices avatar
    Felicevor 2 Jahren
    Arbeiten, wo Andere Urlaub machen

    Ein schöner (Urlaubs-)krimi mit dem netten Dr. Leon Ritter, dem man u.a. beim Sezieren über die Schultern gucken darf und der immer den nötigen Respekt den Toten gegenüber aufbringt, was ihn noch sympathischer macht.
    Die Story ist z.T. ziemlich grausam, besonders wenn aus der Sicht der entführten Mädchen erzählt wird, das kann ich gar nicht gut haben.
    Ansonsten sind die Verdächtigen recht übersichtlich und es kommt noch zu diversen Verwicklungen, bis es zur Auflösung kommt, die mich nicht sonderlich überrascht hat, denn ich habe die Hinweise, die Ritter nicht beachtete, wahrgenommen.
    Als kleinen Makel möchte ich anführen, dass seine Arbeit im gerichtsmedizinischen Institut nur am Rande erwähnt wird, wenn nicht die toten Mädchen (plus dem einen oder anderen Toten, der in die Geschichte verwickelt ist) wären, die er obuzieren muss, hätte er rein gar nichts zu tun, denn auch so scheint er eher mal zwischendurch im Krankenhaus vorbei zu schauen und den Rest des Tages seine Privatermittlungen und kleinen Vergnügungen nachzugehen.
    Dass die kleine Mordserie gerade mit seinem Eintreffen in La Lavandou beginnt....okay. Nicht erklärt wird, warum nach dem ersten Todesfall nach dem selben Muster vor vier Jahren so lange "Pause" war und nun in direkter Folge mehrere Mädchen verschwinden.
    Aber insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt (wobei der Titel etwas in die Irre führt, denn der Lavendel hat nichts mit den Toten zu tun...) und werde gerne den noch  zweiten Fall lesen!

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    sweetyentes avatar
    sweetyentevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller Provence-Krimi, der Lust auf den zweiten Teil macht.
    Spannender Provence-Krimi

    Der erste Teil der neuen Krimi-Reihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter ist ein toller Auftakt. DIe Handlung ist unvorhersehbar, sodass es bis zr letzten Seite spannend bleibt. Die Personen sind überschaubar. Auch die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass sie alle glaubhaft rüberkommen.

    Vor allem wird aber die Landschaft detailreich beschrieben - bei Lesen hat an das Gefühl, selbst mitten in der Provence zu sein.

    Alles in alle ist dieses Buch wirklich ein toller Auftakt zu einem neuen "Frankreich-Ermittler".

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    Büchermonas avatar
    Büchermonavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Es ist spannend und mitreißend und immer wieder für eine Überraschung zu haben.
    Spannend und mitreißend

    Kurzbeschreibung:

    Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein Mädchenmörder geht in der Provence um. Zwei weitere Mädchen sterben, und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen einen perfiden Mörder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Als plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell entführt wird, wird es heiß in Lavandou, sehr heiß sogar. Und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

    Spannend und mitreißend

    Mit „Tödlicher Lavendel“ erstrahlt ein heller, neuer Stern am Spannungshimmel.
    Ich bin absolut überzeugt davon, dass dieser Krimi weitaus mehr Leser und Leserinnen verdient hat, als er bisher bekam. Denn dass es sich lohnt, das Buch nicht unbeachtet zur Seite zu legen, das bestätigte mir bisher jeder, der das Buch gelesen hat.

    Es ist spannend und mitreißend und immer wieder für eine Überraschung zu haben. Natürlich macht man sich zwischendurch Gedanken, aber die gänzliche Lösung blieb mir bis kurz vor Schluss verborgen.

    Der Protagonist ist eine interessante neue Ermittlerfigur, der allerdings für meinen Geschmack ein Mal ein wenig merkwürdig handelt.
    Die angesprochene Handlungsweise erschließt sich eher einem eingeweihten Leser und ohne jetzt hier zu spoilern, kann ich auch nicht deutlicher über diesen Eindruck sprechen.
    Doch eventuell liegt das auch in der eigenen Auffassung, wenn man die Umstände der Situation mit einbezieht, in der auf einem Berg an einem Felsen plötzlich mehr passiert. Das ist aber auch wirklich der einzige Kniff, den ich gefühllos fand.
    Seine persönlichen Hintergründe werden nur angeschnitten, da bin ich aber guter Hoffnung, dass es in eventuellen weiteren Büchern noch ausschweifender dargelegt wird.

    Remy Eyssen gelingt es außerdem, äußerst unsympathische Figuren zu erschaffen. Unklare Charaktere, die man schlecht einschätzen kann. Und liebenswerte Figuren, die man bald ins Herz schließt.
    Er beweist eine gute Bandbreite, der ich schnell verfallen bin.

    Desweiteren hat Remy Eyssen eine unglaublich bildgewaltige und opulente Sprache.
    Ihm gelingt es, mit Worten Fantasien zu kreieren und Welten zu erschaffen. Zwischen der Spannung und den Ermittlungen schafft er eine unglaublich vollmundige Welt allein durch seine Sprache. Seine Beschreibungen von Natur und Umgebung haben mich völlig gefesselt und ich bin begeistert, dass der Autor mit seinem Debüt eine so wundervolle Vielfalt beweisen konnte.

    Wenn ein neues Buch von Remy Eyssen erscheint, dann bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. Und bevor es soweit ist, muss ich euch inständig ans Herz legen, in diese Geschichte einzutauchen.

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Toller Krimi mit gut gezeichneten Protagonisten und einem interessanten Fall.
    Guter Reihenauftakt

    "Tödlicher Lavendel" ist ein guter Krimi. Der Fall ist undurchsichtig und dadurch, dass die Opfer noch Kinder sind, natürlich auch beklemmend. Was ihnen angetan wurde ist wirklich furchtbar... und dazu kommt, dass der Autor uns auch Einblicke in ihre Gedanken gibt. Das vermittelt eine ziemlich düstere Stimmung und man hofft als Leser die ganze Zeit, dass der Mörder gefasst werden kann, bevor noch ein weiteres Mädchen verschwindet oder stirbt...

    Der Protagonist, Leon Ritter, ist Gerichtsmediziner, befasst sich aber nicht nur mit menschlichen Überresten, sondern auch mit anderen Aspekten der Ermittlungen. Damit eckt er bei den französischen Polizisten durchaus an, vor allem, da er unbequeme Fragen stellt und Theorien hat, die den Herren nicht behagen. Unter anderem dadurch wurde er mir natürlich sympathisch, aber vor allem hat mir seine Art gefallen, mit den Leichen umzugehen - professionell, aber nicht zu gefühllos. Auch Isabelle Morell war mir sympathisch, ebenso wie ihre Tochter. Die anderen Polizisten... nicht wirklich. Einige waren schlicht unbeherrscht, andere zu festgefahren in ihren Meinungen und wieder andere einfach unprofessionell.

    Die beiden Hauptverdächtigen, die uns im Buch präsentiert wurden, konnten mich nicht überzeugen. Beide waren einfach zu offensichtlich und diese Auflösungen hätten mich enttäuscht, sodass mir die Wende am Ende gut gefallen hat. Der Täter ergab im Kontext der Geschichte Sinn, hat mich aber dennoch überrascht, da ich nicht mit ihm gerechnet hätte. Einen Kritikpunkt muss ich hier aber nennen - die letzte Konfrontation ging mir persönlich viel zu schnell und sie war irgendwie antiklimatisch.
    Davon abgesehen war der Fall aber sehr gut aufgebaut; die Geschichte war spannend und beklemmend (aber nicht zu sehr) und der Autor hat Figuren geschaffen, die zwar nicht alle sympathisch, aber auf jeden Fall gut (wenn auch teils ein bisschen klischeehaft) gezeichnet sind. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

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    Pelikanchens avatar
    Pelikanchenvor 3 Jahren
    Urlaub in der Provence

    Dr. Leon Ritter nimmt eine Stelle als Gerichtsmediziner in Hyères an, da er nach dem Tod seiner Frau einen neuem Lebensabschnitt beginnen möchte. Schnell gewöhnt er sich an das südländische Lebensgefühl und merkt das die Uhren hier in Le Lavandou anders ticken, besonders in der kleinen Ortschaft Le Lavandou, wo er eine kleine Ferienwohnung bezieht. Jeder dort in der Nachbarschaft scheint jeden zu kennen und das ist nicht immer von Vorteil.
    Noch bevor er seine neue Stelle antritt, steht er vor dem ersten toten Mädchen, das zuvor von einem Campingplatz verschwunden ist. Der Großteil der örtlichen Polizei wäre es am liebsten, wenn der Tod des kleinen Mädchen als Unfall zu den Akten gelegt wird, denn bald feiert die Stadt ein großes Fest und möchte natürlich die Touristen nicht abschrecken. Darauf kann Leon aber keine Rücksicht nehmen, denn ihm ist nur daran gelegen, die Wahrheit ans Licht zu bringen ohne auf irgend etwas Rücksicht zu nehmen.


    Dieser Kriminalroman war Spannend von Anfang an und ich konnte ihn fast nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder neue Wendungen und einige Überraschungen, auch wenn einiges vorhersehbar war. Die schöne Landschaft und die französische Lebensart hat Remy Eyssen hier wirklich gut eingefangen und er hat mich direkt in die Provence entführt, auch wenn ich eigentlich noch nie in Frankreich war.
    Die Charaktere waren für mich lebensecht beschrieben und die Handlungen waren für mich nachvollziehbar dargestellt. "Tödlicher Lavendel" war der erste Teil über Dr. Leon Ritter und nun freue ich mich auf den zweiten Teil "Schwarzer Lavendel"

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sympatischer Protagonist, gute idee. Urlaubsfeeling garantiert. Bin gespannt, wie es mit Leon weitergeht.
    Viel vom südfranzösischen Flair, zum Schluss weniger glaubhaft.

    Den Teil 1 „Tödlicher Lavendel“ habe ich quasi als Vorbereitung zum Teil 2 „Schwarzer Lavendel“ (15.04.16)  gelesen, und muss sagen: die ersten 70% fand ich unterhaltsam und gut, manchmal gar witzig, bei den letzten 30% hatte ich meine Mühe, den Krimi doch noch zu Ende zu bringen.

    Leon Ritter, der passionierte Gerichtsmediziner im besten Alter, ging nach Südfrankreich, um über den Verlust seiner Frau hinwegzukommen. Französisch kann er, da er zweisprachig aufgewachsen war. Er wohnt bei der Polizistin Isabelle Morell, die ihr eigenes Haus in Le Lavandou und eine 15-Jährige Tochter hat, die ihr gelegentlich auf die Nerven fällt.

    In der Umgebung von Le Lavandou passieren seltsame Dinge: blonde Mädchen werden verschleppt, umgebracht und in abgelegenen Orten, den alten Opferstätten, abgelegt. Leon Ritter wird bald ein mehr oder weniger offizieller Teil des Ermittlungsteams.

    Leons Figur fand ich gut: Er ist integer, sympathisch und sehr empathisch, den Lebenden und den Toten gegenüber. Er schaut gerne hinter die Kulissen und lauscht den Geschichten, die die anderen erst gar nicht mitbekommen. Ein netter Kerl, dessen Abenteuer in Südfrankereich, u.a. die Gespräche mit dem alten Kriegsveteranen, die zu Anfang und auch später hin und wieder auftauchen, schlicht Spaß gemacht haben. Auch sein Boule-Spiel mit den Einheimischen konnte er nach so vielen Jahren mit Bravour meistern. Leon, der Könner, eignet sich als Hauptfigur sehr gut.

    Isabell war mir etwas zu blass. Ihre Tochter aber mit den typischen Teenager-Allüren war recht überzeugend.

    Einige weitere Nebenfiguren wie die alte Veronique, der einsame Millionär, einige Schlägertypen, der ehem. Mann von Isabell, etc. konnten mich auch durchaus überzeugen, und mit ihren Geschichten und Motiven gut unterhalten.

    Die Idee fand ich ganz gut. Die Ausführung größtenteils auch, denn man fühlt sich nach Südfrankreich versetzt und sieht, mit welchen Problemen die Menschen dort konfrontiert werden: die Hitze, Wassermangel, die gefährlichen Waldbrände, die übrigens sehr schön, ja fast poetisch beschrieben worden sind. Hin und wieder gibt es auch bei anderen Themen bildhafte, poetische Beschreibungen. Dies fand ich aber gut, keineswegs störend. Passte zum Urlaubsfeeling. Auch gutes Essen, ein Glas Rosé bei der Hitze fehlten da kaum.

    Was ich weniger gut fand, war u.a. die Sprache. Etliche der Wortwiederholungen, die „umwerfenden“ Verbenreihen wie in etwa: „war-war-war-stand-lag“, hätte ich dort lieber nicht angetroffen. Manche Ausdrücke hätte man besser ausarbeiten können. Auch die öfteren Perspektivwechsel warfen  mich hin und wieder aus dem Lesefluss.

    Bei den letzten 30% der Geschichte stellten sich bei mir etliche, u.a. massive, Glaubwürdigkeitsfragen. Die Figuren agierten plötzlich eher dümmlich, also ob sie gar nicht sehen wollten, was Sache war. Die Polizisten sowieso, Isabell war leider auch nicht besser. Ihre ganze Professionalität war  im Nu dahin. Aber auch Leon hat mich schon sehr überrascht. Dass er angeblich nicht dahinter kam, wer für die Morde verantwortlich war, das konnte ich nicht abnehmen. Plötzlich stellen sich alle (!) die falschen Fragen und verfolgen die falschen Fährten. Vermutlich, weil der Autor es nicht besser wusste und noch eine Runde mit der Überraschung zum Schluss drehen wollte. Überzeugen konnte mich der Schluss leider nicht. So eine Person käme grundsätzlich durchaus als Serienmörder infrage, aber die Auflösung, die Herleitung, die hätte geschickter, glaubhafter ausgearbeitet sein müssen.

    Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den zweiten Teil der Reihe mit Leon Ritter in Südfrankreich. Ich bin gespannt, wie dieser Fall wird.

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