René Freund Niemand weiß, wie spät es ist

(42)

Lovelybooks Bewertung

  • 35 Bibliotheken
  • 7 Follower
  • 0 Leser
  • 33 Rezensionen
(30)
(10)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Niemand weiß, wie spät es ist“ von René Freund

Nora hat ihren Vater verloren. Das wäre schon schlimm genug, doch dann erfährt sie seinen letzten Willen. Sie muss Paris und ihr schönes Leben in Frankreich verlassen, um mit der Asche ihres Vaters im Handgepäck und einem pedantischen jungen Notariatsgehilfen, der ihr täglich das nächste Etappenziel mitteilt, eine Wanderung zu unternehmen – durch Österreich, ein Land, das sie kaum kennt. Nora, die lebenslustige Chaotin, und Bernhard, der strenge Asket, folgen zwischen Regengüssen, Wortgefechten und allmählicher Annäherung einem Plan, der ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Ein Roman über Liebe und Freundschaft und über eine ungewöhnliche Reise mit überraschendem Ziel.

Lesenswert

— Campe
Campe

Ein Buch mit wunderbaren humorvollen Sequenzen, tiefen Wahrheiten und traurigen Momenten. Ein Lesevergnügen !!!

— Literaturwerkstatt-kreativ
Literaturwerkstatt-kreativ

Ich habe mitgelacht und mitgefiebert und war neugierig welches Geheimnis es über Noras Vater zu entdecken gibt. Leseempfehlung!

— tinstamp
tinstamp

Beste Unterhaltung mit Tiefgang.

— twentytwo
twentytwo

Ein spannendes Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt: Über Verlust eines Menschens, Vertrauen und Intuition.

— LeilaLeseMaus
LeilaLeseMaus

Warmherzige und humorvolle Geschichte über zwei völlig unterschiedliche Menschen!

— Karin_Kehrer
Karin_Kehrer

Ein stiller, einfühlsamer Roman über das Abschiednehmen, die Klärung aller Lebensirrwege und den Mut, nach vorn zu schauen.

— jenvo82
jenvo82

Großartiger Roman über Vater-Tochter-Beziehung! Ein bisschen melancholisch und sarkastisch! Herrlich überraschend! Sympathische Charaktere!

— Pagina86
Pagina86

Vater nimmt posthum gewaltigen Einfluss auf das Leben seiner Tochter... Kurzweilig, humorig, weise!

— Sookie70
Sookie70

Klug geschriebene Unterhaltung

— SusanD
SusanD

Stöbern in Romane

Besuch von oben

ein sehr schönes Buch

Sutaho

Das Glück meines Bruders

Eine anspruchsvolle Geschichte über zwei Brüder, die versuchen, die Vergangenheit zu bewältigen.

Simonai

Ein Haus voller Träume

Familientreffen im spanischen Traumhaus: Mit unterschiedlichen Weltanschauungen, kleinen Reibereien und ganz viel Herz

Walli_Gabs

Das Ministerium des äußersten Glücks

Nach dem ersten Drittel hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine absolut einmalige Leseerfahrung, die ich nicht hätte missen wollen!

Miamou

Töte mich

Ein typischer Nothomb mit spannender Handlung und dynamischen Dialogen.

Anne42

Die Zeit der Ruhelosen

Spannende Erlebnisse, menschliche Tragödien: Die Protagonistinnen und Protagonisten scheitern alle.

Tatzentier

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine Urne im Gepäck

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Literaturwerkstatt-kreativ

    Literaturwerkstatt-kreativ

    28. January 2017 um 17:34

    Nora Weilheim ist eine junge Pariserin, die das Leben liebt und als Journalistin ein eher sprunghaftes Leben führt. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters wird Nora bei der Testamentseröffnung mit dem doch sehr außergewöhnlichen letzten Willen ihres Vaters konfrontiert. Sie soll die Urne ihres Vaters von Paris über Wien an einen von ihr nicht bekannten Ort in Österreich bringen. Dort soll seine Asche ihre letzte Ruhe finden. Ein Teil der Reise soll ausschließlich zu Fuß erfolgen, und zwar unter notarieller Aufsicht.Dies übernimmt ein junger Notariatsgehilfe namens Bernhard. Das sehr ungleiche Paar macht sich nun auf den Weg. Die sture, rauchende Nora und der pingelige, vegane Bernhard haben auf ihrem Weg so manche Auseinandersetzung, kommen sich aber Stückchen für Stückchen näher und entdecken und erfahren einiges über sich und den Andern, dass sie beide so noch nicht kannten. Auf dem Weg bekommt Nora sehr emotionale Briefe und Videobotschaften von ihrem Vater Klaus, die sie immer wieder in ihre Vergangenheit führt. Durch diese Botschaften kommen Geheimnisse ans Tageslicht, die der Geschichte eine sehr überraschende Wendung gibt. Fazit: Da ich Collagen liebe, hat mich das sehr schön gestaltete Cover gleich neugierig gemacht. Die Idee mit der Urne seines Vaters auf eine Wanderung zu gehen, hat mehr als überzeugt. Hinzukommend hat René Freund mich mit seinem witzigen, fesselnden und originellen Schreibstil in seinen Bann gezogen. Es war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das Letzte. Eine absolute Leseempfehlung !!!

    Mehr
  • Das Geheimnis des Lebens

    Niemand weiß, wie spät es ist
    tinstamp

    tinstamp

    11. December 2016 um 15:55

    Der neue Roman des österreichischen Autors René Freund hat mich wieder davon überzeugt, dass wir hier in Österreich wirklich hervorragende Schriftsteller haben, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.Ich habe bereits zwei Bücher von René Freund gelesen: "Liebe unter Fischen" und "Mein Vater, der Desserteur". Dieser ist jedoch ein biografischer Roman aus dem Leben seines Vaters. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen und deswegen war ich schon sehr neugierig auf René's neuen Roman, den ich mir aus der Bücherei mitgenommen habe.Die Inhaltsangabe klingt eigentlich nicht wirklich neu. Irgendwo habe ich schon ähnliche Klappentexte gelesen, die allerdings meistens mit humorigen Romanen in Verbindung gebracht wurden. Auch in "Niemand weiß, wie spät es ist" klingt Humor durch, jedoch ist dieser einfühlsame Roman keine wirkliche Komödie, sondern eher eine kleine Selbstfindung der Hauptprotagonistin.Diese heißt Nora, ist Französin und wird nach dem Tod ihres Vaters Klaus mit seinem ungewöhnlichen letzten Willen konftrontiert. Sie soll gemeinsam mit einem österreichischen Notariatsgehilfen die Urne ihres Vaters an einem noch unbekannten Ort in Österreich bringen. Mittels Videobotschaft oder Briefen wird die nächste Teilstrecke, die die Beiden zurücklegen müssen, bekannt gegeben.Nora ist außer sich vor Wut. Die chaotische Journalistin, die das französische "laissez-faire" liebt, soll in die von ihr ungeliebte Heimat ihres Vaters reisen. Noch dazu mit Bernhard, diesem pedantischen und langweiligen Schnösel, der die notarielle Aufsicht hat. Nora will diese Reise so schnell wie möglich hinter sich bringen und rechnet so gar nicht mit einer Art Schnitzeljagd durch Österreich....vorallem nicht zu Fuß! Denn in ihrem Koffer sind mehr Cocktailkleider als praktische Hosen und an den Füßen trägt sie Stöckelschuhe statt Wanderschuhe......Mit viel Humor, bei dem wir Österreicher vom Autor ein bisschen auf die Schippe genommen werden, beschreibt René Freund nun den Weg von Nora von Wien ausgehend Richtung Westen. Dabei kommen sie auch in meiner Gegend vorbei und ich habe mich zerkugelt über die Bermerkungen über unsere Region ;)Größtenteils zu Fuß soll Nora sich durch die anfängliche Hügellandschaft und spätere Bergwelt quälen. Wie sich die beiden sehr ungleichen Charaktere zusammenraufen, ist wunderbar beschrieben. Auch die lebendigen Schilderungen der oft eskalierenden Szenen zwischen Nora und Bernhard, sowie die bildhafte Beschreibung der Umgebung, lassen viele Bilder im Kopf entstehen.Die melancholischen Einschübe durch die Botschaften des verstorbenen Vaters zeigen auch eine andere Seite von ihm, die Nora nicht kannte. Hier hält der Autor immer etwas inne und lässt auch manchmal dem Leser etwas nachdenklich zurück. Bernhard, der notarielle Begleiter, zeigt ebenfalls immer mehr überraschende Eigenschaften, die Nora ihm nie zugetraut hätte.Hat man den Klappentext gelesen, erwartet man als Leser eine 08/15 (Liebes-)geschichte, doch René Freund hält hier eine Überraschung bereit, mit der der Leser nicht wirklich rechnet. Mich konnte er auf jeden Fall mit seiner unvorhersehbaren Wendung verblüffen.Dieses Ende und die wunderbare Beschreibung der Reise zum Ich, die Nora antritt, machen diesen Roman zu etwas Besonderem.Schreibstil:René Freund hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, der mich überzeugt und berührt. Die humorvollen Einlagen haben mich schon bei "Liebe unter Fischen" begeistert. Auch die sehr bildhaften Beschreibungen der gemeinsamen Reise von Wien ausgehend Richtung Westösterreich waren absolut gelungen. Da ich sehr viele Regionen kannte, die der Autor beschrieben hat, fühlte ich mich fast wie zuhause ;)Fazit:"Niemand weiß, wie spät es ist" ist meiner Meinung nach der beste Roman des Autors, den ich bis jetzt gelesen habe (die Biografie seines Vater zähle ich hier nicht mit!). Ich habe mitgelacht und mitgefiebert, wohin Noras Vater sie schlussendlich schickt und welches Geheimnis es zu entdecken gibt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

    Mehr
  • Niemand weiß wie spät es ist

    Niemand weiß, wie spät es ist
    twentytwo

    twentytwo

    25. October 2016 um 12:18

    Nora hat, sehr zu ihrem Missfallen, eine Mission zu erfüllen. Sie soll die Urne ihres Vaters an ihren letzten Bestimmungsort bringen und sich dazu auf eine Reise mit unbekanntem Ziel nach Österreich begeben. Dabei soll sie, laut Testamentsverfügung von dem Notariatsgehilfen Bernhard Petrovits begleitet werden. Auf diesen würde sie aber ebenso gerne verzichten, wie im Grunde genommen auf die ganze Reise. Nur mit äußerstem Widerwillen fügt sie sich in ihr Schicksal und so macht sich das ungleiche Paar auf den Weg.Den täglich aktualisierten Anweisungen folgend bezwingen sie eine Etappe nach der anderen. Neben der Bewältigung der dabei auftretenden Probleme haben sie jede Menge Zeit sich kennenzulernen und miteinander warm zu werden. Die Reise entwickelt sich zunehmend zu einer Tour zwischen Philosophie und Selbsterkennung, die sich auf höchst amüsante Art und Weise mit den existenziellen Themen des Lebens auseinandersetzt.FazitEine sehr gefühlvolle Geschichte, voll hintergründiger Komik die der dahintersteckenden Tragik die Spitze nimmt und zum Nachdenken einlädt. Ein wunderbares Buch, dass man unbedingt gelesen haben sollte.

    Mehr
  • Ein Highlight

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Felice

    Felice

    19. October 2016 um 21:52

    Dieses Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen, schon von Anfang an machte es Spaß, Nora und Bernhard auf ihrer etwas aberwitzigen Reise durch Österreich zu begleiten.Dabei ist die Geschichte an sich nicht lustig, aber es entstehen immer wieder komische Situationen und Dialoge und am Ende ist man einfach zufrieden und bedauert, dass die beiden ihre Mission erfüllt haben und die Lektüre zu Ende ist!

    Mehr
  • Ein spannendes Buch

    Niemand weiß, wie spät es ist
    LeilaLeseMaus

    LeilaLeseMaus

    17. October 2016 um 13:34

    Ein spannendes Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt: Über Verlust eines Menschens, Vertrauen und Intuition.  

  • Eine Wanderung mit Überraschungen

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Karin_Kehrer

    Karin_Kehrer

    13. October 2016 um 15:37

    Noras Vater ist verstorben. Um seinen letzten Willen zu erfüllen, muss sie sich mit seiner Urne auf eine Wanderung begeben. Für den Stadtmenschen Nora völlig unzumutbar. Außerdem soll das Ganze unter „notarieller Aufsicht“ stattfinden. Über ihre Begleitung, den pedantischen Bernhard, ist sie noch weniger begeistert. Die unfreiwillige Wanderung bietet allerdings so manche Überraschung. Eine Geschichte über Abschied nehmen, Vorurteile, die überraschenden Wendungen des Lebens und Neubeginn. So könnte man dieses Buch kurz zusammenfassen. Ein Frauenroman mit Tiefgang wäre ebenfalls eine passende Bezeichnung.Der Titel bezieht sich übrigens auf eine Grabinschrift auf einem Bergfriedhof.Warmherzig und humorvoll schildert der Autor die Begegnung zweier anscheinend völlig unterschiedlicher Menschen. Der Verlust ihres Vaters trifft Nora schwer. Sie waren sich gegenseitig nach dem tragischen Unfalltod der Mutter Mittelpunkt des Lebens. Nora wuchs dank genügend vorhandener Geldmittel überbehütet in einer Luxuswohnung in Paris auf. Jetzt muss die Chaotin sich zum ersten Mal alleine zurechtfinden, wobei ihre Sturheit so manch köstliche Szene verursacht.Bernhard dagegen ist ganz anders. Ein pedantischer Veganer, durchtrainiert und ziemlich humorlos, geprägt von einer tragischen Kindheit.Französischer Charme gegen alpenländische Korrektheit.Oder ist es doch ganz anders?Der Roman bietet überraschende Wendungen und ließ sich in einem Rutsch durchlesen.Wobei als einziger Schwachpunkt für mich einige dieser Wendungen doch sehr konstruiert waren. Nichtsdestotrotz eine schöne Geschichte! 

    Mehr
  • Des Vaters letzte Reise

    Niemand weiß, wie spät es ist
    jenvo82

    jenvo82

    09. October 2016 um 10:14

    " Und auch, wenn ich wie wir alle den Sinn nicht  erkennen kann, möchte ich auf den Sinn wetten. Das macht unser Leben einfach größer und erfüllter. Inhalt Als Nora Weilheim zur Testamentsverlesung ihres Vaters vorgeladen wird, muss sie sich mit einer ungewöhnlichen Bitte des Verstorbenen auseinandersetzen. Er hat verfügt, dass Nora unter notarieller Aufsicht eine Reise absolvieren muss, die sie quer durch Österreich führen wird und erst nach Erfüllung dieser Aufgabe, wird die Nachlassverfügung aktiv. Etwas missmutig gestimmt macht sich die junge Frau auf den Weg. Der ihr zugeteilte Begleiter treibt sie in seiner Spießigkeit an den Rand der Verzweiflung und wächst ihr doch nach und nach ans Herz. Doch noch bevor die beiden ihr Ziel erreicht haben, machen sie eine folgenschwere Entdeckung, denn Noras Vater bezweckt mit dieser organisierten Wanderung noch etwas ganz anderes ... Meinung Dieser Roman überrascht mit einer humorvoll-traurigen Geschichte, die ebenso profan wie besonders ist. Eine durchaus realistische Ausgangssituation wird hier zur Bewährungsprobe und bewirkt eine charakterliche Veränderung samt Weiterentwicklung bei den Protagonisten. Der Autor schickt die arbeitslose, chaotische Nora, die keine besonderen Lebenspläne hat und sich eher auf Sinnsuche befindet mit dem anscheinend organisierten, pedantischen und veganen Bernhardt auf eine ganz besondere Reise. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert beschrieben, so dass man als Leser beide Figuren mag und ihre Kauzigkeit zu schätzen weiß. Mittels Brief- bzw. Videobotschaften gibt Noras Vater die Etappenziele bekannt und offenbart in seinen posthumen Ansprachen viele Emotionen, gibt Dinge preis, von denen seine Tochter nichts wusste und erzählt von der großen Liebe zu seiner frühzeitig verstorbenen Frau, Noras Mutter. Gerade diese Sequenzen haben viele philosophische Denkansätze und zeugen von Lebenserfahrung und großer Liebe. Der Transfer an den Leser gelingt hier mühelos. Zeitweise verläuft die Geschichte etwas handlungsarm, gewinnt aber durch eine unerwartete Wendung in den Beziehungsverhältnissen zwischen Nora und ihrem Begleiter wieder an Schwung und Aussagekraft, so dass ein rundherum gelungener Wohlfühlroman entsteht, der direkt aus dem Leben gegriffen scheint. Fazit Ich vergebe 4,5 Lesesterne (aufgerundet 5) für diese herzliche, direkte und emotionale Geschichte, die mich mit humorvollen Sequenzen, tiefen Wahrheiten und traurigen Erkenntnissen überzeugen konnte. Eine Geschichte, die davon erzählt, wie wichtig es ist, offene und aufrichtige Beziehungen zu führen, wie bedeutsam die Liebe für den Menschen sein kann und auch, dass es niemals zu spät ist, über seine Verfehlungen nachzudenken und einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Das Thema Trauer wird hier nicht stilisiert sondern als eine Möglichkeit geschildert, die sich bietet, um Resümee zu ziehen. Sehr ehrlich, sehr wahr und absolut lesenswert.

    Mehr
    • 9
  • Rezension zu "Niemand weiß, wie spät es ist" von René Freund

    Niemand weiß, wie spät es ist
    aba

    aba

    08. October 2016 um 10:59

    Charmante VerwechslungskomödieWer Überraschungen liebt, sollte "Niemand weiß, wie spät es ist" von René Freund lesen.Zwei sehr unterschiedliche Menschen, eine frustrierte Arbeitslose und ein steifer Jurist, bekommen einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie müssen gemeinsam in den Alpen wandern, das Ziel kennen sie nicht, der Inhalt ihres Gepäcks ist alles andere als alltäglich.Was als scheinbar voraussagbare Geschichte anfängt, entpuppt sich als charmante Verwechslungskomödie mit einer unerwarteten Wendung und äußerst liebenswerten und sympathischen Protagonisten. Die disziplin- und planlose Nora bildet zusammen mit dem durch und durch organisierten und zwanghaften Veganer Bernhard ein perfektes "Anti-Traumpaar".Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt. Nora und Bernhard habe ich in mein Herz geschlossen. Besonders Bernhard mit seiner Hilfslosigkeit, seiner Steifheit und seinem Perfektionismus war der perfekte Kontrast zu der Kettenraucherin Nora, die schnell die Geduld verliert, sogar beim bloßen Anblick von Bernhards Person.Auch wenn die Wanderung, die die beiden Figuren näher gebracht hat, der Kern dieser Geschichte ist, fand ich die Gründe, die Nora und Bernhard letztendlich dazu gebracht haben, nicht ganz überzeugend. Trotzdem war die ganze Geschichte zugegebenermaßen sehr originell und erheiternd."Liebe unter Fischen", vom selben Autor, hat mir deutlich besser gefallen, aber auch diesmal habe ich es absolut nicht bereut, "Niemand weiß, wie spät es ist" gelesen zu haben und ich werde sicherlich René Freunds nächsten Roman lesen. Denn für eine Überraschung ist er immer gut!

    Mehr
  • Überraschende Reise zu sich selbst...

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Sookie70

    Sookie70

    21. September 2016 um 16:08

    Vater Klaus hinterlässt seiner alleinstehenden Tochter Nora ein herausforderndes Erbe: Sie soll die Wohnung, in der sie aufgewachsen ist, nur unter der Bedingung erhalten, dass sie ihrem Vater seinen letzten Wunsch erfüllt:Nora soll, gemeinsam mit Bernhard, einem veganen Topfpflanzenliebhaber und Notar aus der Steiermark, nach Österreich "pilgern", um dort die Asche ihres Vaters an genau der Stelle in den Alpen zu verstreuen, an der 30 Jahre zuvor ihre Mutter in den Tod gestürzt ist...Nach anfänglichem Widerstand fügt sich Nora und macht sich mit Bernhard auf die Reise. Was sie auf ihrem Weg findet, ist so gar nicht das, was sie erwartet hat...Es entwickelt sich eine lebhafte Geschichte, die streckenweise zum Schmunzeln anregt, andererseits aber gespickt mit sehr viel Weisheit ist. Nora findet nicht die große Liebe, sie verändert sich nicht, es erfüllen sich keine großen Erwartungen - und doch ist, als sie in ihre Heimatstadt Paris zurückkehrt, nichts mehr so, wie es vorher war."Niemand weiß, wie spät es ist" ist ein gut lesbares Buch voller überraschender Wendungen: humorig, weise, mit der notwendigen Portion österreichischem Lokalkolorit (mag ich!) -und ganz sicher nicht nur etwas für Sommertage!

    Mehr
  • Unterhaltsamer Reisebericht

    Niemand weiß, wie spät es ist
    SusanD

    SusanD

    11. September 2016 um 17:24

    Nachdem Noras Mutter schon früh verstorben ist, verliert Nora auch ihren Vater, mit dem sie in Paris lebte und zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis pflegte. Doch mit der Testamentseröffnung bricht Noras heile Welt zusammen, denn ihr Vater zwingt ihr eine ungewollte Reise in die Vergangenheit und zu ihren Wurzeln auf, auf der er ein großes Geheimnis zu entdecken gilt, zu dessen Enthüllung ihr Vater zu Lebzeiten nie selbst den Mut aufbracht.An die Seite gestellt hat er ihr hierbei den pedantischen Bernhard, der einige schrullige Angewohnheiten zu haben scheint und der das genaue Gegenteil der chaotischen, liebenswerten Nora ist.  Und so bricht das ungleiche Paar auf zu einer Wanderung durch Österreich, die Heimat ihrer Mutter und findet ein haarsträubendes Finale in den schneebedeckten Alpen.Die Geschichte selbst ist zwar ein wenig vorhersehbar, bleibt jedoch spannend und baut sich zu einem finalen atemberaubenden Höhepunkt auf.Die Protagonisten sind absolut liebevoll und sehr detailliert in ihren Charaktereigenschaften und Ansichten beschrieben und der Leser hat schon bald das Gefühl, beide gut zu kennen und ihre Handlungen fast schon voraussagen zu können. Und obgleich auch Negatives zu Tage kommt, baut sich eine große Sympathie sowohl zu Nora als auch zu Bernhard auf.Und immer liegen auf der einen Seite Trauer und Melancholie und auf der anderen Seite Witz und Leichtigkeit sehr dicht zusammen. Oft bringen chaotische oder fast schon absurde Situationen den Leser zum Lachen (wer ist schon mal mit der Asche seines Vaters ins Ausland geflogen und kennt die bürokratischen Hemmnisse), wenn gerade noch Träner der Trauer oder der Rührung in den Augen standen."Niemand weiß, wie spät es ist" (nach einer Inschrift) ist ein sehr warmherziger Roman über Liebe und Freundschaft, Verlust und Trauer, ohne dabei kitschig oder schwer zu werden. Nicht zuletzt durch den schönen Wortwitz ein wunderbares Buch, kluge Unterhaltung und absolut liebenswert. Die perfekte Lektüre für alle Zeiten und jedes Alter.

    Mehr
  • Leserunde zu "Niemand weiß, wie spät es ist" von René Freund

    Niemand weiß, wie spät es ist
    ReneFreund

    ReneFreund

    Ich erinnere mich mit Freude an die spannenden Leserunden zu "Liebe unter Fischen" und "Mein Vater, der Deserteur": Da gibt es für den Autor einiges zu lernen!Jetzt verlose ich 25 druckfrische Exemplare meines neuen Romans "Niemand weiß, wie spät es ist." Infos, eine Leseprobe und ein Interview findet ihr hier: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/niemand-weiss-wie-spaet-es-ist/978-3-552-06326-6/ Auf bald! René

    Mehr
    • 520
  • Rezension: "Niemand weiß, wie spät es ist" von René Freund

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    07. September 2016 um 18:41

    Zum Inhalt: Noras Vater Klaus ist gestorben und lässt die junge Pariserin ohne weitere Familie zurück. Als Alleinerbin erhält sie ihr Erbe jedoch nur unter einer Bedingung: Sie muss Klaus' Asche nach Österreich bringen. Und zwar zu Fuß auf einer langen Wanderung. Für eine chaotische Stadtpflanze wie Nora klingt das nach einer ganz blöden Idee!Und das Schlimmste an der Sache ist nicht nur, dass sie nicht das Ziel kennt und immer erst kurz vorher die nächste Etappe gesagt bekommt, sondern dass sie von Bernhard begleitet wird. Bernhard, ein österreichisch-preußischer Notariatsgehilfe, wie er im Buche steht. Der introvertierte Veganer liebt Topfpflanzen und ist - im Gegensatz zu Nora - natürlich bestens gerüstet für die anstrengende Reise.Mit Urne im Gepäck macht sich das ungleiche Paar also auf den Weg in die Berge. Und während dieser Reise lernen sie sich nicht nur gegenseitig, sondern auch die Schönheit Österreichs und letztendlich sich selbst besser kennen. Meine Meinung: Von René Freund kannte ich bislang nur "Mein Vater, der Deserteur", eine Biographie über seinen Vater Gerhard Freund. Damals hat mir bereits der Schreibstil des Autors und seine Fähigkeit, ernste/tragische Dinge mit einem gewissen Humor zu betrachten, gut gefallen. Als ich den Klappentext zu "Niemand weiß, wie spät es ist" las, wusste ich: "Ein Roman von René Freund? Den will ich lesen!" Ich erwartete etwas Gutes - und ich wurde nicht enttäuscht.In der Geschichte um Bernhard und Nora prallen natürlich Welten aufeinander. Sie ist die weltgewandte, non-chalante Pariserin, die gutes Essen und Trinken zu schätzen weiß und als Journalistin eher ein unstetes Leben führt. Er ist der introvertierte Gegenpol, der seinen Auftrag überkorrekt und stoisch ausführt. Ich mochte die Protagonisten von Anfang an, auch wenn sie ihre Macken haben. Die beiden entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr stark weiter. Vor allem über Bernhard erfährt man nach und nach mehr, und diese Figur bietet sehr viele Überraschungen. Natürlich lebt die Handlung davon, dass beide grundverschieden sind und sich öfter in die Haare bekommen. Sie reißen sich aber recht schnell am Riemen und schaffen es, eine Einheit zu bilden.Noras Vater Klaus tritt hier in Form von Videonachrichten und Briefen in Erscheinung. Im Angesicht des Todes blickt er zurück und philosophiert viel über das Leben und die Liebe. Ich fand das manchmal etwas zäh und wollte einfach, dass es weitergeht mit Nora und Bernhard. Aber gerade gegen Ende des Romans werden Klaus' Nachrichten auch wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung. Und der ein oder andere Satz macht dann doch nachdenklich.Das Ende überrascht und ist dem Autor wirklich gelungen. Die Geschichte um Bernhard und Nora nimmt eine sehr starke Wendung, die ich zu keiner Zeit vorausgeahnt hatte. Und ich bin René Freund dankbar, dass er das Buch nicht so erzählt hat, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Denn sind wir mal ehrlich - wenn man den Klappentext liest, denkt man doch sofort an das gängige Konzept: Zwei ungleiche Menschen müssen notgedrungen eine gewisse Zeit intensiv miteinander verbringen, und aus anfänglicher Antipathie wird die große Liebe. Hier gelingt es dem Autor jedoch, den Leser zu überraschen!Ich mag Freunds Schreibstil. Er ist lebendig und liest sich flüssig und angenehm. Es liegt viel Witz und Charme vor allem im Zwischenspiel zwischen Nora und Bernhard. Der Hintergrund - Klaus' Tod, Noras Trauerbewältigung und Bernhards Vergangenheit - ist ernst, die Handlung - Noras und Bernhards Wanderung durch Österreich - ist jedoch sehr unterhaltsam, spannend und mitunter auch recht komisch.Im Endeffekt ist das hier keine Geschichte mit viel Action und Spannung. Dennoch bleibt sie im Fluss und weiß zu fesseln, ist unterhaltsam und macht auch nachdenklich. "Niemand weiß, wie spät es ist" hat mir persönlich viel Freude beim Lesen bereitet.

    Mehr
    • 2
  • Vaters letzter Wunsch

    Niemand weiß, wie spät es ist
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    07. September 2016 um 08:03

    Noras Vater stirbt an einem Herzinfarkt. Der letzte Wille ihres Vaters besagt, dass sie mit der Urne von Wien aus an einen bestimmten, noch nicht genannten Ort wandern soll, sonst kann sie das Erbe nicht antreten. Nach anfänglicher Abneigung ihrem Vater den letzten Wunsch zu erfüllen, entschliesst sie sich es doch zu tun.  Allerdings soll sie Bernhard als notarielle Aufsicht begleiten. Schon die Vorbereitung auf diesen Trip lassen Vorahnungen wach werden, wie dieser verlaufen wird. Während die chaotische, genussfreudige Nora, trotz Einwänden seitens ihrer Begleitung, die Reise mit Koffer und topgestylt antritt, ist Bernhard für alle Eventualitäten ausgerüstet. So machen sich die beiden mit der Urne auf den Weg. Anfangs necken sie sich und es entstehen humorvolle Dialoge, die für einige Lacher sorgen. Von Tag zu Tag kommen sie sich näher und die Gespräche werden ernsthafter. Sie regen zum Nachdenken an.  Was mich beschäftigte, ob der Ort des Begräbnisses beeinflusst, wo unsere Seele zu Hause sein wird? Sprich kann ich bestimmen, was mit mir nach dem Tod geschieht?  Wer bereits seine Eltern oder einen Elternteil verloren hat, denkt an diese Situation zurück. Mich hat dieser Roman berührt und zwar auf allen emotionalen Ebenen. Ich habe gelacht, über das Gelesene sinniert und in Erinnerungen geschwelgt. Der Autor hat das sensible Thema sehr gut umgesetzt. Fazit: Ich habe Nora gerne auf dem Trip zu sich selber begleitet und kann es jedem nur empfehlen, es auch zu tun.

    Mehr
    • 2
  • Wie das Leben so ist: Auf unbekannten Wegen zu unbekanntem Ziel

    Niemand weiß, wie spät es ist
    JessSoul

    JessSoul

    05. September 2016 um 21:22

    Es sind ja schon "besondere" Umstände, unter denen sich der pedantische  Bernhard "Strumpfkrautdings" Petrovits und die leicht chaotische Nora "konnte nicht weinen" Weilheim kennenlernen:Sie muss, um ihr Erbe antreten zu können, unter "notarieller Begleitung" durch Bernhard die sterblichen Überreste ihres Vaters zu Fuß durch Österreich tragen und an einen noch unbekannten Ort bringen. Eigentlich hätte Nora das Erbe deswegen gern ausgeschlagen, gäbe es da nicht ein "Ausweich-Testament", durch welches das gesamte Vermögen für Tierversuche eines Pharmakonzerns eingesetzt werden würde. Gedemütigt von dieser "Erpressung" tritt Nora also diese ungewöhnliche Reise mit noch ungewöhnlicherer - aber immerhin ganz attraktiver - Anstandsdame an. Doch zuallererst muss Noras Vater Klaus  bzw. das, was von ihm übrig ist, eingeäschert werden. Und so beginnt eine herrlich skurrile, aber sehr herzerwärmende Road-Story, die tiefsinniger nicht sein könnte."Niemand weiß, wie spät es ist" trifft den Nagel auf den Kopf, nicht nur der Titel an sich, sondern der ganze Roman.  Gemeinsam mit Nora, Bernhard und Klaus werden wir mit den wohl wichtigsten Fragen des Lebens konfrontiert: Was ist der Sinn? Haben wir alles richtig gemacht? Und wo sind wir "danach"? Natürlich kann kein Buch beantworten, was nicht mal die großen Philosophen dieser Welt klären konnten (auch wenn vielleicht manch einer das behauptet), aber hier werden wir wenigstens in die richtige Richtung gestupst: Manchmal ganz sanft mit einem unvergleichlichen Humor, manchmal sehr schmerzhaft mit herzzerreißenden Worten. Genauso ein Auf und Ab wie die Wanderung der beiden. Genau wie jedes unserer Leben: Eine Berg- und Talfahrt, mit unvorhersehbarem Ende. Und eins macht das Buch besonders deutlich: Egal wie schwer der Aufstieg ist, egal wie steil der Hang, den man runter muss: Jeder Schritt zeigt uns ein Stück unserer schönen und manchmal auch dunklen Welt, am Ende des Weges ist man mindestens schlauer und manchmal sogar glücklicher als vorher und ab und zu darf man auch mal eine Abkürzung nehmen. (Oder einen Schnaps zuviel trinken) ;-)Absolut empfehlenswert und auf dem besten Weg zum "Buch des Jahres"!

    Mehr
  • Unterwegs mit einer Urne

    Niemand weiß, wie spät es ist
    frenx1

    frenx1

    01. September 2016 um 11:08

    Niemand weiß, wie spät es ist – das heißt: niemand weiß, wann es Zeit ist für immer zu gehen. In René Freunds gleichnamigen Buch geht es freilich weniger ums Abschiednehmen oder die ars moriendi, sondern um den letzten Willen von Klaus Weilheim. Der hat sich für seine Tochter eine Aufgabe ausgedacht: nach seinem Tod soll sie mit einem Begleiter die Urne an eine bestimmte Stelle bringen und dort bestatten. Um wen es sich bei ihre Begleiter auf der Wanderung in die Alpen handelt und wo sie die Urne ihres Vaters bestatten soll, wird nach und nach durch verfasste Nachrichten des Vaters entschlüsselt. Freilich sind es nicht die Nachrichten des Vaters, die das Buch interessant machen, sondern die Wanderung, auf die sich Nora mit ihrem Begleiter Bernhard macht. So viel sei verraten: sie kennt danach nicht nur sich selbst besser. René Freund ist ein unterhaltsames Buch gelungen. Dafür sorgen vor allem die beiden Protagonisten: die leicht tollpatschige, spontane Nora und der eher zurückhaltende, bedachte Bernhard. Klaus Weilheims Beschäftigung mit seinem nahenden Tod, die sich in den Nachrichten an seine Tochter spiegelt, empfand ich hingegen als recht langweilig und gewollt. Es wird deutlich, dass Weilheim ein distinguierter älterer Herr war – dem Lesefluss tut das allerdings nicht gut, wirken seine Ausführungen doch sehr platziert. Insgesamt habe ich mir von dem Buch mehr erwartet, habe ich doch schon anderes von Freund gelesen. Szenen, die einem im Gedächtnis bleiben, weil sie so anschaulich geschildert werden, gibt es in „Niemand weiß, wie spät es ist“ nicht. Zumindest nicht für mich. Es ist ein unterhaltsames Buch. Und das ist ja nicht das Schlechteste.

    Mehr
  • weitere