René Meier

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von René Meier

René Meier, Jahrgang 1957, arbeitet in Teilzeit als Pfarrer in der Schweiz. Während 11 Jahren moderierte er im Schweizer Fernsehen die Sendung "Fenster zum Sonntag". Im Rahmen seiner Firma redens-art schult und berät er seit 2007 Unternehmen, soziale Institutionen und Kirchen in Kommunikation und sozialer Kompetenz. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. www.redens-art.ch

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von René Meier

Neue Rezensionen zu René Meier

Neu

Rezension zu "Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell" von René Meier

bewussst machen wie Gespräche ablaufen
Taluzivor einem Jahr

Uns begegnen immer wieder schwierige Gespräche. Die man steuern kann, weil man darauf vorbereitet ist oder die einen überraschen. Oft wird man auch überrascht von der Reaktion des Gegenübers. Eins muss einem dabei bewusst sein, den Gegenüber kann man nicht verändern. Man muss sich selber ändern! Denn die wichtigste Person in einem Gespräch ist man selber!

Daher fängt das Buch mit dem Kapitel „die wichtigste Person sind sie!“ an, in der der Leser sich mit sich selber auseinandersetzen kann.

Danach erklärt der Autor René Meier das EIGER-Modell. EIGER steht für Ereignis, Interpretation, Gefühl, Empathie und Reaktion. Diese Aktionen finden in jedem Gespräch statt und werden vom Autor ausführlich erklärt mit Beispielen und Anregungen.

Hinter jedem Abschnitt kommt „der theologischer Kompass“. Hier wird in wenigen Sätzen eine Überleitung zur Bibel und zum Glauben gemacht. Wer möchte kann dazu ausführlich im dritten und letzten Kapitel des Buches lesen oder liest einfach an der Stelle weiter und kann im Anschluss das 3. Kapitel lesen oder es auch weglassen. Sowohl im letzten Kapitel wie auch im theologischen Kompass befinden sich immer Seitenverweise zu den dazugehörigen Themen in den anderen Kapiteln.

Rene´ Meier will mit seinem Buch das Rad nicht neu erfinden. Er verweist auch auf andere Gesprächsmodelle und bezieht diese kurz und knapp mit ein, z. B. Das 4 Ohren-Modell von Friedemann Schulz. In diesem Modell wird erklärt, wie wir das Gehörte auf 4 verschiedenen Arten wahrnehmen können.

Viele dieser Abläufe in einem Gespräch sollen uns bewusster werden, damit wir geschickter und aufmerksamer Kommunizieren.

Dieses Buch ist kein Leitfaden, um jedes schwierige Gespräch zu „gewinnen“, sondern ein Kompass, der zeigt, wie man zufrieden aus einem Gespräch kommen und es geschickt führen kann.

Kommentieren0
5
Teilen

Rezension zu "Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell" von René Meier

Bergbesteigung
Arbutusvor einem Jahr

Das Wortspiel hat was. EIGER ist die Abkürzung für fünf Gesprächsphasen: Ereignis - Interpretation - Gefühle - Empathie - Reaktion. Gleichzeitig denkt man aber auch sofort an die Besteigung der Eiger-Nordwand, und diese Assoziation ist durchaus beabsichtigt.

Der eigentlichen Vorstellung des EIGER-Modells geht ein Kapitel über den Leser selbst voraus mit der Überschrift "Die wichtigste Person sind Sie!" Ganz mühelos ist der Weg zur besseren Kommunikation also nicht, denn er führt zunächst einmal zum eigenen Selbst. In kleinen mundgerechten Bissen wird dem Leser psychologisches Basiswissen vermittelt. Das gefällt mir eigentlich ganz gut. Bei der Überschrift "Versöhnen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit" wird es allerdings dann ein bisschen realitätsfern. Wie soll das gehen, mich mal eben schnell mit meiner Vergangenheit zu versöhnen, bevor ich in schwierige Gespräche gehen kann? Auch, wenn in dem Kapitel durchaus hilfreiche Ratschläge stehen.

Durch den "Theologischen Kompass", der jeweils ein Kapitel abschließt und sich im Anhang fortsetzt, wird ein Bezug des Gelesenen zum christlichen Glauben und zur Bibel hergestellt. Diese strikte Trennung macht das Buch möglicherweise auch für Nichtgläubige interessant.
Anfangs gefallen mir diese theologischen Bemerkungen sehr. Selten habe ich jemanden so verblüffend die Verbindung zwischen Glauben und Kommunizieren ziehen sehen. Grundsätzlich ist der "Theologische Kompass" auch genau richtig dosiert. Er erschlägt einen nicht, sondern weist nur immer wieder auf die christliche Grundlage jedes Ratschlags hin.

Oft lässt der Autor Beispiele aus seinem Beruf als Pfarrer einfließen. Auch ein Burnout auf Grund von zwischenmenschlichen Spannungen kommt zur Sprache.
Ergänzt wird das EIGER Modell mit verschiedenen anderen gängigen Kommunikationsmodellen; der Autor pickt uns sozusagen die gut anwendbaren Rosinen aus dem Wust von Konzepten heraus.

Während der Lektüre merke ich, dass es mir persönlich nicht besonders liegt, Gespräche in einzelne Phasen einzuteilen. Es kann aber für den einen oder anderen durchaus hilfreich sein. Auch bei mir hat die Bewusstmachung der Vorgänge und Methoden zumindest einige Denkanstöße losgetreten.

Die unter "Gewaltfreie Kommunikation" angegebenen Beispiele befriedigen mich noch nicht völlig. Die beschriebenen Gesprächsschritte sind ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber es handelt sich hauptsächlich um Gesprächspositionen eines Vorgesetzten. Was soll ich damit? Ich sitze auf der anderen Seite! Außerdem können genau diese Formulierungen von Vorgesetzten enorm besserwisserisch daherkommen. Zudem sind es kleine Monologe, die einen Einwand oder eine Rechtfertigung des Gegenübers trotz Sachlichkeit gar nicht zuzulassen scheinen.

Die drei unter dem Oberthema "Reaktion" beschriebenen Ausgangspositionen "Ich bin im Recht...", "Ich bin im Unrecht...", "Weder ich noch der Andere ist im Recht" empfinde ich als ein sehr theoretisches Konstrukt. Wie oft ist man im Unrecht und merkt es nicht? Oder wie oft sind beide Gesprächspartner mehr oder weniger im Recht? Dieses Modell greift hier viel zu kurz. Ich will gar nicht wissen, was es für Auswirkungen hätte, wenn alle Politiker sich an dieser Methode versuchen würden.

Der "Theologische Kompass mit Weitblick" im Anhang ist immer wieder interessant, aber nicht so ergiebig wie ich gedacht hatte. Beim Thema Gefühle zum Beispiel beschränkt er sich darauf, verschiedene Bibelgestalten und die von ihnen erfahrenen Gefühle aufzuzählen. Und bei den angehängten Gedanken zum Thema "Zahnpastaprinzip" verrennt sich der Autor dann ordentlich, indem er (Stichwort: Gefühle) vom Geschöpf auf den Schöpfer zu schließen versucht statt umgekehrt. Aber wie er die Ester-Geschichte erzählt, gefällt mir. Oft werden nun Bibelgeschichten angeführt, um zu veranschaulichen, wie sich bestimmte biblische Gestalten in bestimmten Gesprächssituationen verhalten haben. Das ist zwar am Rande interessant, und mir persönlich bedeuten diese biblischen Gestalten auch sehr viel, aber dies scheint mir nun ein wenig abgekoppelt vom Ratgeberteil zu sein - man kann hier nur wissend nicken und sagen, je, guck, die hatten damals auch schon die gleichen Probleme. Für einen "Kompass" ist mir das aber ein bisschen zu wenig.
Im Praxisteil gibt es ziemlich viele Beispiele dafür, dass man die eigenen Reaktionen auf ein Fehlverhalten Anderer kontrollieren sollte. Finde ich total gut und richtig, aber vom "Theologischen Kompass" hätte ich mir spätestens an dieser Stelle eine dicke Motivation und Anleitung erhofft, wie man das seelisch fertigbringen soll. Über diese generelle Blässe täuschen auch coole Sätze wie "Auf geht's in die faszinierende Welt der Bibel" nicht hinweg.

Sehr gut finde ich im praktischen Ratgeberteil hingegen die Ideen zum Kontrollieren von heftigen Gefühlen. Auch die die systematische Auflistung zu vermeidender, weil herabsetzender Reaktionen ist hilfreich. Gut finde ich auch, dass unter der Überschrift "Die Kunst, überzeugend zu argumentieren" keine einfache Mottenkiste von Tipps und Histörchen folgt, sondern die differenzierende Zielvorgabe diskutiert wird: "Wie kann man überzeugend argumentieren, ohne den Anderen zu 'besiegen'?" Auch die Vorstellung des Modells "Statusspiele" hat mir sehr gut gefallen. Hier macht sogar die Verwendung der "Ich bin im Recht"/ etc.-Klischees Sinn. Und hier überzeugt auch der "Theologische Kompass" wieder.

Insgesamt findet man eine Fülle von wertvollen Hinweisen in dem Buch, wie die eigene Kommunikation verbessert werden kann. Ich frage mich allerdings, ob man bestimmte Kommunikationsprobleme überhaupt so verschult lösen kann, wie es hier vorgeschlagen wird. Ich selber neige heute eher zum absoluten Weg - Gebet und Inspiration - denn viele der angeführten Handlungsschritte ergeben sich intuitiv, wenn man sich an eine höhere Instanz wendet; so habe ich das jedenfalls erlebt. Dennoch kann dieses 5-Schritte-Modell für viele Menschen ein guter Leitfaden sein. Und hat auch mir durch die Bewusstmachung der einzelnen Gesprächsphasen einige Denkanstöße gegeben.

Persönliches Fazit: Die Einteilung in Phasen ist für mich als impulsiv denkenden Menschen äußerst schwierig nachzuvollziehen. Aber das Buch hat auf jeden Fall einiges ausgelöst und war somit eine lohnende Lektüre. Mitten in schwierigen Gesprächen wurde einem plötzlich bewusst, dass die eigene Art der Kommunikation durchaus verbesserungswürdig war.

Ich persönlich würde empfehlen, den "Theologischen Kompass mit Weitblick" direkt parallel zum Praxisteil zu lesen. Die Kapitel im Anhang sind so kurz gehalten, dass man sich dabei nicht verzettelt.

Kommentieren0
47
Teilen

Rezension zu "Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell" von René Meier

Ein Weiser Ratgeber!
Postbotevor einem Jahr

Fast täglich führen wir schwierige Gespräche. In der Ehe, im Beruf, auf Alltagswegen und mit den Kindern.
Bei diesen Gesprächen ist man sich selbst die wichtigste Person.
Diese Aussage hat mich sehr interessiert. Nach dem lesen wusste ich mehr und wurde weise beraten.
Dazu von Rene Meier:
Kommunikation hat mit Menschen und Ihrer Vergangenheit, ihren Werten, ihren Motiven, ihren Vorurteilen, ihren Erwartungen und ihren Ängsten zu tun.
Eine selbstbewusster Satz!
Wegweisend begleitet dieser Satz so ziemlich das komplette Buch.
Die Einleitung stellt dazu das Eiger Modell für Kommunikation vor.
Der theologische Kompass ist der dritte Teil.
Das Buch stellt sehr viele praktische Anregungen, das Gespräche gut und zielorientiert verlaufen, vor. Sie sollen nicht belehren, sondern ermächtigen.
 Der Autor gibt viele Beispiele einer beginnenden Unterhaltung.
Er stellt verschiedene negative Gesprächsformen auf. Zeigt gleichzeitig Positive Möglichkeiten der Gespräche, wie sie Gewinnbringend für sich und die Seele laufen könnten.
Dabei kommen das Ereignis, Interpretation, Gefühle, Emphatie, , Reaktionen, zum Einsatz. Das Eiger Modell.
Der Autor gibt Tips wie man sich geschickt verhalten kann. Evtl. hinterfragen, wann das wichtige Gespräch stattfinden kann. Vor allem nicht zwischen Tür und Angel. Hier würden viele Resourcen verloren gehen.
Unter Reaktionen teilt der Autor mit: Gut reagieren bedeutet, seine Position zu kennen.
Weitere Fallsituationen, wie, Gewaltfreie Komunikation oder Was ist nach einem schwierigen Gespräch zu tun, geben Aufschluss wie ich selber hier positiv reagieren kann.
Mit vielen weiteren Unterthemen sorgt der Autor in diesem Buch für weitere Infos zu diesem Thema.
Die Texte lassen sich leicht lesen, die Beispiele sind gut zu verstehen, gar kommen diese so fast täglich vor.
Der dritte Teil, sorgt für die Theologische Sicht der Gesprächsführung.
Seien Sie dankbar für das was Sie haben und versöhnen Sie sich mit ihrer Vergangenheit.
Hier wird gezeigt was der eigene Glaube zu Gott, die Gespräche in diverse Richtungen zu lenken, oder Entscheidungen in einem christlichen Blickwinkel zu beurteilen.
Dieses Buch kann einen wirklich herausfordern bei bevorstehenden Gesprächsituationen immer wieder vorher, auch nacher nachzuschlagen.
Mühsame Lebensumstände könnten gelöst werden.
Der Theologische Kompass kommt in den ersten Teilen Kurzformatig mit wichtigen Hinweis, christlich zu reagieren.
Der Autor ist als Pfarrer und mit einer Firma, redens-art, berufstätig. Herr Meier schult und berät Unternehmen und Kirchen in Kommunikation und sozialer Kompetenz.
5 Punkte
 

Kommentare: 2
117
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 4 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks