Aus Perspektive des Menschen mag es erstrebenswert sein, menschlich oder wenigstens fast menschlich zu sein. Wie es allerdings aus Sicht von Maschinen ist, können wir uns nur ausmalen. Also durchaus möglich, dass das menschliche Verhalten in seiner Irrationalität und mit seiner Inkaufnahme anderer Menschen Leiden auf Maschinen eher abschreckend wirkt. Wer behauptet beim Anblick von räuberisch lebenden Ameisen denn auch: Wie gern wäre ich so ein Krabbelviech. Die Panik vor der Intelligenz der Maschinen lässt solcherart Gedanken selten zu. Der Mensch als Krone der Schöpfung will sich eben nicht ausmalen, dass es Kreaturen gibt, die kein Interesse an einer "Vermenschlichung" haben. Letztlich bleiben meine Gedanken reinste Spekulation - genauso wie die Existenznöte einer Ameise.
Glücklicherweise hat uns die Evolution das Wunder der Fiktion geschenkt. Nicht Fake-News oder Propaganda, sondern die pure Lust am Fabulieren. Im Vorwort der Anthologie "Fast menschlich" heißt es: Wo ist die Grenze zwischen komplexer Programmierung und einer bewussten Existenz? Gibt es sie überhaupt? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die folgenden 25 Geschichten auf höchst unterschiedliche Weise. So sind einige in Sphären angesiedelt, deren Abbildung nach einer Kinoleinwand verlangt. Andere wiederum begnügen sich mit dem trauten Heim. Da wollen Androiden nicht entsorgt werden oder deren Besitzer lieber mit einer KI zusammenleben als mit der Ehegattin. Eine Story trägt den Titel "Das Mädchen, das sich selbst aufisst", und das ist in diesem Fall wortwörtlich zu nehmen. Oft blitzt Lem’scher Humor zwischen den Schaltkreisen auf. In "Der Prozess" finden wir uns in einem kafkaesken Dilemma wieder, während in einer anderen Story ein Wesen weder als Mensch noch als Maschine verstanden werden will. Später dürfen wir noch zwei Softwareentwickler im Dienste Zuckerbergs über die Schultern schauen. In "Fast menschlich" stellt sich eben nicht nur die Frage nach Mensch oder Maschine, sondern auch jene nach der gesellschaftlichen Verantwortung. Kurzum: Die Anthologie bietet einen abwechslungsreichen Ausflug ins Thema KI. Dabei wird die oberste Maxime guten Geschichtenerzählens keineswegs vernachlässigt: Nämlich unterhaltsam zu sein.
Renée Engel
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Fast menschlich
Neue Rezensionen zu Renée Engel
Das futuristische Cover hat mir sehr gut gefallen. Man sieht auf einem Blick, dass es sich um SciFi-Geschichten handelt.
Das Buch handelt von Kurzgeschichten voller künstlicher Intelligenz und Androiden. Die Geschichten behandeln die Thematiken wie Androiden in unseren Alltag integriert werden und welche möglichen Gefahren von künstlicher Intelligenz ausgehen können.
Für mich waren manche Geschichte spannend, andere wiederum haben mir nicht so zugesagt. Insgesamt vergebe ich für diese Kurzgeschichten 4 von 5 Sterne.
In diesem Buch befassen sich insgesamt 25 Autorinnen und Autoren mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) und liefern dabei eine abwechselungsreiche Sammlung an Geschichten, die das komplexe Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.
So bieten die Geschichten nicht nur gute und spannende Unterhaltung, sondern darüber hinaus auch viel Stoff zum Nachdenken über ein Thema, dessen Bedeutung in den kommenden Jahren noch einmal deutlich zunehmen und uns früher oder später alle betreffen wird.
Wie bei Anthologien üblich, kann dabei nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 % treffen, insgesamt habe ich mich durch die Geschichten aber doch sehr gut unterhalten gefühlt.
Wer ein gewisses Faible für Science Fiction und das Thema KI im Speziellen hat, dürfte hier auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.
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