Ein Buch über Wildkräuter, das sich auch mit wissenschaftlichen Methoden und nachgewiesenen Wirkungsweisen befasst? Genau meins, dachte ich. Auch wenn ich mir vom Cover her nicht gedacht hätte, dass es um Wildkräuter geht, aber schön ist das Bild allemal.
Frau Schroeder klingt sehr sympathisch und wirkt sehr authentisch. Als Chemikerin, die sich auch der Kräuterheilkunde verschrieben hat, baut sie auf ihre ganz eigene Weise Brücken zwischen beiden Disziplinen. Und auch ihr Hof und ihre Art zu leben, machen das Buch gleich nochmal interessanter. Ihr Ansatz, auch wissenschaftlich an Wildkräuter heranzugehen, finde ich total spannend. Danach hatte ich ehrlich gesagt schon gesucht und war bisher nicht richtig fündig geworden. Toll dass es nun dieses Buch nun gibt.
Das Buch beinhaltet ein Füllhorn an Informationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern über Naturheilkunde, gibt es hier eine wissenschaftliche Basis von einer Frau vom Fach. Sicherlich braucht davon nicht jeder alle Informationen. Und die Strukturformeln bräuchte ich nicht unbedingt, finde sie aber der Vollständigkeit halber sehr sinnvoll und gut. Genau diese Ernsthaftigkeit fehlt mir oft in anderen Büchern. Natürlich gibt es nicht für jedes "Kraut" eine Studie, denn das ließe sich niemals finanzieren. Aber in meinen Augen wird manche Wirkungsweise von einzelnen Kräutern ohne wissenschaftliche Grundlage in einzelnen Kreisen doch etwas zu sehr hochgehalten. Da gefällt mir Frau Schroeders Ansatz einfach richtig gut!
Im Abschnitt in dem Pflanzen porträtiert werden, gibt es viele Informationen über die Geschichte der Pflanze, der Verwendung und der wissenschaftlichen Studienlage. Dazu gibt es sehr detaillierte mikroskopische Aufnahmen, die einzelne Besonderheiten der Pflanzen herausstellen. Jeweils eine Komplettaufnahme der Pflanze wäre zur Vollständigkeit sehr gut gewesen, egal ob als Foto oder Zeichnung. Allerdings sollte man zum Bestimmen von Pflanzen natürlich immer mehr Informationen haben als es ein solches Kräuterbuch bieten kann, da die Autorin ja einen ganz anderen Fokus mit ihrem Buch hat. Beim Bestimmen kann man bei manchen Kräutern auch ganz fix mal daneben liegen, wenn man sich nicht gut auskennt. Zum Glück gibt es da ja selten schlimme Verwechslungen.
Die enthaltenen Rezepte finde ich sehr interessant. Für eine wissenschaftlich arbeitende Person etwas erstaunlich, dass die Mengenangaben zum Teil wirklich dürftig sind. Viele Themen werden natürlich eher angerissen, da das das Buch sonst vermutlich gesprengt hätte. Finde ich aber absolut nachvollziehbar und passend.
Ein paar neue Ideen für Tees habe ich bekommen. Und an Oxymel werde ich mich nun auch mal heranwagen. Bisher fand ich das eher merkwürdig, was mir dazu begegnet ist. Die Anleitung hier finde ich aber gut nachvollziehbar und ausreichend erklärt.
Insgesamt ein wirklich tolles Buch über Wildkräuter. Dazu mit wissenschaftlichen Informationen. Wer Pflanzen genau bestimmen will oder viele und genaue Rezepte sucht, sollte sich dazu noch weitere Bücher besorgen.







