Rena Dumont Paradiessucher

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Inhaltsangabe zu „Paradiessucher“ von Rena Dumont

Lenka ist 17 und träumt davon, in den Westen zu gehen. Sie hat genug vom sozialistischen Leben in der böhmischen Kleinstadt. Als sie und ihre Mutter endlich ein Visum für zwei Wochen Deutschlandurlaub bekommen, ist klar: Sie werden nicht mehr zurückgehen. Doch erst jetzt merken sie, wie schwer es ist, die Heimat, alle Freunde und Verwandten zurückzulassen. Und Pavel, die erste Liebe. Doch auch das fremde Land macht es einem nicht leicht. Das soll es also sein, das lang ersehnte Paradies? Dieses (fast) autobiografische Jugendbuch erzählt eine Geschichte von Flucht, Exil und dem Gefühl der Fremde – aber auch von der Sehnsucht nach Freiheit.

Die Geschichte ist wahrscheinlich heute aktueller denn je. Der Stil kann leider mit der Story nicht mithalten.

— Tintenklex

Großartige, teils autobiografische Geschichte. Sehr direkt und realitätsnah erzählt, zeigt sie den Blickwinkel von einer ungewohnten Seite.

— madakind

Interessante Geschichte, aber sprachlich sehr platt.

— Beagle

Lenka will raus in ein neues Leben! Ich begleitete sie: ein etwas zu locker-leichter & oberflächer Einblick in ihr Leben als Em-/Immigrant.

— elane_eodain

Ich hatte mir mehr Tiefgang erwartet,

— mabuerele

Eine Einwanderungsgeschichte, die aufwühlt, begeistert, aber auch nachdenklich macht - Wirklich gelungen!!

— justitia

Ein hoch sensibles, wunderbares Buch, ein großartiges Romandebüt, strikte Empfehlung. Ich freue mich auf das nächste Buch von Rena Dumont.

— ChristianDavid

Ja! Ich bin auch dabei und ich freue mich riesig!

— aba

Ich freue mich auch, dass es eine Leserunde gibt - und ich darf sogar dabei sein.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    LaDragonia

    Zum Inhalt: Lenka lebt mit ihrer Mutter in der tschechischen Kleinstadt Prerov. Ihre Mutter arbeitet als Friseurin, während Lenka von einer Schauspielkarriere träumt. Bereits seit einigen Jahren warten die beiden auf ein Visum für einen 14 tägigen Urlaub nach Deutschland. Für beide steht fest, sollte sie die Erlaubnis bekommen, werden sie versuchen in Deutschland Asyl zu bekommen, um endlich dem Leben in Tschechien den Rücken kehren zu können. . Dann endlich, Ende 1986 ist es soweit. Der langersehnte Brief liegt im Briefkasten. Nun heißt es Vorbereitungen treffen, denn niemand darf auch nur annähernd Verdacht schöpfen, was die beiden vorhaben, dementsprechend nervös sind die beiden dann auch die letzten Tage vor und am Tag der Abreise. . Doch in Deutschland angekommen, ist alles ganz anders als die beiden sich das gedacht haben. Es fliegen einem keine „gebratenen Tauben in den Mund“, wie man so schön sagt. Und der Abschied von Freunden und Familie war auch nicht so leicht wie gedacht. Aber was sollen sie nun tun? Zurück können sie nicht! . Meine Meinung: „Paradiessucher“ ist der Debütroman der Autorin Rena Dumont. Sie selber schreibt zu Anfang des Buches „Dies ist eine fiktive Geschichte, die ich im Kern so erlebt habe.“ Da ich das große Glück hatte, dieses Buch im Zuge einer Leserunde zu lesen, habe ich noch einige Eindrücke mehr von der Autorin erhalten, als ein normaler Leser des Buches und ich muss ehrlich zugeben, wenn schon nur der Kern dieser Geschichte war ist, ist es schrecklich was Menschen wie Lenka, die damals geflohen sind, erleiden mussten. Dieses Buch stimmt einen wirklich sehr nachdenklich. Nicht nur über die diktatorische Politik solcher Länder, zu dieser Zeit, sondern auch über das Vorgehen mit Asylbewerbern hier in Deutschland. Und man fragt sich, ob das heute immer noch so ist. . Mit ihrer Protagonistin Lenka, hat Rena Dumont eine Person gezeichnet, die in mir persönlich sehr zwiespältige Gefühle hervorruft. Einerseits hat mir Lenka gefallen, da sie sich doch im Buch weiterentwickelt zumindest was ihre Pläne für die Zukunft angeht. Aber andererseits habe ich mich über Dinge wie ihre Verantwortungslosigkeit beim unverhüteten Sex, doch maßlos aufgeregt. Man sollte in der Hinsicht schon von einer 17jährigen mehr Verantwortung verlangen können, vor allem wenn sie die schlechten Beispiele ständig vor Augen hat. . Das Buch ist im Kinder- und Jugendbuch Bereicht angesiedelt. Aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher ob es dort wirklich so gut hinpasst. Dafür wird mir mit Themen wie Verhütung und Sex hier doch zu lasch umgegangen. Vom Schreibstil, dem Lesefluss und der Geschichte selber war es ansonsten allerdings ein Buch das sich wirklich gut lesen lässt und auch wirklich fesselnd geschrieben ist. . Fazit: Ein Buch das berührt und zum Nachdenken anregt. Es gab zwar für mich ein zwei kleinere Kritikpunkte, aber im Großen und Ganzen war es trotzdem ein wunderbarer Roman, von einer Autorin, von der wir hoffentlich noch mehr zu lesen bekommen werden. Von mir gibt es für Paradiessucher 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    elane_eodain

    14. August 2013 um 16:04

    >> Alles, was wir mittlerweile besitzen, ist traumhaft. Es ist traumhaft, aber der Traum hat einen Haken. Wir können ihn niemandem zeigen, niemand wird je erfahren, was wir mittlerweile besitzen, und somit ist es wertlos. Es ist mir fremd, dass mir Dinge auf einmal gleichgültig sind, weil sie hier in Deutschland jeder hat. << (aus "Paradiessucher" von R. Dumont) INHALT: 1986 – Lenka ist 17 Jahre alt, möchte Schauspielerin werden und frei leben. Im Weg stehen ihr da aber die politischen Strukturen ihres Heimatlandes Tschechoslowakei: An der Schauspielschule wird nur aufgenommen, wer entsprechende Beziehungen zur Partei hat und ein freies Leben ist sowieso nicht möglich, wenn es nicht mal erlaubt ist, in der Schule eine West-Jeans zu tragen … Lenka will weg! Und als sie und ihre Mutter endlich das immer wieder beantragte und lang ersehnte Visum für einen Deutschlandurlaub erhalten, scheint die Freiheit greifbar und das große Wort „Emigration“ steht im Raum. Aber wie damit umgehen? Den Schritt wagen oder nicht? Alles aufgeben? Ganz neu anfangen? Oder doch lieber beim Gewohnten bleiben, weil es doch gar nicht so schlimm ist? GEDANKEN: Zu Beginn der Geschichte ist eigentlich alles noch ganz nett, wenn auch vom Schatten der Politik, des Systems beeinflusst, aber Lenka lebt ihr Leben, lacht, weint, liebt, streitet und schimpft. Ihren Wunsch Auszuwandern konnte ich anfangs nicht ganz nachvollziehen, ihre besondere Dringlichkeit. Natürlich kenne ich die realen geschichtlichen Hintergründe, weshalb ich das doch verstehe, aber Lenka selbst konnte mich nicht überzeugen. Nichtsdestotrotz bin ich mit ihr weitergereist, über die Grenze, nach Deutschland. Und erst hier wird es für Lenka und ihre Mutter dann so richtig ernst, denn nicht alles ist so, wie Lenka sich das erhofft hatte. Bei weitem nicht. Wer hat schon damit gerechnet, ewig in einem heruntergekommen „Sporthotel“ am Königssee festzusitzen oder gar mit diesem Heimweh? Keiner hat vor der Flucht darüber nachgedacht, welche Folgen eine Abschiebung hätte, was ein unbedacht formulierter Brief in der Heimat bewirken kann oder was zu tun ist, wenn sich Deutschland doch nicht als das erhoffte Paradies zeigt … „Paradiessucher“ ist wie ein Tagebuch der 17-jährigen Lenka geschrieben, in Ich-Perspektive, sehr locker, teeniehaft, schlicht. Lenka schreibt in Extremen, entweder ist etwas wahnsinnig gut (wie ihr Freund) oder wahnsinnig abartig (wie ihre Klassenlehrerin), ihre Gedanken und Gefühle legt sie offen, sie wiederholt ihr Wichtiges und interpretiert wild drauf los. Dieser Stil ist vielleicht erfrischend, auf Dauer ging er mir aber auch auf die Nerven. Und ein wenig mehr Tiefe hätte meiner Meinung nach nicht geschadet. Die Geschichte, die das Buch erzählt, ist wohl teilweise biographisch, denn die Autorin Rena Dumont schreibt zu Beginn: „Dies ist eine fiktive Geschichte, die ich im Kern so erlebt habe.“ Ich kann mir vorstellen, dass viele Gegebenheiten und Situationen der Geschichte so passiert sind oder so hätten passieren können. Und ich finde es gut, dass das Buch somit einen Teil deutsch-tschechischer Geschichte auf unterhaltsame Weise erzählt. Immigration ist in Deutschland noch immer ein großes Thema, aktuell wird von einer steigenden Zahl an Asylanträgen berichtet. Rena Dumont schafft mit „Paradiessucher“ Migranten ein Gesicht zu geben, weg von den Zahlen, hin zu den Menschen, die ihre individuelle Geschichte und Beweggründe haben ihr Heimatland zu verlassen. Das finde ich wichtig und richtig! FAZIT: Mir persönlich ist "Paradiessucher" zu teeniehaft und oberflächlich geschrieben, aber als Jugendroman zum Thema Migration und dem geschichtlichen Hintergrund der kommunistisch geführten Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik dennoch empfehlenswert.

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  • Der Traum vom Paradies

    Paradiessucher

    mabuerele

    10. August 2013 um 20:26

    „...Nichts ist leicht und umsonst, stelle ich fest. Alles hat seinen Preis....“ Lenka ist 17 Jahre und lebt mit ihrer Mutter in einer tschechischen Kleinstadt. Im Jahre 1986 hält sie ein Visum für sich und ihre Mutter in die Hand. Sie dürfen 14 Tage lang die Bundesrepublik besuchen. Für Lenka ist der Traum vom Paradies ganz nah. Allerdings spricht sie kein Wort Deutsch. Trotzdem möchte sie in Deutschland bleiben. Das Buch erzählt die Geschichte aus der Sicht der 17jährigen Lenka. Nachdem sie ihre Mutter überredet hat, in Deutschland zu bleiben, landen beide in einem Asylbewerberheim in Bayern. Lenka erscheint mir für ihr Alter sehr naiv und unreif. Schon mit dem Visum in der Hand hofft sie, nie in die Tschechoslowakei zurückzukehren. Doch sie spürt, dass der Abschied auch schmerzlich ist. Sie lässt nicht nur ihre Großeltern, auch ihre Freundin und ihren Freund zurück. Die Beschreibung der Zustände im Asylbewerberheim sind sehr realistisch. Leider bestätigen sie eine ganze Reihe von Klischees. Nach der Hälfte der Seiten war ich versucht, das Buch abzubrechen. Bis dahin hatte sich Lenka wenig Sorgen um ihre Zukunft gemacht. Freunde und Sex waren ihre Freizeitbeschäftigung. Ihre Mutter tat mir leid. Sie hatte sich nur der Tochter zuliebe auf das Abenteuer eingelassen und fühlte sich fehl am Platze. Nach und nach aber begreift Lenka, dass sie ohne Sprachkenntnisse und eine vernünftige Ausbildung nicht weiter kommt. Sie stellt den Antrag, als Gasthörerin ein Gymnasium besuchen zu dürfen. Sie trifft auf Beamte, die ihren Wunsch unterstützen und genehmigen. Nun erhalten die Tage einen Sinn. Lenka beginnt darüber nachzudenken, was sie sich von der Reise erhofft hatte. Endlich erkennt sie, dass die schönen Bilder der Illustrierten und des Fernsehens nur einen Teil der Realität abbilden. Die Sprache des Buches ist dem Inhalt angepasst. Sie entspricht der Sprache der Erzählerin. Die ausführlichen Beschreibungen von Lenkas Liebesabenteuern hätten kürzer gefasst werden können. Das Buch würde ich frühestens ab 16 Jahre empfehlen.

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  • Eine etwas andere Einwanderungsgeschichte...

    Paradiessucher

    justitia

    31. July 2013 um 09:47

    Rena Dumont gelingt mit ihrem Debütroman "Paradiessucher" eine Einwanderungsgeschichte, die begeistert, aufwühlt aber gleichzeitig auch nachdenklich macht. Zum Cover: Das Cover ist eher schlicht und farblich zurückhaltend gestaltet - passt sich aber dem Inhalt des Buches an. Es müssen ja auch nicht immer die knalligen auffälligen Coverergestaltungen sein - in diesem Fall ist weniger mehr, zumal es sich hier ja auch um ein ernsteres Thema handelt... Besonders gut gefällt mir der kleine grüne Flitzer am unteren Ende des Covers - genauso habe ich mir das Auto vorgestellt, mit dem Lenka und ihre Mutter nach Deutschland auswandern... Zum Inhalt: Lenka ist 17 Jahre alt und wohnt gemeinsam mit ihrer Mutter in einem kleinen Ort in Tschechien. Unzufrieden mit dem sozialistischen Kleinstadtleben und von einer Karriere als Schauspielerin träumend, macht sich Lenka gemeinsam mit ihrer Mutter und einem Visum auf in ein neues, besseres Leben in Deutschland. Dort angekommen müssen die beiden jedoch feststellen, dass auch das Leben in der neuen Heimat so seine Tücken hat... Meine Meinung: Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte erst in seiner Nachwirkung beeindruckt und auch aufgewühlt hat. Der Schreibstil ließ sich einfach wunderbar lesen und passte sich sehr gut dem Thema und auch der Zielgruppe der Geschichte an. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte auch mit Lenka sehr gut mitfühlen. Ihr Charakter war mir vom ersten Moment an sympatisch. Toll fand ich auch wie sie für ihre Träume gekämpft hat. Diese Willensstärke ist wirklich bewundernswert. Die Entscheidung, die eigene Heimat zu verlassen, muss nicht einfach sein - umso mutiger fand ich es, dass sich die beiden Frauen ins Ungewisse gewagt haben. Trotz aller Zweifel haben sie sich durchgebissen, auch wenn die Sehnsucht nach zu Hause immer sehr groß war. Zwei wirklich starke Frauen, die Rena Dumont hier gezeichnet hat... Die Darstellung der Hürden einer Emigration wurden von der Autorin wunderbar aufgearbeitet. Auch das Leben in einem Asylbewerberheim konnte ich mir sehr gut vorstellen, obwohl ich mir an einigen Stellen doch etwas mehr Tiefgang innerhalb der Geschichte gewünscht hätte. Manche Probleme und Hürden hätten in meinen Augen noch etwas detaillierter und differenziert herausgearbeitet werden können. Doch dies ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um einen Jugendroman handelt. Zudem ging mir die Geschichte, besonders als es Richtung Ende der Geschichte ging, doch etwas zu schnell voran. Es wirkte etwas überstürzt und ich hatte das Gefühl, dass es jetzt einfach enden musste. Das Erzähltempo wurde hier einfach zu rasch erhöht, was ich sehr schade fand. Insgesamt ein sehr bewegender Roman, der mich auch Tage später noch nachdenklich gemacht und Emotionen in mir ausgelöst hat. Authentisch, Gefühlvoll - einfach ein Knaller!!

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  • Deutschland aus einer anderen Perspektive

    Paradiessucher

    Nymphe

    30. June 2013 um 16:49

    Lenka lebt 1986 als Siebzehnjährige in einer Tschechischen Kleinstadt. Sie träumt davon Schauspielerin zu werden, von neuen Klamotten und sie will endlich sagen können, was sie denkt. All das geht im Ostblock nicht und so nutzen sie und ihre Mutter ihre Chance. Sie bekommen ein Visum für einen zweiwöchigen Besuch bei Verwandten in Deutschland und bleiben dort. Was nun folgt sind Monate unter anderen Ausländern in einem chaotischen Asylbewerberheim. Lenka schwankt zwischen der Angst vor Abschiebung und einem starken Heimweh. Doch sie findet Freunde und Liebe und gibt nicht auf. Die Geschichte von Paradiessucher fand ich sehr faszinierend. Der Blickwinkel einer Asylbewerberin auf Deutschland ist ein ganz anderer, als ich es sonst kenne. Ihre Geschichte ging mir Nahe, brachte mich zum Lachen und ich habe mit ihr mitgezittert. Dieses Buch ist ein hervorragendes Debüt, dass sich mit einer bis heute aktuellen Thematik beschäftigt. Prädikat: Absolut lesenswert!

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  • Im Westen liegt das Paradies?

    Paradiessucher

    michelauslönneberga

    Lenka lebt in einer tschechischen Kleinstadt. Sie ist 17, feiert mit ihren Freunden wilde Partys, hat einen richtigen Freund und geht gerne einkaufen. Eigentlich hört sich Lenka nach einem ganz normalen Teenager an. Doch Lenka lebt 1986 in dieser kleinen tschechischen Stadt und will weg. Sie hält es einfach nicht mehr aus im Kommunismus. Schauspielerin werden - das ist ihr Traum, doch so sehr sie sich auch bemüht; in ihrer Heimat kann sie sich diesen Traum nicht erfüllen. Als sie und ihre Mutter dann ein Urlaubsvisum für Deutschland erhalten, scheint das Paradies zum greifen nah. Die beiden machen sich in den viel erträumten Westen und müssen feststellen, dass man nicht nur im Westen angekommen ist, sondern auch die Heimat verlassen hat. Scheinbar Wurzellos, verlassen und verloren, kämpfen sich Lenka und ihre Mutter einen Weg durch "das Paradies". Dieser Roman ist sehr autobiographisch wie ich in der Leserunde erfahren habe. Daher hat es mich sehr beeindruckt wie offen und ehrlich Rena Dumont von ihren Erfahrungen als Asylbewerber berichtet hat. Teilweise erzählt sie sehr deutlich von Erlebnissen und Gefühlen, die mich im ersten Moment haben zurückschrecken lassen. Lenka ist eine tolle Figur, die ich sofort liebgewonnen habe. Ihre Entwicklung und auch Komplexität sind beeindruckend und haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. MIt diesem Buch ist Rena Dumont wirklich ein grandioses Romandebüt gelungen, dass sowohl jüngere, als auch ältere Leser berühren wird.

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  • „… in der Hoffnung, etwas zu finden, was eigentlich völlig unwesentlich ist…“ (S. 222)

    Paradiessucher

    Lilli33

    04. April 2013 um 15:39

    Tschechoslowakei, 1986. Lenka ist fast 17 und träumt seit Jahren davon, mit ihrer Mutter in den goldenen Westen zu flüchten. Schauspielerin will sie werden und Jeans und modische Tops kaufen. Überhaupt ist Deutschland ja das Paradies schlechthin, wenn man den West-Zeitschriften glauben darf.   Und dann ist es endlich so weit. Lenka und ihre Mutter Nadja erhalten ein Visum für einen zweiwöchigen Urlaub in Deutschland. Sie haben nicht vor, wieder zurückzukehren, wollen in Deutschland Asyl beantragen. Doch ganz leicht fällt der Entschluss nicht, müssen sie doch Familie, Freund und beste Freundin zurücklassen, ebenso ihr ganzes Hab und Gut. Rena Dumont schildert sehr glaubhaft die Zweifel, die die beiden immer wieder überfallen, ob sie das Richtige tun, ob sie nicht doch lieber wieder umkehren und sich mit dem gewohnten Leben in der Tschechoslowakei zufriedengeben sollen. Besonders Lenka motiviert ihre Mutter immer wieder, an dem gefassten Plan festzuhalten, obwohl sie ihren Freund Pavel schon kurz nach der Grenze schmerzlich vermisst. Doch die Verlockungen des Westens sind stärker. So lassen die beiden ihr bisheriges Leben hinter sich „… in der Hoffnung, etwas zu finden, was eigentlich völlig unwesentlich ist…“ (S. 222) Doch bis zu dieser harten Erkenntnis ist es ein weiter, schmerzvoller Weg.   Mit einem Augenzwinkern beschreibt Dumont die Schwierigkeiten der beiden Tschechinnen. Des Deutschen gar nicht mächtig, schlagen sie sich mit Händen und Füßen durch, erobern sich ihren Platz im Asylantenlager und warten über Monate auf die Einladung zum „Verhör“, das klären soll, ob sie Asyl bekommen oder abgeschoben werden.   Erzählt wird in Ich-Form aus der Perspektive von Lenka in einer frischen, jugendlichen Sprache, die angenehm zu lesen ist. Leider bleibt aufgrund der Jugend doch die Tiefe der Protagonisten und der Geschehnisse etwas auf der Strecke. Auch die Gefühle der Protagonisten kamen aufgrund der relativ emotionslosen Sprache nicht bei mir an. Es wurde zwar viel geweint und auch erzählt, warum. Aber es konnte mich wenig berühren. Ich fand es zwar gut, dass auch die normalen Alltagsprobleme von Jugendlichen, wie Schule, Freunde und Pickel zur Sprache kommen. Doch haben mich zwei Dinge beim Inhalt gestört. Lenka scheint ständig mit dem Erstbesten ins Bett zu gehen, obwohl sie Sex gar nicht als schön empfindet. Und die Darstellung der Asylbewerber bestätigt die Vorurteile, die hier viele Menschen ihnen gegenüber haben. Denn Lenka und ihre Mutter begehen regelmäßig Ladendiebstähle im großen Stil. Dabei fürchten sie zwar Entdeckung durch die Polizei, sind sich aber eigentlich keines Unrechts bewusst, was man selbst von einer 17-Jährigen doch schon erwarten könnte.   Insgesamt hat das Buch daher bei mir gemischte Gefühle hinterlassen.

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    Ayda

    Die Geschichte erzählt von der der 17 jährigen Lenka und ihrer Mutter im Jahre 1986, die ohne Vater in einer tschechischen Kleinstadt Prerov leben. Eines Tages erhält Lenka während ihre Mutter noch bei der Arbeit ist einen blauen Brief. Lenka kann es nicht fassen, denn es bedeutet sie haben ein 14-tägiges VISUM FÜR DEUTSCHLAND bekommen!!! Für Lenka geht ein großer Wunsch in Erfüllung, es ist die Reise ins Paradies. Doch Lenkas aller größter Traum und Talent ist die Schauspielerei, was ihr in ihrem Heimatland zu dieser Zeit nicht ermöglicht wird. Lenkas Mutter ist trotz schwieriger sozialer und politischer Bedingungen noch etwas skeptisch, sie fragt sich ob sie diesen Schritt wirklich wagen soll. Aber es ist die Chance und somit brechen Lenka und ihre Mutter auf in das unbekannte Paradies... Dieses Buch habe ich hier bei Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde gewonnen, ich war anfangs skeptisch ob ich bei der Auslosung mitmachen soll da ich eher weniger Bücher die zwar fiktiv aber trotzdem aus dem "wahren Leben" gerissen sind lese. Das hat einfach den Grund dass ich beruflich einfach viel mit diesen Themen zu tun habe und ja das Thema Migration mich einfach schon mein ganzes Leben begleitet und manchmal leider auch negativ. Aber ich bin im nachhinein sehr froh darüber, dass ich es lesen durfte und es nun seinen Platz in meiner Bibliothek hat. Es ist so schön geschrieben und nimmt einen wirklich mit auf die Reise und in die Erlebnisse von Lenka und ihrer Mutter. Vielen Dank an Rena Dumont und an den Hanse-Verlag.

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    • 4
  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    sofie

    Lenka ist 17 Jahre alt und lebt in dem kleinen Ort Přerov in der Tschechoslowakei. In dem kommunistischen Staat fühlt sie sich nicht frei, ihren Traum Schauspielerin zu werden, kann sie nicht verwirklichen, da sie nicht über die nötigen Beziehungen verfügt. Sie sehnt sich nach dem westlichen Paradies. Das scheint plötzlich zum Greifen nah als sie und ihre Mutter ein zweiwöchiges Visum für Deutschland bekommen. Doch schnell stellen die beiden fest, dass einem auch im vermeintlichen Paradies keine gebratenen Tauben in den Mund fliegen… Rena Dumont ist mit ihrem Roman „Paradiessucher“ ein wirklich sehr gutes Debüt gelungen. Der Roman ist in der Gegenwart aus der Perspektive der 17-Jährigen Lenka geschrieben, was ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig fand. Doch nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, hat diese Perspektive dazu beigetragen, dass ich mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte. Die Sprache ist passend zur jungen Protagonistin etwas schnoddrig und locker, manchmal auch vulgär, aber immer sehr emotional. Es werden sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Emigration angesprochen, was mir sehr gut gefallen hat. Lenka und ihre Mutter tun sich nicht leicht mit der Entscheidung, ob sie ihr Heimatland verlassen sollen oder nicht. Lenka ist dabei oft ein wenig naiv, so erzählt sie zum Beispiel vor der Abreise ihrer Freundin von der geplanten Auswanderung oder schreibt ihr später von Deutschland aus einen Brief, der natürlich von den Behörden gelesen wird. Man merkt aber auch, wie sie in den acht Monaten, die im Roman beschrieben werden, erwachsener und reifer wird. Insgesamt hätte ich mir manchmal doch noch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Die Konflikte und Probleme werden schon deutlich, hätten aber auch noch deutlicher herausgearbeitet werden können. Zudem hat mich das Ende ein wenig enttäuscht, da es sehr plötzlich kam. Trotzdem kann ich „Paradiessucher“ auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist eine sehr schöne Geschichte über Familie, Liebe, das Erwachsenwerden und das vor der Kulisse einer nicht immer einfachen Emigration. Dafür 4 von 5 Sternen.

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  • Rena Dumont erzählt, ihre Einwanderungsgeschichte

    Paradiessucher

    WinfriedStanzick

    26. March 2013 um 11:31

    „Mami, wenn du nicht gehen willst, dann gehe ich alleine.“ Das sagt die fast siebzehnjährige Lenka im Jahr 1986 in der böhmischen Kleinstadt Prerov, als sie eines Abends nach Hause kommt und ihre Mutter zitternd und voller Aufregung das lang ersehnte Ausreisevisum für die beiden nach Deutschland in Händen hält. Lenka ist das Alter Ego von Rena Dumont, die hier ihren ersten Roman vorlegt, nachdem sie ihren Traum Schauspielerin zu werden, in Deutschland verwirklicht hat. Nun blickt sie zurück und lässt ihre Lenka über ihren Traum von Paradies, den sie in der CSSR jahrelang geträumt hat, sagen: „Ich weiß nichts von Deutschland. Gar nichts. Im Unterricht haben wir, außer einer ausführlichen Anti-West-Propaganda, ganz wenig über unsere Nachbarn erfahren.“   Obwohl ihre eigene Auswanderung nun schon fast dreißig Jahre zurückliegt, schafft es Rena Dumont mit ihrer Lenka eine ganz ungewöhnliche Präsenz zu schaffen. Da scheint nichts vergangen und lange her. Nüchtern erzählend verweigert ihre Geschichte jede Art von Verklärung des erhofften Paradieses.   Die erste Zeit im Asylantenlager in Königssee, die Versuchungen, denen sie und ihre Mutter im lang ersehnten Paradies ausgesetzt sind, werden eindrücklich geschildert. Doch erst als Lenka all ihren Mut zusammennimmt und einen Beamten im Landratsamt darum bittet, zur Schule gehen und die deutsche Sprache lernen zu dürfen, da ist der erste Schritt in eine neue Heimat getan, dem weitere folgen in einer Schauspielausbildung, an deren Ende Lenka (Rena) ihren großen Jugendtraum erfüllt hat.   Rena Dumont erzählt, sicher mit einigen vernachlässigbaren Längen, ohne sentimental zu werden ihre Einwanderungsgeschichte und ihre Heimischwerden im neuen Land. Es ist für Jugendliche und Erwachsende eine empfehlenswerte Lektüre.

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    MeredithLee

    Inhalt: Lenke und ihre Mutter haben genug von der tschechischen Kleinstadt, in der sie leben. Dort ist das Leben voller Einschränkungen, doch Lenka möchte frei sein und ihren Traum Schauspielerin zu werden, erfüllen. Als sie überraschend ein Brief mit dem Visum für einen zweiwöchigen Deutschlandaufenthalt erhält, ist sie überglücklich. Doch die Reise ins "Paradies" ist nicht einfach, denn dort wartet auf sie und ihre Mutter erst einmal der Aufenthalt im Asyl. Cover: Das Cover passt sehr gut zum Inhalt und auch zum Titel "Paradiessucher". Man sieht ein Auto und denkt unweigerlich an eine Reise, vielleicht die "Reise ins Paradies"? Schreibstil: Das Buch ist in relativ kurzen Kapiteln geschrieben und so sehr einfach zu lesen, mir hat das auf jeden Fall gut gefallen. Die Autorin schafft es aber trotzdem, die Gefühle sehr autentisch rüber zu bringen, indem man während des lesens die Rolle der Hauptpersson Lenka einimmt. Man erlebt die Geschichte durch ihre Augen, und dabei ist auch die Sprach der einer 17-jährigen angepasst. Meine Meinung: Wichtige Themen im Buch sind der Mut, den es Lenka und ihre Mutter kostet, diese Reise mit ungewissem Ausgang anzutreten und der Aufenthalt im Asyl. Man erhält Einblicke in diese Welt, die zumindest ich bis jetzt noch nicht besonders gut kannte. Mich hat es sehr nachdenklich gestimmt. Außerdem hat die Autorin in ihrem Buch viele Autobiographische Eindrücke verarbeitet. So was mag ich sehr an Büchern, das macht es für mich noch interessanter und authentischer. Lenka war mir von Anfang an sympathisch, ein typischer Teenager. Da das Buch ja ein ernstes Thema behandelt fand ich es gut, dass aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Das hat dem Roman ein bisschen von seinem Erst genommen und manche witzige Stellen erzeugt. Fazit: Wer sich für diesen Themenbereich mit Asyl und dem Leben in der Tschechoslowakei 1986 interessiert, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Empfehlen würde ich das Buch aber frühestens ab 15! Ich freue mich schon auf neue Bücher der Autorin. :)

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    Literatur

    Das Paradies in uns Die 17-Jährige Lenka hat große Träume: Sie möchte die Freiheit haben, Kleider zu tragen, die ihr gefallen, Gedanken auszusprechen, die ihr belieben, die Schauspielschule aufgrund ihres Könnens besuchen zu dürfen und nicht aufgrund von Beziehungen, politischen Einstellungen oder Bestechung. In einem sozialistischen Land der 1980iger stoßen ihre Träume an Grenzen. Als ihre Mutter und sie das langersehnte Visum für Deutschland erhalten, scheinen sich all ihre Träume von einer Flucht in die Freiheit plötzlich zu erfüllen - doch die neu gewonne Freiheit ist an harte Bedingungen geknüpft und auch im Westen gibt es viele Beschränkungen. Wird Lenka ihr Paradies finden? Der Roman beinhaltet unterschiedliche Phasen von Lenkas Flucht: die Planungsphase mit dem Zerrissensein zwischen Bleiben und Flucht, der Wirklichkeit und den Träumen, dem Vertrauten und dem Unbekannten, das Leben im Asylantenheim im Schwebezustand - es gibt kein Zurück mehr, aber auch noch kein richtiges Vorankommen -, und zuletzt die Phase einer zu erahnenden Integration, die nicht auf Anpassung beruht, sondern auf Auseinandersetzung mit dem neuen Land, der neuen Gesellschaft, dem neuen sozialen Umfeld. Mir gefällt der Sprachstil, der so natürlich und authentisch in die Gedanken- und Gefühlswelt von Lenka einführt, so kurzweilig und berührend durch den Roman lenkt und schonungslos ehrlich, teilweise bewusst provokant Missstände thematisiert. Ich wurde durch den Roman auf vielfältige und einfühlsame Weise für das Thema sensibilisiert.

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    aba

    21. March 2013 um 12:15
  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    Nicky15

    Inhalt Lenka und ihre Mutter leben in einer kleiner tschechischen Stadt. Das leben dort ist eingeschränkt und bedrückend. Lenka darf keine Jeans und T-Shirts mit Aufdruck tragen oder machen was sie eigentlich möchte. Dazu gehört unter anderem das Schauspielen, was einer ihrer großen Leidenschaften und Träume ist. Lenka kann und will so nicht weitermachen. Sie will eins und zwar frei sein und ihre Träume leben. Der Plan: flüchten! Dies stellt sich jedoch als nicht so einfach dar. Wir durchleben gemeinsam mit Lenka das warten auf das Asyl und erleben mit ihr, wie es ist, fremd in einem Land zu sein und dort Neue Sachen, wie zum Beispiel einen Aldi in dem es so viele Dinge gibt, zu entdecken. Meine Meinung Paradiessucher ist ein wunderbarer Roman. Es gab keinen Zeitpunkt an dem ich mich gelangweilt fühlte. Ich lachte mit Lenka, bangte oder weinte mit ihr. Die Protagonistin war mir von Anfang an sehr sympatisch. Ein Mädchen das den Mut hat ihre Träume zu verwirklichen und macht was sie möchte! Ich habe unglaublich gerne gelesen und meine guten Erwartungen zu diesem Buch wurden auf jeden Fall übertroffen. Unter anderem habe ich viel Neues dazugelernt. Vieles was ich in diesem Buch über die ehemalige Tschechoslowakei erfahren habe wusste ich davor nicht. Umso mehr fand ich es unglaublich interessant mehr darüber zu erfahren. Auch bekam ich eine neue Sichtweise darauf, wie es ist auf ein Asyl zu warten. Vor dem Buch hatte ich wirklich keine Vorstellung wie es in einem Asylanten-heim aussieht und in diesem Buch wurde mir das sehr gut veranschaulicht. Fazit Mir hat dieses Buch total gut gefallen und ich würde unglaublich gerne noch einen zweiten Teil lesen. Das Buch ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen, denn es hat einfach Klasse! :)

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    aba

    21. March 2013 um 12:01
  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    In Paradiessucher verarbeitet die Autorin Rena Dumont in teils autobiographischen Erinnerungen ihre Immigration nach Deutschland aus einer tschechischen Kleinstadt. 1987 bekommen die Heldin des Buches, Lenka 17 Jahre alt und ihre Mutter, ein Visum für zwei Wochen Urlaub in Deutschland. Sie kehren nicht mehr zurück nach Hause. In dem Roman werden in berichtender Erinngerungsform aus Sicht einer Jugendlichen die Erlebnisse in Deutschland und die Jugendzeit in der Heimat dargestellt. Das Buch liest sich teils amüsant, teils berückend und traurig. Interessant ist es, Deutschland aus der Sicht eines Ausländers zu sehen und die Schwierigkeiten der Integration. Das Leben im Asylantenheim wird anschaulich vorgestellt und die Sorgen und Probleme einer Jugendlichen machen das Leben in Deutschland zu einem großen Abenteuer. Ein schönes Buch, dass den Horizont erweitert. Ob Deutschland das erhoffte Paradies ist, muß jeder für sich selbst herausfinden.

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  • Rezension zu "Paradiessucher" von Rena Dumont

    Paradiessucher

    Dreamworx

    Die 80-Jahre zu Zeiten des kalten Krieges im Ostblock. In einer Kleinstadt in der Tschechoslowakei lebt die 17-jährige Lenka allein mit ihrer Mutter, träumt von einer Schauspielkarriere und ist herrlich unangepasst für die damalige Sichtweise der Parteibonzen. Lenka, von der Schauspielschule abgewiesen, weil sie einen amerikanischen Schriftsteller für ein Vorsprechen ausgesucht hat, hält es nicht mehr aus. Da kommt aus heiterem Himmel ein Brief mit dem langersehnten Urlaubsvisum für Deutschland für sie und ihre Mutter. Das Paradies ist nahe. Für beide steht fest: „Wir bleiben dort und kommen nicht zurück!“ Wirklich? Die beiden sind hin- und hergerissen, wollen ihre Familie nicht allein lassen, aber dableiben wollen sie auch nicht. Zu düster sind die Zukunftsaussichten, und Lenka will nicht wie alle heiraten, Kinder kriegen und damit ist das Leben vorbei, keine Überraschungen, das schon bekannte und wohlbeobachtete Einerlei. Mutter und Tochter machen sich auf den Weg mit ihrem alten Auto, nur das Nötigste eingepackt, alles andere lassen sie zurück. Die Reise nach Deutschland wird für beide zum Wechselbad der Gefühle, unzählige Male werden Meinungen gemacht und wieder verworfen. Am Ende entschließen sie sich doch, den Schritt zu wagen und Asyl in Deutschland zu beantragen. Sie landen in einem Asylantenheim am Königssee, wohnen dort in einem kleinen Zimmer unter einem Dach mit vielen verschiedenen Nationalitäten und warten auf die Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis. Dies soll das Paradies sein? Keiner spricht Deutsch, man ist isoliert von normalen Einwohnern, keiner kümmert sich wirklich, die Menschen werden sich selbst überlassen. Die Menschen bringen sich Tricks zum Klauen bei, damit sie sich Deo und andere Kleinigkeiten „organisieren“ können, weil das Geld nicht reicht. Und Lenka und ihre Mutter sind mittendrin, mal völlig verzweifelt, dann wieder hoffnungsvoll. Sie bewegen sich wie in einem luftleeren Raum. Doch dann beweist Lenka Eigeninitiative, meldet sich für eine deutsche Schule an, damit sie endlich die Sprache lernt und somit auch bessere Chancen hat, den Start in ein neues Leben besser zu bewältigen und erreicht durch ihr schauspielerisches Talent auch die Gewährung der Aufenthaltsgenehmigung für sich und ihre Mutter. Rena Dumonts Debütroman „Paradiessucher“ ist ein Kleinod. Erzählte Erfahrungen und Selbsterlebtes verwebt die junge Autorin zu einem anrührenden Roman, der einen mitten ins Herz trifft. Die Protagonistin Lenka ist einem gleich sympathisch, weil sie eben nicht angepasst ist, sondern mutig und mitreißend. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel kurz, allerdings gerät man als Leser in einen Strudel, kann gar nicht schnell genug weiterlesen, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit den beiden weiter geht. . Rena Dumont hält uns den Spiegel vor. Wie viel Mut gehört dazu, nochmals ganz von vorn anzufangen, in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht versteht und auch nicht spricht, alles hinter sich zu lassen, Familie, Freunde, alles Vertraute? Würde ein jeder von uns das können? Das Buch kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen, der sich für unsere jüngste Geschichte und deren Schicksale interessiert und der diesen Menschen den nötigen Respekt entgegen bringt. Mit diesem gefühlvollen, aber auch humorigem Roman wird man bestens unterhalten. Bitte unbedingt lesen!!!

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    • 3

    aba

    21. March 2013 um 10:51
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