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JenniferKrieger

vor 1 Monat

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Zur Rezension auf meinem Blog:
http://jennys-buecherkiste.blogspot.de/2017/10/rezension-chosen-2-das-erwachen-rena.html

Klappentext:

Zu Beginn des neuen Jahres steht Emma vor den Scherben ihres bisherigen Lebens: Ihre Erinnerungen wurden durch Farran, den Leiter des Elite-Internats, manipuliert. Sie glaubt, dass ihr Vater Jacob tot ist und die Ermordung ihrer Mutter beauftragt hatte sowie ihr Freund Jared von ihrer großen Liebe Aidan getötet wurde. Dieser ist seit der verhängnisvollen Silvesternacht verschollen. Wird es Emma gelingen, die dunklen Machenschaften von Farran zu durchschauen, der ihr gegenüber als väterlich besorgter Mentor auftritt? Schafft es Emmas Vater, sie rechtzeitig diesem gefährlichen Einfluss zu entreißen? Und wird sie Aidan aufspüren, bevor alles zu spät ist? Denn eines ist sicher: Ohne Emmas Hilfe ist Aidan für immer verloren.

Einordnung:
- Die Bestimmte (Teil 1) 
- Das Erwachen (Teil 2)

Erster Satz:
„Schreib es auf“, hat er gesagt, „und dann beginnen wir neu.“

Rezension:

Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Das Buch wird erzählt aus drei Perspektiven: Emmas, Aidans und Jacobs. Genau diese Perspektiven machen das Buch von Anfang an spannend, weil jede Figur zu Beginn einen eigenen Rückblick darauf gibt, was am Ende des ersten Bands passiert ist. Dabei wird schnell klar, dass Jacob aufgrund seines verfrühten Abgangs nicht alles bis zum Schluss mitbekommen hat, dass Aidan sämtliche Erinnerungen verloren hat und dass Emmas Erinnerungen erfolgreich manipuliert wurden, sodass sie sich an falsche Tatsachen erinnert. Damit erzählen drei unterschiedliche Charaktere das Buch, die zu Beginn nicht alles wissen, gar nichts mehr wissen und falsche Dinge zu wissen glauben. Dementsprechend gibt es auch keinen zuverlässigen Rückblick, um den ersten Band der Reihe noch einmal aufzufrischen. Obwohl ich daher selbst noch einmal die Details nachschlagen musste, finde ich diese Ausgangslage sehr spannend.
Hinzu kommt, dass alle drei Perspektiven in einer unterschiedlichen Geschwindigkeit erzählt werden. Während bei Emma und Jacob schon bald mehrere Monate vergangen sind, sind es bei Aidan bloß einige Tage. Durch die unterschiedlich schnell laufenden Handlungsstränge berichtet jeder Erzähler nur die Dinge, die tatsächlich relevant sind. Es gibt keine unnötigen Lückenfüller oder überstürzt aneinander gereihten Szenen, weil für jeden Charakter individuell die Entwicklung beschrieben wird, die wichtig ist, bis die Figuren wieder aufeinander treffen.

Die Entwicklung der Charaktere ist überhaupt sehr gelungen. Besonders Emmas Zustand entwickelt sich im Laufe des Buches enorm, denn sie muss nicht nur verlorene Erinnerungen zurückbringen, sondern erkennen, dass ihre Erinnerungen manipuliert wurden, herausfinden, welche Teile echt und welche falsch sind und das falsche Wissen durch die richtigen Fakten ersetzen. Und das alles, während sie im Grunde niemandem trauen kann, weil sie sich auf ihre Erinnerungen zu ihrem Verhältnis mit den anderen Personen ja nicht verlassen kann. Diese Entwicklung hat die Autorin sehr langsam und authentisch beschrieben. Jede Situation und jedes Treffen von Charakteren ist sorgfältig vorbereitet. Akute Stresssituationen machen Emmas Fortschritte immer wieder zunichte, sodass es auch nicht einfach stetig besser wird. Den Weg von völliger Ergebenheit Farran gegenüber bis zur Rückkehr der Erinnerungen an den schrecklichen Silvesterabend habe ich als sehr realistisch empfunden. Manchmal ging es sogar so langsam vorwärts, dass es regelrecht nervenaufreibend war.

Neben der Charakterentwicklung ist aber auch der Rest der Handlung spannend. Grundsätzlich sorgt dafür schon die Tatsache, dass Emma falsche und Aidan keine Erinnerungen haben. Denn dadurch wusste ich als Leser bei einigen Personen schon längst, auf welcher Seite sie standen, ob sie Verräter waren und wer wen betrogen hat, während die Charaktere noch vollkommen ahnungslos waren. Nichtsdestotrotz haben auch mich immer wieder Charaktere überrascht, weil so gut wie jeder irgendetwas verheimlicht hat. Außerdem werden die Auseinandersetzungen zwischen Falken und Raben immer dramatischer. Der Konflikt entwickelt sich rasant und manchmal wird es geradezu chaotisch. Mehr als einmal ist die Situation völlig aus dem Ruder gelaufen. Dabei hat die Autorin sich immer ausreichend Zeit genommen, um Kampfszenen auch tatsächlich zu beschreiben. Nach und nach klären sich zudem die Hintergründe der Geschichte. Auch dabei bin ich noch überrascht worden. Im Grunde ist das gesamte Buch von vorne bis hinten mitreißend.

Fazit:
Wenn ich an meine Probleme mit dem ersten Band denke, kann ich nur sagen, dass mich dieser zweite Teil wirklich rundum überrascht hat. Es ist von der ersten Seite an packend und zwischendurch kommen immer neue, spannende Aspekte hinzu. Überraschende Erkenntnisse, chaotische Kampfszenen und undurchschaubare Charaktere haben mir beim Lesen viel Freude bereitet. Zudem haben alle drei Perspektiven ihren Charme, wobei besonders Emma mich diesmal echt überzeugt hat. Ihre Entwicklung ist langsam, realistisch und sorgfältig erzählt. „Chosen – Das Erwachen“ bekommt als rundum überzeugendes Finale fünf Schreibfedern von mir.

Autor: Rena Fischer
Buch: Chosen - Das Erwachen
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