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LiberteToujours

vor 1 Monat

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Emma und Aidan brauchen sich jetzt eigentlich mehr denn je - und doch trennt sie mehr als nur die Distanz. Aidan hat seine Erinnerungen verloren, weiß nichts von der Gefahr in der Emma schwebt, nicht einmal mehr, wer er selbst ist. Und Emma? Emmas eigene Erinnerungen sind verschoben und verworren, sie vertraut Farran mehr als sie sollte. Doch in seltenen Momenten begehrt ihr Unterbewusstsein auf, will ihr die Wahrheit zeigen, und sie wird von tiefen Gefühlen des Hasses auf ihren Mentor überrollt die sie selbst nicht einordnen kann - und die sie in gro0e Gefahr bringen..


Der Übergang von Teil 1 zu Teil 2 ist gut gelungen - man braucht kaum ein Dutzend Seiten und ist quasi schon wieder kopfüber in die Geschichte gekippt. Dadurch dass die Autorin an eine überschaubare Anzahl an Charakteren hält, die allesamt gut ausgearbeitet sind fällt das Erinnern und das Einordnen leicht, auch wenn ein bisschen Zeit vergangen ist.


Was mir am zweiten Teil unglaublich gut gefallen hat war die differenzierte Betrachtung von gut und böse. Was im ersten Band noch relativ drastisch war - wir haben die Guten auf der einen und die Bösen auf der anderen Seite - wird hier etwas aufgeweicht. Aus schwarz und weiß werden verschiedene Graustufen und die Autorin ergründet gemeinsam mit ihrer Protagonistin die Beweggründe der begangenen Gräueltaten. Das hat mich wirklich begeistert - klar, ein durch und durch böser Antagonist macht Spaß, der bringt Drama und Pfeffer in eine Geschichte. Aber er ist eben auch nicht sonderlich realistisch. Hier entwickelt sich vor allen Dingen Farran Stück für Stück weg von der bösen Übermacht und wird mehr ein Mensch aus Fleisch und Blut. Mit Ängsten, einem sicherlich immer noch miesen Charakter, aber eben auch der einen oder anderen guten Seite. Das ist Fischer wirklich meisterhaft gelungen!


Auch mit der einen oder anderen Überraschung kann das Buch punkten. Nach Band eins war ich mir relativ sicher, wie sich die Sache entwickeln würde und.. naja, ich hab mich bei einigen Dingen kolossal verrechnet. So macht das Lesen einfach Spaß, die Spannung bleibt bis zum Schluss bestehen.
Für die Romantiker unter uns ist auch hier wieder bestens gesorgt. Wirklich bestens - mir war es an der einen oder anderen Stelle sogar ein bisschen zu viel, aber ich bin da zugegebenermaßen auch empfindlich. 


Das eine Sternchen Abzug gibt es vor allem Dingen für einen Abschnitt (ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, deswegen versuche ich mich allgemein zu halten) in dem ich beim Lesen ein bisschen den Überblick verloren habe. Es wurde einfach ein bisschen ZU chaotisch, auch wenn die Szene ein gewisses Maß an Chaos erfordert hat. Wenn ich ab und an zurück blättern muss, um Abschnitte noch mal zu lesen, weil ich nicht mehr nachvollziehen kann wie Person X auf einmal an Ort A kommt oder warum sie gerade Handlung B ausführt, die eigentlich nicht zu ihrem Charakter passt, dann knirsche ich ein bisschen mit den Zähnen.


Ein gutes Buch darf sich aber durchaus auch mal einen Abschnitt erlauben, in dem es schwächelt - es bleibt immer noch ein gutes Buch. Und Chosen IST ein gutes Buch. Mir hats gefallen - und ich würde mich schon ein bisschen freuen, wenn es irgendwann noch eine Geschichte rund um die Raben und die Falken geben würde. Potential für mehr wäre auf jeden Fall da :)

Autor: Rena Fischer
Buch: Chosen - Das Erwachen
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