Renate Ahrens Das gerettete Kind

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Inhaltsangabe zu „Das gerettete Kind“ von Renate Ahrens

Endlich im Taschenbuch: Der erstklassig recherchierte Roman der Hamburger Autorin Renate Ahrens über Kindertransporte während des Zweiten Weltkriegs, über Heimat, Sprachlosigkeit, Identität, Generationen-Konflikt und Versöhnung. Hamburg 1939: Die zwölfjährige Irma wird von ihren Eltern für einen jüdischen Kindertransport nach Großbritannien angemeldet. Auf der Insel soll sie – wie viele andere jüdische Kinder – ein neues Zuhause finden. Die Eltern wollen so schnell wie möglich nachkommen, doch vorerst muss das Mädchen die beängstigende Reise ins Ungewisse alleine antreten. Irland 2013: Irma ist 86 Jahre alt und hat gerade einen schweren Herzinfarkt überlebt. Während sie sich erholt, wird sie von Kindheitserinnerungen heimgesucht, die sie in den letzten Jahrzehnten erfolgreich verdrängt hat. Das damals Erlebte hat tiefe Spuren in Irma hinterlassen. Etwas in ihr hat sich verhärtet. Ihre Tochter Leah wirft ihr vor, sie sei zurückweisend und kühl und nie eine gute Mutter gewesen. Leah hat längst resigniert und sich von Irma zurückgezogen. Die Enkelin Rebecca dagegen fängt an, Fragen zu stellen. Mit der Zeit erkennt Irma, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zwar sehr schmerzhaft, aber auch heilsam ist. Und so beginnt sie zu erzählen. Von ihrer Flucht, von ihrer besten Freundin und von einer Schuld, die sie auf sich lud. "Das ist eine bewegende, eine berührende Geschichte. Renate Ahrens schreibt sie vollständig aus der Sicht ihrer drei Protagonistinnen, lässt sie gleichberechtigt abwechselnd erzählen. [...] Renate Ahrens hat gründlich recherchiert und einen spannenden und psychologisch schlüssigen Roman geschrieben." SWR Buchkritik "Mitfühlend und spannend erzählt" - Für Sie

Gutes Thema für mich nicht überzeugend umgesetzt!

— schokoloko29
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  • Drei Frauen, drei Generationen, Sprachlosigkeit...

    Das gerettete Kind
    parden

    parden

    25. June 2017 um 15:08

    DREI FRAUEN, DREI GENERATIONEN, SPRACHLOSIGKEIT...Irma schaut mit ihren 86 Jahren auf  ein langes Leben zurück und hat gerade einen Herzinfarkt überlebt. Sie wohnt seit dem Tode ihres Mannes vor nunmehr 20 Jahren alleine in ihrem Haus in Dublin, bekommt aber nahezu täglich Besuch von ihren Zwillingssöhnen Jeremy und Thomas, die sie gemeinsam mit ihren Frauen liebevoll umsorgen. Wenig Kontakt hat Irma dagegen zu ihrer Tochter Leah, die sie einfach immer nur als 'schwierig' erlebt.Leah ist mit ihren 48 Jahren deutlich jünger als ihre Zwillingsbrüder, hat aber nie das Gefühl gehabt, das 'Nesthäkchen' der Familie zu sein. Die Atmosphäre ihrer Kindheit beschreibt sie als kühl und oftmals zurückweisend, und der Rückzug von ihrer Mutter und ihren Brüdern erscheint ihr bis heute als einzige Möglichkeit, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. "Mir schießen Tränen in die Augen. Irma und ich haben uns nichts zu sagen, jede Begegnung hat etwas Quälendes (...) So war es immer schon. Warum habe ich eine so unnahbare Mutter? Ich weiß es nicht. Aber ich muss es aufgeben, daran etwas ändern zu wollen. Ich ertrage es nicht, dass sie mich ständig von neuem zurückweist."Leah ist nicht glücklich mit ihrem Leben. Ihr Mann hat sie wegen einer Jüngeren verlassen und mit dieser eine neue Familie gegründet, und ihre 18jährige Tochter kapselt sich zunehmend von ihr ab. Ungeliebt fühlt sich Leah und stürzt sich in ihre Arbeit und das Joggen, um ihrem Tag Struktur zu verleihen - und um sich zu spüren. Dabei merkt sie kaum, dass sie ihrer Tochter oftmals ebenso vor den Kopf stößt wie seinerzeit und bis heute ihre eigene Mutter.Rebecca schließlich ist mit ihren 18 Jahren eine offene, neugierige junge Frau, die nach ihrem Schulabschluss noch nicht so recht weiß, wie sie ihre Zukunft planen soll. Täglich schwimmt sie ihre 1000 Meter, weiß das Leben zu genießen und pflegt ihre Freundschaften. Aber sie trägt auch ein Geheimnis mit sich herum, von dem ihre Familie niemals erfahren darf. Die Tatsache, dass sie seit einigen Wochen einen Freund hat, ist an sich nichts Verwerfliches - aber er stammt nicht aus Irland, sondern ausgerechnet aus Deutschland. Alles, was mit dieser Nation in Verbindung gebracht werden kann, ist nämlich in Rebeccas Familie tabu. Und nun muss Jonas nach seinem Auslandsjahr wieder zurück nach Hamburg..."Jonas zieht mich zu sich heran und legt mir die Hände auf die Schultern. 'Warum kommst du nicht für eine Weile nach Hamburg? Das habe ich dich schon seit Wochen fragen wollen.' - Ich habe es geahnt, dass es darauf hinauslaufen würde. - 'Du bist gerade mit der Schule fertig, weißt noch nicht, was du studieren willst. Das ist der ideale Zeitpunkt.' - 'Ja...' - 'Ich fände es super. Stell dir vor, wir beide in Hamburg! Wir könnten an der Elbe picknicken, Radtouren ins Alte Land machen und die Nächte in meinen Lieblingsclubs durchtanzen.' - Was soll ich ihm antworten? Ich werde niemals nach Deutschland gehen können. Den Grund dafür kann ich ihm nicht sagen. er würde es nicht verstehen, niemand würde es verstehen."Rebecca sucht schließlich das Gespräch mit ihrer Großmutter, zu der sie immer schon einen guten Kontakt hatte. Sie wagt es letztendlich, ihr von ihrer großen Liebe zu erzählen und von ihrem Wunsch, für eine Zeitlang nach Deutschland zu gehen. Und Irma versteht und unterstützt ihre Enkelin. Doch gleichzeitig wird dadurch ihre Vergangenheit lebendig, die sie seit Jahrzehnten so erfolgreich verdrängt hat. Ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte bricht sich erneut Bahn und droht Irma zu überrollen."Die frühen Morgenstunden sind die schlimmsten. Fast jede Nacht liege ich wach und spüre, wie in mir die Gedanken kreisen. Je älter ich werde, desto genauer erinnere ich mich an früher. Dabei will ich alles vergessen. Andere Menschen in meinem Alter klagen über ihr nachlassendes Gedächtnis. Ich wünschte, meins wäre schlechter."Doch die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist nicht nur schmerzhaft. Indem Irma auch mit Hilfe alter Tagebucheintragungen den jüdischen Kindertransport von Hamburg nach Großbritannien noch einmal erlebt, auf den sie 1939 als Zwölfjährige geschickt wurde, und damit verbunden all ihre damaligen Ängste, ihre Zweifel, die Reise ins Ungewisse, den Verlust ihrer Eltern, beginnen die alten Wunden allmählich zu heilen. Und ihre Enkelin Rebecca mit all ihren Fragen und Nachforschungen ist Irma dabei eine große Hilfe. Eine spannende Konstellation hat Renate Ahrens hier geschaffen mit den drei Frauen aus drei verschiedenen Generationen. Abwechselnd wird aus der jeweiligen Ich-Perspektive von Irma, Leah und Rebecca erzählt, so dass der Leser einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt aller drei Personen erhält. Leider kamen mir die Charaktere dabei kaum nahe. Die Erzählung wirkte auf mich oftmals wie eine recht nüchterne Berichterstattung, so dass ich die geschilderten Emotionen zwar zur Kenntnis nehmen, aber kaum einmal mitempfinden konnte. Das hätte ich mir anders gewünscht. Interessant war für mich der Einblick in ein wenn auch fiktives Schicksal eines jüdischen Kindes, das zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland mit vielen anderen Leidensgenossen und ohne die Eltern auf einen Kindertransport nach Großbritannien geschickt wurde. Gerade diese Passagen hätten großes Potential gehabt, beim Leser Empathie und Betroffenheit hervorzurufen - nun, bei mir war es jedenfalls kaum so, was ich sehr schade fand. Die Konflikte, die zwischen den einzelnen Familienmitgliedern schwelen, wurden zwar umrissen und skizziert, die Hintergründe jedoch oftmals nur angedeutet. Und auch wenn durch die einsetzenden Erinnerungen Irmas an ihre Jugend einiges in Bewegung kam - am Ende blieben für mich doch noch Fragen offen, was ich bedauerlich fand.Insgesamt hat der Roman für mich nicht sein komplettes Potential ausgeschöpft, so dass die Lektüre dank des eingängigen, wenn auch oft recht einfachen Schreibstils zwar flott vonstatten ging, in der Summe aber meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt hat. © Parden

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  • emotionaler Blick in die Vergangenheit einer alten Frau

    Das gerettete Kind
    Petra54

    Petra54

    19. June 2017 um 13:38

    Der inzwischen vierte Titel dieser Autorin ging mir nicht ganz so nahe wie die drei vorher gelesenen. Irma ist eine verschlossene alte Frau, die aus ihrer Vergangenheit ein Geheimnis macht. Ihr Mann und ihre drei Kinder wissen nur, dass sie aus Deutschland fliehen musste und ihre gesamte Familie getötet wurde. Zudem hat die Tochter keine Chance, ihre Mutter zu befragen, weil diese ihr Kind ablehnt und deren Emotionen verachtet. Es ist wohl ausgesprochen schwierig, zu einem derart verschlossenen Menschen Vertrauen aufzubauen. Erst die Enkelin schafft es, das kalte Herz ihrer Oma zu erweichen, nachdem diese nach einem Herzinfarkt Erinnerungen zulässt und zu geschwächt ist, sich wie früher Fragen zu verbieten. Erzählt wird diese Geschichte abwechselnd von drei Frauen: Irma, ihrer Tochter Leah und ihrer Enkelin Rebecca. Mir gefällt der Schreibstil dieser Autorin ausgesprochen gut, weshalb ich ihr Buch gern weiter empfehle.

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  • Das gerettete Kind

    Das gerettete Kind
    Kleine8310

    Kleine8310

    22. August 2016 um 23:20

    "Das gerettete Kind" ist ein Roman der Autorin Renate Ahrens. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Rebecca. Rebecca ist gerade achtzehn Jahre alt, als sie sich in den smarten Austauschstudenten Jonas verliebt. Die junge Irin rüttelt damit an einem Familien-Tabu, was daher kommt, dass ihre Großmutter Irma als Zwölfjährige mit einem jüdischen Kindertransport aus Nazi - Deutschland nach Irland kam.    Rebecca's neu erwachtes Interesse an Deutschland und den Menschen trifft bei Irma, aber nicht, wie zuerst erwartet, auf Ablehnung, sondern es bildet den Startschuss dafür, dass die Großmutter ihrer Enkelin ihre eigene, schwere Geschichte erzählt. Wo Rebecca's Mutter unter ihrer zurückweisenden Art zu leiden hatte, scheint die Enkelin einen Nerv bei Großmutter Irma getroffen zu haben. Durch das Erzählen ihrer eigenen Geschichte verändert sich nach und nach das Verhältnis der drei Frauen zueinander, obwohl zuvor kaum eine Veränderung möglich schien ...   Der Einstieg in die Geschichte ist mir dank des leichten und flüssigen Schreibstils von Renate Ahrens wirklich leicht gefallen. Schon zu Beginn ist mir aufgefallen, wie gut die Autorin sich diesem schwierigen Thema nähert ohne zu sehr in Rührseligkeiten zu versinken. Trotzdem gelingt es ihr sehr gut Mitgefühl und Verständnis bei mir als Leserin zu wecken. Die Handlung des Buches ist schön aufgeteilt, denn Frau Ahrens lässt die drei Protagonistinnen, die Sicht aus drei Generationen und von verschiedenen Standpunkten wiedergeben. So gelingt es ihr einen tollen Rundumblick zu schaffen, ohne das etwas wichtiges hinten runterfällt.   Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und ich fand es gab einige interessante Passagen, allen voran natürlich die Geschichte von Irma. Aber auch das Zusammenspiel der drei Frauen und die verschiedenen Sorgen und Probleme fand ich spannend mitzuerleben. Was mir in manchen Momenten ein bisschen gefehlt hat waren die tiefergehenden Emotionen. Es gab zwar eine breite Gefühlspalette, aber diese gingen halt nicht immer tiefer, sondern kratzten eher an der Oberfläche.    Positiv:  * spannende Grundidee * tolles Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere * angenehmer, eher nüchterner Schreibstil, der trotzdem Emotionen weckt   Negativ:  * ich hätte mir in manchen Momenten doch ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht   "Das gerettete Kind" ist ein Roman zu einem spannenden Thema, der zusätzlich tolle Charaktere aus unterschiedlichen Generationen miteinander kombiniert und so unterhaltsame Lesestunden garantiert!  

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  • Hammer Schreibstil - leider mangelnde Geschichte...

    Das gerettete Kind
    lille12

    lille12

    26. June 2016 um 14:50

    Cover: Auf dem Cover sind Vögel zu sehen. Ich persönlich kann diese nicht mit dem Buch in Verbindung bringen, bin aber auch kein Vogelkenner. ;) Verzeiht es mir bitte. Die Farbe finde ich aber wirklich sehr schön. Schlicht und nicht aufdringlich. Ganz toll und auf jeden Fall ein Hingucker im Regal.   Meinung: Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass ich den Roman gelesen habe. Er ist aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben - in drei verschiedenen Generationen. Auch wenn ich mich teilweise ganz gut in diese Personen rein versetzen konnte und den Schreibstil wirklich überragend fand, war die Geschichte für mich irgendwie...nichtssagend. Kann man das so nennen? Alles, was es zu erfahren gab, kennt man bereits nach dem Lesen des Klappentextes. Wobei dieser auch ein wenig in die Irre leitet. Denn teilweise habe ich nicht die versprochenen Emotionen gespürt. Es fiel mir nicht schwer, zu folgen, da der Schreibstil, wie bereits erwähnt, wirklich sehr sehr gut war! Dennoch fehlte mir irgendwie die Geschichte dahinter. Man erfährt als Leser einfach nichts...   Fazit: Leider fand ich die Story wirklich nicht so toll und hätte die Autorin nicht so eine wunderbare Art zu schreiben, wäre wohl das ganze Buch nicht wirklich meins gewesen. Der Roman bekommt aufgrund des doch grandiosen Schreibstils 3 von 5 Mäxchen... Es war bestimmt nicht das letzte Buch dieser Autorin, das ich gelesen habe. :) Mehr auf http://celinesbuchwelt.jimdo.com

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  • Das gerettete Kind

    Das gerettete Kind
    -sabine-

    -sabine-

    09. May 2016 um 08:56

    In diesem Buch stehen drei Frauen einer Familie im Mittelpunkt – Großmutter Leah, die als Kind in einem jüdischen Kindertransport aus dem Nazi-Deutschland gerettet werden konnte, ihre Enkelin Rebecca, die sich in einen jungen deutschen Austauschstudenten verliebt hat und ihre Mutter Leah, die alles, was mit Deutschland zu tun hat, meidet. War das Thema 2. Weltkrieg und Deutschland bisher ein Tabu-Thema in der Familie, schafft Rebecca es, die Grenzen aufzubrechen und bringt ihre Großmutter dazu, über die damalige Zeit zu sprechen.Mir hat vor allem die Erzählweise sehr gut gefallen – jede der drei Frauen kommt zu Wort, jede hat eigene, oft nur kurze, aber dennoch bedeutsame Kapitel, in denen sie aus ihrer Sicht erzählt. Die Kapitel wechseln sich ab, da aber immer der Name der Erzählenden drüber steht, kann man da gar nicht durcheinander kommen. Durch die Ich-Erzählform aller drei Frauen konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen – obwohl sie wirklich sehr unterschiedlich sind und auch völlig unterschiedliche Meinung zu gewissen Dingen haben. Nach und nach habe ich alle drei Frauen in mein Herz geschlossen, auch wenn ich nicht immer ihrer Meinung war, konnte ich sie doch in vielem gut verstehen – eben weil ich durch die Erzählweise Einblick in ihre Gefühle und Gedanken erhalten habe. Dabei passt sich der Schreibstil an die jeweilige Person an – bei Rebecca ist er eher jugendlich, bei Leah kommt ihre Verzweiflung gut zum Vorschein, bei Irma ist es vor allem der Schmerz, der sich durch ihre Worte ausdrückt. Allen gemeinsam ist aber ein prägnanter Schreibstil, der auf den Punkt kommt, der aber dennoch die Stimmungen sehr gut einfangen kann. Und obwohl Beschreibungen fehlen oder nur knapp gehalten sind, konnte ich mir die verschiedenen Szenerien sehr gut vorstellen.Das Thema Kindertransport war mir nicht neu, interessant fand ich in dieser Geschichte aber die Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen, wie die Familie damit umgeht oder wie es eben zu einem Tabu-Thema wird – gerade in dieser Geschichte sind die Beziehungen untereinander sehr interessant, da sie geprägt sind vom Erleben Irmas, jeder aber mit seinem Wissen (oder eher Halbwissen, weil Irma so viel verschwiegen hat) anders umgeht. Es ist nicht nur die Beziehung zwischen Irma und ihrer Tochter Leah, auch die der Kinder untereinander oder die von Irma zu ihrem Ehemann. Mich hat die Geschichte zum Nachdenken gebracht – nicht nur wegen des Thema Kindertransporte, sondern auch weil sie zeigt, dass Schweigen keine Lösung ist, dass man miteinander sprechen sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es mir verschiedene Ansichten und Figuren näher gebracht hat und ich teilhaben konnte an ihren Gefühlen und Gedanken – so unterschiedlich die Figuren auch waren. Dabei liegt der Schwerpunkt der Geschichte – obwohl es inhaltlich um den 2. Weltkrieg geht – doch in der Gegenwart, was mit den nachfolgenden Generationen geschehen ist oder immer noch geschieht, auf ihren Beziehungen untereinander, auf den Spannungen innerhalb einer Familie. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen und gebe ihm gute 4 von 5 Sternen.Mein FazitEine sehr interessante Geschichte, die zeigt, was für Auswirkungen das Verschweigen der Vergangenheit auf die nachfolgenden Generationen haben kann, eine berührende und auch nachdenkliche stimmende Geschichte, die bei mir noch lange nachhallt. Mir hat vor allem die Erzählweise sehr gut gefallen, in der verschiedene Frauen einer Familie, aber aus unterschiedlichen Generationen zu Wort kommen und man so Einblick in ihre Gefühle und Gedanken erhält. Ich gebe dem Buch gute 4 von 5 Sternen und werde sicher zu weiteren Büchern der Autorin greifen.

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  • Schweigen als Mittel der Verdrängung

    Das gerettete Kind
    robbylesegern

    robbylesegern

    23. March 2016 um 19:40

    Renate Ahrens ist mittlerweile zu einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen geworden, da sie es sehr gut versteht, die Psyche eines Menschen zu zeichnen. In ihrem neuen Buch " Das gerettete Kind", beschreibt sie das Schweigen einer im Krieg mit einem Kindertransport nach England verschickten Jüdin und die Auswirkungen dieses Schweigens auf die nächsten Generationen.Dieses Buch spielt in Irland in der Gegenwart. Die achtzehnjährige Rebecca hat einen deutschen Austauschstudenten kennen und lieben gelernt und macht ihrer Mutter gegenüber ein Geheimnis daraus. Das Thema Deutschland und alles was mit diesem Land und den Menschen zu tun hat ist ein Tabuthema in der Familie. Warum das so ist , weiß Rebecca nicht. Doch das Verhältnis zu ihrer Mutter leidet sehr darunter. Als Rebecca ihrer Großmutter sagt, dass sie für längere Zeit nach Deutschland gehen will, erfährt sie durch Zufall, dass ihre Großmutter in Hamburg geboren wurde und dort in ihrer Kindheit gelebt hat. Die Großmutter bittet sie nach Plätzen und Straßen zu forschen, die ihr vertraut sind. Rebecca recherchiert sehr ausführlich und bringt Ereignisse zu tage, die das große Tabu brechen.Für mich ist dieses Buch wieder ein Beweis mehr, dass Renate Ahrens ist mehr als gut versteht , sensible Themen anzusprechen und sehr empathisch damit umzugehen. Sie lässt diese Familiengeschichte aus der Sicht dreier Personen schildern . Rebecca, die jüngste Frau der Familie, die nach Deutschland geht, ihre Mutter Leah, die das schwarze Schaf der Familie ist, wieso wird erst am Ende klar und die Großmutter Irma, die ihre Vergangenheit vor den Familienmitgliedern geheim hielt. So erhält der Leser Einblick in die Gefühle der einzelnen Personen und kann sich in sie hineinversetzen.Klar wird in diesem Buch, was Schweigen in der Beziehung zueinander auslösen kann. Verletzungen, die nicht ausgesprochen werden und Ablehnung, die zu Vertrauensverlust führt sind die Folge. Daran können Beziehungen zerbrechen , auch innerhalb der Familie.Ein Buch das berührt, aufrütteln und zum Nachdenken anregt.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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