Renate Daimler Lillys Weg

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Inhaltsangabe zu „Lillys Weg“ von Renate Daimler

Lilly ist eine erfolgreiche, emanzipierte Frau. Ihre Affären sind kurz, aber heftig, ihre Ungebundenheit ist ihr heilig. Bis Oskar in ihr Leben tritt: wortgewandt, Mitarbeiter des illustren Paolo Vicente, ein Mann von Welt. Doch ihr gemeinsames Glück währt nicht lang. Viel zu spät merkt Lilly, dass sie zu viel Mutter und zu wenig Frau ist, und dass Oskar sich mit anderen Frauen trifft. Viel zu lange verschließt sie Augen und Ohren vor einem Schiffsunglück, dem sechs Menschenleben zum Opfer gefallen sind – und an dem Paolo Vicente die Hauptschuld tragen soll. Damit gerät auch ihr Mann unter Verdacht. Unausweichlich verzahnt sich Lillys Leben mit einem spektakulären Kriminalfall.

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  • Lillys Weg - Renate E. Daimler

    Lillys Weg

    Lesen_ist

    08. May 2014 um 18:49

    Klappentext Der Abend, an dem sich für Lilly alles änderte, war einer von vielen. Sie saß in einer Runde mit Paolo und Oskar, und alles schien seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Es wurde gegessen, es wurde getrunken, strategisch, klug und manchmal banal geredet, und Oskar drückte unterm Tisch seinen Schenkel an ihr Bein. Es war sein Signal, dass sie zwar noch bleiben mussten, aber er eigentlich schon lieber mit ihr zu Hause wäre, um sie zu lieben. Die Männer sprachen über ein Schiff, und dass die Versicherung sich nun endgültig entschieden habe, nicht zu bezahlen, und einen Strafprozess anstreben wolle. »Was für ein Schiff«, fragte Lilly. »Das erkläre ich dir später, die Esmeralda ist im Indischen Ozean gesunken, und glaube mir, es ist eine Riesenscheiße, dass sie untergegangen ist!« Viel später, als die Katastrophe längst ihren Lauf genommen hatte, war dieser Satz Lillys Credo, ihre Hoffnung und der Beweis für seine Unschuld. Am Anfang Lilly sitzt in der Abendmaschine von Orly nach Wien. Sie mag den Mann, der neben ihr sitzt nicht. Sein Parfüm ist zu stark und aufdringlich. Er ist ihr in Orly schon aufgefallen, als er sich mit raubtierhafter Geschmeidigkeit bewegte, als ob er Gastgeber bei einer Party wäre. Er schüttelte Hände, führte Gespräche und stellt die einen den anderen vor. Im Flugzeug spürt sie seinen Blick und öffnet die Augen. Er war klein, trainiert mit einem runden Kopf auf einem kurzen Hals. Schmale graue Augen, eine Knollennase und einen zu kleinen Mund. Er lächelte sie an und er erinnert sie an Jack Nicholson in seiner Rolle als Insasse in einer Irrenanstalt. Er taxierte sie ungeniert. Sie findet ihn abstoßend und anziehend zu gleich und weiß, dass er sie ansprechen wird. Sie klebte ihm bereits eine imaginäre Etikette auf die Stirn: »Finger weg, einsamer Wolf, beziehungsunfähig«. Meine Meinung Dieses Buch hat @dieleserin auch »ausgemistet« und Recht hatte sie! Danke jedenfalls für dieses Buch meine Liebe. Manche von Euch werden von der »Lucona-Affäre« gehört haben. Lucona war ein Schiff, das im Jahr 1977 versenkt wurde, und war einer der größten Skandale in Österreich überhaupt. Angeblich mit einer Uranerzaufbereitungsanlage beladen, wurde das Schiff im Indischen Ozean gesprengt und sechs der zwölf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Versicherungssumme von 15,4 Millionen Euro wollte die Versicherung nicht bezahlen und hat einen Strafprozess angestrebt. Die Ladung bestand aus Schrott. Udo Proksch, Enfant terrible der Wiener Gesellschaft, hat das Schiff gechartert und wurde nach Aufdeckung des Betruges zur lebenslangen Haft verurteilt wegen sechsfachen Mordes. Der zweite Drahtzieher, Hans Peter Daimler, wurde 1997 zu einer 14-jährigen Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord und versuchten Versicherungsbetruges verurteilt. Manches wurde nie genau geklärt. So viel zu den Tatsachen. Die Namensgleichheit zwischen den verurteilten Hans Peter Daimler und die Autorin ist kein Zufall! In diesem Buch heißt das Schiff »Esmeralda«, Proksch wird durch Paolo Vincente ersetzt und Daimler durch Oskar Baldini. Ansonsten ist das Grundgerüst der Geschichte eigentlich gleich. Angefangen wird eher im Bereich Erotik. Lilly bekommt beim Austeigen aus dem Flugzeug einen Ring an den Finger gesteckt von dem Mann, den sie abstoßend und auch anziehend findet. Sie fängt eine Affäre mit ihm an, ohne ihn zu kennen. Erst nach ein paar Monaten lernt sie dann Oskar kennen. Und jetzt geht die ganze Misere los. Die Protagonistin wird Anfangs eigentlich als starke, selbstbewusste, eigenständige Frau vermittelt. Die Charakterisierung aller wichtigen Personen ist ganz gut gelungen. Ich bin aber nicht ganz klargekommen mit dem Stil des Buches. Kindheitserinnerungen werden plötzlich, mitten im Absatz, mit der Gegenwart vermischt. Mir hat eine klare Struktur gefehlt. Irgendwann wird ein Halbbruder erwähnt, wie ein plötzlicher Gedanke zwischen den Zeilen. Er spielt weder zu diesem Zeitpunkt noch irgendwann sonst im Buch, eine Rolle. Es ist als würden Details aus Lillys Vergangenheit während des Schreibens einfach einfallen und genauso niedergeschrieben. Ab Seite 149 fängt Lilly an Tagebuch zu schreiben. Ab hier wechselt die Geschichte von der Erzählerin immer wieder zu teilweise recht lange Tagebucheinträge. Lilly hat eine starke Verbindung zur Natur und spricht mit »Naturwesen«; unsichtbare »Wesen« die zu ihr sprechen. Damit konnte ich nicht wirklich was anfangen. Ja, in der Stille der Natur kann man über vieles nachdenken und sich Klarheit verschaffen, geht mir auch so! Aber »Wesen«, die zu einem sprechen … Die esoterischen Anwandlungen waren mir dann auch irgendwann zu viel. Die Protagonistin hat sich von einer starken, eigenständigen Frau zu einer Person entwickelt, die ihre Augen vor der Wahrheit verschließt, die Wahrheit nicht einmal wissen will! Ist mir absolut unverständlich und eher ein Rückschritt statt Vorschritt zu sehen. Von einer Journalistin die eigentlich erst recht Fragen stellen sollte, erwarte ich was anderes! Sie gibt sich selbst auf für ihren Mann und ihre zwei Kinder. Ein Mann, den ich schon auf Seite 110 aus der Wohnung geschmissen hätte, und zwar endgültig! Ich konnte keine Verbindung zu dieser Person aufbauen, hatte nicht einmal Mitleid mit ihr, als ihr Mann auf der Flucht vor dem Gesetz war und sie physisch und psychisch darunter gelitten hat. Ich habe mich unendlich geärgert über sie, hätte sie am liebsten geschüttelt, damit sie aufwacht und sieht, was sie ihren Kindern antut. Ich finde, eine biografische Erzählung wäre besser gewesen, obwohl der Schreibstil der gleiche bleibt. Für mich ist die Mischung eines tatsächlichen Skandals in der österreichern Politik mit Erotik und Beziehung misslungen. Das Lesen dieses Buches war für mich mehr Mühsal als Vergnügen, leider.

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  • Ein wunderbar packender und anspruchsvoller Roman

    Lillys Weg

    bianca_wortmann

    17. September 2013 um 22:19

    Es gibt Bücher, die fesseln von der ersten Seite an und lassen einen nicht mehr los. Auch dann nicht, wenn man am Ende angelangt ist und die letzte Seite umgeschlagen hat. "Lillys Weg" von der Renate E. Daimler ist so ein Buch. In ihrem Debütroman erählt die Österreicherin, die sich bisher als Sachbuchautorin einen Namen gemacht hat, in absolut fesselnder Art und Weise die Geschichte der jungen Journalistin Lilly. Nach einer kurzen, aber heißen Liebesaffäre mit dem bekannten Anwalt und Geschäftsmann Paolo Vicente, lernt Lilly Oskar kennen. Er ist ein Mitarbeiter von Paolo, wortgewandt und charmant. Mit ihm scheint Lilly endlich das Glück gefunden zu haben, nach dem sie sich schon ihr ganzes Leben lang sehnt. Doch dieses Glück ist nicht von Dauer. Oskar ist nicht treu, und während Lilly den Kampf um ihre Ehe aufnimmt, braut sich an ganz anderer Stelle ein weiteres Unwetter zusammen. Oskar und Paolo sind in einen Politskandal verwickelt, der das ganze Land erschüttert. Schließlich muss Oskar untertauchen, und Lilly, die fest an die Unschuld ihres Mannes glaubt, nimmt auch diesen Kampf auf, bei dem sie sich beinahe selbst verliert. Auf der Suche nach sich selbst, hin- und hergerissen zwischen ihreren Rollen als Geliebte, Mutter und Journalistin, kann sie sich zum Glück auf ihre Freunde verlassen und schließlich die wichtigste Entscheidung ihres Lebens treffen. "Lillys Weg" ist schwer in Worte zu fassen. Einerseits ist es ein Kriminalroman, andererseits ein wunderbarer, ungewöhnlicher Frauenroman. Der Politskandal, der in diesem Buch beschrieben wird, trägt autobiographische Züge, die Figur und das Umfeld der Lilly ist jedoch reine Fiktion. Dennoch fühlt sich Lilly echt an. Sie ist anfassbar, mit Stärken und Schwächen, Selbstzweifeln und einer ungehreuren Kraft. Renate E. Daimler schafft es ganz hervorragend, vielschichtige Gefühle in Worte zu packen, ohne dabei zu pathetisch oder gar kitschig zu werden. Die Sprache ist gefühlvoll, sinnlich und manchmal auch prickelnd, dabei aber doch immer klar und schnörkellos. Mir persönlich hat "Lillys Weg" sehr gut gefallen. Ich hoffe, die Autorin wird noch den ein oder anderen Roman veröffentlichen.

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