Renate Dorrestein Stiefmuttertag

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Inhaltsangabe zu „Stiefmuttertag“ von Renate Dorrestein

Eine tragikomische Geschichte über die großen und kleinen Katastrophen einer Patchwork-Familie Claire, Anfang 40, ist seit vielen Jahren glücklich mit Axel verheiratet. Er brachte damals seine vierjährige Tochter Josefien mit in die Ehe, zu der Claire von Anfang an eine liebevolle Bindung entwickelte. Doch jetzt ist Josefien in der Pubertät, und Claire versteht die Welt nicht mehr: Schier über Nacht ist das Kind zur undankbaren, aufsässigen Göre geworden, die ihre Stiefmutter beschimpft und hintergeht. Und das Schlimmste: Ihr Mann will die Probleme nicht wahrhaben, sieht in seiner Tochter immer noch die unschuldige Prinzessin. Er ahnt nicht, dass ihm die ganze Zeit ein schwerwiegendes Geheimnis vorenthalten wird … Einfühlsam, authentisch und mit lakonischem Humor schildert Renate Dorrestein die oft aberwitzigen Bemühungen einer Stiefmutter, den Familienfrieden zu retten.

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  • eine Schriftstellerin, die es lohnt kennenzulernen

    Stiefmuttertag
    robbylesegern

    robbylesegern

    06. July 2013 um 20:07

    "Stiefmuttertag" von Renate Dorrestein, ist mein erstes Buch der holländischen Schriftstellerin, die schon einige Buchpreise gewonnen hat. Ihr Buch "Stiefmuttertag" hat autobiografische Züge, da die Schriftstellerin selbst einen Mann mit Tochter geheiratet hat, die jetzt allerdings schon erwachsen ist. Vielleicht kann sich die Schriftstellerin aus diesem Grunde gut in eine Patchworkfamilie einfühlen, von der in ihrem neuen Buch die Rede ist. Claire ist seit 12 Jahren glücklich mit ihrem Mann Axel verheiratet, der damals die vierjährige Josefien mit in die Ehe brachte. Obwohl Stiefmutter, kümmerte Claire sich liebevoll um Josefien, deren Mutter wieder heiratete und nochmals zwei Töchter bekam.Mit beginnender Pubertät allerdings beginnen die Probleme. Josefien " zickt " nur noch herum, betrachtet ihre Stiefmutter als Haushälterin und versucht Claire und Axel gegeneinander auszuspielen. Als Axel ein Geheimnis, dass Josefien ihrer Stiefmutter anvertraut hat, falsch versteht, eskaliert die Situation. Claire bricht zu einer Reise nach England auf, wo ihre Quilts, die sie herstellt, ausgestellt und prämiert werden sollen. An sich sollte Axel sie begleiten, doch der Streit zwischen den beiden lässt Claire alleine fahren und ihren Aufenthalt in England verlängern, um über ihre Situation nachdenken. Mit viel Gespür für brisante Situationen und einer ordentlichen Portion Zynismus beschreibt Renate Dorrestein eine Patchworkfamilien und ihre "Kampfschauplätze", die für Claire noch dadurch erschwert werden, das Axel uneingeschränkt hinter seiner Tochter steht.Doch Claire ist eine gestandene Person, groß und kräftig von Wuchs, der es nicht schwer fällt, ihre Position zu vertreten und dabei Gleichmut zu bewahren. Der lakonische Schreibstil der Autorin hat mich begeistert, da es zu dieser Geschichte mehr als gut passt. Claire hat mir als Figur am besten gefallen, da sie sich ihrer Person immer sicher war und sich von ihrer pubertierenden Stieftochter nicht provozieren ließ. Die "Zicken" einer pubertierenden 16 jährigen wurden realistisch und nachvollziehbar geschildert und durch die drei Erzählperspektiven, die dem Leser Einblick in die einzelnen Gedankenwelten der agierenden Personen geben,wurde das Buch lebendig und authentisch. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, da mir der Schreibstil der Autorin ausgesprochen gut gefallen hat und so wird es sicherlich nicht das letzte Buch sein, das ich von dieser Autorin lesen werde.

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  • Unterhaltsames Patchworkportrait aus drei Perspektiven

    Stiefmuttertag
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. May 2013 um 11:59

      „Während sie prüfend die Regale mit den Sandalen abgeht, fühlt sie die Blicke der Verkäuferinnen auf sich. So groß, und dann auch noch so dick, na, die traut sich was“.   Wobei es an sich sowieso sinnlos ist, Claire weiß eigentlich schon vorher, dass sie ob ihrer Schuhgröße, wie immer, in die Herrenabteilung zu gehen hätte. Stattdessen betritt sie lieber einen kleine, obskuren Laden, dessen Besitzer Alfred sich als Vampir geriert und in dem kleinen Ort in England, and dem Bram Stoker mal auf einer Bank gesessen hat, das Erbe des Schriftsteller hoch hält. Eine interessante Bekanntschaft wird sich da knüpfen, wie Claire feststellen muss. Die vertiefen wird. Mit ihrer akuten Augenentzündung, die vielleicht daran liegen könnte, dass es da etwas gibt, wo sie lieber nicht so genau hinschauen möchte,   Die mit ihrem Ehemann leicht zerstritten ist. Eigentlich sollte dieser aus dem heimischen Holland mit in England sein zur Ausstellung und Preisverleihung an Claire, deren Quilts hervorragend Anklang finden.   Eine echte Walküre, im Übrigen, die sich nicht so leicht ein X vor ein U machen lässt, die geradeheraus mit gesundem Menschenverstand und energisch „das Leben verschlingend“ die Dinge angeht. Genauso hat sie ihren Mann kennengelernt, der ihr als Makler ein Atelier verkauft hatte. Und mit diesem Mann (dessen Anzüge sie zunächst aber wirklich verbrennen musste) tauchte vor 12 Jahren auch Josefine mit auf. Damals vier. Tochter von Alex, ihrem Mann. Dessen Ehe auseinanderging. Josefien, die zwar bewusst fast nur Claire an der Seite ihres Vaters erlebt hat, aber da sich der neue Mann ihrer leiblichen Mutter von dieser ebenfalls gerade getrennt hat, kann man ja als 16jährige mal davon träumen, dass das wieder in Ordnung kommt mit den leiblichen Eltern.   Vor allem, weil sie ernsthaft Mist gebaut hat, bei dem Claire ihr geholfen hat. So geholfen, dass Claire jetzt bei Axel unter Verdacht steht. Claire hält dicht und verrät Josefien nicht, aber dafür ist es nun mit Axel schwer. Und erinnert werden möchten Josefien nicht gerade ständig. Und Claire ist die leibhaftige Erinnerung.   Alles Komplikationen, die die Welt nicht braucht. Denkt sich Claire und genießt ihre Zeit in England. Und fährt erst mal nicht zurück. Was Axel völlig irritiert. Und als der sich dann noch das Steißbein bricht und eine vermeintliche Vodoo Puppe findet, nehmen die Verwicklungen erst so richtig Fahrt auf. Bis Claire den „Stiefmuttertag““ einläuten wird und Köpfe waschen wird.   Nicht ganz trifft es der Klappentext, ein echtes Biest ist Josefien letztlich nicht und wirkliche Intrigen führt die Stieftochter auch nicht ins Feld. Wohl aber versteht es Dorrstein mit großer Liebe zu ihren Figuren (allein Claire in ihrer äußeren Erscheinung und ihrer ganzen Lebenshaltung, auf so eine muss man erst mal kommen), die realen Schwierigkeiten einer Patchworkfamilie herauszustellen. Ein Vater, der seiner Tochter nichts abschlagen will, der nur beschützten will bis zur Lächerlichkeit. Eine pubertierende Tochter, die nicht unbedingt gerne für eigene Fehler einsteht und eine burschikose Stiefmutter, die lange genug den „Eiertanz“ vollführt hat und merkt, so wird das nichts.   Je aus der Perspektive von Claire, von Axel und von Josefien erzählt Dorrestein ihre Geschichte, führt mit trockenem Humor und durchaus Sarkasmus differenziert in die Figuren ein und stellt dabei nicht nur ihr Thema der Binnenbeziehungen heraus, sondern zeigt zugleich, wie das Leben es einfordert, nicht herumzueiern, sondern klare Linien mit gesundem Menschenverstand und Selbstvertrauen zu ziehen. Samt Seitenhieben auf Spießigkeit und Schlankheitswahn.   In lockerer Sprache, sehr unterhaltsam und mit vielen kleinen Ideen am Rande noch bietet das Buch anregende Unterhaltung und viel Augenzwinkern bis zu Klärung der Verhältnisse.

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