Renate Feyl

 3.6 Sterne bei 89 Bewertungen

Lebenslauf von Renate Feyl

Jahrhundertfrau(en): Die 1944 in Prag geborene Feyl ist ausgebildete Buchhändlerin und studierte Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1970 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und hat sich auf das Schreiben essayistischer Prosa spezialisiert. In ihrem ersten Essayband „Bilder ohne Rahmen“ führte sie Gespräche mit den Nachfahren berühmter deutscher Wissenschaftler, und musste feststellen, dass darunter nur wenige Frauen vorzufinden waren. Sie begann den vergessenen Frauen der deutschen Wissenschaftsgeschichte nachzuforschen und brachte 1981 mit „Der lautlose Aufbruch“ elf Porträts der bedeutendsten deutschen Wissenschaftlerinnen heraus. Ihren Roman „Ausharren im Paradies“ zählte die Stiftung Lesen Mainz zu den 100 wichtigen Romanen des 20. Jahrhunderts.

Alle Bücher von Renate Feyl

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Cover des Buches Die profanen Stunden des Glücks9783462042726

Die profanen Stunden des Glücks

 (29)
Erschienen am 29.03.2011
Cover des Buches Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit9783462028362

Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit

 (26)
Erschienen am 20.07.1999
Cover des Buches Lichter setzen über grellem Grund9783462043358

Lichter setzen über grellem Grund

 (8)
Erschienen am 18.08.2011
Cover des Buches Idylle mit Professor9783462019759

Idylle mit Professor

 (8)
Erschienen am 01.02.1999
Cover des Buches Aussicht auf bleibende Helle9783462037128

Aussicht auf bleibende Helle

 (7)
Erschienen am 24.08.2006
Cover des Buches Ausharren im Paradies9783462022155

Ausharren im Paradies

 (3)
Erschienen am 01.01.1992
Cover des Buches Die langen Stunden des Augenblicks9783453350977

Die langen Stunden des Augenblicks

 (1)
Erschienen am 02.09.2005

Neue Rezensionen zu Renate Feyl

Neu

Rezension zu "Lichter setzen über grellem Grund" von Renate Feyl

Gut recherchiert, aber..
Aspasiavor 8 Monaten

Dieser Roman bietet einen wirklich interessanter Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess einer der wenigen,  erfolgreichen weiblichen Malerinnen zur Zeit Louis XVI,  der Portraitmalerin, Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842),.

 Ihr gelang es durch zahlreiche Porträts europäischer Adliger zu Ruhm & Reichtum zu kommen, aber auch unter der Mißgunst männlicher Zeitgenossen zu leiden hatte. Frey schildert den Weg der außerordentlich begabten Tochter eines früh verstorbenen Malers , der seine Familie, Ehefrau,  Sohn & Tochter, unversorgt zurück läßt. Madame Vigée ist nun gezwungen mit ihrem Honorar als Friseurin die Familie zu ernähren. Durch einen Zufall erkennt ein Malerfreund ihres Vaters Elisabeths außergewöhnliches Talent für Farben & sorgt dafür, dass das junge Mädchen akademisch ausgebildet wird. So kann sie schon bald durch den Verkauf ihrer Portraits das Familieneinkommen erheblich verbessern. Als ihre Mutter erneut heiratet, ihr Stiefvater ihr zwar ein Atelier zur Verfügung stellt, sie aber auch verpflichtet  am Familienleben teilzunehmen, sie ihre üppigen Honorare statt der Mutter nun deren geizigem Ehemann aushändigen muss, (was damals üblich war) sucht sie nach einem Ausweg aus dem Gefängnis.  Sie findet es in der Ehe mit einem Kunsthändler, der ihr sympathisch ist,  sie & ihre Arbeit unterstützt & von ihr wenig Engagement in ihre Rolle als Ehefrau & bald auch Mutter einer Tochter verlangt. Lebrun akzeptiert, dass für Elisabeth immer ihre Kunst an erster Stelle steht, ihrer Tochter Julie fällt das weit schwerer. E. ist sehr erfolgreich, alimentiert ihren Ehemann & erhält sich dadurch ihr stetig wachsendes Einkommen & den Verzicht auf jegliche Anerkennung ihrer Leistung über das Honorar hinaus eine Unabhängigkeit gegenüber ihren Kunden. Und doch muss sie mit ihrer Tochter vor der frz. Revolution fliehen, weil sie von den Revolutionären zur Staatsfeindin erklärt wird. Die nächsten 12 Jahre ist sie gezwungen durch Europa zu reisen, offiziell auf Kunstreise, will sie nicht, wie viele ihrer ehemaligen Auftraggeber den Kopf verlieren. Ihr Ruhm öffnet ihr auch in der Fremde wichtige Türen. Erneut erarbeitet sich immens fleißig ein erhebliches Vermögen, verliert aber ihre unglückliche Tochter, an einen unvermögenden russischen Faulenzer & kehrt zu guter letzt als gefeierte Bürgermalerin mit über 40 Jahren in "ihre Arche", ihr Atelier, in Paris, zu ihren Freunden, & ihrem von ihr zwangsgeschieden Ehemann zurück..

Neben dem Biografischen erfährt der Leser viel über den künstlerischen Schaffensprozess, über Farbpigmente, Leinwände, Pinselhaar, Untergründe, Firniss & Zaubermittelchen, die dieses so besondere Leuchten ihrer Bilder ausmacht, bekommt einen Blick durchs Schlüsselloch auf das historische Personal der Zeit, ob Auftraggeber, Kritiker oder Malerkollegen,. Ja, der Roman ist sehr gut recherchiert, er wuchert mit detaillierte Beschreibungen von Landschaft, Mode, Architektur & Transportmitteln, von tierischen Bettgesellen & kulinarischen Genüssen. Und doch bleibt die Geschichte blass, fehlt ihr das Leuchten, dass Elisabeth ihren Portraits verleihen kann, diese magische Zutat, die das möglich macht, fehlte der Autorin leider.

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Rezension zu "Die profanen Stunden des Glücks" von Renate Feyl

Renate Feyl - Die profanen Stunden des Glücks
esmerabellevor 3 Jahren

Als 1771 ihr erster Roman "Das Fräulein von Sternheim" erscheint, ist niemand so überrascht über den sofortigen Erfolg, wie die Autorin selbst. Sophie von La Roche ist vor allem Ehefrau eines Mannes, der in der Regierung wichtige Posten bekleidet, vierfache Mutter und eine Dame der Gesellschaft. Das Schreiben ist für sie nur Vergnügen und Methode, um ihre moralischen Werte weiterzugeben, auf Gehalt kann sie verzichten. Doch die Lage ändert sich drastisch, als ihr Mann in Ungnade fällt und schließlich stirbt, so dass Sophie sich gezwungen sieht, selbst für die finanzielle Versorgung aufkommen zu müssen. 

In "Die profanen Stunden des Glücks" beschränkt sich Renate Feyl fast ausschließlich auf die Jahre in Sophie von La Roches Leben, in denen sie schriftstellerisch aktiv war. Sophie, die als Verfasserin des ersten deutschen Frauenromans und als die erste Frau, die von der Schriftstellerei leben konnte, gilt, und die Großmutter von Bettina von Arnim und Clemens Brentano ist, war durchaus eine ungewöhnliche Vertreterin ihrer Zeit. Auf der einen Seite vertrat sie entschieden die Werte ihrer Epoche, alle ihre Schriften, sowohl die Romane, als auch die Zeitschrift, die sie später herausgab, beschäftigten sich in erster Linie mit den Regeln des Anstandes für die Damenwelt und erteilten Ratschläge zum korrekten Verhalten in allen Lebenslagen. Trotzdem war sich Sophie nicht zu schade dazu, eben genau diese Regeln zu überschreiten und selbst, gegen den Willen ihres Mannes, in das Geschäftsleben einzutreten. Wenn auch nicht etwa, um die Rechte der Frauen einzufordern, sondern allein, weil die Not es gebot und sie darin die logischste Lösung sah. 

Der Stil des Romans ist klar und ein wenig nüchtern, wie Sophies Charakter. Es entsteht eine gewisse Distanz, die ich des öfteren bedauert habe, die aber das Gesamtbild abgerundet hat. 

Insgesamt ein interessanter Einblick in das Leben einer starken Frau, die von den Größen ihrer Zeit, u.a. Wieland, Goethe, Lenz und Schiller, bewundert und um Rat gebeten wurde, aber auch ein Teil deutscher Geschichte in einer Zeit voller politischer Unsicherheiten und Veränderungen. 

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Rezension zu "Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit" von Renate Feyl

Weimar hautnah
KatalinMaerzvor 5 Jahren

Caroline von Wolzogen (1763 – 1847) war Schillers Schwägerin und ebenfalls Schriftstellerin. Sie schrieb nach seinem Tod eine Biographie über ihn. „Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit“ erzählt all das, was sie aus Rücksicht auf Zeitgenossen in der eigentlichen Biographie verschweigen musste.

Renate Feyl lässt Caroline von Wolzogen wieder lebendig werden. Aus deren Perspektive erlebt man die Weimarer Zeit und bekommt einen persönlichen Einblick in ihre Verbindungen mit bekannten schriftstellerischen Größen. Sie pflegte Freundschaften mit Friedrich Schiller, Goethe, Humboldt, von Stein, Herder, Cotta und vielen anderen. Gerade diese persönlichen Details machen den Charme des Buches aus. Auch ist es sehr interessant mitzuerleben, wie eine Schriftstellerin damals gearbeitet hat. Ich fand das Buch lehrreich und spannend.

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Gespräche aus der Community

Neu
ich habe gerade eine Autorin entdekct, die mein Interesse für historische Romane geweckt hat. Es geht mir aber nicht um reine Romanhandlung oder reine biographische Titel, sondern gerade um eine Mischung beider, die ich biographischer Roman nenne. Oder anders ausgedrückt: Ich würde gerne etwas aus der Geschichte lesen, Personen, die ich im Geschichtsunterricht oder Kunst, Literatur etc.kennengelernt habe und das nicht als Sachbuch oder reine Biographie sondern in Romanform, wobei mir die Nähe zur Realität schon wichtig ist. Als Beipiel habe ich mal Renate Feyl angehängt. Vielleicht wißt Ihr ja noch ein zwei Titel?
10 Beiträge
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Zusätzliche Informationen

Renate Feyl wurde am 30. Juli 1944 in Prag (Tschechische Republik) geboren.

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