Renate Greinert

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Unversehrt sterben!

Unversehrt sterben!

 (4)
Erschienen am 27.02.2008

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Rezension zu "Unversehrt sterben!" von Renate Greinert

Bedrückende Pflichtlektüre
Stjamavor 5 Jahren

Renate Greinert hat einen Alptraum erlebt: Ihr Sohn Christian starb bei einem Verkehrsunfall. Noch unter Schock und von Ärzten unter Druck gesetzt stimmte sie der Organentnahme zu. Und damit ging der Alptraum in die zweite Runde: Als sie vor der Bestattung die Sargöffnung erzwang, fand sie ihren Sohn regelrecht ausgeweidet, mit unverschlossenen Operationswunden und ohne Augen vor. Seit diesem Erlebnis hat sie sich jahrzehntelang kritisch mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt, und schließlich dieses dringend notwendige Buch veröffentlicht,. 

Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit der Frage, unter welchen Bedingungen Organe entnommen werden dürfen und warum "klinisch tote" Menschen eben nicht tot, sondern sterbend sind. Sie nimmt Praktiken, Veröffentlichungen und Probleme der Transplantationsmedizin unter die Lupe und räumt mit so mancher naiven Vorstellung auf. Kein Wunder, dass die Autorin für dieses Buch ziemlich viel Gegenwind bekommt!

Rente Greinerts Buch will ein Gegengewicht bilden zu den Werbekampagnen der Organspenden-Befürworter, in denen Kranke zu manipulativen Werbeträgern werden. Und das gelingt ihr. Jeder, der sich mit dem Thema Organspende beschäftigt, sollte dieses Buch gelesen haben!


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Rezension zu "Unversehrt sterben!" von Renate Greinert

Rezension zu "Unversehrt sterben!" von Renate Greinert
gstvor 8 Jahren

Im Februar 1985 hat Renate Greinert ihren 15jährigen Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren. In ihrem Buch, das erst 20 Jahre später entstand, fasst sie ihre durch diesen Verlust und die Zustimmung zur Organentnahme entstandenen Gefühle zusammen. Ihre Erzählung fesselt, berührt und macht sehr nachdenklich.
Die Autorin richtet den Blick nicht - wie im Allgemeinen gewohnt - auf Organempfänger und Transplantationsmediziner, sondern vor allem auf die Organspender und deren Angehörige, weil die in Aufrufen zur Organspende gewöhnlich in den Hintergrund treten. Sie macht deutlich, dass, um Organe zu bekommen, immer erst gestorben werden muss. Doch bis zur Entnahme der Organe wird der Sterbende am Leben gehalten, damit die Ersatzteile frisch verpflanzt werden können. Auf diese Weise wird es unmöglich, den Sterbenden in den Tod zu begleiten, was den Angehörigen den Abschied enorm erschwert.
Greinert ist es ein Bedürfnis, Organspender und Organempfänger über das Prozedere aufzuklären und anderen Menschen die Qualen zu ersparen, die sie nach ihrer Entscheidung durchzustehen hatte.
Auch wenn sie sich inzwischen konsequent gegen eine eigene Organspende entscheidet, sollte man diesen Tatsachenbericht nicht als allgemeinen Aufruf gegen Organspenden verstehen. In meinen Augen ist das Buch sehr hilfreich, um sich eine eigene Meinung zu bilden.
Menschen, die Angehörige zur Organentnahme frei gegeben haben, können in diesem Buch auch nachlesen, wie die Autorin Hilfen gefunden hat, diese Tatsache zu verkraften.

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