Renate Höhne

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Renate HöhneUnd ich habe nichts geahnt
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Und ich habe nichts geahnt
Und ich habe nichts geahnt
 (15)
Erschienen am 10.08.2015

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Rezension zu "Und ich habe nichts geahnt" von Renate Höhne

Would I lie to you, baby, would I lie to you?
Keksisbabyvor 3 Monaten

Ein normaler Samstagvormittag im Leben von Renate Höhne. Ihr Mann Detlef ist einkaufen, als Beamte des SEKs die Wohnung stürmen. Renate denkt an eine Verwechslung. Sie kann sich nicht vorstellen, dass der Mann der sie liebevoll Engelchen nennt und sie seit 25 Jahren auf Händen trägt ein grausamer Mörder sein soll. In Verhören, versucht sie der Polizei klar zu machen, dass sie sich irren, bestätigt Detlef doch in seinen Briefen aus dem Gefängnis, dass alles nur ein großes Missverständnis ist. Die Beweise die die Polizisten der Ehefrau jedoch vorlegen, sprechen eine andere Sprache. Ihr Konto, auf dem sich eigentlich 350.000 Euros befinden sollten, ist leer. Die nächtlichen Spazierfahrten ihres Mannes, um Zigaretten zu holen, waren Sextreffen auf Parkplätzen und längst hat er eine neue Frau. Für sie heißt es, jetzt ihre schicke Eigentumswohnung zu räumen und mit Sozialleistungen, sowie der Anfeindung auf der Straße klar zu kommen.

 

Das Buch fiel mir durch Zufall in die Hände. Zu Beginn war ich ganz bei der Autorin. Natürlich musste es sich um ein Versehen handeln, denn so wie sie ihr Zusammenleben mit Detlef beschrieb, entsprach es einer sehr harmonischen Beziehung. Nach diversen Rückschlägen in Bezug auf Männern, hatte sie endlich den Topf zu ihrem Deckel gefunden. Ich habe auch mit ihr gefühlt, als sie in einer Klinik wegen eines Nervenzusammenbruchs behandelt werden musste. Erst als die Polizei bei einem Verhör ihr die leeren Konten vorhielt, begann ich zu begreifen, dass sie vielleicht doch den Richtigen verhaftet hatten. Frau Höhne brauchte dazu noch ein bisschen länger. Was jedoch verständlich ist, denn es ist bestimmt schwer sich einzugestehen, dass man 3 Jahrzehnte lang hintergangen wurde. Genau wie jeder andere fragte ich mich, ob man wirklich so einen Realitätsverlust erleiden kann, dass man nichts bemerkt. Aber ich denke das Menschen sich ihre Wahrheit selbst zusammenzimmern. Spätestens nach einem Streit nach einem Wochenende, an dem Detlef spurlos verschwunden war, hegte ich den Verdacht, dass Frau Höhne die Signale nicht sehen wollte und das bestätigte später auch ein Psychoanalytiker. Ich finde es großartig, wie sie mit dieser Situation umgeht und wie sie für eine neue Normalität kämpft. Die Lektüre war flüssig und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen. Wer nun hofft grausige Einzelheiten aus dem Leben eines Mörders zu erfahren, der wird enttäuscht. Das grausigste war die Vorstellung von einer Sammlung Penisringe in einer Schublade. Es ist die Geschichte einer Frau, die sich nach 25 Ehejahren einer veränderten Realität stellen muss und ich finde für meinen Teil, dass sie das sehr gut meistert.

 

Es war vielleicht kein Buch, dass ich in der Buchhandlung zur Hand genommen hätte, aber dennoch habe ich keine Minute bereut es gelesen zu haben. Ein Bericht einer mutigen Frau, die aus den Zitronen des Lebens Limonade macht.  

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Rezension zu "Und ich habe nichts geahnt" von Renate Höhne

Überrumpelt vom Leben
Babschavor 3 Jahren

Lediglich ein paar kurze Gedanken zum Buch: Ende 2010 erfährt die Autorin, dass ihr Ehemann über lange Jahre ein bizarres Doppelleben geführt, ihr gesamtes  Geld veruntreut und einen Doppelmord im entsprechenden Milieu verübt hat. Sie erzählt in ihrem Buch von ihrer kindheitsgeprägten vollständigen Fixierung auf diesen Mann, die ihr bis ziemlich zum Schluss jeden klaren, realitätsorientierten Gedanken verwehrte und sie in einer Scheinwelt gefangen hielt, und wie es ihr gelang, sich zu guter Letzt dann doch noch aus diesem inneren Dilemma zu befreien.

Die Geschichte als solche ist sicherlich sehr außergewöhnlich und damit interessant zu lesen. Dennoch bin ich mit dem Buch aufgrund der speziellen, etwas selbstorientierten und irgendwie wie eine Rechtfertigung wirkenden Erzählweise in Verbindung mit den stellenweise etwas strapazierenden Berichten über die "traumhaften" Jahre mit ihrem Ehemann nicht so richtig warm geworden. Nichtsdestotrotz verdient der Mut, sich gegenüber der Öffentlichkeit in derart expliziter und auch selbstkritischer Weise zu einem solchen die inneren Grundfesten erschütternden Thema zu erklären, durchaus Respekt und Anerkennung.  

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