Wer erkennt schon einen Psychopathen? Anfänglich hatte ich mit der Denkens- und Lebensweise von Frau Höhne etwas Mühe. Kann denn jemand so oberflächlich sein und im Leben nur an das Gute glauben? Gibt es eine solch blinde Naivität? Je mehr ich über die Biografie von Frau Höhne las, desto überzeugter wurde ich davon, dass sie wirklich nichts mitbekommen hat. Anfänglich spürte ich nur ihre grenzenlose Naivität, am Ende des Buches lernte ich in ihr eine gereifte Frau kennen. Für mich war die Entwicklung ihrer Persönlichkeit die grösste Überraschung. Es freut mich aus tiefsten Herzen, dass sie wieder einen Lebenspartner gefunden hat, dem sie vertrauen kann. Sie hat das Glück der Welt verdient.
Renate Höhne
Alle Bücher von Renate Höhne
Und ich habe nichts geahnt
Neue Rezensionen zu Renate Höhne
Für Renate bricht eines Tages ihre heile Welt zusammen, als Polizisten in ihr Haus stürmen und ihren Mann wegen Mordes festnehmen. Das muss ein Irrtum sein. Immerhin ist sie mit diesem Mann schon über 20 Jahre glücklich verheiratet. Er war immer liebevoll und zuvorkommend zu ihr. Hat sie regelrecht auf Händen getragen.
Das hätte sie doch merken müssen, daß ihr Mann ein Doppelleben führte.
Oder nicht? Hat sie nie etwas geahnt oder nur die Augen verschlossen?
Ist ihr Mann wirklich so ein Monster? Hat er wirklich gemordet?
Renate will das einfach nicht glauben. Es muss sich um einen Irrtum handeln. Sie, die immer nur geliebt werden wollte, steht plötzlich vor einem Abgrund.
Im Verlauf der Geschichte erfährt man so nach und nach den Weg von Renate, die immer nur die wahre Liebe gesucht hat.
Mit dem jüngeren Mann, den sie zufällig kennen- und liebengelernt hat, ist ihr Glück endlich perfekt.
Die Bedenken von der Familie und Freunden will sie nicht hören. Sie hält zu ihrem Mann und lässt nichts auf ihn kommen.
Doch die furchtbaren Geheimnisse ihres Mannes kommen ans Licht und sie muss sich dem stellen. Er ist ein Betrüger, ein Fremdgeher, ein Mörder.
Ihr bleibt am Ende nichts mehr. Sie muss wieder ganz von vorne anfangen.
Dieses Buch hat mich sehr betroffen gemacht. Kann es wirklich passieren, daß man seine Augen vor dem verschließt, was man einfach nicht sehen will? Das man nur das Positive sieht?
Eine wahre Geschichte, von der man nur hoffen kann, daß sie einem selbst nicht passiert.
Ein normaler Samstagvormittag im Leben von Renate Höhne. Ihr Mann Detlef ist einkaufen, als Beamte des SEKs die Wohnung stürmen. Renate denkt an eine Verwechslung. Sie kann sich nicht vorstellen, dass der Mann der sie liebevoll Engelchen nennt und sie seit 25 Jahren auf Händen trägt ein grausamer Mörder sein soll. In Verhören, versucht sie der Polizei klar zu machen, dass sie sich irren, bestätigt Detlef doch in seinen Briefen aus dem Gefängnis, dass alles nur ein großes Missverständnis ist. Die Beweise die die Polizisten der Ehefrau jedoch vorlegen, sprechen eine andere Sprache. Ihr Konto, auf dem sich eigentlich 350.000 Euros befinden sollten, ist leer. Die nächtlichen Spazierfahrten ihres Mannes, um Zigaretten zu holen, waren Sextreffen auf Parkplätzen und längst hat er eine neue Frau. Für sie heißt es, jetzt ihre schicke Eigentumswohnung zu räumen und mit Sozialleistungen, sowie der Anfeindung auf der Straße klar zu kommen.
Das Buch fiel mir durch Zufall in die Hände. Zu Beginn war ich ganz bei der Autorin. Natürlich musste es sich um ein Versehen handeln, denn so wie sie ihr Zusammenleben mit Detlef beschrieb, entsprach es einer sehr harmonischen Beziehung. Nach diversen Rückschlägen in Bezug auf Männern, hatte sie endlich den Topf zu ihrem Deckel gefunden. Ich habe auch mit ihr gefühlt, als sie in einer Klinik wegen eines Nervenzusammenbruchs behandelt werden musste. Erst als die Polizei bei einem Verhör ihr die leeren Konten vorhielt, begann ich zu begreifen, dass sie vielleicht doch den Richtigen verhaftet hatten. Frau Höhne brauchte dazu noch ein bisschen länger. Was jedoch verständlich ist, denn es ist bestimmt schwer sich einzugestehen, dass man 3 Jahrzehnte lang hintergangen wurde. Genau wie jeder andere fragte ich mich, ob man wirklich so einen Realitätsverlust erleiden kann, dass man nichts bemerkt. Aber ich denke das Menschen sich ihre Wahrheit selbst zusammenzimmern. Spätestens nach einem Streit nach einem Wochenende, an dem Detlef spurlos verschwunden war, hegte ich den Verdacht, dass Frau Höhne die Signale nicht sehen wollte und das bestätigte später auch ein Psychoanalytiker. Ich finde es großartig, wie sie mit dieser Situation umgeht und wie sie für eine neue Normalität kämpft. Die Lektüre war flüssig und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen. Wer nun hofft grausige Einzelheiten aus dem Leben eines Mörders zu erfahren, der wird enttäuscht. Das grausigste war die Vorstellung von einer Sammlung Penisringe in einer Schublade. Es ist die Geschichte einer Frau, die sich nach 25 Ehejahren einer veränderten Realität stellen muss und ich finde für meinen Teil, dass sie das sehr gut meistert.
Es war vielleicht kein Buch, dass ich in der Buchhandlung zur Hand genommen hätte, aber dennoch habe ich keine Minute bereut es gelesen zu haben. Ein Bericht einer mutigen Frau, die aus den Zitronen des Lebens Limonade macht.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
13 Bibliotheken
5 Merkzettel




