Renate Kreibich Folgen einer Flucht

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Inhaltsangabe zu „Folgen einer Flucht“ von Renate Kreibich

1980 in Berlin-Zehlendorf: Im Morgengrauen dringen Beamte des Staatsschutzes in das kleine Reihenhaus des Präsidenten der Freien Universität ein. Rolf und Renate Kreibich werden ohne Angabe von Gründen verhaftet und stundenlang verhört. Erst später erfahren sie, dass man sie der »Spionage für eine fremde Macht« verdächtigt. Sie ahnen, dass sie das Opfer einer politischen Intrige geworden sind, die ihre gesamte Existenz vernichten könnte In ihrem spannenden autobiografischen Bericht über den Mauerbau und seine Folgen für ihre eigene Familie erzählt Renate Kreibich von einer abenteuerlichen Reise nach Bulgarien, von dem riskanten Unternehmen einer detailliert geplanten Flucht aus der DDR und schließlich von einem Spionagevorwurf, der zu einer groß angelegten und medienwirksam inszenierten Ermittlung der bundesdeutschen Staatsschützer fuhrte und fast in einem familiären Desaster geendet hätte. Die politischen Hintergründe der »Spionage-Affäre« um den damaligen FU-Präsidenten Rolf Kreibich und seine Frau Renate sind ein Lehrstück deutscher Zeitgeschichte aus der Ära des Kalten Krieges.

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  • Rezension zu "Folgen einer Flucht" von Renate Kreibich

    Folgen einer Flucht

    WinfriedStanzick

    15. August 2011 um 16:23

    In diesem Jahr 2011, wo sich der Bau der Berliner Mauer jährt, erfährt auch das vorliegende schon 2010 erschienene Buch wieder eine besondere Beachtung, die es auch verdient hat. Auf eine bewegende und erschütternde Weise erzählt da Renate Kreibich ihre Geschichte. Kurz vor dem Mauerbau war sie selbst aus der DDR geflohen, nicht ohne zuvor ihrem Bruder und dessen Familie in die Hand versprochen zu haben, sie irgendwann nachzuholen. Im Westen lernt sie Rolf Kreibich kennen, der ebenfalls einige Jahre zuvor aus der DDR geflüchtet war, und sie schmieden einen Plan, der 1968 auf einer abenteuerlichen Reise über die Tschechoslowakei ( kurz vor der Niederschlagung des Prager Frühlings) erfolgreich durchgeführt wird. Renate Kreibichs Vater, ihr Bruder und dessen Frau werden in den Westen geschleust. Nun endlich wähnen sie sich sicher vor der ständigen Angst vor Entdeckung, hoffen, die schlimmen Erfahrungen in den DDR-Zuchthäusern langsam verarbeiten zu können. Dieser lange Prozess ist noch nicht abgeschlossen, als 12 Jahre danach eines Tages der westdeutsche Staatsschutz vor der Tür der Kreibichs steht und sie der „Spionage für eine fremden Macht“ verdächtigt. Zwar werden die beiden nach wenigen Stunden schon wieder freigelassen, weil sich die Vorwürfe schnell als völlig haltlos herausstellen, aber nie wurde der in den Medien hoch geputschte Fall dort auch richtig gestellt. Nach unzähligen vergeblichen Versuchen gelang es der Autorin, eine teilweise Akteneinsicht zu erwirken. Was sie dort las, beschreibt sie unter anderem in diesem Buch, ein erschütterndes und bitteres Lehrstück deutscher Zeitgeschichte. Eine Geschichte aus einer Zeit, an die sich der Rezensent noch gut erinnert, eine Zeit , die geprägt war durch die Raketendebatte zwischen NATO und Warschauer Pakt mit der immer stärker werdenden Friedensbewegung auf der einen, außenpolitischen Seite und der Terrorismus-Angst durch die RAF mit ihren hysterischen politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf der anderen, der innenpolitischen Seite.

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