Renate Schoof Blauer Oktober

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Inhaltsangabe zu „Blauer Oktober“ von Renate Schoof

Eine alte Villa am Meer. Eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern trifft sich zu einem Symposion. Man kennt sich seit den Ereignissen des Jahres 1968, hat sich aber lange nicht mehr gesehen. Fast alle verbindet die Revolte gegen die herrschenden sozialen, kulturellen und politischen Normen, die in Leben und Denken prägend geworden ist, insbesondere für die Frauen.

Was ist aus den Rebellen von damals geworden?

Einige haben an ihren Träumen festgehalten. Aber das Scheitern Einzelner in ihren Beziehungen und politischen Aktionen ist offensichtlich und drückt sich in ihren Kunstobjekten aus. Das Symposion findet Beachtung in den Medien, die erhoffte Aufmerksamkeit von außen verändert jedoch die Wiederbegegnung auf unerwartete Weise.

Es zeigt sich, dass individuelles Scheitern und subjektive Enttäuschungen der Teilnehmer objektive Bedingungen haben und letztlich politische Vorgänge sind, die jede Generation und ihre Ideale betreffen und nicht als persönliches Versagen verstanden werden können.

Der Autorin gelingt es, auf unaufdringliche Weise aktuelle Fragen zu Politik und sexueller Befreiung wie auch zu Kunst und Natur zu thematisieren. Das Spannungsfeld von Epoche und Fortschritt, von Traum und Realität, von Individuum und Ideal wird unaufgeregt und erfrischend kenntnisreich als Bühne des Menschlichen vorgestellt.

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  • Rezension zu "Blauer Oktober" von Renate Schoof

    Blauer Oktober

    Klinger

    18. August 2012 um 13:41

    Was für eine Wohltat ist es, diesen Roman von Renate Schoof zu lesen! Obwohl der äußere Rahmen der Handlung vertraut erscheint und das Cover einem einen sanften Urlaubsroman à la Hera Lindt oder anderer Vertreterinnen dieses Genres vorgaukelt. Wer dies erwartet, dürfte enttäuscht sein. Aber alle anderen LeserInnen erwartet ein Lesegenuss! Doch um was dreht es sich hier: Im Mittelpunkt steht Ruth. Ihr Alter wird nicht genannt, aber sie ist irgendwo zwischen 40 und 50 Jahre alt. Sie hat eine Einladung zu einem Symphosium erhalten. Ein gedachtes Revival einer ähnlichen Veranstaltung, Jahrzehnte her, veranstaltet irgendwo an einem kleinen Ort an der Nordsee. Aber auch ein Treffen alter Freunde und Künstlerkollegen, die sich alle seit den „sagenhaften“ 1968er her kennen. Ihren Weg gegangen sind, manche erfolgreicher, andere gescheitert, sei es beruflich, in ihrer politischen Entwicklung oder privat, in ihren persönlichen Beziehungen. Aber dieses Treffen bietet noch einmal die Gelegenheit, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erregen, sich künstlerisch zu profilieren und – mehr ungewollt – eine persönliche Bilanz zu ziehen. Ruth lebt alleine, bewusst ohne feste Beziehung, aber in ihrem ganzen Leben spielt Sexualität eine wichtige Rolle. Dem ist sie sich bewusst, sie hat ihre eigene Sexualität als Befreiung erlebt, als Chance, zu einer eigenständigen Frau zu werden. „Hat sie jemals Erotik als gesetzloses Spiel gemeint? Freiheit hat sie gemeint. Freiheit von Regelwerken, von Vorschriften. Sie fürchtet sich vor Zwängen, gleich welcher Art, wie ein Wildvogel vor Netz und Käfig. Liebe, die mit Stillhalten zu tun hat, kommt für sie nicht in Frage: sie muss tanzen, auch um den Preis der Ungeborgenheit. Sie hat jedes Nest irgendwann verlassen…“ Und so erlebt sie dieses Treffen und die Arbeit an ihrem Kunstwerk auch als einen Rückblick auf ihr bisheriges Leben. Und als politisch denkende Frau sind ihr auch die Ursachen und Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte klar. Diese gesellschaftliche, politische Dimension spielt eine wichtige Rolle für Ruth. Und nicht nur für sie. Dies ist im Text klar heraus-gearbeitet, spannend zu lesen, eingebunden in diese Geschichte, die man / frau nicht weglegen will. Es ist die Sicht auf unser aller Leben, indem das Persönliche politisch und das Politische gleichzeitig persönlich ist. Eine Sichtweise, die einem der heutige Mainstream durch die Medien (und durch die dahinter stehenden Interessen) bewusst schwer macht, eine Sichtweise, die vielleicht altmodisch erscheint, aber doch höchstaktuell ist, wenn wir uns die Verhältnisse in unserer Gesellschaft etwas näher betrachten. Aber, wie gesagt, es ist ein Roman. Und so gibt es auch in diesem eine echte Liebesgeschichte. Ruth verliebt sich in einen anwesenden Journalisten. Sie verspricht sich mehr als einen One-Night-Stand und wird nun konfrontiert mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihren Wünschen. Es gelingt Renate Schoof einfach hervorragend, in ihrer unaufgeregten Art und ihrer sehr intensiven Schreibe diesen Kosmos darzustellen: Der Anspruch von Emanzipation und die Nachwirkungen traditioneller Erziehung, der Anspruch von politischer Befreiung und Teilhabe und die Realität in der heutigen Zeit. Die Möglichkeiten von Kunst und künstlerischer Selbstdarstellung und ihren Grenzen. Ein großartiges, ein lesenswertes Buch. Klein in der Form, groß im Inhalt. Uli Klinger weiteres unter www.klinger.online.de

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