Renate Silberer Das Wetter hat viele Haare

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Inhaltsangabe zu „Das Wetter hat viele Haare“ von Renate Silberer

Eine Beziehung eskaliert, ein Kind wird geboren, eine Spurensuche beginnt: 11 Erzählungen kreisen um die Familien- und Lebensgeschichten der zwei Paare Annemarie und Manfred, Hanni und Karli. Realistische, oft auch traumartige Momentaufnahmen beleuchten Aspekte ihrer Biografien und folgen den Spuren der Erinnerung. Die Geschichten gleichen Mosaiksteinen: Sie zeigen die Figuren in unterschiedlichen Konstellationen ihres Lebens, erzählen von innerem Aufruhr, ihrem Scheitern, ihrem Aufbegehren und bewegenden Ereignissen. Am Ende entsteht ein neues Bild, zusammengesetzt aus den Splittern der Vergangenheit. In ihrem Prosadebüt zeigt Renate Silberer ihr breites Repertoire an Erzählweisen. Dialogreiche Passagen wechseln sich ab mit lyrischen, oft surrealen Szenerien. Die Wirklichkeit ist dann nur mehr in Andeutungen zu erkennen, doch entfaltet sich dadurch eine eigene Welt, die es ermöglicht, tief in die Seele ihrer Figuren einzudringen. "Das Flugzeug stürzt auf die Wiese neben unserem Haus. Ich bin erleichtert, es ist nicht in unseren Garten gestürzt, nicht auf die Ribiseln, nicht auf die Himbeeren. Rauch steigt auf, ich kann nichts erkennen."

Ein überraschendes Buch, zwischen Traum und Wirklichkeit, gerade die surrealen Szenerien sind sehr beeindruckend!

— frauvormittag

Renate Silberer zeigt in ihrem Prosadebüt eine große Experimentierfreude - für mich leider teilweise zu verwirrend...

— LitteraeArtesque

Sehr spannende Familiengeschichten mit Tiefgang, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

— ellistein

Irgendwie verwirrend

— Gwennilein

Für mich leider zu bruchstückhaft und surreal !

— Equida

Ungewöhnliche Wechselgeschichten

— mannomania

Erzählungen, die anhand unsichtbarer Fäden miteinander verbunden sind und ein generationsübergreifendes Gefüge spinnen, das nachwirkt!

— aspecialkate

11 lose Erzählungen, die am Ende ein Gesamtbild ergeben. Ungewöhnlich aber faszinierend.

— Sikal

Eine interessante Mischung aus Dialogen, lyrischen Passagen und surrealen Sequenzen, die mich jedoch nicht durchgängig begeistern konnte...

— parden

Die Erzählungen sind für sich abgeschlossen und doch ein großes Gemeinsames. Sie regen zum Nachdenken an.

— teilzeitbaeuerin

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  • Rezensionen
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  • Zwischen Traum und Wirklichkeit

    Das Wetter hat viele Haare

    frauvormittag

    07. October 2017 um 16:05

    Diese Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die bei der lovelybooks leserunde mitgemacht hat. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten und diese Erzählungen folgen in den einzelnen Geschichten wiederkehrenden Figuren, sie schreiben sich fort. Erzählt wird nie zu viel, was mir sehr gefällt, denn ich mag es nicht, wenn auch das offensichtliche noch nachzulesen ist. Einige Geschichten spielen mit dem Absurden, verzichten auf eine nachvollziehbare Handlung und gerade dieser Zugang zu Sprache und Literatur ist für mich sehr fesselnd. Bilder, die in meinem Kopf auftauchen und in mir etwas ansprechen oder mich anregen, sind genau das, was ich an Literatur mag. In diesem Buch geschieht dies auf sehr vielfältige Weise. Die Autorin mischt Alltagsgeschehen mit Traummomenten und stellt dadurch spannende Bezüge her, die Situationen in neuem Licht erscheinen lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es demnächst wieder lesen. 

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  • Leserunde zu "Das Wetter hat viele Haare" von Renate Silberer

    Das Wetter hat viele Haare

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Eine Beziehung eskaliert, ein Kind wird geboren, eine Spurensuche beginnt: 11 Erzählungen kreisen um die Familien- und Lebensgeschichten der zwei Paare Annemarie und Manfred, Hanni und Karli. Realistische, oft auch traumhafte Momentaufnahmen beleuchten Aspekte ihrer Biografien und folgen den Spuren der Erinnerung. Die Geschichten gleichen Mosaiksteinen: Sie zeigen die Figuren in unterschiedlichen Konstellationen ihres Lebens, erzählen von innerem Aufruhr, ihrem Scheitern, ihrem Aufbegehren und bewegenden Ereignissen. Am Ende entsteht ein neues Bild, zusammengesetzt aus den Splittern der Vergangenheit. In ihrem Prosadebüt zeigt Renate Silberer ihr breites Repertoire an Erzählweisen. Dialogreiche Passagen wechseln sich ab mit lyrischen, oft surrealen Szenerien. Die Wirklichkeit ist dann nur mehr in Andeutungen zu erkennen, doch entfaltet sich dadurch eine eigene Welt, die es ermöglicht, tief in die Seele ihrer Figuren einzudringen. "Das Flugzeug stürzt auf die Wiese neben unserem Haus. Ich bin erleichtert, es ist nicht in unseren Garten gestürzt, nicht auf die Ribiseln, nicht auf die Himbeeren. Rauch steigt auf, ich kann nichts erkennen." Renate Silberer 1975 in Braunau/Inn geboren, lebt in Linz. Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften war sie als Feldenkraislehrerin in freier Praxis tätig. Ihre Texte wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien (kolik, Jahrbuch der Lyrik, etc.) veröffentlicht. Sie erhielt mehrere Preise und Stipendien, u.a.: Start-Stipendium des BMUKK, Projektstipendium des BKA, Förderungsstipendien der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich, Finalistin beim Literaturpreis Floriana. „Das Wetter hat viele Haare“ ist ihr erstes Buch, für eine frühere Fassung der Erzählung „Konrads Umkehrversuch“ erhielt sie den Rauriser Förderungspreis. >>Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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    • 215
  • Splitterhaft

    Das Wetter hat viele Haare

    Ruby Summer

    07. October 2017 um 15:10

    Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bedanke mich hiermit noch einmal herzlich dafür! Dass „Das Wetter hat viele Haare” anspruchsvoll werden würde, dachte und erhoffte ich mir bereits nach der Leseprobe des ersten Kapitels. Diesem Anspruch wird es auch (mehr als) gerecht. Leider gab es immer wieder Abschnitte und auch das eine oder andere Kapitel, das mich nicht so gut erreicht hat und nachdem ich ratlos dasaß und mich fragte: „Was will die Autorin uns damit sagen?” Aufgewogen wird dieser Eindruck zum Teil durch eine schöpferisch-originelle Sprache, auch durch so etwas wie „Sprachmut”, den die Autorin aufbringt, denn sicherlich ist ihr klar, dass sie kein Werk verfasst hat, was mal „eben so” kurz vor dem Einschlafen zu lesen ist. Fast wünsche ich mir noch eine andere, ausführlichere Version mit mehr Hintergrundinformationen, mit mehr konkretem Inhalt. Die Hoffnung, dass es diese im Schlusskapitel geben würde, hat sich leider nicht erfüllt. Insbesondere die Kapitel, in denen Annemarie schwanger ist und in denen sie über ihre Mädchen schreibt, haben mich jedoch tief berührt und beschäftigen mich emotional noch nachhaltig. Da ich teilweise nicht sehr viel und dann wieder übermäßig viel mit diesem Prosastück anfangen kann (einige Kapitel würden fünf, andere nur zwei Sterne bekommen), verteile ich drei Sterne. Ich empfehle die Erzählungen jedem/jeder, der/die Interesse an anspruchsvoller Literatur hat und es mag, sich intensiv mit Symbolik und Wortschöpfungen auseinander zu setzen.

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  • Anspruchsvolle Prosa

    Das Wetter hat viele Haare

    camilla1303

    04. October 2017 um 15:11

    Die Sammlung von Erzählungen „Das Wetter hat viele Haare“ von Renate Silberer ist 2017 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen. Alle elf Geschichten, die in dieser Sammlung enthalten sind, erzählen von den Familien- und Beziehungsgeschichten der Geschwister Annemarie und Konrad. Jedoch fügen sich die einzelnen Geschichten fast wie ein Puzzle zusammen und man weiß als LeserIn lange Zeit nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Erzählungen gibt, was das Buch sehr spannend macht. Renate Silberer schafft es in ihrem Buch durch kurze und prägnante Sätze die LeserInnen zu fesseln. Manche Erzählungen wirken fast surreal und wie Aufzeichnungen wirrer Träume. Viele Fragen bleiben offen und regen zum Nachdenken an. Vieles wird nur angedeutet und doch schafft es die Autorin alles zu sagen. „Das Wetter hat viele Haare“ hat mir viele bunte Bilder in den Kopf gezaubert, mich zum Nachdenken gebracht und auch lange nach dem Lesen noch in meinem Kopf nachgehallt. Renate Silberers Debutroman ist ein Meisterstück von anspruchsvoller Prosa, die man mögen muss. Ich bin vom Schreibstil der österreichischen Autorin begeistert und schon ganz gespannt, was denn da noch so kommt.

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  • Ein überzeugendes Buch das nachklingt, aufwühlend und poetisch!

    Das Wetter hat viele Haare

    ellistein

    02. October 2017 um 11:12

    Die Erzählungen kreisen um die Familien- und Beziehungsgeschichten des Geschwisterpaares Konrad und Annemarie. In 11 Geschichten werden die beiden in unterschiedlichen Konstellationen ihres Lebens begleitet, etwa bei einer Spurensuche in die Familienvergangenheit oder bei der Geburt eines Kindes. Im Vordergrund der Erzählungen steht dabei das innere Erleben der Figuren, das, was sie antreibt und gerade dieser Zugang hat mich beim Lesen sehr angesprochen. Mit lyrischen Passagen, Traumaufzeichnungen, Momentaufnahmen und oft auch surrealen Szenerien wird den Figuren nachgespürt. Dieses Wagnis gelingt auf eindrückliche Weise. Immer wieder sind während des Lesens Stimmungen und Bilder in mir aufgetaucht, die mich ans Aufwachen nach einem Schlaftraum erinnert und den Eindruck hinterlassen haben, dass nicht immer sichtbar sein muss, was spürbar da ist. Es wird vieles angedeutet und gerade dadurch alles gesagt. Ein anregendes Buch voller poetischer Bilder in einer überzeugenden Sprache geschrieben.

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  • Bedrückend und verwirrend

    Das Wetter hat viele Haare

    Gwennilein

    25. September 2017 um 09:44

    Man wird einfach so in die Erzählung hineingeworfen und versucht je Kapitel hinter die Konstellation der Personen und derer Geschichten zu kommen, was sich aber gar nicht so leicht gestaltet. Dennoch ist es auf eine andere Art spannend und interessant, wenn sich auch zum Ende für mich nicht alle Fragen gelöst haben.

  • Konnte mich leider nicht überzeugen

    Das Wetter hat viele Haare

    Equida

    22. September 2017 um 13:44

                                                       " Das Wetter hat viele Haare" ist das Prosadebüt  der österreichischen Autorin Renate Silberer und  erscheint im Kremayr-Scheriau Verlag.Dieses Buch enthält 11 Erzählungen,die die Themen Familie und Beziehungen in einem  sehr außergewöhnlichen Schreibstil thematisieren und auch reflektieren. Leider bin ich in diesem Buch nicht angekommen,obwohl ich die Kapitel  mehrfach gelesen habe.Zu vieles wird lediglich bruchstückhaft angedeutet und hat mich oft sehr ratlos und verwirrt zurückgelassen. Durch das häufige Abgleiten der Erzählungen ins Surreale und Traumhafte  konnte ich zu den Protagonisten und auch zur Thematik  leider keinen Bezug finden. Auch mit dem recht außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin konnte ich mich leider nicht anfreunden, so daß vieles für mich unklar und auch unverständlich blieb. Wer außergewöhnliche  und sehr anspruchsvolle Prosa liebt,der wird an diesem Buch sicherlich seine Freude haben. Daher vergebe ich drei Sterne.

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    • 2
  • Ungewöhnliche Wechselgeschichten

    Das Wetter hat viele Haare

    mannomania

    17. September 2017 um 20:19

    Das Wetter hat viele Haare von Renate SilbererEin wunderschön handlich gebundenes Buch, es wirkt sehr edel und chic (ua mit dem dazu-passenden Lesebändchen) mit Erzählungen und 172 Seiten sowie einem Inhaltsverzeichnis  aus dem Hause kremayr-scheriauZum Inhalt:Ein Cover der besonderen Art und ein ausgefallener Titel ist zunächst der Eindruck, wenn man dieses Buch sieht.Was erwartet den Leser?Beim Durchblättern und Verinnerlichen des Inhaltes wird einem klar, eine Erzählung aus 11 Geschichten sind hier miteinander verwoben.Die Geschwister Konrad und Annemarie sowie deren Freunde und Familien sind die Protagonisten. Man wird mit ihren Familiengeschichten konfrontiert, die sehr zerrissen und emotional herüberkommen, so daß sich am Ende ein Gesamtbild zwar ergibt, das sich aber wiederum überraschend in verschiedene Richtungen bewegt.Fazit:"Das Wetter hat viele Haare" ist eine empfehlenswerte Lektüre für Menschen, die sich gerne mit Gedanken, Emotionen sowie Handlungen anderer Menschen auseinander setzen.

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  • Bewegend, geheimnisvoll und wechselhaft zwischen Wirklichkeit & surrealen Traumwelten!

    Das Wetter hat viele Haare

    aspecialkate

    15. September 2017 um 12:19

    In ihrem Erstlingswerk „Das Wetter hat viele Haare“ verbindet die Autorin Renate Silberer elf Erzählungen bruchstückhaft und zerfahren zu einem besonderen Ganzen. Generationsübergreifend werden die beiden Hauptprotagonisten und Geschwister Konrad und Annemarie mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert. Dazwischen türmen sich persönliche, belastende Lebensereignisse auf, die es zu bewältigen gilt. Das Schweigen der älteren Generation, das sich wie ein Mantel über sie ausbreitet, hinterlässt tiefe Furchen zwischen den Scherben, die kräftezerrend und zersplitternd aneinander gereiht werden. Nicht nur Fassaden, sondern auch unterschiedliche Beziehungskonstellationen beginnen zu bröckeln, sich aufzuspalten und neu zu formieren. Im Verlauf des Buches ergibt sich ein Gesamtbild, das nicht klar zutage liegt, manches geheimnisvoll in Schweigen hüllt und sich wiederum überraschend in andere Richtungen fortbewegt. Ungezwungen und skizzenhaft reihen sich Wörter aneinander, wechselhaft wie das Wetter zwischen Wirklichkeit und surrealistischen Traumwelten. Oft hat man das Gefühl, komplett losgelöst und zerrissen in einem Irrgarten umher zu wandern. Die Sätze bewegen etwas in einem, man spürt nach, lässt sich darauf ein und erblickt Tiefgründiges. Das Buch ist manchmal beklemmend, jedoch hat es mich zutiefst bewegt. Es eignet sich für all jene, die sich gerne auf außergewöhnliche Erzählstile einlassen und Tiefergehendes ergründen möchten.

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  • Ungewöhnlich aber faszinierend

    Das Wetter hat viele Haare

    Achtsamkeit

    15. September 2017 um 12:13

    Elf Kurzgeschichten,, die dem Leser erst nach und nach vermitteln, dass es da Zusammenhänge gibt. Die Erzählungen rund um die Geschwister Annemarie und Konrad berühren, regen zum Nachdenken an. Gerade durch den besonderen Schreibstil werden Geschehnisse mit kurzen, aber aussagekräftigen Sätzen dargestellt. Fragen bleiben im Raum stehen, veranlassen den Leser zu eigenen bildlichen Fantasien. Mich hat gerade dieser  Schreibstil fasziniert und ich bin von dem Buch begeistert. 

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  • Ein Puzzle …

    Das Wetter hat viele Haare

    Sikal

    13. September 2017 um 19:07

    Ein ungewöhnliches Cover, ein abstrakter Titel – das ist gleich mal der erste Eindruck, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Und so wird man zwangsläufig neugierig, was den Leser hier erwartet. Es handelt sich um das Debüt der Autorin Renate Silberer, die bereits etliche Stipendien sowie Preise vorweisen kann. „Das Wetter hat viele Haare“ ist eine Sammlung aus elf Erzählungen, die eben wie Puzzlestücke verstreut auf einem Tisch liegen und man erst nicht so genau weiß, was hier die Autorin vermitteln möchte, welche Richtung hier vorgegeben wird. Die einzelnen Geschichten erzählen von unterschiedlichen Menschen, die doch auf eine gewisse Art und Weise miteinander in Beziehung stehen. Ein loses Netz aus Partnern, Kindern, und Freunden rund um Annemarie als Protagonistin. Der Schreibstil ist äußerst gewöhnungsbedürftig, ungewöhnliche knappe Sätze oder nur einzelne Satzteile. Hier ist kein Wort zu viel und doch finden sich die einzelnen Puzzleteile wie von selbst zu einem gemeinsamen Ganzen. Stück für Stück verbinden sich die Geschichten und ergeben dieses Bild. Realität wechselt mit surrealen Sequenzen, vieles steht zwischen den Zeilen und wird wohl von jedem Leser unterschiedlich wahrgenommen. So manches Kapitel musste ich mehrfach lesen, weil ich vielleicht nicht ganz bei der Sache war und es mich doch ziemlich verwirrte. Teilweise war mir hier die Erzählstruktur zu abstrakt, konnte ich nicht vollständig in dieses Netz aus Gedanken, Emotionen und Träumen eintauchen, wenngleich ich es faszinierend finde, dass man am Ende eine vollständige Erzählung erhält und nicht lauter Einzelsequenzen liest. Empfehlenswert für Leser, die gerne Neues probieren und auch mal über den eigenen Schatten springen.

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  • Leben in Splittern...

    Das Wetter hat viele Haare

    parden

    12. September 2017 um 21:05

    LEBEN IN SPLITTERN...Eine Beziehung eskaliert, ein Kind wird geboren, eine Spurensuche beginnt: 11 Erzählungen kreisen um die Familien- und Lebensgeschichten der zwei Paare Annemarie und Manfred, Hanni und Karli. Realistische, oft auch traumartige Momentaufnahmen beleuchten Aspekte ihrer Biografien und folgen den Spuren der Erinnerung. Die Geschichten gleichen Mosaiksteinen: Sie zeigen die Figuren in unterschiedlichen Konstellationen ihres Lebens, erzählen von innerem Aufruhr, ihrem Scheitern, ihrem Aufbegehren und bewegenden Ereignissen. Am Ende entsteht ein neues Bild, zusammengesetzt aus den Splittern der Vergangenheit. Ich lasse mich immer wieder gerne auf Neues und Unbekanntes ein, und da mir hier das Cover (das Weltall in Scherben oder Splittern) sehr gefiel und der ungewöhnliche Titel mich neugierig machte, freute ich mich, als ich die Möglichkeit erhielt, hier mitzulesen. Der Klappentext sowie die Leseprobe zeigten mir bereits, dass mich der Schreibstil von Renate Silberer sehr ansprechen würde.11 Erzählungen erwarten den Leser hier, erzählt aus wechselnden Perspektiven - Geschichten von Paaren, Kindheitserinnerungen, Freundschaften, gescheiterten Beziehungen, Krisen. So unzusammenhängend, wie die Erzählungen zunächst erscheinen, hängen sie auf eine besondere Art dennoch zusammen. Denn die Personen tauchen in verschiedenen Konstellationen immer wieder auf, als Geschwister, als Freunde, als Paare, als Eltern. Und erzählen Splitter ihrer Vergangenheit, treffen sich in ihren Erinnerungen. Ein gemeinsamer Nenner ist, dass hier jeder irgendwie unglücklich und unvollständig ist, auf der Suche, in psychischen und emotionalen Ausnahmezuständen. Jeder ist vereinzelt und wird von den anderen nicht wahrgenommen, nicht gesehen, nicht gehört, oft auch nicht ernst genommen. Die Art der Erzählung variiert dabei von Kapitel zu Kapitel teilweise ganz erheblich. So waren meine Empfindungen zu den einzelnen Erzählungen auch ganz unterschiedlich. Im ersten Kapitel beispielsweise war ich sehr angetan von dem Schreibstil. Nicht anklagend oder voller Selbstmitleid, was die Schilderung der Schicksale anbelangt, und doch kam etwas Dunkles, Schweres rüber. Verknappt wirkte hier die Erzählung auf mich und doch schwang auch vieles zwischen den Zeilen mit. Und manche Sätze wirkten auf mich sehr poetisch und ansprechend:"Umgeben von Mutterhaut und Knochen blickte ich auf ihren Mund (...) Alles die Mutter, ich konnte mich nicht in ihr finden." (S. 11)Andere Kapitel waren dagegen eher verwirrend für mich. Dort domnierten dann abgebrochene und unvollständige Sätze, Reales vermischte sich mit Traumartigem und Surrealem, oftmals geriet der Text sehr symbolbefrachtet, aber auch unverständlich, z.T. selbst für den erzählenden Hauptcharakter. So etwas überfordert mich, und ich fühle mich dabei eher unwohl als dass ich die Schreibkunst oder die möglicherweise ausgefeilte Symbolik bewundern könnte. Wenn Texte zu symbolbefrachtet sind, das Surreale überhand nimmt und alles nur noch eine Frage der Interpretation wird, verliere ich persönlich ein wenig die Freude am Lesen. Zwischenzeitlich hatte ich dementsprechend zunehmend Schwierigkeiten mit dem Buch. Gegen Ende konnte ich mich mit dem Erzählband aber wieder versöhnen. Es gab dort kaum noch surreale Szenen, die Sätze wurden vollständiger, das Geschehen zunehmend in der Realität verankert. Die lyrischen Passagen haben mir dabei besonders gefallen.Renate Silberer zeigt in ihrem Prosadebüt eine große Experimentierfreude. Je nach Gemütszustand passt sie die Erzählweise an, die die Gedankenwelt so im Grunde spiegelt. Eine interessante Mischung, die mich allerdings nicht durchgängig begeistern konnte.© Parden

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    • 4
  • Anregend und modern

    Das Wetter hat viele Haare

    teilzeitbaeuerin

    10. September 2017 um 08:26

    Die Kurzgeschichten von Renate Silberer erscheinen im ersten Moment für sich abgeschlossen und kaum miteinander verknüpft. Erst im späteren Verlauf des Buches zeigt sich ein großes Ganzes. Die Geschichte der Geschwister Konrad und Annemarie bildet den zentralen Handlungsverlauf, deren Freunde/Familie fließt durch andere Blickwinkel in das Gesamtgeschehen ein. Der Stil ist sehr modern. Viele Kurzsätze und Gedankensplitter geben Einblick in das Innenleben der Protagonisten. Es erinnert stark an die Form eines inneren Monologs, das bewirkt, dass der Leser noch näher zur handelnden Person gebracht wird. Der Titel ist passend, da er sehr treffend die Gefühlswelt der Hauptpersonen wiedergibt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde es sofort weiterempfehlen, für Menschen, die sich gerne mit anderen Menschen und deren Beweggründe für Handlungen auseinandersetzen.

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  • Aufwühlendes Psychogramm, sehr fesselnd!

    Das Wetter hat viele Haare

    Aischa

    08. September 2017 um 10:10

    Mitreißende Erzählungen um Beziehungen, Familiengeschichte und Freunde der Protagonistin Annemarie. Die einzelnen Kapitel können auch als eigenständige Erzählungen gelesen werden, sie sind wie einzelne Fäden, die sich ab und an berühren oder verknoten, aber erst zum Ende zu einer gemeinsamen Geschichte verwoben werden. Der Stil ist ungewöhnlich, mit vielen abgehackten, unvollendeten Sätzen bzw. Gedanken, Beschreibungen der Realität wechseln mit (tag)traumartigen Sequenzen, nicht immer ist auf Anhieb klar, was ist passiert, was wird gedacht, was wurde geträumt. Die fragmentarische Erzählweise mag anfangs verwirren, doch lässt man sich als Leser darauf ein, taucht man umso tiefer in die Geschichte ein. Ein sehr anrührendes Buch, dass mich sehr gefesselt und berührt hat. Psychische Ausnahmezustände werden ungewöhnlich beschrieben und sehr gut nachvollziehbar. Ich hatte beim Lesen großen Bedarf, mich mit anderen über die Geschichte auszutauschen; ein Zeichen dafür, dass die Story über viel Tiefgang verfügt. Für alle, die den Versuch wagen, einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer jungen Frau zu bekommen, ist "Das Wetter hat viele Haare" eine lohnende Lektüre.

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