Am Anfang verwendet die Autorin viel Zeit, um in einem Vorwort das Setting dieses Zukunftsromans zu erklären. Das ist recht lang geraten, man muss es für die Geschichte selbst gar nicht gelesen haben, aber dadurch kommt die Geschichte fast ganz ohne lange Erklärungen aus, wie diese Welt im Jahr 2236 so geworden ist. Die Geschichte selbst tritt eigentlich stark in den Hintergrund, der Roman verhandelt eher allzeit gültige Themen wie Pubertät, Freundschaft, Vertrauen zu Fremden oder Zutrauen. Das hat mich am meisten beeindruckt, denn man traut den jungen Menschen viel zu - werden sie doch alle von sehr individuell wirkenden Androiden begleitet, was den Jugendlichen eine große Autonomie gewährt .Sogar der Roadtrip in die Wildnis wird den beiden Brüdern von den Eltern zugetraut, obwohl dort Wettereignisse, wilde Tiere und sogar eine Gemeinschaft von "Schwurblern" lauern. Bald wächst die Gruppe auf drei Jugendliche (und drei Androiden) an, die entweder ziellos oder mit einem sehr genauen Plan vorankommen. Das Zutrauen in junge Menschen, das ist es, was den Roman auszeichnet. Klimakatastrophe, Ernährungskrise, Überfischung der Meere, Überbevölkerung, wissenschaftsfeindliche Skeptiker - wenn man bestimmte Dinge vernünftig organisiert und moderne Technik zum Einsatz bringt, wird es eine Zukunft geben, so die optimistische Botschaft. Vieles von dem, was 2236 existiert, ist heute schon theoretisch bekannt oder gibt es sogar schon - würden wir einfach aufhören, uns zu bekriegen oder unsere Lebensgrundlagen zu zerstören, wäre diese Zukunft schneller greifbar für die Menschheit. Das ist es, was bei mir Eindruck hinterlassen hat, mehr als die eigentliche Geschichte von dem Roadtrip: Wenn die Jugend von heute und morgen die Chance bekommt, anders zu handeln als ihre Vorfahren, können sie eine Zukunft haben.
Alles eine Frage der Perspektive






