Das südliche Niederösterreich stöhnt unter den heißen Temperaturen. Was liegt da näher, als im historischen Sommerbad von Bad Fischau-Brunn, in dem man früher nach Geschlechtern getrennt in zwei Becken schwimmen konnte, Abkühlung zu suchen?
Neben Bezirksinspektorin Miriam Beck und ihrer Freundin Ramona hat die attraktive rumänische Altenpflegerin Vera Florescu dieselbe Idee. Am nächsten Morgen wird Veras Leiche aus dem Damenbecken geholt.
Miriam Beck hat nun die undankbare Aufgabe, alle Männer, die an jenem Abend der Florescu hinterhergehechelt sind, zu befragen- und die Liste ist lang, denn es stellt sich heraus, dass sie kein Kind von Traurigkeit war. Apropos Kind - Vera war nicht nur schwanger, sondern hieß auch ganz anders. Eine wahre Sisyphos-Arbeit für Miriam und ihren Chef Norbert Meier.
Erschwerend kommt dazu, dass ein, von Miriam überführter, Serienmörder aus der Haftanstalt geflohen ist und Miriam blutige Rache geschworen hat. Miriam kann sich nicht mehr sicher fühlen.
Meine Meinung:
Mit ihrem 5. Fall für Miriam Beck ist Autorin Renate Taucher ein fesselnder Kriminalroman gelungen. Das liegt zum einen an der schillernden Persönlichkeit des Mordopfers und der zahlreichen Verdächtigen als auch an dem entflohenen Häftling, den man aus dem 4. Fall (Tod beim Haidbrunnen) als den „Gänseblümchenmörder“ kennt.
Interessant ist, dass die Zusammenarbeit zwischen Miriam und Norbert ein wenig getrübt ist. Es scheint, als hätte er persönliche Probleme, weil er entgegen seiner sonstigen umgänglichen Art, mehrmals ruppige Antworten gibt und manches einfach vergisst. Ob es in einem der nächsten Fälle eine Veränderung für Norbert und/oder Miriam geben wird?
Renate Taucher hat mehrere interessante Ideen in diesem Krimi verpackt: Da sind zum Beispiel die dünne Personaldecke bei Polizei und Justizwache, die es ermöglichen, dass Häftlinge fliehen können, oder die Situation der Pflegerinnen, die aus den Ländern des ehemaligen Ostblock nach Österreich kommen, um hier zu arbeiten. Wenn dann eine der Pflegerinnen im Testament ihres Pfleglings bedacht wird, ist dann gleich von „Erbschleicherei“ die Rede. Auch welche Rolle die DNA-Proben spielen und welche Überraschung eine solche für Miriam bereithält ist sehr geschickt in den Krimi hineingepackt.
Endlich kommen die Einzelheiten über den tragische Tod von Miriams kleiner Tochter zur Sprache. Daher ist der Spannungsbogen ist hoch, so dass man das Buch kaum aus den Hand legen kann.
Der Schreibstil ist flott und flüssig. Die Charaktere dürfen sich weiterentwickeln. Das mag ich Serien wie dieser. Daneben erfahren wir einiges aus der Region.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der mich gut unterhalten hat, 5 Sterne und warte gespannt auf den nächsten Fall.















