Renate Welsh Die schöne Aussicht

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Inhaltsangabe zu „Die schöne Aussicht“ von Renate Welsh

Rosa ist ein unerwünschtes Kind, Kälte umgibt sie von Geburt an, aber dankbar soll sie stets sein. Auch für ihre Lehrstelle als Weißnäherin - obwohl sie lieber Schneiderin geworden wäre. Immerhin wird ihre Lehrmeisterin eine Art Vertraute für sie. Doch diese Frau ist Jüdin und übersiedelt 1938 nach Prag, kurz nachdem Rosa ihren ersten Freund durch einen tragischen Unfall verloren hat. Rosa versteht die Welt nicht mehr und am wenigsten ihre Eltern, in deren Wiener Gasthaus nationalsozialistisches Denken mehr und mehr um sich greift. Es ist ein qualvolles Leben, aus dem Rosa in die Ehe mit einem älteren Witwer flieht, der es gut mit ihr meint - und mit den Menschen, für die er sich einsetzt und durch die er in die Fänge der Gestapo gerät. Wie sehr sie diesen Mann geliebt hat, wird ihr erst nach seinem Tod bewußt. Und auch, daß sie gern ein Kind gehabt hätte ...

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  • Rezension zu "Die schöne Aussicht" von Renate Welsh

    Die schöne Aussicht
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. September 2011 um 14:23

    Renate Welsh ist eine mehrfach ausgezeichnete Autorin von engagierter Kinder- und Jugendliteratur. 1937 in Wien geboren, hat sie als Tochter eines Arztes die letzten Jahre der Naziherrschaft, deren Ende 1945 und den schwierigen Weg Österreichs zur vollen Selbständigkeit bewusst miterlebt. „Die schöne Aussicht“ ist ein Buch, in dem sie diese Erfahrung reflektiert. Die Idee zu diesem Buch kam ihr durch die Begegnung mit Rosa, die – eben gerade in Rente gegangen – gegen Ende der 70 Jahre auf eine Anzeige von Renate Welsh antwortet, und fortan für fast 20 Jahre den Haushalt der Schriftstellerin mehr oder weniger übernimmt. Zunächst war dieses Zusammenarbeit nur vorgesehen, bis Renate Welsh von einer längeren Krankheit genesen sein würde, und dann dauerte sie fast zwei Jahrzehnte bis zu Rosas Tod. Renate Welsh hat uns mit der Geschichte der Rosa, die sie sicher und mit großer literarischer Freiheit ausgestaltet hat, eines der schönsten und bewegendsten Bücher dieses Jahres geschenkt. Ein Buch, das nicht nur ein Frauenschicksal schildert, sondern uns auf hohem literarischen Niveau eine hervorragende Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts aus österreichischer Sicht bietet. Der Erste Weltkrieg ist kaum vorbei, Europa liegt in Trümmern, die alten Monarchien sind durch wackelige Demokratien abgelöst, die schon den Keim der nächsten Katastrophe in sich tragen, da wird Rosa geboren. Sie ist ein unerwünschtes Kind und wird von ihren Eltern auch so behandelt. Ihre Mutter ist fast 50 Jahre alt, als Rosa als Tochter eines alkoholabhängigen und von der Enttäuschung des verlorenen Krieges zerstörten Wirtes zur Welt kommt. Ihre Geschwister sind um etliches älter als sie und so verwundert es nicht, daß die Ungeliebte ihr Herz an ihren treuen Hund Barry hängt. Mit seinem Tod und einer traurigen Rosa an seinem Grab beginnt das Buch. Barry, den sie ihr Leben lang nicht vergessen wird, ist das erste Lebewesen, von dem sie Abschied nehmen muß. Viele werden im Laufe des Buches und ihrem Leben nachfolgen. Als nächste verschwindet ihre Schwester Marianne aus ihrem Leben. Als diese ungewollt schwanger wird, wird sie von den Eltern verstoßen und Rosa wird sie nie mehr wiedersehen. Sie beginnt eine Lehre als Weißnäherin bei Frau Michallek, zu der sie bald tiefes Vertrauen fasst und die ihr zu einer zweiten Mutter wird. Bald lernt sie Josef kennen und verliebt sich in ihn. Josef ist Schreiner und hat einen Hund, der Rosa an das erste Wesen erinnert, das sie liebte, ihren Hund Barry. Rosa ist zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich. Doch das Glück ist brüchig. Josef stirbt bei einem tödlichen Arbeitsunfall und Frau Michallek emigriert nach Prag. Sie ist Jüdin und flieht nach dem „Anschluß“ Österreichs vor den Häschern der Gestapo und der SS. In der Wirtsstube der Eltern, wo sie neben ihrer Arbeit als Weißnäherin immer wieder aushelfen muß, lernt sie den älteren Witwer Ferdinand kennen, der sofort um ihre Hand anhält. Doch als sie gerade beginnt, diesen stillen, aufrechten Mann zu lieben, wird er von der Gestapo verhaftet und verschwindet in einem der immer zahlreicher werdenden Todeslagern. Er war im Widerstand aktiv und hatte vielen Flüchtlingen und Verfolgten Unterschlupf gewährt. Und hier erkennt sie, daß sie zu keinem der Wesen, die sie verloren hat, jemals gesagt hat, daß sie sie liebt: „Ich schleppe sie alle in mir herum, hab ja keinen begraben dürfen, von denen, die mir ganz nahe waren ...“ Nach dem Krieg wird sie Straßenbahnfahrerin und lebt ein stilles, zurückgezogenes Leben immer im inneren Dialog mit ihren Toten. Als sie nach ihrer Berentung zu den Welshs kommt, erfährt sie noch einmal neuen Lebenssinn – und Renate Welsh bekommt nach ihrem Tod durch ihre Person und ihr Wesen den letzten Anstoß für dieses wunderbare Buch. „Ich glaube“, sagt Renate Welsh in einem Interview, „ daß Bücher der Hoffnung mehr Platz einräumen können, daß sie die Grenzen des Verstehens und der Einsicht ausdehnen können, daß sie denen eine Sprache geben können, die noch nicht für sich selbst reden . In der Hoffnung auf Hoffnung schreibe ich – und weil mir gar nichts anderes übrigbleibt.“ „Die schöne Aussicht“ ist ein außerordentliches gutes Buch über ein Schicksal, wie es wohl Hunderttausende gab in jenem Reich, das 1000 Jahre währen wollte, und das die größte Katastrophe und das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte hinterlassen hat. Bücher wie dieses werden auch in der Zukunft nötig sein, damit die Erinnerung an die Gequälten und Vernichteten nicht verblasst.

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  • Rezension zu "Die schöne Aussicht" von Renate Welsh

    Die schöne Aussicht
    leserin

    leserin

    31. July 2007 um 22:04

    Buch über Kriegsjahre und schwierige Zeiten einer Frau