Renate Zöller

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Renate Zöller

1971 geboren, Magisterstudium der Osteuropäischen Geschichte, Germanistik und Slawistik in Köln, St. Petersburg und Prag; lebte mehrere Jahre in Moskau und Prag; arbeitet als freie Journalistin u.a. für taz, Deutsch Perfekt, den Tschechischen Rundfunk und das tschechische Magazin Respekt; für ihre Arbeit über Heimat unterstützte sie das Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen mit dem Milena Jesenská Stipendium.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Renate Zöller

Cover des Buches Was ist eigentlich Heimat? (ISBN: 9783861538431)

Was ist eigentlich Heimat?

 (1)
Erschienen am 30.09.2015
Cover des Buches Polen verstehen (ISBN: 9783981010220)

Polen verstehen

 (0)
Erschienen am 01.01.2010

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Rezension zu "Prag - Stadtabenteuer Reiseführer Michael Müller Verlag" von Renate Zöller

Im Dickicht der Großstadt echtes Pragfeeling erleben
aus-erlesenvor einem Jahr

Es gibt nicht viele generationenübergreifende Städte, also Städte, die man als Kind mit den Eltern besucht, als Erwachsener noch einmal neu entdecken will und man als Gereifter noch einmal auf den Spuren der Vergangenheit wandeln möchte. Prag gehört da sicher zu den Erstgenannten. Mittlerweile verpuppt sich die Jugendstilikone von einst allmählich zur Partyhochburg im Herzen Europas. 

Da tut es Not – sofern man nicht zwingend auf Slalomlauf zwischen Selfiesticks steht – einen Reiseband im Gepäck zu haben, der die leicht zu übersehenden Orte in den Fokus rückt. So wie den Schwarzen Ochsen. Eine Kneipe, die diesen Titel auch wirklich noch verdient und sich nicht als touristisches Gegenstück-Hotspot-Abzock-Dingelchen entpuppt. Während überall in der Moldau-Metropole das Bier mittlerweile 50 Kronen kostet, beharrt man hier stur auf den 32 Kronen für den reichlich gefüllten Humpen leckersten tschechischen Bieres. Klein, urig, tschechisch. Dieses Erlebnis wird man sein Leben lang nicht vergessen. 

Renate Zöller kennt noch Unmengen dieser Erlebnisse. Sie weiß den Leser und Besucher Prags an die Hand zu nehmen und die Stadt so zu zeigen wie sie mal war und wie sie in den Erinnerungen von Millionen immer noch existiert. Auch wenn Mittwochabend vor dem Hus-Denkmal inzwischen tschechisch als Fremdsprache wahrgenommen wird und allerlei hipper Alkohol in weniger hippen Plastikbechern konsumiert wird. So viel zur weltweiten angesagten Umweltproblematik…

Prag war, ist und bleibt immer eine Reise wert. Wenn nichts mehr geht, Prag geht immer. Doch die Highlights sind dünn gesät. Was nach Widerspruch klingt – Prag kann mit prächtiger Architektur, einer reichhaltigen Gastronomie und abwechslungsreicher Landschaft wuchern wie kaum eine andere Stadt – ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. 

Man muss schon suchen, um im Winter Abkühlung zu finden. Man muss schon suchen, um die Karlsbrücke einmal für sich ganz allein zu haben. Man muss schon suchen, um Kafka auch wirklich verstehen zu können. Und wo sucht man da am besten? Im Stadtabenteuer Prag, der neuen Reihe aus dem Michael Müller Verlag. Preiswerte Tipps zu allen Belangen eines gelungenen Urlaubs. Detaillierte Anfahrtswege und Hinweise wie man dem Nepp aus dem Weg geht und Prag für sich ganz individuell erlebbar macht. Prag schläft nicht. Renate Zöller ist ausgeschlafen und bietet erlebnishungrigen Besuchern der Stadt eine gesunde Mischung aus Exotik, Mainstream und Originalität, die man auf Anhieb und schon gar nicht in der angebotenen Fülle so niemals finden würde.


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Rezension zu "Was ist eigentlich Heimat?" von Renate Zöller

Heimat ist ein Gefühl der Vertrautheit ...
Äxlvor 5 Jahren

Heimat ist ein Gefühl der Vertrautheit, der Geborgenheit, oft gebunden an Personen, manchmal nostalgische Verklärung der Vergangenheit ...
Was Heimat den Menschen bedeutet, dieser Frage geht Renate Zöller in diesem Buch, das zum größten Teil aus den Erzählungen der Erlebnisse ihrer Interviewpartner besteht, nach. Diese Heimatverbundenen und Heimatlosen erzählen von ihren Schicksalen, ihrer glücklichen Verbundenheit zu einer manchmal konkreten und manchmal abstrakten Heimat, zumeist gebunden an ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit im Rahmen der Familie, von Freunden, der sozialen Gemeinschaft. Sie erzählen aber auch vom Verlust der alten und dem nicht finden einer neuen Heimat, von sozialer Kälte und Distanziertheit, von Isolation und Orientierungslosigkeit, von der rastlosen Suche nach einem Ort zum Niederlassen.
Gerahmt werden die Erzählungen von kurzen Zusammenfassungen der Autorin und eingespielten Expertenerkenntnissen zum Thema. Es stellt sich dabei deutlich heraus, dass Heimat meist mit Menschen und sozialer Nähe, mit Vertrautheit mit sozialen Codes und sozialer Orientierung zusammenhängt. Heimat muss dabei kein Ort, keine Region oder kein Land sein, das Heimatgefühl kann aber stark mit diesen zusammenhängen. Orte, Regionen und Länder können dann auch zu nostalgisch verklärten Bezugspunkten werden, insbesondere wenn sich die Rahmenbedingungen in der Heimat stark verändern, v.a. wenn die soziale Gemeinschaft sich auflöst, oder wenn die neue Heimat nach einem Ortswechsel keine Anknüpfungspunkte bietet und den Heimatlosen Orientierungslos sich selbst überlässt.
Dieses Buch zeigt sehr schön, wie Heimat, Sozialisation, Identität und letztlich Integration zusammenhängen. Ein Buch aus dem man viel lernen kann. Nicht nur, aber auch in Anbetracht der gegenwärtigen Fragestellungen um Fluchtmigration und die Integration Geflüchteter in die deutsche Gesellschaft.

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