Das Kernstück dieses Buches benutzt die Mathematik als Probierstein, als Vorstufe und zeigt am Beispiel der Geometrie, wie man von der sinnlichen Anschauung (z.B. eines Kreises) zu den Definitionen und Gesetzmäßigkeiten (am Beispiel Kreis) und dann schließlich zum reinen Denken gelangen kann. Durch den Willen kann man im Denken fortschreiten, die Anschauung hinter sich lassen und bis zu den Gesetzmäßigkeiten, bis zum Realismus der Ideen, bis zum reinen Denken, welches nicht mehr subjektiv und frei von Anschauung ist, aufsteigen. Man kann sich dann bewusstwerden, dass die Gegenstände des reinen Denkens (Ideen) nicht von meiner Denktätigkeit erschaffen werden, sondern nur in Erscheinung gebracht werden, erkannt werden. Der Autor stellt viele Bezugspunkte zu Platon her. Ein Thema ist die Erziehung der Seele durch Mathematik. Andere gravierende Bezugspunkte verweisen auf Nikolaus von Kues, Rudolf Steiner und Goethe. Die Bezugspunkte zu Hegel stellen meiner Meinung nach wenig Erkenntnisgewinn dar. Ein sehr gelungenes Buch bzgl. Mathematik, Philosophie der Mathematik und Geisteswissenschaft allgemein, bzw. Anthroposophie.
Mathematik als Vorstufe zur Geisteswissenschaft



