Rene Eichelmann Der Platz der tausend Winde

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Inhaltsangabe zu „Der Platz der tausend Winde“ von Rene Eichelmann

Wütendes Hundegebell weckt mich erbarmungslos aus meinen unruhigen Schlaf. Ich fühle mich erschlagen, und mein ganzer Körper schmerzt, es ist kalt, doch das spüre ich seid langer Zeit nicht mehr. Mein bürgerlicher Name ist Ariel Lichtenstein, so nannte man mich zumindest früher, jetzt aber habe ich einen neuen Namen bekommen, wenn man es so nennen kann. Ich heiße seid dem Frühjahr 1940 Nr.58432, den die Teufel in ihren schwarzen Uniformen mir gegeben haben bei meiner Ankunft hier. Und damit ich meinen Namen nie vergessen würde, so sagten Sie, werden Sie mir helfen, ihn immer bei mir zu tragen. Ich konnte ja nicht ahnen, was die Teufel damit meinten. Und so haben Sie mir diese Nummer eingebrannt in meine Haut mit blauer Tinte und einer flinken Nadel fürs Leben oder Überleben gezeichnet. Das Leben zwischen Leben und Tod kostet mir jeden Tag erneut Überwindung, und so scheint mir, auch ein Jahr meines Lebens. Doch ich danke Gott für jeden Tag, den er mich überstehen lässt in diesem Dämonischen Zeitalter der Menschenverachtung. Unsere Behausung, so sagten die Teufel in Menschengestalt, sind noch zu gut für uns Untermenschen. Ob Das deutsche Volk weiß, was hier passiert ? Weiß es von dem Sterben von der Folter, die mich hier umgibt? Wir sind hundertachzig Männer jeden Alters zusammengepfercht in Holzplanken, die Teufel nennen sie Betten, welche Beleidigung für ihre Sprache. Ständig durchzieht Krankheit und Fäkaliengestank den Raum auch dort, wo wir uns zu Ruhe betten. Der Gevatter Tod hat bei uns reiche Beute, er muss nur bis zum nächsten Morgen warten, er hat ja alle Zeit der Welt, ich und meine Kameraden leider nicht. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, holen die Teufel einen von uns in der Nacht, der nie wiederkehrt, als würde er von der Hölle verschluckt. Keiner von uns weißk, was mit Ihnen passiert, außer den Gerüchten die im Lager die Runde machen. In den einsamen Stunden der Nacht, denke ich oft an die schöne Zeit zurück, als dieser Österreicher noch nicht seine Machtgedanken auslebte, die für uns, mit dem gelben Stern auf der Brust, tödlich sind. Früher, am Anfang, konnte ich noch weinen, doch jetzt gelingt mir dies nicht mehr. Ich denke mir in solchen Stunden: Welche Ironie ist das Leben, ich bin in Deutschland geboren und doch verfolgen Sie Meinesgleichen. Unser Lager passte so garnicht in diese so schöne Gegend, von Türmen gesäumt wie ein Krebsgeschwür, das keiner dem Anderen wünscht.

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  • Rezension zu "Der Platz der tausend Winde" von Rene Eichelmann

    Der Platz der tausend Winde

    rene3472

    11. March 2011 um 22:30

    Wütendes Hundegebell weckt mich erbarmungslos aus meinen unruhigen Schlaf. Ich fühle mich erschlagen, und mein ganzer Körper schmerzt, es ist kalt, doch das spüre ich seid langer Zeit nicht mehr. Mein bürgerlicher Name ist Ariel Lichtenstein, so nannte man mich zumindest früher, jetzt aber habe ich einen neuen Namen bekommen, wenn man es so nennen kann. Ich heiße seid dem Frühjahr 1940 Nr.58432, den die Teufel in ihren schwarzen Uniformen mir gegeben haben bei meiner Ankunft hier. Und damit ich meinen Namen nie vergessen würde, so sagten Sie, werden Sie mir helfen, ihn immer bei mir zu tragen. Ich konnte ja nicht ahnen, was die Teufel damit meinten. Und so haben Sie mir diese Nummer eingebrannt in meine Haut mit blauer Tinte und einer flinken Nadel fürs Leben oder Überleben gezeichnet. Das Leben zwischen Leben und Tod kostet mir jeden Tag erneut Überwindung, und so scheint mir, auch ein Jahr meines Lebens. Doch ich danke Gott für jeden Tag, den er mich überstehen lässt in diesem Dämonischen Zeitalter der Menschenverachtung. Unsere Behausung, so sagten die Teufel in Menschengestalt, sind noch zu gut für uns Untermenschen. Ob Das deutsche Volk weiß, was hier passiert ? Weiß es von dem Sterben von der Folter, die mich hier umgibt? Wir sind hundertachzig Männer jeden Alters zusammengepfercht in Holzplanken, die Teufel nennen sie Betten, welche Beleidigung für ihre Sprache. Ständig durchzieht Krankheit und Fäkaliengestank den Raum auch dort, wo wir uns zu Ruhe betten. Der Gevatter Tod hat bei uns reiche Beute, er muss nur bis zum nächsten Morgen warten, er hat ja alle Zeit der Welt, ich und meine Kameraden leider nicht. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, holen die Teufel einen von uns in der Nacht, der nie wiederkehrt, als würde er von der Hölle verschluckt. Keiner von uns weißk, was mit Ihnen passiert, außer den Gerüchten die im Lager die Runde machen. In den einsamen Stunden der Nacht, denke ich oft an die schöne Zeit zurück, als dieser Österreicher noch nicht seine Machtgedanken auslebte, die für uns, mit dem gelben Stern auf der Brust, tödlich sind. Früher, am Anfang, konnte ich noch weinen, doch jetzt gelingt mir dies nicht mehr. Ich denke mir in solchen Stunden: Welche Ironie ist das Leben, ich bin in Deutschland geboren und doch verfolgen Sie Meinesgleichen. Unser Lager passte so garnicht in diese so schöne Gegend, von Türmen gesäumt wie ein Krebsgeschwür, das keiner dem Anderen wünscht.

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