Reto U. Schneider

 4 Sterne bei 27 Bewertungen

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Das Buch der verrückten Experimente

Das Buch der verrückten Experimente

 (22)
Erschienen am 18.04.2006
Das neue Buch der verrückten Experimente

Das neue Buch der verrückten Experimente

 (5)
Erschienen am 12.01.2011

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PhilippWehrlis avatar

Rezension zu "Das Buch der verrückten Experimente" von Reto U. Schneider

Die verrücktesten Experimente seit über 700 Jahren
PhilippWehrlivor einem Jahr

Wie wiegt man die Seele? Kann man künstlich Regen erzeugen? Wie bringt man einen Toten dazu, mit den Augen zu zwinkern? Wie lange geht es, bis ein Psychiater merkt, dass sein Patient völlig normal ist? Gibt es Leben auf dem Mars? Woran erkennt man an einem Spinnennetz, wie bekifft die Spinne ist? Wie findet ein Hund den schnellsten Weg, um einen Stock aus dem Wasser zu fischen, obwohl er nichts von Analysis versteht und sogar Mühe hat, ein einfaches Polynom zu differenzieren?

Reto Schneider stellt 111 der verrückte Experimente aus unterschiedlichen Fachbereichen vor.

Um ihre Neugier zu befriedigen, machen Forscher die unglaublichsten Dinge. Stubbins Ffirth träufelte sich das Erbrochene von Gelbfieberpatienten in eine eigens dazu in den Unterarm geschnittene Wunde, er trank vom Blut und vom Erbrochenen des Patienten, um zu beweisen, dass Gelbfieber auf diese Weise nicht übertragen wird. F. Eigenberger spritzte sich Mambagift in den Unterarm, um dessen Wirkung zu testen.
Studenten mussten sich während einer halben Stunde in nassen Socken in den kühlen Durchzug stellen, um das Erkältungsrisiko zu messen. Barry Marshall infizierte sich absichtlich mit Bakterien, um eine Magenschleimentzündung zu kriegen und damit zu beweisen, dass Bakterien im Magen überlebten und dass Magenschleimentzündungen und Geschwüre mit Antibiotika geheilt werden können.

Einige Erkenntnisse haben im Alltag Bedeutung. Z. B.: Frauen setzen sich in Wartzimmern mit Vorliebe auf einen Stuhl, der mit männlichem Achselschweiss bestrichen wurde. Männer verlieben sich eher auf einer Hängebrücke als auf einer Steinbrücke. Totaler Schlafentzug führt schneller zum Tod als das totale Fehlen von Nahrung. Eine Karfreitagspredigt unter Drogen wird von fast allen Testpersonen auch 25 Jahre später als einer der Höhepunkte ihres spirituellen Lebens bezeichnet. Wenn ein Menschenkind mit einem Affenbaby zusammen grossgezogen wird, lernt zwar das Menschenkind, sich wie ein Affe zu benehmen, der Affe bleibt aber ein Affe. Frauen mit Lippenstift übertragen beim Küssen 40% mehr Keime als Frauen ohne Lippenstift. (Das ahnen die meisten Männer instinktiv. Lippenstift wird denn auch nicht für die Männer aufgetragen, sondern weil die Frauen andere Frauen ärgern wollen).

Andere Experimente sind tragisch. Affenbabys, die von ihrer Mutter getrennt werden, hüllen sich in weiche Decken und wenn ihnen nichts Weiches gelassen wird, sterben sie in wenigen Tagen. Aus heutiger Sicht ist dieses Experiment nichts als widerliche, sinnlose Tierquälerei. Das Experiment stammt aber aus einer Zeit, als Erziehungsratgeber junge Mütter davor warnten, ihren Babys zu viel Liebe zu schenken. Der Forscher Harry Harlow erklärte dies einem Journalisten mit den Worten: „Bedenken Sie, dass auf jeden misshandelten Affen eine Million misshandelter Kinder kommen. Wenn meine Arbeit dies verdeutlicht und auch nur eine Million Menschenkinder rettet, kann ich mich über zehn Affen nicht übermässig ereifern.“

Das Buch der verrückten Experimente ist unterhaltsam, leicht zu lesen, teils lustig, teils ekelerregend. Einige Experimente sind lehrreich, andere stimmen nachdenklich, wieder andere sind vollkommen schräg.

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Rezension zu "Das Buch der verrückten Experimente" von Reto U. Schneider

Rezension zu "Das Buch der verrückten Experimente" von Reto U. Schneider
metalmelvor 11 Jahren

Erinnert ihr euch auch noch an all die Experimente, die man in Chemie und Physik so im laufe seiner Schulzeit gemacht hat? In Chemie wurden immer irgendwelche Flüssigkeiten bunt und es gab kleine Explosionen. Physik dagegen beschäftigte sich mehr mit Strom und Elektrizität. Was all den Versuchen an meiner Schule gemeinsam war, war gähnende Langeweile! Unsere Experimente waren öde und die Lehrer probierten auch nie was Neues aus.
Ganz anders hingegen die Experimente in diesem Buch! Wissenschaftler (!) experimentieren mit ganz und gar seltsamen Dingen, Socken zum Beispiel. Die werden unermüdlich an und aus gezogen, nur um festzustellen, dass sie sich elektrisch aufladen! Toll! Natürlich ist das Experiment schon alt, nämlich aus dem Jahr 1758, aber doch immer noch schön...
Was sehr ekliges habe ich auch gefunden: 1802 wollte Stubbins Ffirth beweisen, dass Gelbfieber nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden könne. Zuerst unternahm er Versuche an Hunden und Katzen. Da beginnt es schon, eklig zu werden: Er füttert den Hund mit einem Stück Brot, dass mit Erbrochenem eines Gelbfieberpatienten vollgesogen ist. Der Hund stirbt nicht. Er frisst den Auswurf sogar ohne Brot. Dann schneidet er dem Hund am Rücken die Haut auf und füllt die Wunde mit Erbrochenem. Auch das macht dem Hund nichts. Schließlich spritzt er dem Tier den Auswurf in die Halsvene. Erst da stirbt es. Natürlich wäre es auch gestorben, wenn er ihm Wasser gespritzt hätte. Von all diesen Versuchen ermutigt, beginnt Ffirth eine ganze Reihe von Versuchen an sich selber: er träufelt sich Erbrochenes in die Augen, stellt es aufs Feuer und atmet die Dämpfe ein, schluckt Pillen aus Erbrochenem und trinkt es auch noch! Nun wendet er sich dem Blut, Speichel, Schweiß und Urin der Kranken zu. Er schluckt das Blut und gibt die Substanzen in verschiedene Wunden, die er sich beigebracht hat. Er hat Glück, denn über das Blut hätte das Virus übertragen werden können, aber vielleicht war er durch dir ganzen Tests schon immun. Leider fand er nie heraus, wie sich denn Gelbfieber nun verbreitet. Erst 100 Jahre später wurde klar, dass Mücken die Überträger sind.
Interessant ist auch das „Ich versteigere einen Dollar“-Experiment: Es geht ganz einfach. Eine Dollarnote wird an den Meistbietenden versteigert. Es gibt nur eine Zusatzregel – wer am zweitmeisten geboten hat, muss ebenfalls bezahlen, aber ohne, dass er etwas dafür bekommt. Das Experiment wurde etwa 40 Mal durchgeführt. Was glaubt ihr, wurde mehr oder weniger als ein Dollar geboten?
Es gibt Experimente am Männerpissoir (wie viel länger brauchen sie, bis es losgeht, wenn links und rechts neben ihnen noch andere pinkeln?), mit teuren und billigen Autos an grünen Ampeln, die nicht losfahren (wie schnell hupt der dahinter Wartende?), man erfährt, wie ein Country-Lied ein Experiment auslöste (Don’t the girls all get prettier at closing time?) und dass Hunde rechnen können (zumindest mache).
Außerdem enthält das Buch fieses mit Tieren, bizarres mit Köpfen und natürlich das Experiment aus dem gleichnamigen Film mit Moritz Bleibtreu. Und natürlich tolle Internet Adressen mit vielen Tests und Infos. Es lohnt sich immer, mal bei der BBC vorbeizuklicken!

P.S.: Die Dollarnote wurde alle 40 Mal für mehr als einen Dollar versteigert, manchmal sogar für zwanzig Dollar!

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