Ricardo Piglia Brennender Zaster

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Inhaltsangabe zu „Brennender Zaster“ von Ricardo Piglia

Das Geschehen ist rasant: Vier Verbrecher
mit engen Verbindungen zu Polizei
und Politik rauben einen Geldtransport
aus, rasen durch Buenos Aires
und schießen auf alles, was sich bewegt.
Sie entkommen über den Río de
la Plata nach Montevideo, verschanzen
sich dort in einer Wohnung und werden
von der Polizei sechzehn Stunden
lang belagert. Diese von Radio und
Fernsehen übertragene Belagerung
steuert unweigerlich auf ihr ungeheuerliches
Ende vor den Augen einer fassungslosen
Zuschauermenge zu …
Piglia erzählt in "Brennender Zaster"
eine wahre Geschichte – und macht
daraus einen packenden Roman, der
als Verfilmung mit einem Goya ausgezeichnet
wurde.

Ein Raubüberfall in Buenos Aires 1965 gerät außer Kontrolle: Ein fiktiver Tatsachenroman in bester Truman Capote-Tradition.

— Gulan

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Fazit: 5***** von mir für diese gut erfundenen und sehr realistischen Biographien der Protagonistinnen, die mich in den Bann gezogen haben.

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  • Rezension zu "Brennender Zaster" von Ricardo Piglia

    Brennender Zaster

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. June 2010 um 12:48

    Von der Handlung her ist "Brennender Zaster" nur mäßig spannend, denn das Ende steht fest: Die Bankräuber werden die Belagerung der Polizei nicht überleben und der Weg dahin wird nicht zimperlich sein. Aber die Geschichte ist dennoch absolut lesenswert, denn sie gewährt viele Einblicke in die argentinische Gesellschaft und ganz besonders in die Denkweise der Polizei. Eine positive Identifikationsfigur sucht man vergeblich, denn weder die Polizei ist dazu geeignet noch die Verbrecher. Beide sind einfach Teile eines Systems, das keine der beiden Parteien besser formen kann als die andere. In dem Maß, in dem man mehr über die Verbrecher erfährt, tun sie einem schon Leid, besonders der "blonde Gaucho" Dorda. Dorda gerät als Teenager mit der Polizei aneinander und lernt einen unbarmherzigen Strafvollzug kennen. Man fürchtet, ein Hund auf den Straßen von Buenos Aires könnte es besser haben. Dorda findet in Nene Brignone einen Freund und Liebhaber, mit dem er Leben, Träume, Drogen und Verbrechen teilt. Gemeinsam mit anderen Kumpanen, darunter Malito, Kopf der Bande, rauben sie einen Geldtransporter aus. Die Informationen erhalten sie aber nicht alleine durch Beobachtung, sondern maßgeblich von korrupten Beamten und Polizisten, die im Anschluss an das Verbrechen ihren Anteil haben wollen. Dass die Bande den Anteil kurzerhand verweigert, wird ihnen zum Verhängnis, denn bei den offiziellen Stellen gibt es nun niemanden mehr, der bereit wäre, eine Spur zu verschleppen oder für Fehlinformationen zu sorgen. Auch machen sie Fehler, denn das Versteckspiel gelingt ihnen nicht lange. Die Sucht nach Drogen und Sex treibt Brignone irgendwann vor die Tür und er hinterlässt Spuren. Kommissar Silva hetzt die vier Kriminellen, die am Ende noch nicht gefasst sind, bis nach Uruguay und umzingelt sie mit einer bis dato angeblich noch nie dagewesenen Belagerung. Malito ist spurlos verschwunden und den drei Eingeschlossenen bleibt nur noch eines übrig: Sie wollen bis zu ihrem unvermeidlichen Ende soviele Polizisten umlegen wie möglich. Zwischen Drogen und Ballerei lassen sie drei verkorkste Leben Revue passieren. Mit welcher Wut im Bauch Silva die drei jagt und mit welcher Verzweiflung diese bis zum Ende durchhalten, ist verstörend. Die Polizei vermutet hinter jedem Verbrechen politische Motive und zur Bereinigung der Verhältnisse unterstellt Silva jeden kleinen Taschendieb eine peronistische Motivation. Diese merkwürdige Verbitterung macht ihn fanatisch und die beiden Seiten - Gesetzeshüter und Verbrecher - schaukeln sich in ihrer Intensität laufend gegenseitig hoch. Je ärger die Polizei selbst mit kleinen Fischen oder Minderjährigen umspringt, umso härter kommt die Rückantwort; je packender die Polizei wird, umso verbissener reagieren die Gangster. Viele Personen, die zum Umfeld von Dorda, Brignone oder Malito gehören, reagieren trotz aller Angst vor den Folterkellern mit einer gewissen Routine - man hat halt alles schon mal erlebt und irgendwie überlebt. Ein Nachwort des Autors erklärt, dass er selbst einer der handelnden Personen des Buchs im Zug begegnet ist. Nena, eine Geliebte von Brignone erzählte ihm ihre Version einer Geschichte, die Piglia aus den Zeitungen teilweise kannte und Jahre später setzt er Nenas Erzählungen mit seinen Recherchen in Archiven zu diesem Roman zusammen. Die Mixtur aus viel Realität und möglichst wenig Fiktion zeigt Wirkung: Das Buch liest sich ungeheuer rasant und die Kaltblütigkeit der Personen ist beängstigend. In meinen Augen eindeutig ein Kandidat für eine Wiederholungslektüre.

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