Ricardo Piglia Munk

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Inhaltsangabe zu „Munk“ von Ricardo Piglia

Während des bitterkalten nordamerikanischen Winters leitet Emilio Renzi an der elitären Taylor University ein Seminar über W. H. Hudson. Gefangen im skurrilen Elfenbeinturm der Universität, wo die Kollegen Intrigen schüren und der einbeinige Dekan Don D Amato einen Hai im Keller hält, lässt sich Renzi auf eine Affäre mit der brillanten Professorin Ida Brown ein. Doch dann ist Ida auf einmal tot und das FBI beginnt zu ermitteln. Ist Ida Brown Opfer eines Serienkillers geworden? Hatte sie Kontakt zu einer terroristischen Zelle? Und wieso ist es bei der Jagd auf Massenmörder hilfreich, James Joyce gelesen zu haben? Renzi findet nach dem Tod seiner Geliebten keine Ruhe und geht den überforderten Agenten zur Hand: Bald schon eröffnen sich vor ihm die paranoiden Abgründe der US- amerikanischen Gesellschaft. Was vermeintlich als sentimentale campus novel beginnt, verwandelt sich unversehens in einen Kriminalroman mit Anleihen bei Thrillern aus Hollywood und in das Psychogramm eines kaltblütigen Täters mit revolutionären Ideen.

http://novelero.de/munk/

— sandro_abbate
sandro_abbate

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  • Die tote Professorin

    Munk
    serendipity3012

    serendipity3012

    05. August 2015 um 18:36

    Die tote Professorin Einzelgänger Emilio Renzi kommt aus Buenos Aires und hat eine Gastprofessur in den USA inne, Hier hält er ein Seminar über den argentinischen Schriftsteller W. H. Hudson. Er leidet unter Schlafstörungen und leichten Panikattacken. Nach einiger Zeit beginnt er eine Affäre mit der jungen Professorin Ida Brown, einer hoch angesehen brillanten Wissenschaftlerin. Auf Idas Wunsch halten sie ihre Treffen geheim. Renzi entwickelt eine Art Besessenheit für Ida. Die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod trifft ihn hart und wirft ihn aus der Bahn. Er glaubt nicht an einen Unfall, obwohl es zunächst danach aussieht. Gibt es einen Zusammenhang zu einer Serie von Morden, denen in den letzten Jahren immer wieder Universitätsmitarbeiter zum Opfer fielen? Renzi versucht, mehr herauszufinden. Der Roman „Munk“ des argentinischen Autors Ricardo Piglia beginnt als Gesellschaftsroman und beschreibt zunächst das Leben seines Helden Renzi sowie den speziellen Kosmos an einer Universität. Bevor die Geschichte sich aber auf die mögliche Beziehung bzw. die Art der Beziehung zwischen Renzi und Ida konzentrieren kann, stirbt sie und die Handlung nimmt einen anderen Lauf als man zunächst hätte erwarten können. Aber auch mit einer klassischen Kriminalgeschichte haben wir es nicht zu tun: Hier gibt es keine Detektivarbeit, keine falschen (und schließlich richtigen) Fährten, keinen Kommissar, lediglich einen Privatdetektiv. Es geht nicht nur darum, wer für Idas Tod verantwortlich sein könnte, sondern vielmehr um das mögliche Warum, denn genau das ist es, was Renzi keine Ruhe lässt, denn Ida hat ihm viel bedeutet. Diesen Renzi erweckt der Autor gekonnt zum Leben, seine Einsamkeit, seine Gedanken und Gefühle. Das trägt auch zu der starken Atmosphäre aus, die den Roman auszeichnet. „Ein gespanntes Warten lag in der Luft, als wären die vielen blinden Zeichen ein düsteres Omen. Ich kannte diese Ungewissheit, diesen Zustand oder diese Überzeugung, die mehr einer Hoffnung als einem Glauben ähnelt. Es ist das magische Denken der Liebe, des Verliebten im Zustand der Verblendung, der sich mit verzweifelter, idiotischer Besessenheit nach der verliebten Frau sehnt. Um diesen Gedanken zu entkommen, verbrachte ich die Nachmittage in der Bibliothek. Es war die beste Art, mich abzulenken. („Da wir das Thema nicht wechseln können, müssen wir die Realität verändern“, wie mein Freund Junior einmal sagte.)“ S. 58 Der Roman schlägt immer wieder eine bestimmte Richtung ein, die dann aber nicht weiter verfolgt wird, obwohl ich damit gerechnet hatte. All dies hätte man vertiefen können, man hätte etwa verweilen können bei Renzis russischer Nachbarin, mit der er sich anfreundet und mit der er immer wieder über Idas Tod spricht. Sie hätte ihre eigene Geschichte geliefert, meinem Empfinden nach interessant genug, um den Leser bei Laune zu halten. Piglia hat sich dagegen entschieden. Und das macht gar nichts. Denn „Munk“ steckt trotzdem voller Themen: Da ist der argentinische Professor, von seiner Frau getrennt, der in seiner Heimat die Militärdiktatur miterlebt hat, was ihn sehr geprägt hat. Er sieht die USA mit den Augen des Ausländers, mit Distanz, und er sieht daher Dinge, die anderen verborgen bleiben. Wir lesen von der Arbeit an einer renommierten Universität, von Konkurrenz und dem Streben, der Beste zu sein, immer auch gegen die Anderen. Es gibt einen Serientäter, der sozusagen „aus der Art schlägt“. Und man kann diesen Roman auch als Gesellschaftskritik lesen. Das alles auf nur 250 Seiten. Es steckt viel in „Munk“. Ein interessanter Roman eines hierzulande eher unbekannten Autors, dem ich mehr Leser wünsche!

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