Richard Birkefeld Deutsche Meisterschaft

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Inhaltsangabe zu „Deutsche Meisterschaft“ von Richard Birkefeld

Motorradrennen, Fememorde und ein unheimlicher Serientäter im zerrissenen Deutschland der Weimarer Republik.

Rasende Motorräder, politische Wirren in der Weimarer Republik, ein Serienmörder - hervorragender historischer Krimi!

— Gulan
Gulan

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  • Menschen, Mörder und Motoren.

    Deutsche Meisterschaft
    Gulan

    Gulan

    29. November 2016 um 20:10

    „Ganz schönes Zigeunerlager hier. Ausländer überall. Ausländische Maschinen. Wer ist denn besser?“ Der Major steckte die leere Zigarettenspitze in seine Innentasche. „Mal so, mal so. Hensch hat gerade auf einer Blackburne gewonnen.“ „So, so – ein Deutscher auf einer ausländischen Maschine, das grenzt ja an Verrat.“ Der Gesichtsausdruck des Majors blieb gleichmütig. Falk zuckte die Achseln. „Wie du immer sagtest, nur das Beste setzt sich durch. “Dann müssen wir arbeiten. Wir müssen besser werden in allen Bereichen. Wir müssen alles beherrschen! Dürfen uns nicht abhängen lassen!“ Der Major ließ kurz seinen Blick über das Stadionrund schweifen. „Ein Krieg der Motoren. Das scheint ja alles sehr interessant zu sein.“ (S. 125) Das Rennen um die Deutsche Motorrad-Straßenmeisterschaft im Jahre 1926 ist im vollen Gange. Unter den aussichtsreichen Fahrern sind auch Arno Lamprecht und Falk von Dronte. Doch als in direktem Umfeld der Straßenrennen Leichen mit abgetrenntem Kopf gefunden werden und auch in einem Forst bei München eine kopflose Leiche auftaucht, geraten beide unter enormen Druck. Lamprecht wird wegen der Umstände des Todes seiner Frau vor einigen Jahren direkt von der Polizei verdächtigt und auch von Dronte wird durch den Leichenfund in München von seiner Vergangenheit eingeholt. Die beiden Autoren Richard Birkefeld und Göran Hachmeister sind Historiker, mit ihrem Kriminalroman „Wer übrig bleibt, hat recht“ gelang ihnen 2002 ein vielbeachtetes Debüt (Glauser und Deutscher Krimi Preis). Schon in ihrem Erstlingswerk wahrten sie mit einem raffinierten Kniff in die Figurenkonstellation auf: Das vermeintliche „Opfer“, ein entflohener KZ-Häftling, wird zum Rächer und Mörder, ein SS-Mann soll ihn stoppen. In „Deutsche Meisterschaft“ wird die Geschichte abwechselnd durch zwei personale Erzähler vorgetragen und auch hier gibt es leicht vertauschte Rollen. Der Protagonist, dem übel mitgespielt wird, ist Arno Lamprecht, Karacho-Lamprecht, tollkühner Außenseiter in der deutschen Motorradstraßenmeisterschaft. Er ist ein eher grober Kerl, ein Spieler, Trinker, hat nach dem Krieg nie wieder richtig ins Leben gefunden. Schließlich wachte er 1923 neben seiner toten, enthaupteten Frau auf. Er wurde des Mordes verdächtigt, brutal von der Polizei verhört, aber letztlich laufen gelassen, als festgestellt wurde, dass der Kopf seiner Frau post mortem abgetrennt wurde, nachdem sie an den Folgen einer illegalen Abtreibung gestorben war. Doch Lamprecht Ruf ist ruiniert und als am Rande der Rennen enthauptete Leichen auftauchen, ist klar, dass er direkt ins Visier der Polizei gerät. Unter Druck versucht er denjenigen zu finden, der seiner Frau den Kopf abgetrennt hat, denn dieser könnte nun auch der Serienmörder sein. Auf der anderen Seite ist Falk von Dronte, auch er ein Motorrad-Ass. Ein junger Mann aus adligen Verhältnissen, gebildet, kultiviert, liiert mit Thea, einer modernen, clevernen Frau, die alle um ihren Finger wickelt. Und doch ist dieser Mann ein Mörder. Er kam als junger Soldat im November 1918 nicht mehr bis zur Front und geriet stattdessen in die Fänge rechter Freikorpsler, die in dem Jungspund einen willigen Abnehmer ihrer Dolchstoß-Legenden fanden und der sogar bereit war, in den Wirren vor den Hitler-Putsch einen vermeintlichen Verräter zu liquidieren. Danach brachte ihn die Begegnung mit Thea wieder auf die richtige Bahn. Doch nun, mitten in der Meisterschaftsserie, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Die Leiche des „Verräters“ wurde gefunden, „kopflos“, und der Auftraggeber ,Major von Groß, verlangt von ihm nachdrücklich, dass er die Sache ins Reine bringt. Somit ist auch von Dronte wie Lamprecht auf der Suche nach einem „Kopfabschneider“. Zwangsläufig kommen die beiden erbitterten Rivalen sich in die Quere – nicht nur auf der Rennstrecke. Apropos Rennstrecke, das Rennen um die Deutsche Motorrad-Straßenmeisterschaft als Rahmen der Handlung haben Birkefeld und Hachmeister grandios und faszinierend in Szene gesetzt. Die verschiedenen Strecken, das Fahrerlager, aber vor allem die Rennen selbst. Tollkühne Fahrer, begeisterte Zuschauer. Man kann förmlich den Schweiß, den Benzingeruch und den Bremsabrieb riechen. Aber die Rennen sind damals auch ohne Serienmörder extrem gefährlich, Verletzte und Tote bei Fahrern und Zuschauern sind keine Seltenheit. Abseits der Motorradrennen zeichnen die Autoren ein authentisches Bild Deutschlands im Jahre 1926. Die Republik ist ein wenig zur Ruhe gekommen. Der Reichstag setzt sogar einen Ausschuss ein, um die Fememorde der politischen Radikalen in den Anfangsjahren der Republik untersuchen zu lassen. Das kann jedoch nicht im Sinne der Braunhemden, Freikorps-Anhänger und Deutschnationalen sein, die sich nun (nach dem grandiosen Scheitern des Putsches vom 09.November 1923) anschicken, den Marsch durch die Parlamente anzutreten. Die Autoren lassen aber auch immer wieder weitere Kleinigkeiten als zeitgenössische Aspekte der damaligen Zeit einfließen: Der Kampf gegen den §218, die Anfänge des Rundfunks, ein Varietétheater. „Deutsche Meisterschaft“ ist für mich ein echtes Highlight im Genre des historischen Kriminalromans. Spannend, temporeich, mit einem ungewöhnlichen Plot und ungewöhnlichen Hauptfiguren und dabei wird noch ein interessantes Bild der damaligen Zeit vermittelt.

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    • 10
  • Rezension zu "Deutsche Meisterschaft" von Richard Birkefeld

    Deutsche Meisterschaft
    PaulTemple

    PaulTemple

    12. April 2012 um 18:33

    Geschichte und Kriminalroman werden immer häufiger miteinander verwoben, mal mehr, mal weniger gelungen - im Fall von "Deutsche Meisterschaft" wahrlich auf meisterhafte Weise! Wir befinden uns im Jahr 1926. Die Weimarer Republik hat eine gewisse Stabilität erlangt, der deutschen Bevölkerung geht es vergleichsweise gut, so dass immer mehr Vergnügungen in den Alltag einfließen. Eine davon ist die Deutsche Meisterschaft im Moorradrennen, welche an den Renntagen Hunderttausende begeistert mitfiebern und die tollkühnen Fahrer anfeuern lässt. Zwei dieser Fahrer, der adelige Falk von Dronte und der grobe Arno Lamprecht sind dennoch nicht sorgenlos, denn ihnen lassten die dunklen Schatten der Vergangenheit auf den Schultern. Im turbulenten Jahr 1923, als die republikfeindlichen Ausschreitungen mit dem gescheiterten Hitler-Putsch ihren vorläufigen Höhepunkt fanden, waren beide in illegale Geschäfte verwickelt, Lamprecht verlor gar seine Frau und stand lange Zeit unter Mordverdacht. Nachdem eine erneute Mordserie entlang der Rennstrecken aufbrandet und sich unliebsame Kriminelle aus der Vergangenheit melden, kämpfen sowohl Lamprecht, als auch von Dronte um weitaus mehr, als "nur" die Deutsche Meisterschaft... Ausgezeichnet recherchiert, spannende Handlung und sehr überzeugend sprachlich gestaltet - eine absolute Empfehlung!

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  • Wer bremst, verliert ...

    Deutsche Meisterschaft
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 21:18

    Manchmal steht der Rezensent wie der Ochs vorm Berg, weiß nicht was er schreiben soll. „Deutsche Meisterschaft“ von Richard Birkefeld und Göran Hachmeister ist so ein manchmal. Nach „Wer übrig bleibt, hat recht“, den Kollege Thomas Kürten mit 76° bewertete und als „Krimi-Geschichtsstunde“ empfahl, ist dies nun der zweite Roman aus der Feder des Autorenduos. Und erneut haben die beiden ihr Augenmerk auf die wohl düsterste Epoche der deutschen Geschichte gerichtet: Die Jahre der Weimarer Republik bis hin zur Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkriegs. So weit, so gut. Ein weiterer historischer Kriminalroman also, der sich neben den Werken Volker Kutschers, Philipp Kerrs und Uwe Klausners einreiht und den Leser vor geschichtlich-authentischer Kulisse auf Mörderjagd gehen lässt? Weit gefehlt, denn eben das ist „Deutsche Meisterschaft“ nicht. Oder besser gesagt: Es ist vielmehr als das. Deutschland im Jahre 1926. Auf den Straßen zwischen Berlin und München wird um den Gewinn der Deutschen Motorradmeisterschaft gerungen. Unter den Fahrern sind auch Arno Lamprecht und Falk von Dronte. Beide absolute Könner auf dem Sattel, völlig auf den Sieg fixiert. Und beide seit Jahren herzlich miteinander verfeindet. Der eine gehört der Masse der desillusionierten Kriegsveteranen an und flüchtet sich aufgrund der psychischen Folgen aus dem bürgerlichen Alltag in den Rausch der Geschwindigkeit, der andere verkörpert bis ins kleinste Detail den hochnäsigen Adeligen der verblassten Monarchie. Zu jung, um noch selbst am Ersten Weltkrieg teilnehmen zu können, hatte er sich nach der Kapitulation und Versailles den reaktionären Kreisen der besonders in Süddeutschland aufstrebenden Nationalsozialisten angeschlossen, mit den Jahren aber den Kontakt zu diesen verloren. Zwei sehr unterschiedliche Charaktere also, die aber doch etwas verbindet. Beide profitieren von der Begeisterung der Massen für das neue technische, motorisierte(!) Zeitalter, den so genannten „Roaring Twenties“. Und beide haben im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Leichen im Keller liegen. Drei Jahre zuvor nämlich, in den unsichersten Zeiten der Weimarer Republik, ist Lamprechts Frau brutal ermordet worden. Er selbst galt als Hauptverdächtiger in dem unaufgeklärten Mordfall und konnte nur dank eines falschen Alibis seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Zur selben Zeit, in den Wirren des Hitler-Putsches von München, war von Dronte ein Mitglied der rechten Freikorps und am Fememord an einem angeblichen Volksverräter beteiligt. Die gut vergrabene Leiche taucht nun wieder auf. Allein der Kopf fehlt. Und wieder scheint es Parallelen zu Lamprechts Vergangenheit zu geben, denn auch seine Frau wurde damals enthauptet. Während Falks alte „Kameraden“ immer nervöser werden und ihn drängen, die Sache zu bereinigen, gerät Lamprecht erneut ins Visier der Polizei. Beide beginnen, jeder für sich, Nachforschungen anzustellen, während sie sich gleichzeitig auf den Straßen Deutschlands ein erbittertes Duell um den Sieg und die Liebe einer Frau liefern … Gebrochene Helden, rasante Motorradrennen, politische Umstürze und ein mysteriöser Serienmörder. „Deutsche Meisterschaft“ ist beeindruckend spannend und facettenreich zugleich, entwickelt im Verlauf seiner 385 Seiten eine sich immer wieder zuspitzende Dramaturgie, welche zwar schon ziemlich früh (und ganz offensichtlich) kein gutes Ende nehmen wird, dem Leser jedoch durchgänig keine Atempause oder gar Zeit zum Nachdenken gewährt. Woran andere Autoren sonst spektakulär scheitern, das haben Richard Birkefeld und Göran Hachmeister mit Kür gemeistert: Den Spagat zwischen dem Spannungsaufbau und der Schilderung echter deutscher Geschichte. Herausgekommen ist ein bildgewaltiges Sittengemälde über die Zeit der Weimarer Republik, das den Geist der 20er Jahre bis ins kleinste Detail zum Leben erweckt. Die Begeisterung für Technik, die Sucht nach Geschwindigkeit, die Lust an neuer Mode. Bewegung bestimmt das Leben dieser neuen Generation. Alles rast, alles rennt. Wer das nicht tut, kommt unter die Räder. Was böte sich deshalb besser an, als das Buch in der Motorradszene spielen zu lassen? „Motorisierung ist Mobilisierung“ dröhnt es aus den Lautsprechern am Rande der Rennstrecke. Auch ganz tumbe Zeitgenossen erkennen hier den Beginn der gesellschaftlichen Brutalisierung, welche sich im Laufe der Jahre immer wieder in Ausbrüchen gnadenloser Gewalt zwischen politisch und sozial verfeindeten Parteien entladen wird. (…) … und ihr seht doch, was in diesem Lande los ist, der Krieg ist doch nicht vorbei, der geht doch seit 1919 tagtäglich weiter, die Rechten gegen die Linken und gegen die Gewerkschaften, die Konservativen gegen Rechte und Linke, die Linken gegen Rechte und Nationale und Ultralinke, Rechte und Linke gegen die Kirche, jeder gegen jeden und alle gegen die Juden und alle gegen den Versailler Vertrag, und ich mittendrin, ich gegen den Vermieter, gegen Mitspieler, gegen Vera, meine Frau. Das ist alles schlimm, dass weiß ich, aber glaub mir, es wurde und es wird auch in Zukunft immer mit nackter Gewalt um den Platz an der Sonne gerungen, und wer sich da nicht wehrt, zurück schlägt, der bleibt auf der Strecke, der verliert das Rennen … (...) „Deutsche Meisterschaft“ zeigt ein Deutschland am Scheideweg, eine zerrissene Republik, die nur ein Schritt von Wohl und Heil trennt und doch der Katastrophe von 1933 scheinbar unaufhaltsam entgegensteuert. Auf der einen Seite ziehen marodierende Freikorps durchs Land, putschen Rechte gegen revolutionierende Linke, bricht eine Wirtschaft unter der Last der hohen Inflation zusammen. Auf der anderen Seite entwickelt sich eine neue Kulturlandschaft, blühen Musik, Kunst und Literatur (nicht zuletzt auch die Krimis) auf. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in den Hauptfiguren Arno Lambrecht und Falk von Dronte wieder, die das augenscheinlich nicht vereinbare Neue und Alte verkörpern und dessen Wege sich letztendlich nicht nur kreuzen, sondern auch dieselbe Richtung einschlagen. Von dem Wechselspiel der verschiedenen Perspektiven lebt dieser Roman, von den echten, nachvollziehbaren Typen, diesen Kerlen. Von Menschen, die durch die Hölle gegangen sind und weiterhin gehen. Heruntergekommene Säufer, abgewrackte Huren, vierschrötige Draufgänger. Sie alle sind vom sozialen Milieu geprägt, dienen dem Leser als Fernrohr in diese längst vergangene Zeit und beleben die Geschichte. Alles wird schonungslos dargestellt, nichts geschönt. Moralisch erhobene Zeigefinger sucht man hier vergebens. Diese fast schon mechanische, klinische Genauigkeit der Schilderungen spiegelt sich letztlich auch in den literarischen Stilmitteln der Autoren wieder. Kurze, abgehackte Sätze. Hastige Szenen- und Bilderwechsel. Viele Kommas, wenige Punkte (siehe Textausschnitt). Wenn Lamprecht und von Dronte über die Landstraßen rasen, das Gummi auf dem Asphalt quietscht, dann greift die Geschwindigkeit über, wird man ungebremst mitgerissen. Ganz nach dem Motto „Nur der Verlierer hat die besten Bremsen“ jagt der Plot durch das Deutschland der 20er Jahre und mit ihm der Leser, auf den Eindrücke niederprasseln, welche ihn noch über das Ende der Lektüre hinaus beschäftigen werden. Insgesamt ist „Deutsche Meisterschaft“ ein sprachlich herausragender, atmosphärisch dichter Kriminalroman, der begeistert, erschüttert, nachdenklich macht, und trotz all seiner intelligenten Symbolik nie den Pfad der Unterhaltung verlässt. Ein großartiger Wurf, der gar nicht hoch genug gelobt werden und sich besonders durch sein Finale weit aus der Masse ähnlicher Bücher herausheben kann. Auf weitere Werke dieser beiden hochtalentierten Autoren darf gespannt gewartet werden.

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  • Rezension zu "Deutsche Meisterschaft" von Richard Birkefeld

    Deutsche Meisterschaft
    Malachy

    Malachy

    28. December 2010 um 11:30

    "Deutsche Meisterschaft" erschien nach dem Debut "Wer übrig bleibt hat Recht", spielt aber zeitlich davor, in der Weimarer Republik. Einige Protagonisten trifft der Leser hier wieder, als sie noch am Anfang ihrer Karriere standen. Das ist ein interessanter Aspekt, und zeigt, dass man diese Bücher nicht zwangsläufig in der chronologischen Reihenfolge lesen muss. Die "Deutsche Meisterschaft" spielt, wie der Name es schon weist, in Deutschland, denn die einzelnen Meisterschaftsrennen finden an unterschiedlichen Orten statt, unter anderem in München, Berlin und Hannover. Am Rande der Rennen geschehen Morde, kopflose Leichen werden gefunden und in Verdacht gerät ein Rennfahrer, Arno Lamprecht, der bereits im Visier der Polizei steht, weil er seine Frau ermordet haben soll. Auch ihr fehlte seinerzeit der Kopf. Obwohl er der Tat nicht überführt werden konnte, hält man ihn für den Täter. Wie schon in "Wer übrig bleibt hat Recht" wählen die Autoren zwei sehr unterschiedliche Protagonisten. Beide sind Rennfahrer, der eine jedoch, Falk von Dronte, ist ein Aristokrat mit dunkler Vergangenheit, der andere, der Arbeitslose Arno Lamprecht, der den Tod seiner Frau in Alkohol und dem Rausch der Geschwindigkeit zu bewältigen versucht. Dieses Buch reicht meiner Meinung nach nicht ganz an das Debut heran, ist aber sicherlich dennoch eine besondere Perle unter den Krimis.

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