Richard Booth My Kingdom of Books

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Inhaltsangabe zu „My Kingdom of Books“ von Richard Booth

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    My Kingdom of Books
    TheRavenking

    TheRavenking

    07. December 2014 um 18:58

    My Kingdom Of Books ist die Autobiographie von Richard Booth, der im walisischen Hay-on-Wye die erste Bücherstadt der Welt gründete. 1942 geboren stammte Booth zwar aus keiner besonders wohlhabenden, doch durchaus illustren Familie. Eine seiner Tanten war mit dem Direktor des Londoner Victoria und Albert Museums verheiratet. Der Oxford-Absolvent wusste nicht so recht was mit seinem Leben anzufangen, und so kam ihm die Idee in seinem Heimatort eine Buchhandlung zu gründen. Ein Vorhaben, dass, wie man sich vorstellen kann, mit zahlreichen Hindernissen behaftet war. Es erwies sich als gar nicht so einfach Wagenladungen von Büchern ins abgelegene Hay-on-Wye zu transportieren. Auf der Jagd nach Büchern unternahm Booth zahlreiche Reisen, zunächst auf den britischen Inseln, dann in den USA und auch in Kontinentaleuropa. Es war eine Zeit in der viele alte Bibliotheken in England aufgelöst wurden, während in der Neuen Welt ein großer Bedarf an vor allem akademischen Werken bestand. Booth kaufte billig ein und verkaufte teuer. Allerdings erlitt er immer wieder herbe Rückschläge. Er wurde von engen Mitarbeitern hintergangen und bestohlen, häufte Schulden an und hatte in der zweiten Hälfte seines Lebens mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Mit der Zeit entfaltet sich das Bild eines sympathischen, manchmal gar etwas tollpatschigen Menschen. Wenn Booth im alkoholisierten Zustand fast sein gesamtes Schloss niederbrennt, glaubt man sich in einer Filmkomödie. Richard Booth schreibt aufrichtig und kurzweilig über seine Abenteuer in der Welt der Bücher. Dabei hatte er nicht nur immer wieder mit finanziellen Problemen, sondern auch mit der politischen Engstirnigkeit der walisischen Tourismusbehörde zu kämpfen. 1976 sagte er sich in einer scherzhaften Aktion vom restlichen Großbritannien los und gründete sein eigenes Königreich. Ein Ereignis, das ihm große Publicity brachte. Zwischendurch gibt Booth zu, Fehler gemacht zu haben. Er war am Ausverkauf walisischer Bibliotheken beteiligt und profitierte davon, dass viele Sammlungen zerschlagen und an wohlhabende Universitäten in Übersee verkauft wurden. Überhaupt steht er Bürokratie und dem akademischen Bildungswesen sehr skeptisch gegenüber. In den Neunziger Jahren entstanden auch im restlichen Europa Bücherstädte, und die Idee wurde in die ganze Welt exportiert. Ob sie auf Dauer allerdings eine Zukunft hat ist ungewiss. Laut Richard Booth ist die Spezialisierung auf bestimmte Themengebiete eine Möglichkeit auch im neuen Jahrtausend Erfolg zu haben. Das Buch endet 1999, als die gewaltigen technischen Umwälzungen im Buchhandel gerade mal an ihrem Anfang standen. Das Aufkommen des elektronischen Buches wird wohl über kurz oder lang den herkömmlichen Secondhand-Handel mit Büchern ruinieren. Bleiben wird wohl nur der Handel mit wertvollen antiquarischen Büchern. Die Zukunft steht wie gesagt in den Sternen. Wer sich jedoch für die Vergangenheit interessiert bekommt in My Kingdom Of Books jede Menge nostalgischer und spaßiger Geschichten über Bücher und Buchhändler geboten. Ideal für diejenigen, die das Buch auch als Objekt lieben und beim Gedanken an sein eventuelles Verschwinden durchaus eine gewisse Wehmut verspüren.

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