Von einem Moment auf den anderen ist die Welt nicht mehr die Gleiche. In einer Laube wird ein junges Mädchen erdrosselt aufgefunden und die Spurenlage vor Ort deutet klar auf den möglichen Mörder. Toni, der Sohn von KHK Carla Stach und ihrer Frau Kathrin. Er war zur Tatzeit am Tatort, wurde von Zeugen gesehen und ist seit der Tat auf der Flucht. Wie geht man als Eltern mit dieser Situation um, was macht das mit dem persönlichen Umfeld, der Arbeit etc.
Und so befasst sich des größten Teils dieses Buches mit genau diesen Fragen. Der Leser begleitet Carla Stach vom Moment der Erkenntnis, das Toni ein Mörder sein könnte, über das Zerbrechen ihrer Beziehung, die Ausgrenzung aus dem Job und die Anfeindungen aus dem Umfeld. Erst allmählich realisiert sie die Situation, erfährt Unterstützung von echten Freunden, reflektiert die geänderten Rahmenbedingungen ihres Lebens und kämpft sich langsam in selbiges zurück. Erst zum Ende des Buches hin tritt der eigentliche Kriminalfall in den Vordergrund, ergeben sich neue Spuren und Toni wird schlussendlich vom Mordvorwurf entlastet. Aber es ist kein Happy End, zu viel ist zerbrochen, um einfach wieder in den Normalmodus zurückzukehren und so endet dieser vierte Band der Reihe mit vielen Fragezeichen und ich befürchte, dass die Serie hier ihren Endpunkt erreicht hat – was durchaus schade wäre.
Ein psychisch sehr tiefgründiges Buch, das die Erwartungen an einen Regionalkrimi nicht erfüllt aber trotzdem absolut lesenswert ist und für mich ein Highlight der Reihe darstellt.












