Der Jahrhundertwinter

von Richard Dübell 
4,1 Sterne bei8 Bewertungen
Der Jahrhundertwinter
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Die Geschichte in der Geschichte...

FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar

Ein tolles Intermezzo zu Der Jahrhundertsturm, ganz gleich, ob im Sommer oder in der Weihnachtszeit.

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Inhaltsangabe zu "Der Jahrhundertwinter"

Heiligabend 1845: Gut Briest ist tief verschneit, ein Schneesturm hält die Region in Atem. Alvin von Briest, seine Frau Louise und sein kleiner Sohn Moritz erwarten ungeduldig die Ankunftvon Paul Baermann, einem Freund des Hauses. Doch Paul kommt nicht. Sein Zug ist nie in Genthin angekommen. Alvin ist beunruhigt – bei diesem Wetter kann ein Zugunglück den Tod bedeuten. Gemeinsam mit seinem Freund Otto von Bismarck wagt er sich hinaus in den Sturm, um Paul zu suchen. Louise bleibt mit Moritz auf Gut Briest zurück. Um ihrem Sohn die Angst zu nehmen, erzählt Louise ihm die mittelalterliche Geschichte vom »Hirten«. Auch sie kann nur auf ein Weihnachtswunder hoffen. Wird Alvin Paul noch rechtzeitig finden?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548613079
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:09.10.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Klusivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte in der Geschichte...
    Jahrhundertwinter

    Eigentlich beinhaltet dieses Buch gleich zwei Geschichten. Da ist einmal die Rahmenhandlung, die den Leser auf Gut Briest führt, wo Alvin Briest und seine Frau Louise wohnen. Das Paar und auch die anderen Protagonisten sind bereits aus dem ersten Band der Jahrhundert-Trilogie „Jahrhundertsturm“ bekannt. Hier begegnet man den bereits vertrauten Charakteren am Heiligabend des Jahres 1845, wo ein starker Schneesturm über das Land tobt. Alvin und seine Frau warten auf Paul Baermann, einen guten Freund der Familie. Als der Zug Stunden nach der erwarteten Ankunft immer noch nicht in Genthin angekommen ist, macht sich Alvin zusammen mit seinem Freund Otto von Bismarck auf, Paul zu suchen. Sie befürchten ein Zugunglück, das bei der herrschenden Kälte für die Passagiere tödlich sein könnte.
    Louise bleibt mit ihrem kleinen Sohn Moritz zurück. Um die Wartezeit zu überbrücken und ihre eigene aufkommende Sorge zu unterdrücken, erzählt Louise eine mittelalterliche Geschichte. Auch diese spielt am Heiligabend im Jahr 1197. Ritter Rainald von Mandach ist, zusammen mit seinen beiden Kindern Johannes und Blanka, auf dem Weg zur Burg eines Verbündeten. Es ist bitterkalt, und das Land ist tief verschneit. Unterwegs werden sie von Wölfen angegriffen und Rainalds Pferd wird dabei getötet. Sie treffen die junge Nonne Venia, die sich ihrer kleinen Reisegruppe anschließt. Gemeinsam müssen die vier Menschen einen Kampf ausfechten, den sie kaum gewinnen können. Venia versucht, Rainald zu überreden, in der Stadt Trier Schutz zu suchen, aber der Ritter weigert sich. Es gibt da so einiges in seiner Vergangenheit, das ihn daran hindert, in die Nähe dieser Stadt und ihrer Bewohner zu kommen. Als die Wölfe, deren Anführer ein verwilderter Schäferhund ist, sich immer näher heranwagen und die vier Reisenden arg bedrängen, entwickelt Rainald ungeahnte Kräfte, und auch seine beiden Kinder sowie Venia wachsen über sich selbst hinaus. Die gemeinsamen Erlebnisse berühren etwas in dem verbitterten Ritter, und er beginnt, so manches mit anderen Augen zu sehen und über sein Schicksal nachzudenken.
    „Der Hirte“, die Geschichte in der Geschichte, ist bereits früher als eBook erschienen. Ich hatte sie auf meinem Reader, aber noch nicht gelesen. Erst jetzt, beim Lesen von „Jahrhundertwinter“, ist mir bewusst geworden, dass es sich hierbei um die gleiche Geschichte handelt. Man könnte sie durchaus auch alleine lesen, aber nun wurde sie in die Ereignisse im Umkreis von Gut Briest eingebettet. Man erfährt immer abwechselnd, in kurzen Kapiteln, einerseits über Pauls Schicksal und wieso der Zug nicht in Genthin angekommen ist, und dazwischen sind die Kapitel vom Hirten eingebunden. Beide Geschichten haben mich nachhaltig beeindruckt. Man erlebt hier keine heile Welt, und bis die Protagonisten so etwas wie Weihnachtsfrieden erleben, passiert sehr viel. Die Ereignisse sind so eindrucksvoll geschildert, dass man sich gut in die Lage der Menschen versetzen kann, die der eisigen Kälte und dem Schneesturm trotzen müssen. Wieso sich die Wölfe im Teil der mittelalterlichen Geschichte so unnatürlich und außergewöhnlich angriffslustig verhalten, versucht der Autor, im Nachwort zu erläutern. Er schreibt, dass er Wölfe eigentlich mag. Wieso er sie für seine Geschichte zu wilden, hasserfüllten Bestien werden lässt, ist vermutlich aus dramaturgischen Gründen. Mich hat es aber doch gestört, denn die beschriebenen Verhaltensmuster entsprechen nicht dem wahren Wesen der Tiere.

    In beiden Erzählungen gibt es auch mystische Elemente, die der dunklen, kalten Winternacht noch zusätzlich etwas Geheimnisvolles verleihen. Für mich war dies einmal ein ganz anderes, außergewöhnliches Weihnachtsbuch, fernab von Rührseligkeit und heiler Welt. Aber ich kann so viel verraten, dass es letztendlich ein Weihnachtswunder gibt. Wie das zu verstehen ist, dazu möchte ich nichts weiter erzählen, um die Magie des Romans zu wahren.  

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    FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar
    FreydisNeheleniaRainersdottirvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein tolles Intermezzo zu Der Jahrhundertsturm, ganz gleich, ob im Sommer oder in der Weihnachtszeit.
    Zur Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot... oder man liest Weihnachtsbücher im Sommer

    Man kann Weihnachtsbücher auch im Sommer lesen. Insbesondere, wenn es sich um „Der Jahrhundertwinter“ von Richard Dübell handelt, denn dieser ist ein kleines Intermezzo zu seinem Roman „Der Jahrhundersturm“ und musste von mir deshalb unbedingt dazwischen gelesen werden. Hätte ja sein können, man verpasst was.

    Das hätte man auch, hätte man das Buch jetzt nicht gelesen, denn die Geschichte, die einer der Hauptfiguren aus dem Jahrhundertsturm, Louise, ihrem Sohnemann da vorliest, de sollte man weder in der Weihnachtszeit, noch im Sommer verpassen. Die Rahmenhandlung im Übrigen auch nicht. Hier finden wir nämlich erstmals heraus, wer der wahre Vater von Moritz von Briest ist und dass Eisenbahnunfälle im Winter heute zwar ärgerlich sind, einem aber nicht, wie es im Jahre 1846 der Fall war, das Leben kosten müssen. Ja und so viel mehr.

    Wieder einmal schafft es Richard Dübell, mich mit einem seiner Romane mitzureißen, Intermezzo und Weihnachtsbuch hin oder her. Man sollte es selbst gelesen haben.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zwei Legenden in eine Rahmenhandlung rund um den "Jahrhundertsturm"
    Weihnachten auf Gut Briest 1845

    „Jahrhundertwinter“ ist ein Zwischenband in der Jahrhundert-Serie der Familiengeschichte derer von Briest.

    Es ist Weihnachten 1845. Auf Gut Briest warten Alvin von Briest und seine Gemahlin Louise auf den gemeinsamen Freund Paul Baermann, dessen Zug im Schneechaos auf offener Strecke verunglückt. Während der Wartezeit vertreibt Louise ihrem Sohn Moritz die Zeit mit der Geschichte vom „Hirten“, einer uralten Legende, in der Ritter Rainald mit seinen beiden Kindern durch den Schnee irrt und von einem Rudel Wölfen verfolgt wird.

    Doch dies ist nicht die einzige Geschichte, die erzählt wird. Nein, es gibt noch die Gruselgeschichte des „Pfadfinders“, eines Mannes, der eine Gruppe französischer Frauen und Kinder solange in die Irre führte, bis niemand überlebt hat. Als Strafe dafür, soll sein Geist ruhelos umherwandern. Diese beiden Legenden bilden den Kern der knapp 200 Seiten starken Romans.

    Es wird unter den Lesern viel diskutiert, ob Wölfe Menschen angreifen oder nicht. Für mich sind beide Geschichten in der Geschichte einfach Gleichnisse von Unrecht und dessen Sühne. Hier könnte ein Anknüpfungspunkt zu Lousie zu finden sein, denn auch sie hat Unrecht begangen: Unrecht gegenüber Ehemann Alvin, Freund Paul und ihrem Sohn Moritz…

    Das Buch bringt ein Wiedersehen mit den Figuren aus dem „Jahrhundertsturm“, auch wenn sie „nur“ die Rahmenhandlung zu den Legenden bilden.

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    buchjunkies avatar
    buchjunkievor 3 Jahren
    Schneesturm an Heiligabend

    Heiligabend 1945: Gut Briest ist tief verschneit, ein Schneesturm tobt vor den Fenstern. Alvin von Briest, seine Frau Louise und sein kleiner Sohn Max erwarten die Ankunft eines Freundes. Paul Baermann sollte mit dem Zug ankommen, aber dieser hat sein Ziel nicht erreicht. Alvin ist beunruhigt und zusammen mit seinem Freund Otto von Bismarck macht er sich auf in den Sturm, um Paul zu suchen.
    Um die Wartezeit bis zur Rückkehr der Männer zu überbrücken, erzählt Louise ihrem Sohn eine mittelalterliche Geschichte.

    Die Geschichte erzählt von Rainald, der nach einem Überfall auf seine Burg mit seinen zwei kleinen Kindern unterwegs ist, um einen Verbündeten aufzusuchen. Auch bei ihnen ist alles verschneit, was das Weiterkommen zu Fuß erschwert. Und dann ist da auf einmal noch einen Nonne, die sich den dreien anschließt. Gefahr droht nicht nur durch die Kälte, sondern auch von den die kleine Truppe umkreisenden Wölfe.


    In „Der Jahrhunderwinter“ werden also zwei Geschichten erzählt. Die Erzählstränge wechseln sich nach jedem Kapitel ab, was die Spannung aufrecht erhält. 
    Mir hat das Buch gut gefallen, es sich flott lesen in dieser etwas stressigen Vorweihnachtszeit. 
    Den Schreibstil von Dübell mag ich sehr, er lässt einen die Kälte und das scharfe Stechen des Schnees im Gesicht während des Schneesturms spüren.

    Dieser kurze Roman hat bei mir die Lust geweckt, endlich den „Jahrhundertsturm“ zu lesen, der sich bereits in meinem Bücherregal befindet!


    Kommentare: 7
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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 3 Jahren
    Keine weihnachtliche Wohlfühlgeschichte, aber ein guter Roman

     Heiligabend 1845 auf Gut Briest, Louise und Alvin erwarten ihren Freund Paul, doch dann erfahren sie, dass sein Zug nicht angekommen ist. Während Alvin und sein Freund Otto von Bismarck einen Suchtrupp organisieren, erzählt Louise ihrem kleinen Sohn Moritz die Geschichte vom „Hirten“, eine jahrhundertealte Legende.

    Im „Jahrhundertwinter“ trifft man die Protagonisten aus dem „Jahrhundertsturm“ wieder. Ich habe den Roman bisher noch nicht gelesen, man kann „Jahrhundertwinter“ problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, aber sicher ist es für Kenner des „Jahrhundertsturms“ schön, die Charaktere wieder zu treffen.

    Die Geschichte splittet sich in zwei Teile. Die Rahmenhandlung um Louise, Alvin und Paul wird auch zwischendurch immer wieder aufgenommen, man erlebt nicht nur Louise beim Erzählen sondern erfährt auch, warum Pauls Zug nicht ankam und was mit den Menschen dort passierte. So wechseln immer wieder die Perspektiven, wodurch sich Spannung aufbauen kann.

    Mir hat die Rahmenhandlung besser als die Legende gefallen, die Charaktere wirken authentisch und sympathisch und auch hier ergibt sich ein Abenteuer. Zudem habe ich nun große Lust, den „Jahrhundertsturm“ auch noch zu lesen.

    In der Legendenerzählung ist der verbitterte Ritter Rainald mit seinen Kindern zu einem Verbündeten unterwegs, durch einen Wolfsangriff wird sein Pferd so verletzt, dass er es töten muss. Nun zu Fuß unterwegs, die Wölfe im Nacken, ist der vor ihm liegende Weg kaum zu schaffen. Die Familie trifft unterwegs die Klosterfrau Venia, die Rainald beschwört, in die nahe gelegene Stadt Trier zu gehen, doch dort will er nicht hin, warum, erschließt sich erst im Laufe der Handlung.

    Die Legende muss man als solche auffassen, man darf nicht jedes Wort ernst nehmen. Im Laufe des Romans wird noch einmal ganz klar daraufhin gewiesen, dass es eine Erzählung ist, die sich durch die Jahrhunderte verändert hat und auch, dass sie metaphorisch zu begreifen ist. Dadurch relativiert sich in meinen Augen auch die Sache mit den Wölfen, die in vielen Rezensionen angesprochen wird. Wölfe jagen keine Menschen, jedenfalls nicht in der Form, wie es hier geschildert wird. Aber, dies ist gar nicht wörtlich gemeint, Louise erklärt das und Richard Dübell auch noch einmal in seinem Nachwort.

    Viel schwerwiegender finde ich, dass es die Hirtengeschichte schon als Veröffentlichung gab (so mir bekannt ist, als Ebook-only), was mit keinem Wort, z. B. im Klappentext, erwähnt wird. Nimmt man diesen Part weg, bleibt nur wenig übrig, so dass man die Verkaufspolitik des Verlags und/oder des Autors an dieser Stelle schon kritisieren muss. Für mich, die beide Bücher bisher nicht kannte, nicht so schlimm, für andere sehr ärgerlich.

    Dennoch möchte ich das Buch nicht danach beurteilen, sondern danach, wie es mir gefallen, mich unterhalten hat. Und das hat es, ich habe es gerne gelesen, war zwar zwischendurch schon etwas kritisch gestimmt, habe es am Ende aber zufrieden zugeschlagen. Dübell-Fans, die „Der Hirte“ noch nicht kennen, können bedenkenlos zuschlagen. Als Weihnachtsgeschichte ist das Buch nur bedingt zu empfehlen. Wer zu Weihnachten gerne besinnliche Geschichten liest oder einen Heile-Welt-Roman möchte, für den ist der Roman weniger geeignet. Die Handlung spielt in beiden Handlungssträngen zwar an Weihnachten, besinnlich sind die Geschichten, vor allem die Legendenhandlung, jedoch nicht. Allerdings gibt es natürlich schon eine „weihnachtliche“ Moral.

    Kommentare: 5
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    SiColliers avatar
    SiColliervor 3 Jahren
    Ein abenteuerlicher Heiligabend

    Es war nicht die Kunst, das Versagen zu vermeiden; die wahre Kunst war es, darum zu wissen und weiterzumachen. (Seite 151)

    Meine Meinung

    Das Buch hat mich sowohl vom Cover, vom Titel als auch von der Inhaltsbeschreibung angesprochen, so daß ich ein stimmungsvolles Weihnachtsbuch erwartete. Ein gutes Buch habe ich bekommen, stimmungsvoll auch. Aber ob ich es als regelrechte „Weihnachtsbuch“ bezeichnen würde, da bin ich mir noch nicht so ganz sicher.

    Der Roman besteht aus zwei Zeitebenen: der Haupthandlung am Heiligabend des Jahres 1845 und einer darin eingebetteten Erzählung, die im 12. Jahrhundert spielt. Während sich bei mir in der Hauptgeschichte des 19. Jahrhunderts durchaus so etwas wie ein Weihnachtsgefühl einstellte, wollte das bei der mittelalterlichen Erzählung nicht so recht gelingen. Dafür war sie mir, obwohl ebenfalls an Weihnachten spielend und mit mehr als genug Schnee „versehen“, zu rauh, zu „kämpferisch“ und zu abenteuerlich.

    Sehr gut anfreunden konnte ich mich jedoch mit der Rahmenhandlung. Auch wenn die Protagonisten nicht im gemütlichen Zimmer saßen, sondern sich mit den Unbilden eines Schneesturmes und manch anderen Ärgernissen herumschlagen mußten, kam bei mir so etwas wie Weihnachtsstimmung auf. Was möglicherweise auch daran liegen mag, daß die Eisenbahn eine gewisse Rolle spielte. Und (Modell-) Eisenbahn und Weihnachten gehören für mich seit früher Kindheit zusammen und erzeugen für mich per se so etwas wie „Weihnachtsstimmung“.

    Den „Jahrhundertsturm“ des selben Autors habe ich leider noch nicht gelesen, was andererseits vielleicht nicht ganz verkehrt ist, da der „Jahrhundertwinter“ teilweise vor den Ereignissen des „Jahrhundertsturms“ angesiedelt ist. Andererseits wären umgekehrt natürlich die Figuren bekannt. Im Nachwort geht der Autor sowohl auf das Verhältnis der beiden Bücher zueinander als auch auf die im mittelalterlichen Teil eine Rolle spielenden Wölfe und deren Verhalten ein. Da hier eine Legende innerhalb eines Romans erzählt wird, habe ich mit dem von Dübell beschriebenen eher unnatürlichen Verhalten der Wölfe keine Probleme und kann so manche Kritik daran nicht ganz nachvollziehen.

    Figuren wie Handlung waren mir in beiden Teilen gleichermaßen verständlich, wenngleich es Dübell gelungen ist, mich gegen Ende mehrfach zu überraschen. So wenig ich solche „unvorhersehbaren Wendungen“ in Büchern normalerweise mag, hier sind diese absolut gelungen, sinnhaft und passen zu Inhalt und Bedeutung von Weihnachten, auch wenn ich nicht unbedingt Weihnachtsstimmung empfunden haben mag.

    Seltsamer war schon der Gedanke, daß ein gewisser Fürst Otto von Bismarck, der hier auftritt und eine wesentliche Rolle spielt, zu jener Zeit ein junger Mann war; ist er mir von Bildern her doch praktisch nur in seinen älteren Jahren geläufig. Auf jeden Fall empfand ich ihn sehr gut getroffen und kann mir vorstellen, daß er wirklich so sprach und dachte, wie im Buch geschildert. Vielleicht sollte ich dies endlich einmal zum Anlaß nehmen, seine „Gedanken und Erinnerungen“ zu lesen?

    Auf jeden Fall ist dieses Buch nun der Anstoß, den „Jahrhundertsturm“, der seit geraumer Zeit im Bücherregal steht, anzugehen. Für ein Buch mit einer Lok im Winter auf dem Cover ist die Weihnachtszeit sicherlich die richtige.


    Kurzfassung

    Ein Roman, dessen beide Erzählstränge an Weihnachten spielen, mir aber nur bedingt ein Weihnachtsgefühl vermittelten. Davon abgesehen ein gutes bis sehr gutes Buch, das auf seinen relativ wenigen Seiten eine deutliche Tiefe entfaltet.

    Kommentare: 1
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    Wichellas avatar
    Wichellavor 7 Monaten
    mijous avatar
    mijouvor 3 Jahren

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