Zorn des Himmels

von Richard Dübell 
4,4 Sterne bei41 Bewertungen
Zorn des Himmels
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Neue Kurzmeinungen

AnnabelleGreenleafs avatar

Spannende Story, aber ich hätte mir noch tiefere Charaktere gewünscht

L

Konnte ds Buch nicht mehr aus der Hand legen. Sehr gute Recherche zu einer Naturkatasrophe im Jahr 1342 mit einer tollen Geschichte darum.

Alle 41 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Zorn des Himmels"

Gottes Zorn entlud sich in der Morgendämmerung.

Er kam mit einem Grollen, als würde der Himmel aufgerissen. Er kam mit Blitzstrahlen, die die Erde spalteten. Er kam mit Wassermassen, die den Boden in einen reißenden Fluss verwandelten. Er kam mit einer Urgewalt, die selbst den Ungläubigsten davon überzeugte, wie zornig der Herr war über die Gottlosigkeit von Kaiser und Papst, von Ritter und Priester, von Kaufmann und Bettler.

Es war Gottes Zorn, aber er war nur ein Vorspiel zu dem, was noch kommen sollte …

Ein atemberaubend spannender Mittelalter-Roman über eine verheerende Naturkatastrophe und eine gefährliche Verschwörung. Mit Bonusmaterial zur Entstehung des Buchs!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404173976
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:09.09.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.10.2014 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender historischer Roman über eine Jahrhundertflut, die Macht der politischen Intrige und dem Kampf um das nackte Überleben!
    Eine Jahrhundertflut!

    In dem kleinen Ort Franchenfurt macht der Kaiser halt um dort seine Macht zu demonstrieren. Begleitet von seinem Privatheer stößt er jedoch aufgrund der Massen an Menschen, die seinen Aufenthalt mit sich bringt, nicht nur auf Unterstützer.

    Der Gemeinderat ist gespalten und die Brücke wird vorerst streng bewacht und die Schiffahrten und Fährfahrten werden eingestellt.

    Hilpolt, der Gardemeister des Kaisers trifft auf Christian von Ascanius, einen Deutschordensritter, den er als den vermeintlich angekündigten Mörder entlarven will und bringt damit Philippa, die Tochter des Fährmeisters in Gefahr.

    Diese allerdings bekennt sich zu Christian, bis dessen Bruder Bernhard auftaucht und dieser sich als der geheimen Beschützer des Kaisers bekennt und Christian als Mörder entlarvt.

    Mit der Jagd auf Christian zieht ein Unwetter mit biblischen Plagen über Franchenfurt und während die Pegel rund um die kleine Stadt steigen und steigen, naht eine bedrohliche Flut heran.

    Philippa und Hilpolt erkennen während des Unwetters zu spät, dass sie beide einer Lüge erlegen sind und es jetzt nur noch um das eigene Leben und um das Überleben des Kaisers geht.

    Ein wirklich spannender historischer Roman über eine Jahrhundertflut, die Macht der politischen Intrige und dem Kampf um das nackte Überleben.

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 10 Monaten
    Das Magdalenenhochwasser 1342

    Wieder etwas dazugelernt! 1342 fand eine verheerende Flutkatastrophe statt: das Magdalenenhochwasser, benannt nach einem Heiligen-Gedenktag. Eigentlich ist es seltsam, daß ein so verheerendes Hochwasser (man konnte mehrere Meter über den Stadtmauern mit dem Boot fahren) so völlig unbekannt ist. Ein apokalyptisches Szenario. Daß es überhaupt so viel Wasser geben kann, ist schon erstaunlich. Man fühlt sich unwillkürlich an die Sintflut erinnert.

    Um diese Naturkatastrophe herum ist eine Geschichte gestrickt aus teils historischen Personen, die sehr angenehm und spannend zu lesen ist. Für mich hätte es etwas gestraffter sein dürfen, aber ich habe es trotzdem genossen. Noch ein paar zusätzliche Zutaten, tapfere Ritter, etwas Liebelei, Tapferkeit, Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird und der bildhaft beschriebene Grusel, wie Leichen und tote Tiere mit dem Wasser weggeschwemmt werden.

    Insgesamt eine sehr angenehme Unterhaltung mit einigem Informationswert. Hat mir gut gefallen.

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    nasas avatar
    nasavor 10 Monaten
    Der Zorn des Himmels

    Ich habe einige Bücher von Richard Dübell gelesen und war meist auch begeistert von den Büchern. Auch bei dem vorliegenden historischen Roman schafft er es einen zu fesseln. 

    Wir schreiben das Jahr 1342 die Stadt Frankfurt leidet unter einer Hitzewelle. Zudem weilt momentan der Kaiser in der Stadt und bringt dadurch einiges durcheinander. Denn es geht das Gerücht eines Meuchelmörders um. Und so wird alles getan was den Kaiser schützt, aber den Frankfurtern das Leben erschwert. Dann taucht ein fremder Mann auf der angeblich sein Gedächtnis verloren hat. Philippa die Tochter eines angesehenen Fährmanns, fühlt sich zu ihm hingezogen und versucht ihm zu helfen. Als dann noch ein Deutschritter in Frankfurt auftaucht ist die Verwirrung  komplett und das Leben des Kaisers in Gefahr, allerdings nicht nur durch einen Meuchelmörder. 

    Was mich besonders an diesem Roman fesselte war die Tatsache das ich von der Umweltkatastrophe im Jahr 1342 noch nichts gehört hatte. Dass diese Flut aber die Topographie Mitteleuropas danach für immer veränderte. Auch die Art und Weise wie der Autor einen an die Geschichte ranführt fand ich sehr schön. Man lernt erst die Protagonisten kennen, wie sie leben, was sie fühlen und wird dann nach und nach erst mit der Katastrophe konfrontiert. So kann man die Angst und das Schrecken der Protagonisten sehr gut nachempfinden und man leidet mit ihnen mit. Zudem schafft der Autor rund um die Flut eine Geschichte die spannend ist und einen kaum los lässt. Es sind einige Verwicklungen und Überraschungen dabei, die es einem schwer machen das Buch aus den Händen zu legen.

    Es gab auch einige Stellen die etwas langatmig geschildert wurden oder mich etwas ratlos stehen gelassen haben, aber im großen und ganzen konnte man das Buch gut lesen. Auch der Anhang war sehr interessant und hat nochmal einige Informationen gegeben.

    Ich kann das Buch nur weiter empfehlen. Es ist für jeden der gerne historische Romane liest, gut geeignet.

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    walli007s avatar
    walli007vor einem Jahr
    Hochwasser

    Im Juli 1342 herrscht eine Hitzewelle. Frankfurt stöhnt unter der heißen Sonne, alles ist trocken. Philippa, die Tochter des Fährmanns, träumt von einer Zukunft, in der sie unabhängig ist. Doch zunächst mal wird sie mit Albrecht verlobt, den sie schon immer kennt. Viel interessanter ist da doch der geheimnisumwitterte Mathias, der sein Gedächtnis verloren hat und dennoch ein geübter Kämpfer ist. Ihn zieht es nach Frankfurt, wenn er sich auch nicht erinnert, so scheint er doch eine Mission zu haben. Der Kaiser, der in Frankfurt weilt, versucht seine Anschauungen mit denen seiner Feinde zu versöhnen oder in Einklang zu bringen. Fast unbemerkt von den Beteiligten ändert sich das Wetter.


    Das Magdalenenhochwasser von 1342 ist belegt als eines der schlimmsten Hochwasser dieser Zeit. Auch heutzutage richtigen Hochwasser immense Schäden an, zerstören Existenzen, bringen großes Leid. Aber dennoch sind wir heute wahrscheinlich besser gewappnet mit Versicherungen, Rettungskräften, vorbeugenden Maßnahmen, Wetterwarnungen, etc. Ungleich schwerer muss es für die Menschen des Mittelalters gewesen sein, so eine Wetterlage durchleben zu müssen. Schließlich kam es wesentlich unerwarteter. Und so war es schwieriger, sich, die Liebsten und das Hab und Gut zu retten. 


    In diese Situation schreibt der Autor eine spannende Geschichte um den Kaiser im Kirchenbann, seine engsten Vertrauten, seine möglichen Retter, um Philippa und Mathias und einige weitere Menschen, deren Schicksal durch das Wetterereignis bestimmt wird. Zunächst sorglos ob der Wetterlage, wird den Frankfurtern die Änderung des Wetters in eine bedrohliche Form nur langsam bewusst. Als sie merken, dass es gefährlich wird, ist es schon fast zu spät. Gerade die Beschreibungen des immer schlechter werdenden Wetters und des verheerenden Hochwasser, das dramatische Auswirkungen hat, reißen mit. Besonders wenn man während der Lektüre die Regentropfen auf das Dach plätschern hört, das Wasser in der Regenrinne gluckern, kann man sich sehr gut die Bilder vorstellen, die sich den Menschen damals geboten haben können. 


    Die zusätzlichen Informationen, die der Autor zu dem Hochwasser und zum Entstehen seines Romanes gibt, bilden einen besonderen Rahmen.

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    Christine_Foellmer-Maiers avatar
    Christine_Foellmer-Maiervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend!
    Spannend - so lernt man auch Geschichte!

    Spannend, emotionsgeladen, man erfährt/lernt etwas über Europäische Historie, die in eine gefühlvolle Geschichte "eingebettet" ist. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, ich konnte mich in alle gut hineinfühlen. Der Schreibstil des Autors ist hervorragend, sehr bildhaft. Den Roman kann ich allen empfehlen, auch wenn man sich für historische Ereignisse wenig bis gar nicht interessiert.


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    Saphir610s avatar
    Saphir610vor einem Jahr
    Flutkatastrophe

    Nicht der erste historische Roman des Autors, allerdings kommt mir nun die Pause bis zu diesem Buch zu lange vor. Zorn des Himmels hat mir wieder gut gefallen.

     

    Mitte Juli 1342 wird die Gegend um Frankfurt von einer große Hitze und Trockenheit heimgesucht. Doch eine andere Katastrophe bahnt sich an, ein Unwetter mit verheerenden Ausmaßen zieht heran. Dazu ist der Kaiser in der Stadt und die Sicherheitsmaßnahmen bringen Unruhe in die Bevölkerung. Zwei Deutschordenritter kommen eher unauffällig in die Stadt, einer will den Kaiser töten. Mittendrin ist Philippa, diFüre Tochter eines Fährmanns.

    Bis zu diesem Roman wusste ich über die schlimmen Unwetter, Überflutungen Mitte 1342 nichts, wo es doch so eine einschneidende Katastrophe war. Dazu die Probleme des Kaisers mit der Kirche. Wobei mir hier der Kaiser sehr menschlich und an seinem Land interessiert vorkommt. Im Gegensatz zur Kirche, den Päpsten. Die Zeit damals, die Darstellung der Stadt mitsamt der Bevölkerung hat mir gut gefallen. Die Recherche muss sehr umfangreich gewesen sein, um diese Geschichte mit den vielen Leuten und Geschehnissen zu schreiben. Die Gliederung finde ich gerade nach Beendigung des Buches sehr gelungen, ebenso so die Dialoge. Einfach die richtige Mischung zwischen historischen Geschehnissen, persönlichen Schicksalen. Dazu kommt die intensive Schilderung der Flutkatastrophe.

    Für mich ein gelungener historischer Roman, in einem gut zu lesenden Stil geschrieben. Ein Muss für Fans historischer Romane.

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    quatspreches avatar
    quatsprechevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Durch den einfachen, jedoch nicht platten, Erzählstil Dübells, ist dem Leser genug Raum für seine eigene Fantasie gegeben.
    Der Zorn des Himmels

    Richard Dübells historischer Roman Zorn des Himmels ist eine packende Geschichte um eine Naturkatastrophe im 14. Jahrhundert. Die Chroniken berichten von dem über die Ufer tretenden Main und wie er durch die Straßen Frankfurts floß. Genau in dieses Setting entführt uns der Autor mit einer spannenden Geschichte um Treue, Tapferkeit und Mut.

    Es gibt vor allem drei Protagonisten in der Geschichte von Richard Dübell. Zum einen begleitet der Leser Philippa, eine junge mutige Frau, durch die Gassen Frankfurts und Sachsenhausens. Als Fährmannstochter ist sie ein bekanntes Gesicht bei den Einwohner. Ihr Leben lang verbrachte sie Zeit am Ufer und auf dem Main und merkt schnell, dass etwas mit dem Fluss nicht stimmt. Mit der nahenden Katastrophe und einem weiteren Auslöser findet Philippa die Kraft sie selbst zu werden. Voller Leidenschaft und Tatendrang beginnt sie für ihre Träume zu kämpfen.

    Gleichzeitig weilt der gebannte Kaiser Ludwig I. in der Stadt und wird begleitet von seinem besten Mann und Leibwächter Hiltpolt Meester, der alle Hände voll zu tun hat erst den Kaiser zu schützen und nebenbei Unwetterschäden der Stadt zu beseitigen. Bis er nicht nur um des Kaisers Leben kämpft, sondern auch um sein eigenes. Ein starker Charakter, der sich voll und ganz seiner Aufgabe verschrieben hat.

    Und dann ist da noch Mathias – jedenfalls nennt er sich seit einigen Wochen so. Der mysteriöse Fremde, der unbedingt nach Frankfurt muss, erregt Philippas Mitgefühl. Es stellt sich heraus, dass er nicht so hilflos ist, wie er zu Beginn den Anschein erweckte. Wurde er mit einem Auftrag in die Stadt gesandt, oder war seine Aufgabe eine andere?

    Richard Dübell schaffte es hervorragend spannende Charaktere in ein Natur-katatrophen-Setting zu platzieren. Nach der ersten Verwirrung durch die ganze verschiedenen Protagonisten, beginnt die Storyline recht zügig.

    Durch den einfachen, jedoch nicht platten, Erzählstil Dübells, ist dem Leser genug Raum für seine eigene Fantasie gegeben. Einen Plan der beiden Städte wäre zwischendurch sehr schön gewesen, da ich z.B. nicht wusste, dass Frankfurt aus einer Doppelstadt entstanden ist (oder noch als solche existiert). Philippas Schicksal interessierte mich zumeist, was daran liegen kann, dass ich ihr als Frau am Ehesten nachfühlen konnte. Die Phasen der Katastrophe waren im ersten Moment verwirrend, jedoch ergeben die Recherchen des Autors ein einheitliches Bild, welches mich beeindruckte und was mich das Buch im Nachhinein als noch erschreckender wahrnehmen ließ.

    Super fand ich nach der Geschichte das Bonusmaterial. Wer meine Artikel schon etwas länger verfolgt kann feststellen, dass ich eine Vorliebe dafür habe, hinter die Kulissen der Verlagswelt oder die Arbeit eines Autors zu schauen. Ein so bekannter deutscher Schriftsteller wie Richard Dübell, der einen Einblick in seine Arbeit bietet, kommt mir gerade gelegen. Er stellt dem Leser vorherige Fassungen einiger Kapitel zur Verfügung und erklärt sich spätestens damit zum Mensch. Es gibt wohl keinen Autor, der auf Anhieb einen Roman in seiner Endfassung schreibt. Oftmals müssen bestimmte Kapitel immer wieder umgeschrieben werden, damit sie zur Geschichte passen. Auch erste Ideen können im Laufe des Schreibprozesses komplett verworfen werden. Vielen Dank für diesen Einblick in die Ideenwelt eines Autors historischer Romane.

    Originalbeitrag auf quatspreche.wordpress.com

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    UllaPuntscharts avatar
    UllaPuntschartvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach ein Lesegenuss, von der ersten bis zur letzten Seite.
    Eine nur wenig bekannte Klimakatastrophe im Mittelalter

    Glänzend erzählt, von einem Meister seines Faches. Die Handlung ist geschickt komprimiert auf wenige Tage. Das Thema aktueller denn je. Dübell konzentriert sich auf wenige Figuren, die sehr lebendig und vollplastisch in Erscheinung treten. Allen voran Philippa, die Heldin des Dramas, eine wunderbare Anti-Schönheit im Strudel der Gefühle. Alles zusammen kulminiert in einem packenden Finale...

    Dübell erzählt die Geschichte stringent, ohne überflüssige Schnörkel. Alles passiert in Folgerichtigkeit, das eine sich aus dem anderen heraus entwickelnd. Mehr sei hier nicht verraten: Einfach Lesen!

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    mabuerelevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Geschichte über das Magdalenenhochwasser 1342.
    Magdalenenhochwasser und Bruderzwist

    „...Auf einmal wurde ihr bewusst, was es noch bedeutete, wenn man den Fluss um die Biegung folgte: Man ließ das Ufer zurück, das einem bisher eine Heimat gewesen war...“

    Wir schreiben den 15. Juni 1342. Eine Reisegruppe ist im Zisterzienserinnenkloster Walberhusen angekommen. Unter ihnen ist der Deutschritter Bernhard Ascanius. Über Nacht geht ein Unwetter nieder, dass den kleinen Fluss anschwellen lässt und Todesopfer fordert.

    Wenige Tage später bekommt Philippa, die Tochter des Fährmannes von Franchenfurt, von ihrem Vater mitgeteilt, dass sie Albrecht heiraten solle. Philippa mag Albrecht, aber mehr noch ihre Freiheit. Sie möchte nicht das Schicksal ihrer Mutter teilen, die im Kindbett gestorben ist. Da begegnet sie am Flussufer Mathias. Er hat sein Gedächtnis verloren und weiß nur, dass er unbedingt nach Franchenfurt muss.

    Zur gleichen Zeit befindet sich Kaiser Ludwig I. in der Stadt. Es soll ein Bündnis gegen Karl von Luxemburg geschmiedet werden. Hilpolt Meester ist Anführer der kaiserlichen Garde und hat die Aufgabe, den Kaiser zu beschützen.

    Der Autor hat einen fesselnden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Im Mittelpunkt steht das Magdalenenhochwasser, eine der verheerendsten Flutkatastrophe des Mittelalters. Gleichzeitig stehen sich zwei Brüder gegenüber, die unterschiedliche Interessen haben. Während der eine auf den Tod des Kaisers setzt, um an alten Glanz des Geschlechts anknüpfen zu können, sieht sich der andere als Schutzengel des Kaisers. Lange bleibt im Dunkeln, wer auf welcher Seite steht.

    Der Schreibstil des Buches ist abwechslungsreich. Mit gekonnten Sprachbildern beschreibt der Autor die Vorboten des Unwetters. Die schwülheiße Glut und die staubtrockene Luft sind nachfühlbar. Jeder Schritt scheint zu viel. Doch die Garde des Kaisers patrouilliert in voller Rüstung. Gut werden die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben. Obiges Zitat stammt von Philippa. Sie ahnt, dass jede Freiheit ihren Preis hat. Mathias` Verzweiflung über seinen Gedächtnisverlust, Hilpolts Treue zum Kaiser, aber auch seine Wut über die Unverständnis der Patrizier, sind nur wenige Beispiele dafür. Beeindruckend geschildert sind die Szenen auf der Brücke, als das Hochwasser seine Zerstörung beginnt.

    Ein Personenregister und die Zusammenstellung der Ortsnamen in damaliger und heutiger Schreibweise ergänzen das Buch.

    Das Cover mit der Brücke passt.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. In einem packenden Geschehen wird die Gewalt der Natur und die Ohnmacht des Menschen überzeugend dargestellt.


    Kommentare: 4
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    Erdbeerelfe1203s avatar
    Erdbeerelfe1203vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich werde sicherlich noch mehr von Richard Dübell lesen!
    Historischer Roman vor der Kulisse einer brachialen Naturkatastrophe!

    Der erste Satz: "Gottes Zorn entlud sich in der Morgendämmerung."

    Als erstes überzeugt das Cover des Buches. Mir gefällt der Einband sehr und da es sich um eine Hardcover-Version handelt wirkt der Roman robust und gleichzeitig hochwertig und besitzt ein praktisches Lesebändchen.

    Ich kannte den Autor bisher überhaupt nicht und war umso gespannter, was für ein Roman mich erwartet. "Zorn des Himmels" ist ein historischer Roman, welcher vor einem realen Hintergrund spielt. Richard Dübell zeigt die verheerende Flutkatastrophe von 1342 auf, das Magdalenenhochwasser. Dieses wurde zwar nur wenig dokumentiert, doch es hat halb Europa mit seiner brachialen Gewalt erschüttert.

    In den ersten Kapiteln lernen wir die verschiedenen Hauptpersonen kennen. Zum einen wäre da die Fährmannstochter Philippa, welche in Franchenfurt, dem heutigen Frankfurt am Main, lebt. Für die damaligen Verhältnisse hat die Halbwaise viele Freiheiten. Gern ist sie mit dem Boot auf dem Fluss unterwegs und kennt ihn wie ihre Westentasche und so ist sie eine der ersten, der auffällt, dass sich eine Katastrophe ankündigt.

    Mit jeder Seite fand ich die Geschichte spannender, die Romanfiguren wurden vor meinen inneren Auge regelrecht lebendig. Richard Dübell findet die richtigen Worte, um die verheerende Flutkatastrophe mit ihren Vorboten wie ein riesiger Heuschreckenschwarm oder ein Sandsturm in ihrer ganzen Dramatik darzustellen.

    Ebenso fesselt die die Geschichte von Kaiser Ludwig, welcher in Franchenfurt weilt und sich gern als volksnahes Oberhaupt zeigen möchte. Doch damit gerät sein Capitaneus Hilpolt Meester stets in große Bedrängnis, da er für die Sicherheit des Kaisers verantwortlich ist, zumal es Gerüchte über ein Attentat gibt....

    Besonders bemerkenswert finde ich den Schreibstil von Richard Dübell. Er beschreibt die Panik, das Leid der Menschen und ihr aller Unvermögen, etwas tun zu können, mit einer exzellenten Wortwahl. Es entwickelt sich eine Dramatik, welche erschüttert und teilweise Angst macht.

    Mein Urteil

    Für mich ein perfekter historischer Roman, welcher ein geschichtliches Ereignis aufgreift, von dem ich bisher keine Ahnung hatte. Es wird so erschütternd beschrieben, dass man das Gefühl hat, man ist mittendrin im damaligen Geschehen.

    Auch die Romanfiguren paßten perfekt zusammen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es mich gefesselt hat. Die Spannung wurde bis zum letzten Kapitel gewahrt und es zeigt sich erst spät, wer der eigentliche Attentäter ist....

     

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