Richard Dawkins

 4.2 Sterne bei 401 Bewertungen
Autor von Der Gotteswahn, Das egoistische Gen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Richard Dawkins

Richard Dawkins, 1941 geboren, ist Evolutionsbiologe. Von 1995 bis 2008 hatte er den Lehrstuhl für Public Understanding of Science an der Universität Oxford inne. Sein Buch Das egoistische Gen gilt als zentrales Werk der Evolutionsbiologie. Seine Streitschrift Der Gotteswahn ist ein Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Richard Dawkins

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Cover des Buches Der Gotteswahn9783548376431

Der Gotteswahn

 (210)
Erschienen am 12.08.2016
Cover des Buches Das egoistische Gen9783642553912

Das egoistische Gen

 (38)
Erschienen am 20.06.2014
Cover des Buches Geschichten vom Ursprung des Lebens9783548373010

Geschichten vom Ursprung des Lebens

 (25)
Erschienen am 01.12.2009
Cover des Buches Die Schöpfungslüge9783548374277

Die Schöpfungslüge

 (20)
Erschienen am 13.01.2012
Cover des Buches Der blinde Uhrmacher9783423344784

Der blinde Uhrmacher

 (16)
Erschienen am 01.05.2008
Cover des Buches Der entzauberte Regenbogen9783644000711

Der entzauberte Regenbogen

 (14)
Erschienen am 05.10.2009
Cover des Buches Der Zauber der Wirklichkeit9783550088506

Der Zauber der Wirklichkeit

 (9)
Erschienen am 26.10.2012
Cover des Buches Gipfel des Unwahrscheinlichen9783499624520

Gipfel des Unwahrscheinlichen

 (5)
Erschienen am 23.09.2008

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L

Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

Ein atheistisches Manifest
Loonylovegood03vor 8 Monaten

Inhalt

In "Der Gotteswahn" behandelt Dawkins potenzielle Ursprünge der Religion, die unterschiedlichsten Manifestationen der Religion in unserer heutigen und einer früheren Gesellschaft und ihre Folgen auf das Gedankengut unserer Gesellschaft. Dafür widerlegt er bekannte Argumente für die Existenz Gottes, erläutert die tatsächlichen negativen Einflüsse der Religion auf unsere Gesellschaft in umfangreicher Form und zeigt in der Wissenschaft eine notwendige Alternative zum Glauben auf. Er konzentriert sich hierbei vor allem auf das Christentum, allerdings auch auf grundlegende Wesensarten des Glaubens.

Meine Meinung

Ich war schon bei Betrachtung des Inhaltsverzeichnisses gerade zu beglückt über den Umfang der Argumentation, die Dawkins dem Leser bietet. Ich halte das Buch für eine perfekte, ausführliche Einleitung in die Religionskritik, da es auch gut als Zusammenfassung dieser fungieren könnte. Dawkins' Sprache ist sehr sachlich, trotzdem ist schnell zu erkennen wie wichtig ihm der Kampf gegen den Irrsinn und die unnötigen Opfer, die mit diesem einher gehen, ist. Schon vor der Lektüre des Buches war ich agnostische Atheistin und stand der Religion kritisch gegenüber, doch nach der Lektüre habe ich noch wesentlich mehr Argumente für meinen Standpunkt. Außerdem habe ich nun eine noch liebevollere und dankbarere Welt-Einstellung. Das Buch lehrt den Leser auch Vernunft und Wahrheit zu lieben und in der Natur Wunder und Großartigkeit festzustellen. Es erklärt also nicht nur, weshalb man von seinem Glauben ablassen sollte, sondern bietet auch eine gute Alternative: die Vernunft. Ich finde, dass jeder das Buch lesen sollte, da es  einfach das Potenzial hat jedermanns Horizont zu erweitern und den eigenen Geist von vorherigen Doktrinen zu lösen.


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Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

Wissenschaft versus Glauben
gstvor 3 Jahren

Ich kann es nicht beweisen. Es hat seinen Grund, dass man es Glauben nennt.“ (Seite 152)

Dieses Buch spaltet die Gesellschaft. Viele Gläubige sind davon überzeugt, dass es ein Frevel ist, dieses Buch zu lesen. Ich dagegen fand es sehr informativ – und ließ mir dadurch den Glauben an eine höhere Macht nicht nehmen.

„Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Alter der Felsen und Religion mit dem Fels des Glaubens; Wissenschaft fragt, wie der Himmel funktioniert und Religion, wie man in den Himmel kommt.“ So zitiert der Naturwissenschaftler Richard Dawkins auf Seite 80 einen Kollegen. Obwohl er sich vom Glauben abgewendet hat, setzt er sich sehr ausführlich mit den Ursprüngen desselben auseinander. Argumente für die Existenz Gottes spielen eine ebenso große Rolle wie Argumente dagegen.

Dawkins untersucht die Wurzeln der Religionen und behauptet auf Seite 259: „Religiöser Glaube hat sicher einige Gemeinsamkeiten mit dem Zustand der Verliebtheit.“ Überzeugt davon: „Aus der Religion erwächst eine Menge positiver Verstärkung: warme, tröstliche Gefühle der Liebe und Geborgenheit in einer gefährlichen Welt, Verlust der Angst vor dem Tod, Hilfe von oben als Antwort auf Gebete in schwerer Zeit.“ stellt Darwin aber auch die Frage, ob man zum Gutsein unbedingt die Religion braucht. Schließlich finden sich unter Gläubigen etliche hasserfüllte Fanatiker. Die kommen seiner Meinung nach teilweise davon, weil sie alle Bibelstellen (auch die grausamen, die es zweifelsfrei gibt) wortwörtlich nehmen und wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen oder gar nicht wissen wollen.

Darwin ist überzeugt, dass es ohne Religionen weniger Kriege geben würde. Dabei geht er auf die engstirnige Sicht der Amerikaner ebenso wie auf das irische Problem ein. Er prangert vor allem an, das „fundamentalistische Religion ganz wild darauf ist, die naturwissenschaftliche Ausbildung vieler tausend argloser, wohlmeinender, eifriger junger Köpfe zu ruinieren. Eine nicht fundamentalistische, >vernünftige< Religion hat solche Wirkungen vielleicht nicht. Aber sie macht es dem Fundamentalismus leichter, indem sie Kindern schon in jungen Jahren beibringt, dass unhinterfragter Glaube eine Tugend sei.“ (Seite 397) Darwin klagt auch glaubensorientierte Moralisten an, die sich leidenschaftlich um das sorgen, was andere (z.B. Homosexuelle) privat denken oder tun. Er bezweifelt, dass es gut ist, Kinder ohne eigene Zustimmung zu taufen und sie damit der Kirche zu übereignen.

In seinem letzten Kapitel spricht er der Religion nicht ab, dass sie trösten kann und es Halt gibt, wenn man Gott als einen unsichtbaren Freund hat. Auch stimmt er zu, dass die Bibel ein wertvolles kulturelles Erbe ist, mit dem sich die Menschen auseinandersetzen sollten.

Der Autor schreibt interessant und seine Gedanken lassen sich leicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach lohnt sich diese Lektüre auch für diejenigen, die fest an Gott glauben. Er will mit seinem Buch zum Nachdenken anregen. Ich für mich habe viele neue Begriffe kennengelernt und so manche zitierte Bibelstelle nachgeschlagen, da ich befürchtete, dass sie negativ eingefärbt wurde, doch dem war zu meinem Erstaunen nicht so. 

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Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

Richard Dawkins kämpft mit Wissenschaft gegen irrationalen Glauben
IMG_1001vor 3 Jahren

Als das fast 600 Seiten umfassende Buch 2006 erschien, stand es in Großbritannien, Kanada und den USA wochenlang oben auf den Bestsellerlisten. Auch die deutsche Übersetzung erklomm nach Veröffentlichung 2007 die Bestsellerlisten (auf Anhieb Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste) (1).

Worum geht es in dem Buch?

Dawkins vertritt die These, dass der Glaube an einen Gott irrational ist, dass Religion in ihren Ausprägungen weitreichende negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, dass sie fortschrittsfeindlich und zerstörerisch ist. Dawkins zielt mit seinen Worten auf den Kern des Glaubens, er zweifelt die Existenz Gottes an („Gott existiert mit ziemlicher Sicherheit nicht.“ – R. Dawkins, Der Gotteswahn) und unterlegt dies mit den Argumenten der Naturwissenschaft. Er greift keine bestimmte Version von Gott oder Götter an, vielmehr wendet er sich „gegen Gott, alle Götter, alles Übernatürliche, ganz gleich wo und wann es erfunden wurde oder noch erfunden werden wird“ (R. Dawkins, Der Gotteswahn).

Kritik:

Schon das Vorwort macht einem klar, mit welcher Art von Lektüre man sich in den nächsten Stunden beschäftigen wird, denn es beginnt mit einem Gedankenexperiment. Dawkins fordert den Leser auf, sich eine Welt ohne Religion vorzustellen. „Stellen wir uns doch mit John Lennon mal eine Welt vor, in der es keine Religion gibt – keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen Gunpowder Plot, keine Aufteilung Indiens, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine Verfolgung von Juden als „Christusmörder“, keine „Probleme“ in Nordirland, keine „Ehrenmorde“, keine pomadigen Fernsehevangelisten im Glitzeranzug, die leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen („Gott will, dass ihr gebt, bis es wehtut“). Stellen wir uns vor: keine Zerstörung antiker Statuen durch die Taliban, keine öffentlichen Enthauptungen von Ketzern, keine Prügel auf weibliche Haut für das Verbrechen, zwei Zentimeter nackte Haut zu zeigen.“ Bereits bei diesen Worten hatte Dawkins mich völlig. Ich war wie gefesselt von diesem Buch.

Ich möchte an dieser Stelle auf eine langwierige Zusammenfassung des Inhaltes verzichten. Das haben andere vor mir bereits viel besser getan als ich es je könnte. Auch das Aufzählen von weiteren in meinen Augen besonders gut gelungen Passagen möchte ich verzichten, denn es gibt unglaublich viele in diesem Buch. Stattdessen möchte ich dieses Buch allen wärmstens ans Herz legen. Egal, ob gläubig oder nicht. Besonders aber auch denjenigen, die sich noch nicht ganz sicher sind, wo sie stehen. Meiner Ansicht nach, ist es unabdingbar, dass man sich mit den in diesem Buch aufgeführten Aspekten des Glaubens bzw. der Religion auseinandersetzt, um die Frage „Glaube ich an Gott?“ für sich wirklich und ehrlich beantworten zu können.

Dawkins schreibt flüssig, wortgewandt, präzise, bissig und humorvoll. An seinem Standpunkt lässt er keinen Zweifel.

Dawkins erntete für sein Buch natürlich nicht nur Lob, sogar aus den eigenen Reihen hagelte es Kritik. So mahnte Reinhold Leinfelder (Generaldirekt des Berliner Museums für Naturkunden 2006 – 2010), „Wissenschaft muss sich auf das begrenzen, was sie analysieren kann, sie darf nicht darüber hinausgehen“ (2). Selbst an der Seriosität Dawkins wurde gezweifelt. Der britische Zoologe Kurt Kotrschal sagte: „Kein Naturwissenschaftler, der seine Sinne beieinander hat, benutzt seine Wissenschaft, um zu belegen, dass es Gott gibt oder nicht. In der Wissenschaft geht es um testbare Hypothesen, die Existenz Gottes ist keine testbare Hypothese“ (1). Dawkins schlagfertige Antwort: „Die Gotteshypothese ist eine wissenschaftliche Hypothese über das Universum, die man genauso skeptisch analysieren sollte wie jede andere auch“ (2). An dieser Stelle verweist Dawkins dann oft auf die auch in seinem Buch beschriebene Parabel von Bertrand Russell, das Gedankenexperiment von der winzigen Teekanne im Weltall, so winzig klein, dass selbst das beste Teleskop sie nicht erkennen kann. Während es in Ordnung ist, die Existenz dieser Teekanne anzuzweifeln, selbst wenn sie sonntags als heilige Wahrheit verkündet würde, gilt die wissenschaftliche Prüfung als „unerträgliche Überheblichkeit der menschlichen Vernunft“, sobald wir die Teekanne Gott nennen (R. Dawkins, Der Gotteswahn).

Fazit:

Richard Dawkins Der Gotteswahn ist gewiss keine leichte Kost, dafür aber qualitativ und daher lohnend. Zu recht heißt es in der Beschreibung des Verlages: Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brilliant und bei aller Schärfe humorvoll (3).

Diese Buch ist eine absolute Kauf- vor allem aber Leseempfehlung.



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(1) Kep/Pro (02.10.2007): Der Dawkins-Wahn: Wissenschaftler kritisieren „neuen Atheismus“. Unter: http://www.livenet.de/themen/wissen/schoepfungswissenschaft/136874-der_dawkinswahn_wissenschaftler_kritisieren_neuen_atheismus.html

(2) Peter Meroth und Hans-Hermann Klare (06.10.2007): Der Gotteswahn. Unter: http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/richard-dawkins-der-gotteswahn-3264578.html

(3) Ullstein Verlag (o. J.): Der Gotteswahn. Unter: http://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/der-gotteswahn-9783548376431.html

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(Diese Rezension ist auch in meinem Blog veröffentlicht: http://www.diebilderfee.de/2017/09/buch-der-gotteswahn-von-richard-dawkins/)

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Richard Dawkins wurde am 26. März 1941 in Nairobi (Kenya) geboren.

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